Kaschmir: Wie tierfreundlich und nachhaltig ist Kaschmirwolle?

Für die Produktion von Wolle werden unzählige Tiere auf der ganzen Welt ausgebeutet. Die meisten Menschen denken dabei direkt an Schafe. Aber auch Ziegen werden gewaltsam die Haare entfernt, um aus ihren Haaren Textilien herzustellen. Für Produkte aus Kaschmir werden die sensiblen Fluchttiere gewaltsam fixiert und bei der Schur oftmals verletzt.

Erfahren Sie hier, wieso Ziegen in der Kaschmirindustrie leiden und welche tierfreien Alternativen uns schon heute zur Verfügung stehen. 

Inhalte im Überblick

Was ist Kaschmir – und woher kommt es?

Kaschmir ist die Unterwolle von sogenannten Kaschmirziegen und somit eine tierische Faser. China und die Mongolei produzieren 80-90 Prozent des weltweit gehandelten Kaschmirs. In diesen Regionen werden schätzungsweise 140-190 Millionen Kaschmirziegen gehalten, damit aus ihrem weichen Unterfell Kaschmirwolle produziert werden kann. [1]

Die Kaschmirindustrie wurde im Jahr 2022 auf einen Wert zwischen 2,64 und 3,2 Milliarden Dollar geschätzt. [2,3] Die Leidtragenden dieser florierenden Branche sind jedoch die Tiere, denn in den Hauptproduktionsländern gibt es keine greifenden Tierschutzgesetze. Die Ziegen sind der qualvollen Schur daher schutzlos ausgeliefert.

Enthüllungsvideos von PETA Asien zeigen schmerzerfüllte Ziegen, deren Haare mit spitzen Metallkämmen grob aus der Haut gerissen werden. Ziegen, die für die Industrie nicht länger nützlich sind, werden im Schlachthaus mit Hammerschlägen auf den Kopf wehrlos gemacht und anschließend getötet.

Wie wird Kaschmir hergestellt?

Mit der Unterwolle der sogenannten Kaschmirziegen verdienen Modeunternehmen sehr viel Geld. Um an das Haar der Tiere zu gelangen, werden die Ziegen gewaltsam auf den Boden gedrückt. In der Regel werden ihre Beine dabei gefesselt. Anschließend reißen Mitarbeitende den schmerzerfüllten Tieren das Fell mit Kämmen aus der empfindlichen Haut. Wie zwei Enthüllungsvideos von PETA Asien zeigen, werden dabei teilweise ganze Hautfetzen aus der Haut gerissen.

Bei einer anderen Methode werden die Haare der Ziegen – meist mit Schurmessern -abgeschnitten. Wie die Aufnahmen des Rechercheteams belegen, werden den Tieren dabei häufig Schnittwunden zugefügt.

Ist Kaschmir tierfreundlich?

Die Produktion von Kaschmir beruht grundsätzlich auf Tierquälerei und der Ausbeutung von Tieren. Ob bei der Haltung oder der Schur: Sogenannte Kaschmirziegen erleiden unvorstellbare Qualen und werden letztlich auf Hinterhöfen oder im Schlachthof gewaltsam getötet.

Die Verwendung von tierischen Produkten zur Herstellung menschlicher Bekleidung beruht auf einer speziesistischen Denkweise. Bei dieser Diskriminierungsform handelt es sich um eine Weltanschauung, die den Menschen allen anderen Lebewesen gegenüber als überlegen erachtet und Tiere nach ihrem Nutzen für den Menschen kategorisiert.

Kaschmierziege wird geschoren und schreit dabei
Die Haltung und Schur von Ziegen für die Gewinnung von Kaschmir ist von Tierquälerei geprägt.

Wie werden sogenannte Kaschmirziegen gehalten?

Die Haltung der Tiere unterscheidet sich je nach Land und Region. In China überwiegt die Haltung in dunklen Ställen, in denen die Tiere tagtäglich in ihrem eigenen Kot und Urin stehen. Einige Betriebe verfügen über halboffene Ställe mit eingezäunten Ausläufen. Um der zunehmenden Wüstenbildung durch die konstant steigende Zahl an grasenden Tieren entgegenzuwirken, wird die Nutzung von Weiden in China jedoch immer weiter eingeschränkt.

In der Mongolei überwiegt nach wie vor die nomadische Herdenhaltung. Hierbei leben die Tiere weitgehend frei, es mangelt ihnen jedoch häufig an ausreichend Wasser, Nahrung, veterinärmedizinischer Versorgung und wärmenden Unterständen nach der Schur.

Wie in der gesamten Wollindustrie ist es auch in der Kaschmirproduktion üblich, die Hoden von wenige Tage alten Ziegen ohne Betäubung abzutrennen. Das Rechercheteam von PETA Asien dokumentierte mongolische Kaschmirproduzent:innen, die den Tierkindern mit einem Messer die Hodensäcke aufschnitten und ihre Hoden mit bloßen Händen herausrissen. Blutige Bilder wie diese zeigen die Werbekampagnen der Kaschmirindustrie natürlich nie.

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Schluss mit dem Tierleid! Fordern Sie Unternehmen auf, Tieren zu helfen und Kaschmir konsequent aus ihren Sortimenten zu streichen.

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Please, ban the sale of cashmere now!

 

By selling cashmere products, you are directly contributing to the suffering of millions of animals and the destruction of the environment. I am therefore asking you to implement a complete ban on cashmere wool in your product range.

I know that the animal rights organization PETA informed you about the animal suffering inherent in cashmere production. Cashmere goats are sensitive flight animals who are frightened and who panic when pinned to the ground while workers tear out their fur with combs or shave it off. Many animals get badly cut up. Once the cashmere quality declines, the animals’ throats are cut either at slaughterhouses or in backyards. It is impossible to produce cashmere wool in a humane manner, and no label or certificate in the world could change this fact.

In fact, cashmere production not only is responsible for the abuse of goats but also accelerates the climate catastrophe, with all its shocking consequences. The methane in the animals’ excrement contributes extensively to global warming, while keeping and breeding millions of hungry goats leads to expanded desertification in Mongolia and China. The consequences are a loss of vital fertile soil and an increase in severe sandstorms in the region.

So I am urging you to reject the mishandling of cashmere goats and the negative environmental consequences of the cashmere industry: Remove cashmere products from your range and instead offer animal-free materials, such as soy silk, cotton, or lyocell. It is high time the fashion industry reinvented itself in a sustainable manner – climate-friendly and without animal suffering.

Thank you!

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  • Giny Boer
  • Harro Uwe Cloppenburg
  • Stefan Kober
  • Henrik Matthiesen
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Werden Tiere für die Kaschmirproduktion getötet?

Wenn die Wollproduktion der Ziegen nach nur wenigen Jahren nachlässt, werden sie, meist ohne Betäubungsmaßnahmen, direkt vor Ort oder im Schlachthaus getötet. Daher lautet die Antwort: Ja, für Erzeugnisse aus Kaschmirwolle bezahlen alle Ziegen mit ihrem Leben.

Aufnahmen von PETA Asien aus mongolischen und chinesischen Schlachthäusern zeigen die skrupellose und grausame Behandlung der Tiere. In meist unwirksamen Betäubungsversuchen schlagen Mitarbeitende mit Hämmern auf die Köpfe der Tiere ein. Anschließend trennen sie ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle mit einem Messer durch. Der qualvolle Todeskampf der Ziegen dauert teilweise minutenlang.

Warum sollten sogenannte Kaschmirziegen nicht geschoren werden?

Da der Ziegenkörper nur sehr wenig Fett ansetzt, sind die Tiere zum Schutz vor dem rauen Klima in China und der Mongolei auf ihre wärmende Unterwolle angewiesen. Ohne das Fell sind sie den Elementen schutzlos ausgeliefert. Viele der empfindlichen Tiere sterben nach der Schur aufgrund von Kälte, Wind oder Feuchtigkeit an Kältestress. [4]

Insbesondere bei der nomadischen Haltungsform in der Mongolei mangelt es den Tieren häufig an Unterständen, in denen sie nach der Schur Schutz vor Wind und Wetter finden könnten. Daher sind diese Ziegen einem besonders hohen Risiko für Tod durch Erfrieren ausgesetzt.

Was wird aus Kaschmir hergestellt?

Aus Kaschmirwolle werden zahlreiche Produkte hergestellt, darunter die folgenden:

  • Pullover
  • Cardigans
  • Schals
  • Socken,
  • Schuhe
  • Decken

In der Kaschmirindustrie gelten die Ziegen jedoch lediglich als Ware, mit der möglichst viel Geld erwirtschaftet werden soll. Der Profit steht immer über dem Wohl der Tiere.

Eine Person fixiert eine Ziege am Boden und kaemmt ihr das Fell aus.
Hinter Kaschmirprodukten wie Pullovern und Schals steckt die Ausbeutung von unschuldigen Tieren.

Auch Zertifikate und Label sind kein Schutz vor Tierleid

PETA wandte sich mit den qualvollen Aufnahmen der Recherche an weltweite Modemarken. Einige Unternehmen strichen Kaschmir daraufhin vollständig aus ihren Sortimenten. Andere jedoch bemühen sich, das Gewissen ihrer Kundschaft mit sogenanntem „zertifiziertem Kaschmir“ zu beruhigen anstatt den Tieren wirklich zu helfen.

Wie die nunmehr zweite Recherche von PETA Asien in der Kaschmirindustrie aufzeigte, werden Ziegen jedoch auch für Erzeugnisse gequält, die mit Industriezertifikaten wie „The Good Cashmere Standard“ oder „Sustainable Fibre Alliance (SFA)“ versehen sind. So zeigen die aktuellen Aufnahmen Mitarbeitende von Zulieferbetrieben für „SFA“-zertifizierte Kaschmirwolle, die Ziegen bei der Schur ganze Hautfetzen aus der Haut reißen. Auch diese Tiere werden gewaltsam fixiert und schreien schmerzerfüllt, wenn ihre Haare grob und rücksichtslos abgeschnitten oder brutal ausgerissen werden. Und auch bei ihnen besteht nach der Schur die Gefahr, dass sie ohne ihr schützendes Fell erfrieren. Zudem werden auch für sogenanntes zertifiziertes Kaschmir männliche Ziegen ohne Betäubung kastriert. [5,6]

Wie nachhaltig ist Kaschmir?

Ziegen stoßen nicht nur klimaschädliches Methan aus, sondern reißen bei der Nahrungsaufnahme die Pflanzen mitsamt der Wurzel aus der Erde. Dies führt in allen Regionen, in denen sogenannte Kaschmirziegen in hoher Zahl gehalten werden, verstärkt zur Wüstenbildung – so auch in der Mongolei, wo bereits 90 Prozent des Landes von der Desertifikation bedroht sind. [7] In der Folge wurden die Mongolei und China in den letzten Jahren vermehrt von schweren Sandstürmen heimgesucht. Daneben stellt die Wüstenbildung durch den damit verbundenen Lebensraumverlust auch eine Bedrohung für die Artenvielfalt dar.

Im Namen der Wollindustrie werden zahlreiche Wildtiere bejagt, darunter auch bedrohte Arten wie der Schneeleopard. [8] Diese Tiere stehen in direkter Nahrungskonkurrenz zu den Ziegen, die für die Industrie in hoher Zahl gezüchtet werden, oder ernähren sich von ihnen. Wer Kaschmir-Erzeugnisse kauft, ist somit auch für die qualvolle Tötung von Wildtieren verantwortlich.

Warum ist Kaschmir so teuer?

Für einen einzigen Kaschmirpullover wird die Wolle von zwei oder mehr Ziegen benötigt. Bis vor wenigen Jahrzehnten galt Kaschmir aufgrund der aufwändigen Herstellung daher als Luxusprodukt. [9] Heute wird es auch als Billigware produziert und findet sich im Fast-Fashion-Bereich ebenso wie im gehobenen Luxussegment.

Allerdings wird bei der schnellen Massenproduktion häufig nur ein geringer Prozentsatz des teuren Kaschmirs verwendet; den Rest machen andere tierische Fasern wie Schafwolle aus, die jedoch ebenfalls für Tierqual verantwortlich sind. All dieses Leid muss nicht sein, denn für alle tierischen Materialien gibt es heute tierfreundliche Alternativen, die häufig sogar pflegeleichter sind.

Tierfreundliche Alternativen zu Kaschmirwolle

Nur tierfreie Wolle ist tierfreundlich. Ganz gleich, woher Kaschmir oder andere Wollerzeugnisse stammen oder was die Unternehmen versprechen: Genau wie Leder, Daunen, Seide und Pelz ist auch Wolle ein Tierqualprodukt.

Heutzutage bietet die Bekleidungsindustrie eine Fülle an hochwertigen pflanzenbasierten Materialien, die genauso weich sind und keine Tierausbeutung verursachen. Dazu gehören etwa Bambus, Sojaseide, Lyocell (z.B. Tencel, Modal), Pima-Baumwolle oder synthetische Fasern wie recyceltes Polyester oder Acryl.

Mit Ihrer Kaufentscheidung für vegane Alternativen zu Wolle, Leder, Seide, Daunen und Co. tragen Sie aktiv dazu bei, das Leid von Ziegen, Schafen und anderen Tieren, die in der Bekleidungsindustrie ausgebeutet werden, zu beenden.

Kaschmir Ziege liegt auf dem Boden und wird gewaltsam geschoren.
Greifen Sie auf vegane, tierfreundliche Alternativen zurück, damit Tiere nicht länger ausgebeutet werden.

So helfen Sie den Tieren in der Bekleidungsindustrie

Bitte kaufen und tragen Sie keine tierischen Produkte. Fordern Sie zudem jene Modeunternehmen, die weiterhin am Kaschmirverkauf festhalten, dazu auf, das Tierqualprodukt aus ihren Sortimenten auszulisten. Lassen Sie sich von den Werbeversprechen dieser Unternehmen nicht in die Irre führen. Tatsache ist: Es gibt schlichtweg keine tierfreundliche Wolle.