Skip to Content

Hühnermast: So leiden Hühner für die Produktion von Fleisch

Teilen:

In der industriellen „Hühnermast“ zählt vor allem Effizienz. Hühner verbringen ihr kurzes Leben meist in engen Ställen, ohne die Möglichkeit, auch nur einen Tag lang ihre Bedürfnisse auszuleben. Psychischer Stress, fehlende Beschäftigung und die Folgen der Qualzucht prägen ihren Alltag. Im jungen Alter von fünf Wochen werden die meisten „Masthühner“ bereits im Schlachthof.  

Erfahren Sie hier, wie Hühner durch die Mast leiden, warum Hühner immer Qualzuchten sind und warum auch die Biohaltung von „Masthühnern“ Tierleid bedeutet.  

Was versteht man unter „Hühnermast“?  

Unter „Hühnermast“ versteht man die gezielte Haltung von Hühnern zur Produktion von Fleisch. Dazu werden sogenannte Masthühner so gezüchtet, dass sie möglichst schnell wachsen und zunehmen – vorwiegend im Brust- und Beinbereich. [1] Hühner sind intelligente und soziale Tiere mit eigenen Persönlichkeiten. Sie erkennen Artgenossen wieder, bilden stabile Rangordnungen, pflegen Freundschaften, kümmern sich fürsorglich um ihren Nachwuchs und mögen es, ausgiebige Staubbäder zu nehmen. In der Hühnermast können sie niemals ihre Bedürfnisse ausleben, erleben alltäglich psychischen und körperlichen Stress und werden meist qualvoll getötet.  

Wie unterscheidet sich „Hühnermast“ von „Legehennenhaltung“?  

„Hühnermast“ und „Legehennenhaltung“ unterscheiden sich darin, welches Ziel mit der Haltung verfolgt wird. Bei der Mast von Hühnern werden beide Geschlechter für die Fleischproduktion gezüchtet und gehalten, „Legehennen“ dagegen für die Produktion von Eiern. Die Brüder der Legehennen werden teils auch gemästet oder noch im Ei getötet. Bis etwa 1960 waren Hühner in der Tierwirtschaft sogenannte Zweinutzungsrassen, die sowohl zur Eier- als auch zur Fleischproduktion augebeutet wurden. Später wurden die Zuchtlinien aufgespalten und durch Qualzucht und „Leistungsfutter“ gezielt darauf ausgerichtet, entweder extrem schnell zuzunehmen oder so viele Eier wie möglich zu legen. Diese Aufspaltung verfolgt das Ziel, durch die gezielte Ausbeutung der jeweiligen Qualzuchtrassen möglichst viel Profit zu erzielen.  

Wie füttert man „Masthühner“? 

Bei der Haltung von „Masthühnern“ ist alles, nicht nur die Nahrung, darauf ausgerichtet, dass die Tiere in kürzester Zeit extrem viel zunehmen – dreimal so schnell wie „Legehennen“:  

  • Die Hühner bekommen sogenanntes Leistungsfutter, das besonders energiereich ist. [2] Das „Futter“ wird oftmals aus dem Ausland importiert.  
  • Den Tieren wurde das Sättigungsgefühl weggezüchtet. Sie haben also einen ständigen Drang zu essen. [3] 
  • Spezielle Beleuchtungssysteme in den Ställen sorgen zusätzlich dafür, dass die Hühner vermehrt essen.  
  • Zudem werden ihnen oftmals Medikamente wie Antibiotika verabreicht, [4] ohne die noch mehr Tiere die verheerenden Zustände in der Mast nicht überleben würden. 

Auch sogenannte Reserve-Antibiotika – also Medikamente, die in der Humanmedizin als letzte Behandlungsoption eingesetzt werden – werden den Tieren verabreicht. Der Grund dafür ist, dass herkömmliche Antibiotika aufgrund zunehmender Resistenzen häufig nicht mehr wirken. Dies ist besonders kritisch, weil der Einsatz dieser Wirkstoffe das Risiko weiterer Resistenzbildungen erhöht. Dadurch können Antibiotika im Ernstfall ihre Wirksamkeit verlieren, was dazu führen kann, dass selbst behandelbare bakterielle Infektionen für viele Menschen lebensbedrohlich werden.  

Auch sogenannte Reserve-Antibiotika – also Medikamente, die in der Humanmedizin
als letzte Behandlungsoption eingesetzt werden – werden den Tieren verabreicht.

Wie lange dauert eine „Hühnermast“? 

Eine „Hühnermast“ dauert zwischen vier und 12 Wochen. Die Küken wiegen durchschnittlich 60 Gramm und werden innerhalb von meist 35 Tagen auf das „Schlachtgewicht“ von circa zwei Kilogramm gemästet. Umgerechnet bedeutet das eine tägliche Gewichtszunahme von 60 Gramm pro Tag. [5] 

Zum Vergleich: Ein menschliches Neugeborenes mit 3,5 Kilogramm würde unter denselben Bedingungen 100 Kilogramm wiegen. Bei Erwachsenen entspräche dies, je nach Ausgangsgewicht, einer täglichen Zunahme von vier bis fünf Kilogramm. Dieses extrem schnelle Wachstum stellt eine erhebliche körperliche Belastung für die Tiere dar und führt unter anderem dazu, dass sie sich kurz vor ihrer Tötung kaum noch fortbewegen können. 

Was sind die Unterschiede zwischen konventioneller und Bio-Hühnermast?  

Die Unterschiede zwischen konventioneller und Bio-Hühnermast liegen vor allem im Platzangebot, der Fütterung und der längeren Mastdauer. Bio-Haltung bedeutet jedoch keinesfalls, dass es den Hühnern dort merklich besser geht. Die Unterschiede verändern das Leben der Hühner nur minimal. Sie werden trotz des nicht ganz so schnellen Wachstums gemästet, ausgebeutet und nach wenigen Wochen getötet.  

Konventionelle Mast: Bodenhaltung  

Fast alle „Masthühner“ in Deutschland leben in der konventionellen Bodenhaltung. Die Tiere leben dabei mit Tausenden Artgenossen in großen Hallen auf einer dünnen Schicht Einstreu. [1,5] Sie können sich vor allem gegen Ende der Mast kaum frei bewegen und sehen meist nie das Tageslicht. Außer Futterstellen und Tränken stehen keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung – denn diese sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Betriebe sind nicht bereit, mehr Geld für das Wohl der Tiere auszugeben als nötig, denn was zählt, ist Effizienz und Profit. Erhöhte Sitzstangen gibt es in den meisten Betrieben nicht. Begründet wird das oftmals damit, dass die Hühner wegen ihrer starken Gewichtszunahme die Sitzstangen sowieso nicht nutzen könnten. Sie würden nämlich durch das angezüchtete Gewicht im Brustbereich vorne überfallen.  

Bio-Hühnermast: Mehr Platz mit gleichem Leid   

Die Bedürfnisse der Tiere können auch in der Biohaltung nicht erfüllt werden, denn auch hier sind die Hühner lediglich eine Ware, die einen einzigen Zweck erfüllt – möglichst viel Fleisch anzusetzen und Profit zu erzeugen. Auch die Hühner in der Biomast stammen aus Brütereien, in denen Küken anonym in Brutkästen schlüpfen. Sie haben vielleicht etwas mehr Platz oder können gelegentlich im Auslauf scharren, doch die grundlegenden Probleme bleiben bestehen: Sie leiden auch an Überzüchtung wie Hühner in anderen Haltungsformen und werden im gleichen Schlachthof getötet – weit vor ihrer möglichen Lebenserwartung. 

Recherchen zu „Hühnermast“-Betrieben
Totes Huhn in einer Mastanlage
Plukon Hühnermast: Tierwohlsiegel „FairMast“ verschleiert Tierleid
totes huhn huehnermast rothkoetter
Rothkötter: Alltägliche Tierquälerei in der Hühnermast
Sprehe Feinkost: So quält die Sprehe-Gruppe Hühner in der Mast

„Masthühner“ sind immer Qualzuchten  

Hühner, egal ob „Masthühner“ oder „Legehennen“, sind immer Qualzuchten. Sie werden extra so gezüchtet, dass Betriebe möglichst viel Profit mit ihrer Ausbeutung erzielen können. Krankheiten und Leiden sind in der Mast keine Ausnahmen, sondern Alltag und die direkte Konsequenz von Überzüchtung. Die Tiere leiden beispielsweise unter schmerzhaften Knochendeformierungen an Beinen und Brust, die bis zur Bewegungsunfähigkeit führen können. Viele Tiere verdursten, weil sie sich nicht mehr bewegen können.   

Besonders die übermäßig vergrößerte Brust ist problematisch. Sie wurde den Tieren aus wirtschaftlichen Gründen gezielt angezüchtet, verschiebt den Körperschwerpunkt nach vorne und belastet Gelenke und Organe. Einige Hühner verdursten qualvoll oder sterben an Erschöpfung. Da auch das Herz-Kreislauf-System unter großer Belastung steht, ist ein plötzlicher Herztod eine der häufigsten Todesursachen.  

Wie werden „Masthühner“ getötet?  

In Deutschland wurden 2025 rund 697,3 Millionen Hühner getötet. [6] Bereits der Transport zum Schlachthof ist für die Hühner mit Schmerzen und erheblichem Stress verbunden. Die empfindlichen Tiere werden an den Beinen oder Flügeln gepackt, was zum Auskugeln ihrer Gelenke, Knochenbrüchen und Quetschungen führen kann. Anschließend werden sie wie bloße Ware in viel zu enge Transportkisten gestopft. Ohne Wasser und Nahrung verbringen sie den Transport zum Schlachthof dicht gedrängt. Dort angekommen, werden die Tiere im Elektrobad oder mit CO2 betäubt.  

  • Elektrobad: Die Tiere werden kopfüber und bei vollem Bewusstsein an ihren empfindlichen Füßen an Metallbügeln aufgehängt, was Schmerz und Panik für sie bedeutet. Dann wird ihr Kopf in ein unter Strom stehendes Wasserbad eingetaucht, was die Tiere betäuben soll.  [5] 
  • CO2-Betäubung: Hühner werden auf einem Förderband durch einen Tunnel gefahren, in dem sie eine Gasmischung einatmen müssen, die sie betäuben soll. Diese Methode führt zu schmerzhaften Reizungen auf den Schleimhäuten und qualvollen Erstickungssymptomen. [5]  

Sowohl beim Elektrobad als auch bei der CO2-Betäubung kommt es vor, dass Tiere beim tödlichen Entblutungsstich (Durchschneiden der Halsschlagader) teilweise noch bei vollem Bewusstsein sind.  

Helfen Sie Hühnern, indem Sie vegan leben  

Egal ob bio oder konventionell, die Produktion von Fleisch ist immer mit Tierleid verbunden. Mit einer veganen Lebensweise helfen Sie dabei das Leid von Tieren zu verhindern. Melden Sie sich bei unserem unverbindlichen und kostenlosen Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks. So geht der Umstieg auf eine vegane Lebensweise ganz einfach.