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Pelz – Made in China

 
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Skandalöse Tierquälerei und giftige Gerbung

Stand Juli 2013
Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Manfred Karremann veröffentlichte PETA 2005 schockierende Recherchen über Hunde- und Katzentötungen für die Pelzindustrie in China. Auf brutalste Weise werden Tiere dort zu Tode geknüppelt, erhängt, ausgeblutet und mit Drahtschlingen erdrosselt. Vor Kurzem baten wir Karremann, nach China zurückzukehren und sich ein aktuelles Bild der Lage zu machen. Die Pelze der gequälten und getöteten Tiere werden in riesigen Gerbereien mit giftigen Chemikalien konserviert und anschließend als Pelzbesätze an Jacken oder als Rohpelze von China aus an Unternehmen und Händler in aller Welt exportiert.

Bitte sehen Sie sich das Video an:

Auf einem chinesischen Pelzmarkt / © PETA / Karremann
Massentötungen für Pelz
Auf den chinesischen Pelzfarmen dokumentierten Karremann und PETA Marderhunde, die unter erbärmlichsten Bedingungen gefangen gehalten werden. Selbst ein domestizierter Hund wurde wahllos aufgegriffen und weggesperrt. Den Tieren auf Pelzfarmern wird alles verwehrt, was für sie natürlich ist und ihnen Freude bereitet, wie beispielsweise herumzurennen, ihrem Spürsinn nachzugehen oder zu spielen. Nach einem elenden Leben in trostlosen Gefängniszellen werden die Tiere in winzige Drahtkäfige gepfercht und zu großen Pelzmärkten transportiert, wo sie in scheinbar endlosen Reihen von Käfigen dargeboten und von Pelzeinkäufern begutachtet werden. Marderhunde, Rotfüchse und Silberfüchse werden hier mit der gleichen Selbstverständlichkeit nach Aussehen und Farbe ausgewählt, wie Gemüse bei einem Einkauf im Supermarkt.

Vor den Augen ihrer hilflosen und entsetzten Artgenossen werden die zum Tode verurteilten Tiere aus den Käfigen gezerrt und mit Metallstangen brutal erschlagen. Manche von ihnen sind noch lange Zeit bei Bewusstsein. Beim Gang durch die langen Reihen mit niedergeknüppelten Marderhunden finden wir schwer atmende Tiere. Häufig kommt es vor, dass den schwerverletzten Tiere einfach bei lebendigem Leib die Haut vom Körper gerissen wird.

Alleine in China werden Jahr für Jahr schätzungsweise 70 Millionen Nerze, Füchse, Marderhunde sowie 2 Millionen Hunde und Katzen ihres Felles wegen getötet. China ist heute der weltweite Hauptproduzent und Hauptumschlagplatz von Rohpelzen. Chinesische Pelzhändler sind mittlerweile auch die dominierenden Einkäufer auf großen Pelzauktionen in Skandinavien, Russland und Nordamerika. Die auf diesen Auktionen ersteigerten Pelze gehen zur Reinigung, Gerbung, Färbung und zum Zuschnitt zunächst nach China und werden anschließend an internationale Modeunternehmen verkauft. Als Pelzbesätze an Jacken landen die Felle der getöteten Tiere schließlich in Geschäften in aller Welt.

Gift im Pelz / © PETA / Karremann
Gift im Pelz
Im Anschluss an die Pelzmärkte besichtigten die Ermittler eine große chinesische Pelzfabrik. Hier werden pro Woche zehntausende Rohfelle zum Schutz vor Verwesung mit einem Cocktail aus giftigen Chemikalien behandelt. Bei der Zurichtung der Pelze, wie beispielsweise beim Weichen, Waschen, Entfleischen, und bei der Behandlung mit Säuren, Laugen oder Schwermetallen, kommen dutzende ätzender und umweltschädlicher Stoffe zum Einsatz. So wird bei der Reinigung der Felle beispielsweise Tetrachloroethylen eingesetzt, das bei einer Langzeitexposition Schädigungen des zentralen Nervensystems hervorruft und das Risiko einer Parkinson-Erkrankung erhöht.

Die betroffenen Arbeiter in den Gerbereien hantieren mit diesen gesundheitsschädlichen Reinigungschemikalien, Laugen und reaktiven Chromsalzen ohne den hierzu erforderlichen Atemschutz. Doch auch die späteren Trägerinnen und Träger von Pelzen gehen ein hohes Gesundheitsrisiko ein, denn wie verschiedene Laboruntersuchungen zeigen, wurden bei Pelzmänteln und Bekleidung mit Pelzbesätzen hohe Konzentrationen des krebsverdächtigen Konservierungsmittels Formaldehyd festgestellt, das über die Haut und die Atemwege aufgenommen werden kann.

Auf einem chinesischen Pelzmarkt / © PETA / Karremann
Transparenz? Fehlanzeige!
Für Pelze gibt es in Deutschland weder ein unabhängiges staatliches Prüfsiegel, noch eine sichere Deklaration, die zweifelsfrei darüber Auskunft gibt, woher die Pelze stammen oder um welche Tierart es sich genau handelt. Hundertprozentig feststellen lässt sich die Tierart daher nur mit teuren DNA-Tests. PETA konnte in der Vergangenheit bereits Hundefell in falsch deklarierten Pelzkrägen nachweisen. Zwar wurde auch aufgrund dieser Recherche in der EU 2009 ein Importverbot für Hunde- und Katzenfell eingeführt, doch wirklich aussagekräftige Laboranalysen in den Mitgliedsstaaten erfolgen aufgrund der damit verbundenen hohen Kosten sehr selten. In allen EU-Mitgliedstaaten wurden 2010 insgesamt nur bei 13 Importlieferungen mit Pelz und bei 53 DNA-Proben von Pelzen in Modeläden vorgenommen Bei 13 Proben wurden die Lieferungen wegen Hunde- und Katzenfell sogar beschlagnahmt. Bei Millionen von Pelzprodukten auf dem europäischen Markt gelangen somit weiterhin Hunde- und Katzenpelze unentdeckt in den Handel.

 

Was Sie tun können

Jeder einzelne von uns kann den Tieren in der Pelzindustrie helfen, indem er sich entscheidet, Echtpelz weder zu kaufen noch zu tragen. Angesichts der Fülle an stylishen Kunstpelzen, die heute erhältlich sind, gibt es keinen Grund, einem Tier auch nur ein einziges Haar zu krümmen!

Designer wie Ralph Lauren, Stella McCartney, Tommy Hilfiger, Calvin Klein und Vivienne Westwood haben sich öffentlich gegen den Einsatz von Pelz ausgesprochen. Zudem sind fast alle großen Modehändler und -Marken, wie H&M, Esprit, Puma, C&A, Only und s.Oliver, bereits komplett pelzfrei.

Statistiken:
Petry, Mark and Liting, Bao (2010): China – Fur Animals and Products. USDA Foreign Agricultural Service