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SeaWorld: eine Welt voller Leid

Stand März 2010
Von Debbie Leahy

Nach dem tragischen Tod einer Trainerin, die bei SeaWorld von einem Orca angegriffen wurde, läuft die Abteilung zur Kontrolle von Schadensfällen des Unternehmens nun zu Hochtouren auf. Doch würde SeaWorld jedes Mal eine Pressekonferenz abhalten, wenn ein Tier in einer ihrer Einrichtungen stirbt, würden die Besucher wohl in Scharen ausbleiben. SeaWorld besitzt die größte Anzahl an Orcas und großen Tümmlern in den USA – und hat gleichzeitig eines der schlechtesten Tierhaltungszeugnisse des ganzen Landes.

Zwischen 1986 und 2008 sind 22 Orcas in den SeaWorld-Parks gestorben – das ist durchschnittlich beinahe ein Tier in jedem dieser 22 Jahre. Die Todesursachen waren vielfältig – von schweren Verletzungen bis hin zu Wundbrand, hämorrhagischer Pneumonie (Lungenentzündung), Lungenabszessen, chronischen Nierenerkrankungen, chronischem kardiovaskulären Versagen, Blutvergiftung und Influenza. In einigen Fällen konnte die Todesursache noch nicht einmal festgestellt werden, doch klar ist, dass keines dieser Tiere an Altersschwäche gestorben ist. Auch duzende große Tümmler kamen bereits bei SeaWorld zu Tode. Diese Meeressäuger bezahlen unsere Unterhaltung mit ihrem Leben.

Meerestiere leben in riesigen, faszinierenden und komplexen Welten. Orcas sind intelligente Raubtiere, die in Gruppen auf Futtersuche gehen. Sie pflegen komplexe Beziehungen und legen bis zu 160 km am Tag zurück. Bei SeaWorld führen Orcas im Austausch gegen Nahrung zirkusähnliche Tricks vor, schwimmen endlose Kreise in kleinen, kahlen Betonbecken und leben wesentlich kürzer als ihre maximale Lebenserwartung von 60 Jahren in freier Wildbahn. Anstatt unendliche Ozeane zu durchstreifen, siechen sie in Tümpeln vor sich hin. Überrascht es also wirklich, dass sie dieses miserable Leben schier verrückt werden lässt?

Im Jahr 2007 veröffentlichte die California Division of Occupational Safety and Health (Behörde zur Arbeitssicherheit) einen Bericht, der zeigte, dass ein tödlicher Angriff auf einen Trainer von SeaWorld vermeidbar und lediglich eine Frage der Zeit war. Die Studie wurde durchgeführt, nachdem ein Orca einen Trainer unter Wasser gezogen und ihn vor den Augen der schockierten Zuschauer im November 2006 in SeaWorld SanDiego fast ertränkt hätte.

Ein Trainer von SeaWorld Antonio wurde während einer Vorführung im Jahr 2006 immer wieder von einem Orca unter Wasser gezogen. 2008 wurde ein Delfin in SeaWorld Orlando tödlich verletzt, als das Tier während einer Show mit einem anderen Delfin zusammenstieß.

Killerwale, auch Orcas genannt, sind die größten Mitglieder der Delfinfamilie. Studien zeigen immer wieder, dass Delfine einzigartige Persönlichkeiten sowie ein Bewusstsein ihrer selbst besitzen und miteinander durch eine komplexe Sprache kommunizieren und vorausschauend denken. Forschungsarbeiten haben außerdem bewiesen, dass neu erlerntes Verhalten von einem Delfin an einen anderen weitergeben werden kann. Forscher sind der Meinung, dass die kognitiven Fähigkeiten von Delfinen direkt hinter denen von Menschen kommen und empfehlen daher, den Tieren den gleichen moralischen Stand wie dem Menschen zuzusprechen.

Den USA fehlt es an dem moralischen Verständnis vieler anderer Nationen, was die völlig unethische Gefangenschaftshaltung von Walen und Delfinen in einem Umfeld angeht, das ihren Bedürfnissen niemals auch nur annähernd gerecht werden kann. In Chile ist die öffentliche Darstellung der meisten Meeressäuger bereits verboten, auch Costa Rica verbot das Einfangen und die Darstellung von Walen und Delfinen. Einige Länder wie Mexiko, Zypern, Ungarn und Vietnam untersagen den Import und/oder Export dieser Arten. Brasilien hat seinen letzten Delfin in Gefangenschaft in die freie Wildbahn entlassen und betreibt keine derartigen Einrichtungen mehr.

In den USA werden diese Tiere so lange weiterhin leiden und sterben, wie Menschen noch Tickets für die Shows kaufen. Wenn Sie mit Ihrer Familie das nächste Mal zu SeaWorld fahren wollen, dann denken Sie bitte einen Moment darüber nach und stellen Sie sich die Frage, ob es fair oder ethisch ist, die lebenslange Gefangenschaft von intelligenten und sensiblen Tieren für nur einige Stunden unserer Unterhaltung zu fordern. Bitte beantworten Sie diese Frage mit einem „Nein“.

Debbie Leahy is the director of People for the Ethical Treatment of Animals' Captive Animal Rescue and Enforcement Department, 501 Front St., Norfolk, VA 23510; www.PETA.org.

Auch in Europa, so z.B. in Frankreich, in Antibes, gibt es noch Meereszoos mit Orcas und Orca-Shows, in denen frustrierte Meeresriesen zu albernen Clowns degradiert werden und „Trainer“ täglich ihr Leben aufs Spiel setzen. Hier in Deutschland gibt es zwar keine Orcas mehr, aber auch Delfine sind und bleiben Wildtiere. In Duisburg fahren Kinder alleine auf einem Boot durch das Delfinbecken – ein unverantwortliches Risiko!

Bitte kaufen Sie keine Eintrittskarten mehr in Meereszoos!