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Was ist die Ursache für die Schweinegrippe?

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Stand April 2009
Die Schweinegrippe hat in Mexiko vielleicht bereits über 100 Menschen getötet und so muss man uns nicht zweimal bitten klarzustellen, was für all diese vom Tier übertragenen Krankheiten verantwortlich ist, die uns in den letzten Jahren eine nach der anderen erreicht haben - natürlich, die Massentierhaltung.

 

 

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Für Tierfreunde ist die Sache klar: Fleisch tötet! Aus diesem Grund prüfen wir gerade diese Motive bundesweit zu plakatieren, um den Menschen zu zeigen, das Fleisch eine gefährliche Sache ist. Schweinegrippe, BSE, Vogelgrippe, E. Coli und MRSA sind nur einige der bekannteren Gefahren.

Tiere zu hunderten oder tausenden in riesige, fensterlose Hallen zu pferchen - in denen die Luft nur so von Bakterien wimmelt und die Atemwege der Schweine oder Hühner massiv unter den angesammelten Ausscheidungen leiden - führt nur allzu leicht zu derartigen Virenerkrankungen. Erst vegangenen Monat schrieb der amerikanische Journalist Nicholas Kristof von der New York Times zwei Artikel über die Ausbreitung des tödlichen, Methicillin-resistenten Bakteriums Staphylococcus aureus in Schweinemastbetrieben.

Es ist an der Zeit, dass sich noch mehr Menschen Gedanken zu den Gefahren von Fleisch machen.

Und die Moral von der Geschicht' ist in diesem Fall ganz einfach: Schweinegrippe würde uns nicht töten, wenn wir endlich aufhören, Schweine zu töten.


Anzeigenmotiv: "Fleisch tötet!" (maximales Format: A5)

 

Wie der Mensch für die Schweinegrippe verantwortlich ist

Von Heather Moore (PETA USA)

Die Schweinegrippe. Vogelgrippe. BSE. SARS. All diese Krankheiten haben sich auf die ein oder andere Art und Weise vom Tier auf den Menschen übertragen. Doch es sind nicht die Tiere, die für den Ausbruch derartiger Krankheiten verantwortlich gemacht werden müssen – es sind die Menschen.

Unser Verlangen nach Fleisch hat zur Folge, dass Schweine, Truthähne, Hühner, Kühe und andere Tiere in überfüllten und verdreckten Anlagen der Massentierhaltung „produziert“ werden müssen, ähnlich der Anlage in Mexiko, von der aus sich die Schweinegrippe scheinbar ausgebreitet hat. Diese Anlagen sich wahre Brutstätten für Krankheiten.

Der gleiche Bakterienstamm der Schweinegrippe, an dem bereits mindestens 42 Menschen in Mexiko starben und hunderte weitere erkrankten, hat nun den Tod von mindestens zwei Opfern in den USA verursacht und auch in Deutschland gab es einige Meldungen von Infizierten, die in Krankenhäusern behandelt wurden. Nicht ohne Grund warnt die WHO davor, dass der Ausbruch zu einer weltweiten Pandemie führen könnte.

Vorkehrungen wie das Aufstocken von Impfstoffen, Reisebeschränkungen und Hygienemaßnahmen sind werden diskutiert, um die Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern. Wir müssen allerdings noch eine weitere Maßnahme ergreifen, um zukünftige vom Tier übertragene Krankheiten von Grund auf zu vermeiden: das Ende der Tierzucht zur Nahrungsmittelgewinnung.

Die Fleischindustrie versucht ihre Kosten so gering wie möglich zu halten – so sperrt sie tausende Tiere in dreckige Hallen, die mit Kot und anderen Körperausscheidungen übersäht sind. Dass die Tiere das überstehen, verabreicht man ihnen Medikamente und Antibiotika, dennoch entstehen Krankheiten wie die Schweinegrippe, BSE und die Vogelgrippe.

Die Gesetzgeber in Veracruz, Mexiko, gaben an, dass Schweine- und Geflügelanlagen Brutstätten für Krankheitserreger seien. Die Behörden sind der Ansicht, dass Granjas Carroll, der größte Schweinefleischproduzent Mexikos und Tochterfirma des US-Konzerns Smithfield Foods (dem größten Schweinefleischproduzenten weltweit), die Quelle des Schweinegrippenausbruchs sein könnte.

Fliegenschwärme umringen die Schlammteiche, in denen Granjas Carroll die Ausscheidungen der Schweine ablädt. Anwohner beschweren sich schon seit langem, dass die Abfälle Wasser und Luft verschmutzen und zu Atemwegsentzündungen führen würden. Im April erzählten Anwohner den Reportern, dass über die Hälfte der Einwohner des Ortes krank seien und dass bereits drei Kinder unter 2 Jahren gestorben seien.

Zwar wäre es ein Leichtes, nun mit dem Finger auf Granjas Carroll und Mexiko zu zeigen, doch derart krankheitsverseuchte Tierfabriken gibt es überall auf der Welt. Hans-Gerhard Wagner, ein leitender Mitarbeiter der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation sagte, die „intensive industrielle Massentierhaltung“ sei eine „Chance für sich entwickelnde Krankheiten“. Auch Werner Hupperich, Mitglied im Wissenschaftsforum Aviäre Influenza, meint, dass die Mutation des Schweinegrippevirus in einen aggressiven Erreger durch das Zusammenpferchen von Tieren unter schlechten hygienischen Bedingungen begünstigen kann.

Auch andere schädliche Organismen wie Salmonellen, Campylobacter, Listerien und E. coli haben sich vom Tier auf den Menschen übertragen. E. Coli kommt im Kot von „Nutztieren“ vor und verteilt sich so häufig großflächig in Schlachthäusern, wenn Tiere ausgeweidet werden. Eine Studie, die in dem Magazin „Nature“ veröffentlicht wurde zeigte, dass Fleisch- und Milchprodukte in den USA nicht nur häufiger mit E. coli kontaminiert sind als andere Lebensmittel, sondern dass sie auch eine Substanz enthalten, die das Risiko auf eine Infektion mit E. Coli erhöhen kann.

Zwar haben Gesundheitsbehörden umgehend darauf hingewiesen, dass man die Schweinegrippe nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch bekommen kann, was sie allerdings oft nicht erwähnten war die Tatsache, dass uns die Zucht von Schweinen zur Fleischproduktion überhaupt erst diesem Risiko ausgesetzt hat.

Umso weniger Schweine, Hühner und andere Tiere wir zur Nahrungsmittelproduktion züchten, umso weniger vom Tier übertragene Krankheiten wird es auch geben. So einfach ist das. Und da Fleisch reich an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin ist und außerdem Herzkrankheiten, Diabetes, bestimmte Krebsarten und viele andere gesundheitliche Probleme auslösen kann, wäre es für uns alle das Beste, Fleisch noch heute von unserem Teller zu verbannen.