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Käfighaltung bei Hühnern: Tiere leiden trotz des Verbots weiterhin in Deutschland

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Wussten Sie, dass Eier in Produkten wie Nudeln, Gebäck oder Fertiggerichten oft von Hühnern aus Käfighaltung stammen? Auch Eier in Restaurants sind nicht selten aus dieser tierquälerischen Haltungsform. Seit 2026 ist die Käfighaltung zwar in Deutschland verboten, jedoch können Eier in verarbeiteten Produkten aus dem Ausland – und somit aus Käfighaltungssystemen stammen. Denn ein EU-weites Verbot ist trotz der Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ von 2019 bisher nicht in Sicht.

Hier erfahren Sie, unter welch schrecklichen Bedingungen die Hühner in Käfigen eingesperrt sind, warum käfigfreie Systeme genauso Tierleid erzeugen und wie Sie den Tieren helfen können.

Inhaltsverzeichnis

Ist Käfighaltung in Deutschland verboten?

Ja, die Käfighaltung bei Hühnern ist in Deutschland verboten; das Verbot trat und tritt schrittweise in Kraft:

  • Die ursprüngliche Form der Käfighaltung wurde 2010 in Deutschland verboten.
  • Zunächst wurde die tierquälerische Haltungsform nur abgelöst von einer anderen Art von Käfig – der Kleingruppenhaltung, die Verbraucher:innen Tierwohl nur vortäuschte. Denn lediglich die Haltung in nicht-ausgestalteten Käfigen, also ohne Sitzstange, Scharrplatz und Bereich zur Eiablage, wurde verboten.
  • Die Käfige der Kleingruppenhaltung wurden größer „gestaltet“, dafür wurden aber auch mehr Hennen darin gehalten. Sogenannte Ausgestaltungen wie Nester und Sitzstangen waren nur marginale Veränderungen, sodass die Hennen in den „Kleinvolieren“ weiterhin großem Leid ausgesetzt waren. Jedem Huhn stand dort nur Platz in der Größe von etwa einer DIN-A4-Seite zur Verfügung. Zudem konnten die Hühner auch in dieser Haltungsform nicht ins Freie und kaum ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen.
  • 2015 beschloss der Bundesrat, dass die Kleingruppenhaltung von Hühnern bis Ende 2025 auslaufen soll.
  • Am 1. Januar 2026 trat das Verbot in Kraft, für „besondere Härtefälle“ soll diese Frist bis Ende 2028 verlängert werden können. [1]

Nach der EU-Bürgerinitiative „End The Cage Age“ versprach zudem die EU-Kommission im Juni 2021 zunächst, die Käfighaltung für alle „Nutztiere“ abzuschaffen. Doch das angekündigte Verbot blieb bislang aus: Für 2026 ist geplant, dass die Kommission die Erarbeitung eines EU-weiten Verbots von Käfigen für alle „Nutztiere“ angeht.

Was bedeutet Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung bei Hühnern?

Die Kleingruppenhaltung bedeutet im Grunde dasselbe wie die Käfighaltung:

  • Rund 60 Hennen werden in einen Käfig gesperrt,
  • wobei für jedes Huhn gerade mal ein Platz in der Größe eines DIN-A4-Blatts vorgesehen ist.
  • Die Käfige sind kahl und werden mit Nestern, Sitzstangen und einer Art Scharrbereich „ausgestaltet“, den die Tiere aufgrund des Platzmangels jedoch nur beschränkt nutzen können.
  • Auch dürfen die Hühner niemals ins Freie.

Für Hühner bedeuten so viele Artgenossinnen auf so wenig Platz enormen Stress:

  • Sie entwickeln nicht selten Verhaltensstörungen
  • und picken sich gegenseitig die Federn aus – bis hin zum Kannibalismus.
  • Auch für Krankheiten und Parasiten bietet die Haltung auf engstem Raum einen Nährboden.
  • Und aufgrund der hohen Eieranzahl leiden viele Hennen unter Kalziummangel, wodurch Knochenverformungen und Brüche begünstigt werden.

Wie jeder andere Vogel haben Hühner ursprünglich nur so viele Eier gelegt, wie dies zur Fortpflanzung nötig ist. Heute werden die qualgezüchteten Tiere jedoch gezwungen, mehr als das Zehnfache an Eiern zu legen: über 300 im Jahr. Betriebe kalkulieren bereits von Beginn an ein, dass Tausende Hennen haltungsbedingt sterben, bevor sie im Schlachthof getötet werden, wenn die Eieranzahl weniger wird.

Wie viel Platz hat ein Huhn in der Käfighaltung?

In der Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung in Deutschland hat jedes Huhn 800 Quadratzentimeter Platz, das ist etwas mehr als eine DIN-A4-Seite. Pro Quadratmeter dürfen bis zu 12 Hühner gehalten werden. [3]

Infografik Haltungsform Huehner

Was bekommen Hühner in Käfighaltung zu essen?

Hühner, die in der Eierindustrie ausgebeutet werden, sollen so viele Eier wie möglich legen, damit die Betriebe viel Profit machen. Dafür werden die Hennen nicht nur überzüchtet, sondern erhalten auch sogenanntes Hochleistungsfutter, das keine artgerechte Ernährung darstellt und den neugierigen Tieren auch keine Abwechslung bietet. Oftmals werden der Nahrung und dem Trinkwasser synthetische Vitamine, Medikamente und Farbstoffe zugesetzt. [2]

Hühner benötigen jedoch abwechslungsreiche Nahrung, bestehend aus Körnern, sogenanntem Weich- und Grünfutter, Knollen und Wurzeln sowie Mineralfutter, und haben je Lebensphase unterschiedliche Nährstoffbedarfe. Eine Folge der nicht artgerechten Nahrung in Kombination mit der Qualzucht ist die sogenannte Fettleber, die sehr viele Hennen in allen Haltungsformen aufweisen und die nicht selten zu einem qualvollen Tod führt.

huehner hinter gitter
Hühner erhalten meist sogenanntes Hochleistungsfutter, das jedoch keine artgerechte Ernährung für die Tiere ist.

Welche Haltung ist die beste für Hühner?

In jeder Haltungsform leben die Tiere auf engem Raum mit viel zu vielen Artgenossen zusammen: Auch in der Boden-, Freiland– und Bio-Haltung leiden Hühner. Selbst in der Bio-Haltung sind pro Quadratmeter sechs Hühner erlaubt und pro Stallabteil bis zu 3.000 Tiere. Auch hier führt die Enge zu Stress und blutigen Pickattacken und die Qualzucht zu zahlreichen Erkrankungen.

Zwar muss den Hühnern in der Freiland- und Bio-Haltung ein Auslauf von vier Quadratmetern pro Huhn gewährt werden, dieser wird jedoch kaum von den Tieren genutzt, da die Auslaufflächen so gut wie nie geschützt sind und sich viele Hühner nicht nach draußen trauen. Zudem zeigen Aufnahmen aus Eierbetrieben, dass die Auslaufklappen nicht selten auch tagsüber geschlossen sind oder verbotenerweise Stromdrähte vor den Luken angebracht sind, die die Hennen daran hindern sollen, nach draußen zu gehen.

  • Auch nach dem Verbot von Käfighaltung leiden Hühner in Boden- und Freilandhaltung – neues Whitepaper von PETA USA

    Keine Käfighaltung – keine Verbesserung für Hühner: PETA USA hat im Februar 2026 ein Whitepaper veröffentlicht, das darlegt, warum Hühner auch in vermeintlich höheren Haltungsstufen leiden, ein höherer Preis den Tieren meist nichts bringt und warum käfigfreie Systeme teils sogar weitere Probleme für die Hennen mit sich bringen.

    Das Paper umfasst unter anderem

    • peer-reviewte Studien aus führenden wissenschaftlichen Zeitschriften,
    • zudem Daten und Grundsatzdokumente von amerikanischen Bundesbehörden
    • sowie Erkenntnisse von Verbänden der Agrarindustrie.

     

    Die Erkenntnisse aus dem Whitepaper:

    1. Federpicken, Kämpfe, Hunger und Kannibalismus kommen in käfigfreien Systemen häufiger vor, da chronisch gestresste Hühner zu Tausenden in einem Stall zusammengepfercht sind und anderen überforderten Hühnern, die sie schikanieren, nicht entkommen können.
    1. 85 bis 97 Prozent der käfigfreien Hühner leiden unter schmerzhaften Brustbeinfrakturen und eingeschränkter Mobilität aufgrund der Belastung durch ständiges Eierlegen und Kollisionen oder Stürze, die auch durch Überbelegung und Stress verursacht werden können.
    2. In „käfigfreien” Systemen leiden Hühner häufiger an chronischen Atemwegsinfektionen und Hautverletzungen, da die mit Kot und Urin getränkte Einstreu ihre Füße und Beine verletzt, was oft zu Infektionen führt. Zudem reizt der mit Ammoniak gesättigte Staub ihre Lungen und Augen und kann sogar zur Erblindung führen.

    Außerdem werden die Küken ohne ihre Mütter in Plastikkisten der Brütereien künstlich ausgebrütet, wodurch ihnen wichtige Prägungen fehlen, die ihnen helfen, mit Angst und Stress umzugehen, was zu lebenslangen Traumata und Verhaltensstörungen führt. [3]

Hühner leiden immer für Eier – unabhängig von der Haltungsform

Egal, aus welcher Haltungsform die Hühner stammen, sie alle stammen aus denselben Brütereien und werden im gleichen Schlachthaus getötet, sobald im Alter von ca. 1,5 Jahren die Mauser, also der natürliche Gefiederwechsel, eintritt und sie nicht mehr profitabel genug Eier legen. Dann werden sie mit Gewalt verladen, meist in Plastikkisten gestopft, wobei oft Knochen brechen.

Sie werden zum Schlachthaus transportiert, wo sie zur Betäubung an den empfindlichen Beinen aufgehängt und kopfüber in ein Strombad getaucht werden. Teilweise werden die Tiere auch mit CO2 vergast, das die Schleimhäute schmerzhaft reizt und zu Erstickungserscheinungen führt, bevor ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

„Hühner mit gebrochenen Knochen, kranken Organen, kahlgepickter Haut oder verwesend im Stall – das verbinden Menschen meist nicht mit der Boden-, Freiland- oder Biohaltung. Doch täuschende Werbebilder sorgen dafür, dass die grausame Realität hinter Eiern verborgen bleibt. Und somit leiden Hühner auch nach dem Käfighaltungsverbot in den Ställen. Den Tieren hilft nur die vegane Lebensweise.“

Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA Deutschland

Entscheiden Sie sich für tierfreundliche vegane Alternativen

Im Durchschnitt essen die Deutschen pro Kopf etwa 230 Eier im Jahr, Tendenz steigend. Mittlerweile gibt es für fast jeden Bedarf vegane Alternativen:

  • Aus Tofu lassen sich „Scrambled Eggs“ bzw. eine vegane Rührei-Variante zubereiten, Omelette kann ebenfalls vegan hergestellt werden.
  • Im Handel gibt es außerdem verschiedene Pulver zum Anrühren von veganem „Rührei“ und Omelette.  
  • Das Salz „Kala Namak“ weist einen täuschend echten Ei-Geschmack auf – so lassen sich einige Gerichte ohne Hühnerleid aufpeppen.

Beim Kochen und Backen gibt es verschiedene Tipps, wie Sie Eier für ein perfektes tierfreundliches Ergebnis ersetzen können.

  • Quellen

    [1] Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: Mehr Tierschutz in der Legehennenhaltung, https://www.bmleh.de/DE/themen/tiere/tierschutz/haltung-legehennen (eingesehen am 12. 20.2026)

    [2] Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft: Legehennenfütterung, https://baysg.bayern.de/mam/cms16/zentren/kitzingen/dateien/legehennenfuetterung_baysg-publikation.pdf (eingesehen am 12.02.2026)

    [3] PETA USA (01.2026): White Paper on the Failur of Cage-free Housing Systems to Reduce overall Hen Suffering, https://www.peta.org/wp-content/uploads/2025/11/Cage-Free-White-Paper.pdf (eingesehen am 19.02.2026)