Im Durchschnitt sind Jäger:innen in Deutschland 56 Jahre alt und etwa neun von zehn sind männlich. [1] Kein Wunder, dass die Jägerschaft verzweifelt versucht, (weiblichen) Nachwuchs für ihr tierquälerisches Hobby zu begeistern. [2] Haben Sie auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, anstatt zu joggen, Rad zu fahren oder Fußball zu spielen, mit einem Gewehr auszurücken und hinterrücks auf wehrlose Tiere zu schießen?
Dann haben wir für Sie einen kleinen Test zusammengestellt, mit dem Sie überprüfen können, ob Sie für Jäger:innen wichtige Eigenschaften aufweisen.
Was braucht man, um Jäger:in zu werden? 7 Merkmale, die Jäger:innen auszeichnen
1. Sie neigen zur Gewalttätigkeit
Viele Jäger:innen rasten schnell mal aus, vor allem wenn sie sich in „ihrem“ Wald gestört fühlen. So sind nicht nur verbale Entgleisungen, sondern auch Körperverletzungen keine Seltenheit, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Im Februar 2025 wurde beispielsweise in der Uckermark einem Spaziergänger mit seinem Hund vom Hochsitz gedroht, dass sein tierischer Begleiter erschossen würde, wenn er ihn nicht anleinen würde – und wenn er nicht verschwinden würde, würde ihm selbst eine Kugel verpasst werden. [3]
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Weitere Beispiele für gewaltbereite Jäger:innen
1. Zwei Jäger verletzen Spaziergänger
Nördlich von Stralsund verletzten zwei Jäger Anfang September 2018 einen Spaziergänger. Der Mann wollte neben der Fahrbahn etwas „Grünfutter“ einsammeln, als die beiden Jäger ihm laut und beleidigend mitteilten, er solle sich vom Maisfeld entfernen. Schließlich schoben sie ihn grob Richtung Straßengraben, wo der Mann stürzte und sich verletzte. Daraufhin entfernten sich die beiden Jäger schimpfend vom Tatort. [4]
2. Jäger bedroht und packt Spaziergänger am Hals
Mitte Oktober 2021 trafen zwei Spaziergänger mit ihrem Hund auf einen Jäger in seinem Hochsitz bei Salzburg, der die beiden Männer aufforderte, zu gehen. Die Spaziergänger weigerten sich jedoch und bezeichneten den Jäger als „Mörder“, woraufhin dieser wütend wurde und einen der Spaziergänger am Hals packte und ihn dabei verletzte. [5]
3. Jäger prügelt auf Spaziergänger ein
Ein Jäger aus Schloß Holte-Stukenbrock im Osten Nordrhein-Westfalens musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Der Jäger habe sich von dem Spaziergänger provoziert gefühlt. Denn dieser soll Tiere an seinem Erdsitz beobachtet haben, obwohl er selbst dort einen Hirsch töten wollte. Der wütende Jäger schlug daraufhin mit einem Stock auf den anderen Mann ein. [6]
2. Sie sind dem Alkoholgenuss in der freien Natur nicht abgeneigt
Alkohol ist während der Jagdausübung mit Waffen verboten. Wer dagegen verstößt, verliert in der Regel seinen Jagdschein. Aber das hindert viele Jäger:innen nicht daran, sich auf dem Hochsitz, bei der Pirsch oder direkt danach einen Drink zu genehmigen – oder auch zwei oder drei: Immer wieder werden betrunkene Jäger:innen von der Polizei erwischt, die mit Waffe im Auto auf dem Weg zu einer Jagd sind oder von dort nach Hause fahren.
So überrascht es kaum, dass so viele Tiere bei der Jagd „nur“ schwer verletzt werden oder gar „versehentlich“ immer wieder Menschen angeschossen werden.
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Beispiele für Vorfälle mit alkoholisierten Jäger:innen
1. Alkoholisierter Jäger verursacht Autounfall – und verliert Jagdschein
Ein Jäger aus Rheinland-Pfalz fuhr betrunken mit einer Waffe im Auto von einer Jagdveranstaltung nach Hause. In einer Kurve kam er von der Fahrbahn ab, beschädigte zwei Verkehrsschilder und krachte in eine Hauswand. Der unverletzte Jäger nahm sein Gewehr aus dem Wagen und legte es in ein Wartehäuschen, wo die Polizei es sicherstellte. Es folgte ein Strafverfahren und der Widerruf seiner Waffenbesitzkarte. Auch der Antrag auf einen neuen Jagdschein wurde abgelehnt, als der aktuelle kurz nach dem Unfall ablief. [7]
2. Betrunkener Fahrer mit jagdlicher Munition im Auto gestoppt
Im Frühsommer 2025 fiel der Polizei im hessischen Eppenrod ein betrunkener Autofahrer auf. Als die Polizei neben einem Jagdschein und einer Waffenbesitzkarte auch jagdliche Munition im Fahrzeug entdeckte, ergriff sie sofort entsprechende Maßnahmen. [8]
3. Betrunkener Jäger schießt versehentlich Kollegen an
In der Südsteiermark schoss ein betrunkener Jäger bei einer Treibjagd im Herbst 2023 versehentlich einen anderen Jäger bei dem Versuch an, eine Waldschnepfe zu töten. Der Jäger traf das Tier, jedoch auch den Mann in etwa 40 Metern Entfernung im Gesicht und im Brustbereich. [9]

3. Sind Sie einflussreich, womöglich sogar Spitzenpolitiker:in?
Jäger:innen finden sich häufig in einflussreichen Positionen – unter anderem in Unternehmen, Behörden und in der Politik. So untersuchte der Spiegel 2019 die Anzahl und den Einfluss der Jägerschaft auf die Politik und fand heraus: Zu dem Zeitpunkt waren Jäger:innen im Deutschen Bundestag im Vergleich zur Gesamtbevölkerung rund neunfach überrepräsentiert. [10] Ob Philip Amthor von der CDU, Christian Lindner von der FDP oder der NRW-Ministerpräsident der CDU, Hendrik Wüst, sie alle eint ihr blutiges Hobby, Tiere zu töten. Da ist es kaum verwunderlich, dass das Bundesjagdgesetz seit Jahrzehnten kaum angerührt wurde und zahlreiche tierquälerische Jagdmethoden wie Schlagfallen oder die Ausbildung von Hunden an lebenden Tieren in den meisten Bundesländern noch legal sind.
4. Lautet Ihr Motto: Erst schießen, dann fragen?
„Jäger verwechselt Pferd mit Wildschwein“, „Jäger erschießt Jagdkollegen“, „Schüsse auf Gebäude“ – so oder so ähnlich lauten immer wieder traurige Schlagzeilen in der Tagespresse, nachdem Jäger:innen bei schlechter Sicht oder fahrlässig einfach drauflosgeschossen haben, ohne genau ihr Ziel zu erkennen. Die Folge sind Dutzende „Unfälle“ jährlich, bei denen oft unbeteiligte Menschen und Tiere zu Schaden kommen. Besonders grausam: Dies betrifft insbesondere unzählige Wildtiere, die „nur“ angeschossen werden und sich stunden- oder tagelang durchs Unterholz quälen, bevor sie schließlich qualvoll sterben.
5. Sie haben Freude am Töten – schöner als Sex?
Das Töten von Tieren, den Finger am Abzug, das Entscheiden über Leben und Tod – das gibt den Jäger:innen anscheinend einen Kick. So schwingt auch das Wort „Leidenschaft“ auf vielen Veranstaltungen der Jägerschaft mit. Oft geben sie es sogar selbst zu – in Interviews, [11] in Foren oder in Büchern.
In dem Buch „Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen“ zieht der Autor und Jäger Parallelen zwischen dem Akt des Tötens und den körperlichen und emotionalen Erfahrungen beim Geschlechtsverkehr. [12]
Da das Argument „Lust am Töten“ jedoch nicht besonders gesellschaftsfähig ist, sind sich Jäger:innen nicht zu schade, für die Öffentlichkeit allerlei vermeintliche Gründe vorzuschieben. Und so werden jeder Tierart, die auf der Abschussliste steht, einfach irgendwelche absurden negativen Eigenschaften angedichtet – vom Krankheitsüberträger über vermeintliche Waldvernichter bis hin dazu, angeblich die Ursache für das Aussterben seltener tierischer Spezies zu sein.
Ein Beispiel: Im Zeitraum 1950 bis 1970 wurden zwischen einer halben und einer Million Greifvögel legal getötet. [13] Bevor die Jagd auf sie endlich verboten wurde, verbreiteten Jagdbefürworter:innen die üblichen Schreckensszenarien: Singvögel würden ausgerottet, es gäbe sogar eine Bedrohung für Menschen und man müsse die Populationen im Zaum halten, da sie keine natürlichen Feinde hätten. [14]
6. Empathie ist ein Fremdwort für Sie?
Entgegen dem „Jägerlatein“ vom schnellen Tod des Wildtieres sterben in Wahrheit viele Wildtiere langsam und qualvoll. Teils geschieht dies mit Absicht in illegalen Handlungen, oft passiert es aber, dass Tiere versehentlich „nur“ angeschossen werden und sich mit schweren Wunden noch im Wald verstecken können. Insbesondere bei Treib- und Drückjagden, bei denen in der Regel auf flüchtende Tiere geschossen wird, ist die Fehlschussquote besonders hoch. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sterben bei Drückjagden je nach Tierart bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. [15]
7. Hunde und Katzen gehen Ihnen so richtig auf die Nerven?
Sollten Sie eine tiefe Abneigung gegen Hunde und Katzen haben, dann kommen Sie als Jäger:in so richtig auf Ihre Kosten – denn in den meisten Bundesländern ist der Abschuss der tierischen Mitbewohner unter bestimmten Voraussetzungen noch erlaubt.
Wir von PETA Deutschland schätzen die Anzahl der in Deutschland von Jäger:innen getöteten Katzen auf 200.000 Tiere pro Jahr. Genaue Zahlen zu den Abschüssen gibt es nicht, weil in den meisten Bundesländern keine Meldepflicht besteht und die Jagdverbände die Zahlen meist nicht veröffentlichen, denn solche Vorfälle kommen in der Öffentlichkeit nicht gut an. Die Jäger:innen entscheiden sich oft für die inoffizielle „3-S-Regelung“: Schießen, Schaufeln, Schweigen.
Test bestanden? Was Sie noch über die Jagd wissen sollten
Haben Sie nach unserem kurzen Test festgestellt, dass Sie für die Jagd geeignet sind? Lassen Sie es bitte dennoch sein. Denn die Jagd ist nicht nur mit unvorstellbarem Leid verbunden, sondern wissenschaftlichen Studien und Stellungnahmen renommierter Wildbiolog:innen zufolge auch unnötig und sogar kontraproduktiv.
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Quellen
[1] Deutscher Jagdverband: Zahlen zu Jagd und Jägern, https://www.jagdverband.de/zahlen-fakten/zahlen-zu-jagd-und-jaegern (eingesehen am 17.10.2025)
[2] Jagdfakten.de: Jäger erkennt man am grünen Hut und am Dackel, https://www.jagd-fakten.de/alle-fakten-zur-jagd-in-deutschland-auf-einem-blick/stereotyp-jaegerinnen-und-jaeger-in-deutschland https://www.swr.de/swrkultur/wissen/jagd-frauen-bei-der-jagd-100.html (eingesehen am 17.10.2025)
[3] Nordkurier (03.02.2025) https://www.nordkurier.de/regional/uckermark/jaeger-droht-ich-knall-den-koeter-ab-3276300 (eingesehen am 17.10.2025)
[4] rnd RedaktionsNetzwerk Deutschland (05.10.2018): Zwei Jäger verletzen einen Spaziergänger, https://www.rnd.de/panorama/zwei-jager-verletzen-einen-spazierganger-5DVGHBDTVCIGCEHOKQA2ZM3O24.html (eingesehen am 17.10.2025)
[5] Kronen Zeitung (03.03.2021): Jäger bedroht Spaziergänger und packt ihn am Hals, https://www.krone.at/2404685 (eingesehen am 17.10.2025)
[6] Lippische Landeszeitung (15.04.2014): Wütender Jäger prügelt mit Stock auf Spaziergänger ein, https://www.lz.de/lippe/detmold/10957185_Wuetender-Jaeger-pruegelt-mit-Stock-auf-Spaziergaenger-ein.html (eingesehen am 17.10.2025)
[7] Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt (30.04.2025): Betrunken Auto geschrottet und Waffe dabei – Jäger verliert Jagdschein, https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/wald/betrunken-auto-geschrottet-waffe-dabei-jaeger-verliert-jagdschein-580671 (eingesehen am 17.10.2025)
[8] WW-KURIER (02.06.2025): Betrunkener Fahrer mit Munition in Eppenrod gestoppt, https://www.ww-kurier.de/artikel/156892-betrunkener-fahrer-mit-munition-im-auto-in-eppenrod-gestoppt (eingesehen am 17.10.2025)
[9] OÖNachrichten (27.11. 2023): Treibjagd: Betrunkener Jäger schoss versehentlich Kollegen (24) an, https://www.nachrichten.at/panorama/chronik/treibjagd-in-der-suedsteiermark-betrunkener-jaeger-schoss-versehentlich-kollegen-24-an;art58,3900842 (eingesehen am 17.10.2025)
[10] Hujer, Marc (2019): Schützenfest, in: Spiegel, Nr. 21, 18.05.2019, S. 56-60; oder in SPIEGEL Panorama, https://www.spiegel.de/panorama/politiker-und-ihre-jagdbegeisterung-bei-mondlicht-kommen-wir-wieder-a-00000000-0002-0001-0000-000163955844 (eingesehen am 17.10.2025)
[11] Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen, https://www.youtube.com/watch?v=-Ls-m1kDwVY (eingesehen am 17.10.2025)
[12] Asche, Florian (2012): Jagen, Sex und Tiere essen.
[13] NABU, LBV & Komitee gegen den Vogelmord (2014): Illegale Greifvogelverfolgung. Ein Leitfaden für Naturfreunde und Behörden, www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/vdj/broschuere_gegen_illegale_verfolgung.pdf (eingesehen am 17.10.2025)
[14] Wildtierschutz Deutschland e.V.: Artenschutz á la Jagdverband, www.wildtierschutz-deutschland.de/single-post/artenschutz2 (eingesehen am 17.10.2025)
[15] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (2010): Tierschutz und Bewegungsjagden. Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Arbeitskreis Wildtiere und Jagd (AK 6).