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Zoo Bremerhaven: Getötete Tiere, Angriffe und Verhaltensstörungen 

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Der Zoo am Meer Bremerhaven fällt immer wieder negativ auf: So wurde im Sommer 2026 ein Pinguin von Artgenossen getötet. [1] 2025 wurde ein Schimpansenbaby getötet, da der Zoo eine Handaufzucht ablehnte. Wir von PETA Deutschland erhielten zudem eine Whistleblower-Meldung darüber, dass auch Fische getötet wurden und „Ersatzkraken“ hinter den Kulissen in kargen Becken gehalten wurden, bis das für Besuchende sichtbare Tier verstorben ist. Laut der Statistiktabelle des Veterinäramts Bremen sind zwischen 2020 und 2025 im Zoo Bremerhaven insgesamt sieben Gemeine Kraken (Octopus vulgaris) gestorben. Drei davon allein im Jahr 2025. 900 Fische sind im selben Zeitraum unter „Todesfälle“ und weitere 250 als „Abgang“ aufgelistet.  

Neben den Schimpansen wurden dort auch bei Eisbären schwerwiegende Verhaltensstörungen beobachtet. 

Erfahren Sie hier mehr zum Leid der Tiere im Zoo Bremerhaven. 

Inhaltsübersicht

Werden Tiere im Zoo Bremerhaven ohne „vernünftigen Grund“ getötet? 

Bereits im Jahr 2025 erhielten wir eine Whistleblower-Meldung, einschließlich Bild- und Videomaterial, über Missstände im Zoo Bremerhaven: Es ging dabei um das Aquarium und um die Tötung eines Schimpansenbabys im September 2025. 

Im Fall mehrerer „Seehasen“, Fische der Art Cyclopterus lumpus, sowie eines Schimpansenkindes besteht der Verdacht sowohl der Strafbarkeit als auch der Ordnungswidrigkeit nach dem Tierschutzgesetz. Anfang Juni 2026 haben wir daher eine Straf- und Ordnungswidrigkeitenanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bremen eingereicht. 

Über 100 Seehasen wurden als „Todesfälle“ oder „Abgang“ dokumentiert 

Zwischen 2020 und 2025 wurden im Zoo Bremerhaven laut einer Tabelle des Bremer Veterinäramts 118 Seehasen als „Todesfälle“ oder „Abgang“ gelistet. Fotos der Fische im Zoo, die uns anonym zugeschickt wurden, zeigen, dass die Tiere eine Pilzinfektion hatten. Doch diese Infektion sei nicht lebensgefährlich, sondern hauptsächlich kosmetisch störend gewesen, berichtete uns die meldende Person.  

Die zuständige Staatsanwaltschaft muss in diesem Fall nun ermitteln. Weil die Tiere getötet wurden, besteht der Verdacht einer Strafbarkeit nach § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes.  

Schimpansenbaby kurz nach der Geburt getötet 

Am 6. September 2025 wurde im Zoo in Bremerhaven ein erst zwei Tage altes Schimpansenbaby getötet. Laut Angaben des Zoos habe Mutter Lizzy sich nicht um ihren Nachwuchs gekümmert. Eine Handaufzucht schloss der Zoo aus, da Wildtiere dann meistens kein arttypisches Verhalten mehr zeigen würden und damit für das Tier kein normales Leben in der Schimpansen-Familie möglich sei. Aus unserer Sicht ist das kein „vernünftiger Grund“. Wir von PETA Deutschland kritisieren dieses Vorgehen scharf und haben Strafanzeige erstattet. Wir fordern den Zoo auf, die Zucht von Menschenaffen einzustellen und die Zurschaustellung der sensiblen Tiere zu beenden. [2] 

In Zoos kommt es aufgrund der artwidrigen Lebensbedingungen immer wieder dazu, dass Tierbabys von ihren Eltern verstoßen werden. Unter natürlichen Bedingungen lernen junge Schimpansinnen durch Beobachtung und Mithilfe beim Aufziehen jüngerer Geschwister und verwandter Jungtiere, bevor sie selbst Mütter werden – diese Lernmöglichkeiten sind in Gefangenschaft stark eingeschränkt. Das kann dazu führen, dass Mütter mit der Versorgung des eigenen Nachwuchses überfordert sind und diesen ablehnen oder verstoßen. Zoos können Wildtieren kein artgerechtes Leben bieten – die Tiere haben viel zu wenig Platz, meist keine natürlichen Sozialstrukturen und erfahren sowohl seelisches als auch körperliches Leid. 

Die Menschenaffen leiden unter artwidrigen Haltungsbedingungen 

Seit 1962 werden im Bremerhavener Zoo Schimpansen eingesperrt. Im Jahr 2000 wurde der Zoo vorübergehend geschlossen, denn die Gehege wurden abgerissen und für 30 Millionen Euro neue Anlagen gebaut. Unter dem Namen „Zoo am Meer“ fand 2001 die Wiedereröffnung statt.  

Die derzeitige Schimpansenanlage ist mit künstlichen Felsen, einem künstlichen Termitenhügel und einer Wandbemalung ausgestattet, die den Besucher:innen eine Savannenlandschaft vortäuschen soll.  

  • Damit die Tiere nicht zur Decke des Raums hinaufklettern, ist sie auf einer Höhe von etwa 4,5 Metern mit stromführenden Drahtbahnen versehen. 
  • Harter Betonboden bildet den Grund des Geheges.  
  • Zur Besucherseite gibt es zwei Sichtfenster, einen Blick nach draußen haben die Tiere nicht.  

Auch das Außengehege besteht aus Betonwänden und -boden in Felsoptik, hinzu kommt eine Plattform mit Blick über das Zoogelände. [3] 

Der Zoo Bremerhaven ist einer von 34 deutschen Zoos und Tierparks, in denen rund 450 Menschenaffen wie Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos in Gefangenschaft gehalten und zur Unterhaltung von Menschen missbraucht werden, um möglichst viele Besuchende anzulocken – mit Artenschutz hat dies nichts zu tun. 

So geht es den sechs Schimpansen im Zoo Bremerhaven 

Insgesamt sechs Schimpansen (Stand 2026) müssen ihr Dasein im Zoo Bremerhaven fristen: Der Schimpansen-Mann Chico wurde 1979 dort geboren, vier Jahre später kam seine Gefährtin Jenny hinzu, nachdem sie vom Zoll beschlagnahmt worden war. 1995 kam ihr gemeinsamer Sohn Dumas auf die Welt, 2008 ein weiterer Sohn namens Ndutu. Die Schimpansen-Frau Ituri wurde in Zaire, in der Demokratischen Republik Kongo, geboren und lebt seit 1984 in Bremerhaven in Gefangenschaft. Im November 2015 kamen außerdem die damals 20-jährige Lizzy und ihre zehn Jahre jüngere Tochter Donna aus dem englischen Chester Zoo nach Bremerhaven. [4] 2025 wurde Donna zu Zuchtzwecken an den Kopenhagener Zoo weitergereicht. [5] 

Schimpanse im Zoo Bremerhaven
Foto: Svenja Hanne

Unpassende klimatische Bedingungen

Neben der artwidrigen Gefangenschaft stellen die niedrigen Außentemperaturen ein großes Problem im Zoo am Meer in Bremerhaven dar. Aufgrund des feucht-kühlen Klimas an der Nordsee können die Schimpansen vor allem in den Wintermonaten nur selten oder nur für kurze Zeit das Außengehege nutzen. Gerade dann ist die Enge ihres Beton-Innengeheges für sie besonders bedrückend. 

Zu den ungeeigneten klimatischen Bedingungen kommt hinzu, dass eine schlechte Belüftung der kleinen, bunkerähnlichen Innengehege und der Kontakt zu Menschen Atemwegsinfektionen bei den empfindlichen Menschenaffen begünstigen. 2019 litten zwei der Schimpansen nachweislich an Husten, der eine medikamentöse Behandlung erforderte. [6] 

Schimpansen zeigen Verhaltensstörungen „Over-Grooming“

Einige der Schimpansen weisen auffällig kahle Stellen am Körper auf – das Herausreißen der eigenen Körperhaare oder übertriebene Fellpflege bei anderen Gruppenmitgliedern ist ein Ausdruck massiver psychischer Probleme. [3] Die übertriebene Fellpflege zählt zu den häufigsten Verhaltensstörungen bei Schimpansen in Zoos. [7] 

Schimpanse im Zoo Bremerhaven
Foto: Svenja Hanne 

Weitere Missstände: Getöteter Pinguin, Oktopus in viel zu kleinem Becken, Eisbär mit Verhaltensstörungen

Die unnatürlichen und meist mangelhaften Haltungsbedingungen in der Zoo-Gefangenschaft führen bei Menschenaffen immer wieder zu plötzlichen Todesfällen, Verhaltensstörungen und anderen Erkrankungen. Wir von PETA Deutschland setzen uns deshalb dafür ein, dass die leidvolle Gefangenschaft von Menschenaffen in Zoos schnellstmöglich beendet wird.

Video: Eisbär zeigt schwere Verhaltensstörungen 

Im September 2026 erhielten wir Aufnahmen aus dem Zoo, die das Leid einer dort gehaltenen Eisbärin dokumentieren. Die Mitte September 2026 aufgenommenen Bilder sollen Eisbärin Valeska zeigen.  

Im Video ist zu sehen, wie sie immer dieselben Bewegungen ausführt. Solche sich ständig wiederholenden Verhaltensweisen, sogenannte Stereotypien, gelten als deutlicher Hinweis auf erhebliche psychische Belastungen und werden häufig bei Tieren beobachtet, deren komplexe Bedürfnisse in Gefangenschaft nicht erfüllt werden können.  

Laut der meldenden Person soll die Eisbärin dieses Verhalten stundenlang gezeigt haben. Das Video verdeutlicht einmal mehr die traurigen Folgen der Haltung von Wildtieren in Zoos. 

2026: Pinguin wird von Artgenossen vor Publikum getötet 

Im Juli 2026 wurde uns ein Video aus dem Zoo am Meer Bremerhaven zugespielt: Es ist zu sehen, wie ein Humboldt-Pinguin von zwei Artgenossen angegriffen wird. Als das Tier mit blutenden Augen- und Kopfverletzungen in der Ecke des Geheges lag und weiter attackiert wurde, sollen mehrere Kinder anwesend gewesen sein. Es wurde berichtet, dass das Zoopersonal mehrfach von den Geschehnissen unterrichtet worden sei, es jedoch fast eine halbe Stunde gedauert habe, bis Verantwortliche eingegriffen hätten. 

Anfang August bestätigten Verantwortliche des Zoos, dass der Pinguin bei dem Angriff tödlich verletzt wurde. In diesem Fall informierten wir das zuständige Veterinäramt in Bremen. Wir fordern die Einrichtung auf, die Pinguinhaltung über einen Zucht- und Importstopp auslaufen zu lassen. 

Oktopus mutmaßlich elf Monate lang nicht artgerecht gehalten 

Im Januar 2025 verstarb im Zoo ein Oktopus. Bereits im Frühjahr des Vorjahres wurde ein weiterer Oktopus als „Ersatz“ erworben. Dieser jüngere Oktopus habe laut Whistleblower-Hinweis bis zum Tod des älteren Tieres rund elf Monate in einem Becken hinter den Zookulissen leben müssen, bevor er in das Becken des dann verstorbenen älteren Oktopus umziehen „durfte“.  

Das Übergangsbecken habe kaum Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten geboten und soll sehr klein gewesen sein. 

Auch diese Hinweise haben wir der zuständigen Staatsanwaltschaft gemeldet, da die Haltungsbedingungen im Übergangsbecken nicht artgerecht waren. 

Helfen Sie, das Leid der Tiere zu beenden: Fordern Sie ein Verbot von Menschenaffen in Zoos! 

Die unnatürlichen und meist mangelhaften Haltungsbedingungen in der Zoo-Gefangenschaft führen bei Menschenaffen immer wieder zu plötzlichen Todesfällen, Verhaltensstörungen und anderen Erkrankungen. Wir von PETA Deutschland setzen uns deshalb dafür ein, dass die leidvolle Gefangenschaft von Menschenaffen in Zoos schnellstmöglich beendet wird. 

Stimmen Sie für ein Ende der Menschenaffenhaltung 

  • Bitte besuchen Sie keine Zoos, in denen Schimpansen und andere Menschenaffen zur Unterhaltung von Menschen eingesperrt werden. 
  • Unterzeichnen Sie unsere Petition, mit der wir das Ende der Menschenaffenhaltung in Zoos fordern.