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Eier: So leiden Hühner in deutschen Haltungssystemen

PETA zeigt auf, warum für jedes Ei Hühner leiden und sterben müssen.

Stand April 2015
Hühnereier: Viele Menschen achten bereits aus den verschiedensten Gründen darauf, Eier im täglichen Leben durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen – egal ob als Frühstücksei, zum Backen und Kochen oder in verarbeiteten Produkten wie Nudeln. Denn immer mehr Menschen wissen, dass Hühner für die Produktion von Eiern große Qualen über sich ergehen lassen und sterben müssen. Jedoch litten 2013 alleine in Deutschland noch immer fast 40 Millionen Hühner für die Produktion von knapp 11 Milliarden Eiern. Nachfolgend erfahren Sie mehr darüber, wie das Huhn in den verschiedenen Haltungssystemen ausgebeutet wird – und wie sich Hühnereier im Alltag ganz leicht ersetzen lassen.
Wegen Eiern auf dem Teller werden neugeborene Küken wie Abfall behandelt

Der Vorfahre des Haushuhns
Das Bankivahuhn ist sozusagen der Vorfahre aller domestizierten Haushühner. Es lebt heute noch in Teilen Asiens und legt zur Fortpflanzung etwa 20 Eier im Jahr – wie jeder andere Vogel auch. Erst durch die Domestizierung des Urhuhns sowie die gezielte Züchtung des Huhns durch den Menschen und die Gabe von Hochleistungsfutter entstanden Rassen, die heute meist weit über 300 Eier im Jahr legen. Hinzu kommt eine massive Medikamentengabe, insbesondere Antibiotika und Stresshemmer, ohne die die allermeisten Küken und Hennen nicht einmal das vorgesehene Lebensjahr überleben würden.

Woher kommen die eierlegenden Hennen?
Schon in den sogenannten Elterntierfarmen beginnt die Qual für diejenigen Tiere, die für den ständigen Nachschub an „Legehennen“ sorgen müssen. Sie leben in engen Ställen auf ihrem eigenen Kot. Sobald die Elterntiere nicht mehr genügend befruchtete Eier legen, werden sie geschlachtet. Eine Henne darf keines ihrer Eier selbst ausbrüten – das wäre unwirtschaftlich. Stattdessen werden die Eier in Plastikkisten verfrachtet und in einer riesigen Brüterei künstlich ausgebrütet. Anonym und fernab ihrer Mütter schlüpfen dort tausende Küken gleichzeitig. Vor dem Hintergrund, dass Huhn und Küken von Natur aus bereits Tage vor der Geburt durch verschiedene Pieplaute Kontakt zueinander aufnehmen, ist dieses Vorgehen besonders abscheulich. Wenn der Großteil der Küken geschlüpft ist, folgt das sogenannte Sexen. Dabei werden mit Küken vollgepackte Kisten auf einem Förderband geleert. Arbeiter sortieren die weiblichen Tiere aus und werfen sie in neue Plastikkisten. Die männlichen Küken verbleiben auf dem Förderband und werden entweder vergast oder lebendig in einen Schredder geworfen und zu einer Art Mousse verarbeitet. Der allergrößte Teil der über 50 Millionen sogenannten Eintagsküken landet später auf dem Müll – diese Lebewesen sind nur wertloser Abfall für die Eierindustrie.


Doch auch die weiblichen Tiere erwartet kein schönes Leben. Zumeist noch am ersten Lebenstag werden ihnen die empfindlichen Schnabelspitzen abgetrennt; erst dann werden sie in den späteren Legebetrieb transportiert. Hier entscheidet sich übrigens erst, ob eine Henne in einen Biobetrieb oder einen konventionellen Betrieb kommt – das heißt, auch in Bioeiern steckt zu Beginn schon sehr viel Tierleid.

Die verschiedenen Haltungssysteme:
Jedes Ei, das unverarbeitet in den Verkauf kommt, muss mit einer Nummer gekennzeichnet sein. Die erste Ziffer gibt Aufschluss über die Haltungsform. 3 bedeutet Käfighaltung, 2 Bodenhaltung, 1 Freilandhaltung und 0 Biohaltung.
 

Nummer 3: Eier, die später in die Verarbeitung gehen, sprich in Nudeln oder Fertiggerichten zu finden sind, stammen meist aus Käfighaltung – gerne wird diese Haltung auch Kleingruppenhaltung genannt. Es handelt sich aber leider um nichts anderes als größere Käfige, in denen meist bis zu 60 Tiere eingesperrt und die nur mit einem Platz zur Eiablage, einer Art Scharrbereich und einer Sitzstange ausgestaltet sind. Jedes Huhn hat hier gerade mal 800 Quadratzentimeter Platz zur Verfügung, also nur etwas mehr als die Fläche eines Din-A4-Blattes. Über 5 Millionen Hennen (11,4 %) mussten 2013 in dieser Haltungsform auf Drahtgitterböden leben, die sich in die Fußballen der Tiere drücken und zum Teil schwere Entzündungen und Schmerzen hervorrufen.
 
Nummer 2: In der weitverbreitetsten Bodenhaltung (64,5 %) treten sich die Hennen ebenfalls buchstäblich gegenseitig auf die Füße, denn laut EU-Verordnung müssen sich neun Hennen einen Quadratmeter teilen. Da bei dieser Haltungsform mehrere Ebenen erlaubt sind, sind auf der gleichen Grundfläche oftmals wesentlich mehr Tiere untergebracht. Genau wie in der Käfighaltung picken sich die Hennen, trotz abgetrennter Schnabelspitzen, gegenseitig die Federn heraus. Dies ist ein multifaktorielles Problem und hat unter anderem mit der Züchtung, falscher Fütterung, Stress, Platz- bzw. Bewegungsmangel und Langeweile zu tun. Dass bei 10.000 oder mehr Hühnern in einem Stall großer Stress herrscht, kann man sich leicht erklären. Wir sind ja oft schon von einem Samstagmorgen in der Innenstadt völlig gestresst.
 
Nummer 1: In der Freilandhaltung (15,7 %) hätten die Hennen theoretisch die Möglichkeit, nach draußen zu gehen und wenigstens die Sonne zu sehen und in der Erde zu picken. Leider werden die Ausläufe von den Hennen jedoch oft nicht angenommen, da sie bewusst nicht mit schützenden Dächern, Büschen oder Ähnlichem ausgestattet sind. Als Fluchttiere fürchten Hühner unter freiem Himmel jedoch Fressfeinde aus der Luft oder am Boden und wagen sich daher oft nicht ins Freie. Im Stall haben sie allerdings nicht mehr Platz als in der Bodenhaltung. Auch hier stehen sie auf Gitterböden oder auf ihrem eigenen Kot, wodurch sich die Fußballen der Tiere entzünden. Alle Haltungssysteme weisen eine hohe Mortalitätsrate auf; in einer Halle mit 10.000 bis 30.000 Hühnern sterben jeden Tag etwa 5 bis 15 Tiere. Damit die Mortalitätsrate nicht noch höher liegt, werden Futter und Wasser mit Antibiotika und anderen Medikamenten sowie mit Stresshemmern versetzt.
 
Mehr Platz allein macht nicht glücklich: Keines dieser Hühner darf ihre Eier selbst ausbrüten und ihr Leben endet nach einem Jahr im Schlachthaus
Nummer 0: In der ökologischen Erzeugung (8,4 %) müssen Ausläufe zwar garantiert, können bei schlechten „Witterungsverhältnissen“ jedoch geschlossen werden. Somit ist die Vorstellung von einem „Bio-Huhn“ auf der grünen Wiese mehr Schein als Sein. Auch in der ökologischen Erzeugung müssen sich im Stall sechs Tiere einen Quadratmeter teilen; auch hier kann der Schnabel der Tiere kupiert werden, und auch diese Hennen stammen aus oben beschriebenen Brütereien und sterben in den gleichen Schlachthäusern wie ihre Leidensgenossinnen in anderen Haltungssystemen. Unsere Recherchen zeigten zudem: Auch in der ökologischen Tierhaltung leben mehrere Tausend Hühner in einem Stall, und auch hier picken sich die Tiere blutig.

Zusatz: Die ökologische Tierhaltung ist in jedem Bereich eine absolute Nische. Es wäre im Hinblick auf den Platzbedarf gar nicht möglich, alle Tiere nach Bio-Richtlinien zu halten. Zudem bedeutet eine etwas bessere Tierhaltung gleichzeitig auch eine noch höhere Umweltbelastung, da zum Beispiel die Ausscheidungen der Tiere durch den Auslauf schlechter kontrolliert werden können.
Wie ein trauriges Leben zu Ende geht
Wie eine unserer Recherchen zeigt, ist die Kloake des Huhns am Ende der etwa einjährigen Legeperiode oft stark entzündet. Die Hühner leiden an Durchfall, allgemeiner Schwäche oder haben fast kein Federkleid mehr, da sie von Artgenossen ständig angepickt werden.
Entzündete Kloaken und kaum mehr Federn: So sehen viele Hennen aus bevor sie zum Schlachter kommen

Nach gut einem Jahr lässt die Legeleistung nach und die Henne – egal, aus welchem Haltungssystem – wird damit unwirtschaftlich und endet im Schlachthaus.

Beim Einfangen der Tiere gehen die Fänger meist äußerst brutal vor. Mehrere Hennen werden in einer Hand an den Füßen gepackt und kopfüber in Kisten gestopft. Bei der groben Handhabung brechen oftmals Flügel und Beine der Tiere. Sollte eine Henne im Weg der Fänger sitzen, wird sie oft mit den Füßen weggetreten.

Die Fahrt zum Schlachthaus verbringen die Tiere in engen Kisten, bei jeder Witterung, ohne Futter und Wasser. Im Schlachthaus werden die Hennen an den Füßen kopfüber aufgehängt und anschließend mit dem Kopf durch ein Strombad gezogen, das sie betäuben soll. Danach folgt der tödliche Schnitt durch die Kehle, den viele Tiere aufgrund unzureichender Betäubung bei Bewusstsein miterleben müssen.

Was Sie tun können

Kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Eier oder Honig. Hinter all diesen Produkten steckt großes Tierleid. Melden Sie sich noch heute bei unserem unverbindlichen und kostenlosen Veganstart-Programm an, und Sie erhalten 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern. Unser veganes Backpapier zeigt, wie einfach sich Eier im Kuchen ersetzen lassen. Haben sie statt Rührei schon einmal leckeren Rührtofu probiert? Oder den perfekten Ei-Ersatz fürs Brot – Avocado mit Kala Namak, einem Salz, das täuschend echt nach Ei schmeckt? Dank einer Fülle an köstlichen Alternativen gibt es heute keinen Grund mehr, Eier zu essen und zum Leid der Hennen beizutragen.