Käfighaltung bei Hühnern: Tierleid für Eier in Nudeln & Co.

Wussten Sie, dass Eier in Produkten wie Nudeln, Gebäck oder Fertiggerichten oft von Hühnern aus Käfighaltung stammen? Auch Eier in Restaurants sind nicht selten aus dieser tierquälerischen Haltungsform. Doch ist die Käfighaltung nicht eigentlich seit 2010 in Deutschland verboten? Hier erfahren Sie, unter welch schrecklichen Bedingungen die Eierindustrie noch immer Hühner in Käfigen einsperrt und wie Sie den Tieren helfen können.

Inhaltsverzeichnis

Ist Käfighaltung in Deutschland verboten?

Die ursprüngliche Form der Käfighaltung wurde zwar 2010 in Deutschland verboten, doch abgelöst wurde die tierquälerische Haltungsform nur von einer anderen Art von Käfig – der verbrauchertäuschenden Kleingruppenhaltung. Denn lediglich die Haltung in nicht-ausgestalteten Käfigen, also ohne Sitzstange, Scharrplatz und Bereich zur Eiablage, wurde verboten.

Die Käfige der Kleingruppenhaltung sind zwar größer, dafür werden aber auch mehr Hennen darin gehalten. Sogenannte Ausgestaltungen wie Nester und Sitzstangen sind nur marginale Veränderungen, und die Hennen in den „Kleinvolieren“ leiden weiterhin. So hat jedes Huhn nur etwa eine DIN-A4-Seite Lebensraum zur Verfügung. Auch können die Hühner nicht ins Freie und auch kaum ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen.

2015 beschloss der Bundesrat, dass die Kleingruppenhaltung von Hühnern bis Ende 2025 auslaufen soll. Für „besondere Härtefälle“ soll diese Frist bis Ende 2028 verlängert werden können. [1] Im Juni 2021 entschied zudem die EU-Kommission, die Käfighaltung für alle sogenannten Nutztiere abzuschaffen. Dieses Verbot könnte Ende 2027 in Kraft treten.

Was bedeutet Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung bei Hühnern?

Die Kleingruppenhaltung bedeutet im Grunde dasselbe wie die Käfighaltung. Rund 60 Hennen werden in einen Käfig gesperrt, sodass für jedes Huhn gerade mal ein DIN-A4-Blatt Platz einberechnet wird. Die Käfige sind kahl und werden mit Nestern, Sitzstangen und einer Art Scharrbereich „ausgestaltet“, den die Tiere aufgrund des Platzmangels jedoch nur beschränkt nutzen können. Auch dürfen die Hühner niemals ins Freie.

Für Hühner bedeuten so viele Artgenossinnen auf so wenig Platz enormen Stress. Sie entwickeln nicht selten Verhaltensstörungen und picken sich gegenseitig die Federn aus – bis hin zum Kannibalismus. Auch für Krankheiten und Parasiten bietet die Haltung auf engstem Raum einen Nährboden. Und aufgrund der hohen Eieranzahl leiden viele Hennen unter Kalziummangel, wodurch Knochenverformungen und Brüche begünstigt werden. Wie jeder andere Vogel haben Hühner ursprünglich nur so viele Eier gelegt, wie dies zur Fortpflanzung nötig ist. Heute werden die qualgezüchteten Tiere jedoch gezwungen, mehr als das Zehnfache an Eiern zu legen: über 300 im Jahr. Betriebe kalkulieren bereits von Beginn an ein, dass tausende Hennen haltungsbedingt sterben, bevor sie im Schlachthof getötet werden, wenn die Eieranzahl weniger wird.

huehner hinter gitter
huehner hinter gitter
huhn im kaefig
huehner im kaefig
huehner im kaefig

Wie viel Platz hat ein Huhn in der Käfighaltung?

In der Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung in Deutschland hat jedes Huhn 800 Quadratzentimeter Platz, das ist etwas mehr als eine DIN-A4-Seite. Pro Quadratmeter dürfen bis zu 12 Hühner gehalten werden. [2]

Was bekommen Hühner in Käfighaltung zu essen?

Hühner, die in der Eierindustrie ausgebeutet werden, sollen so viele Eier wie möglich legen, damit die Betriebe viel Profit machen. Dafür werden die Hennen nicht nur überzüchtet, sondern erhalten auch sogenanntes Hochleistungsfutter, das keine artgerechte Ernährung darstellt und den neugierigen Tieren auch keine Abwechslung bietet. Oftmals werden der Nahrung und dem Trinkwasser synthetische Vitamine, Medikamente und Farbstoffe zugesetzt. [3] Hühner benötigen jedoch abwechslungsreiche Nahrung, bestehend aus Körnern, Weichfutter, Knollen und Wurzeln, Grünfutter und Mineralfutter.

Welche Haltung ist die beste für Hühner?

Auch in der Boden-, Freiland- und Bio-Haltung leiden Hühner. In jeder Haltungsform leben die Tiere auf engem Raum mit viel zu vielen Artgenossen zusammen. In der Bio-Haltung sind pro Quadratmeter sechs Hühner erlaubt und pro Stallabteil bis zu 3.000 Tiere. Auch hier führt die Enge zu Stress und blutigen Pickattacken. Zwar muss den Hühnern in der Freiland- und Bio-Haltung ein Auslauf von vier Quadratmetern pro Huhn gewährt werden, dieser wird jedoch kaum von den Tieren genutzt, da die Auslaufflächen so gut wie nie geschützt sind und sich viele Hühner nicht nach draußen trauen. Zudem zeigen Aufnahmen aus Eierbetrieben, dass die Auslaufklappen nicht selten auch tagsüber geschlossen sind oder verbotenerweise Stromdrähte vor den Luken angebracht sind, die die Hennen daran hindern sollen, nach draußen zu gehen.

Verletzte und gerupfte Huehner in einer Huehnerfarm
Hühner auf einer Bio-Hühnerfarm.

Egal, aus welcher Haltungsform die Hühner stammen, sie alle stammen aus denselben Brütereien und werden im gleichen Schlachthaus getötet, sobald im Alter von ca. 1,5 Jahren die Mauser, also der natürliche Gefiederwechsel, eintritt und sie nicht mehr profitabel genug Eier legen. Dann werden sie mit Gewalt verladen und meist brutal in Plastikkisten gestopft, wobei oft Knochen brechen. Sie werden zum Schlachthaus transportiert, wo sie zur Betäubung an den empfindlichen Beinen aufgehängt und kopfüber in ein Strombad getaucht werden. Teilweise werden die Tiere auch mit CO2 vergast, das die Schleimhäute schmerzhaft reizt und zu Erstickungserscheinungen führt, bevor ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

Wie Sie Hühnern helfen können

Helfen Sie den Hühnern, die in der Eierindustrie tagtäglich ausgebeutet und gequält werden, indem Sie Eier von Ihrem Speiseplan streichen. Greifen Sie stattdessen zu Nudeln und Gebäck ohne Eier, und entscheiden Sie sich beim Kochen und Backen für vegane Alternativen. Inzwischen gibt es für jeden Bedarf und Geschmack eine passende Ei-Alternative, wie Rührtofu, veganen Eiersalat und pflanzliche Mayonnaise.