Blog Tierische Mitbewohner

PETA HELPS ROMANIA feiert 2-jähriges Jubiläum!

Gemeinsam mit unserem Partner EDUXANIMA wurde Ende Oktober 2018 „PETA HELPS ROMANIA“, PETAs einzigartiges Tierschutzprojekt in Rumänien, ins Leben gerufen. Seitdem konnte das Einsatzteam vor Ort bereits mehr als 16.000 Tiere medizinisch versorgen, kastrieren und ihnen damit das Leben retten. Abertausende weitere Tiere haben wir mit Nahrung und Hundehütten versorgt, von schweren Ketten befreit und ihre Halter über die Bedürfnisse und Rechte der Tiere aufgeklärt. Das Rumänien-Team unterstützt Vierbeiner und ihre Halter, versorgt heimatlose Tiere und verringert damit das massive Leid unzähliger Tiere in Rumänien. Darüber hinaus setzen wir uns für Aufklärung und Bildung der rumänischen Bevölkerung ein. Beispielsweise führt die Kampagne EDUXANIMAKids Kinder mit Tierschutzunterricht an Schulen altersgerecht an das Thema Tierrechte heran. Durch die Zusammenarbeit mit Politikern und Behörden setzen wir uns direkt an der Basis vor Ort für Veränderung ein, denn unser Ziel ist die Etablierung eines ethischen Straßenhunde-Managements. Die Arbeit in den vergangenen zwei Jahren war nie einfach, und besonders die diesjährige Corona-Krise hat das Team und die Arbeit von PETA HELPS ROMANIA vor riesige Herausforderungen gestellt. Doch nichts konnte unsere lebensrettende Arbeit stoppen, und wir kämpfen weiter für die Tiere, denn sie brauchen uns – und in Rumänien ganz besonders.

Angeketteter Hund in Rumaenien

Das karitative Projekt basiert auf drei Säulen

Kastrationskampagne

Flächendeckende Kastrationen und die Einhaltung und Durchsetzung des Kastrationsgesetzes sind ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit vor Ort. Mit unserer mobilen Kastrationskampagne macht das Team von PETA HELPS ROMANIA jeweils für mehrere Wochen an einem Standort Station. So erreichen wir auch besonders ländliche und abgelegene Gebiete. Heimatlose Vierbeiner, aber auch Hunde und Katzen, die ein Zuhause haben, können kostenlos kastriert und registriert werden. Unser Team führte in den vergangenen zwei Jahren jedoch nicht nur Kastrationen durch, sondern versorgte auch Tausende Tiere mit dringend benötigter medizinischer Hilfe. Unsere Tierärzte operierten Tumore, versorgten unbehandelte Brüche, heilten schwere Hauterkrankungen, halfen Tieren mit Parasitenbefall und setzten sich mit Leib und Seele gegen gefährliche Erkrankungen wie zum Beispiel Parvovirose ein. Sie kämpfen Tag für Tag für jedes einzelne Lebewesen!
 

Bildungskampagne

Mit dem Tierschutzunterricht von PETAKids und EDUXANIMAKids konnten wir in den vergangenen zwei Jahren mehr als 8.000 Kinder erreichen und ihnen im Unterricht Mitgefühl und Empathie für jedes Lebewesen vermitteln. An zahlreichen Schulen ist der Tierschutzunterricht mittlerweile ein Pflichtfach geworden – was uns besonders freut. Kinder sind ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht, die Wahrnehmung von Tieren in der Gesellschaft zu verändern. Sie nehmen ihr neu erworbenes Wissen mit nach Hause, berichten Eltern und Großeltern davon und beeinflussen damit auch deren Verhalten gegenüber Tieren positiv. So verändern wir schrittweise – und vor allem auf lange Sicht – den Umgang mit Tieren in der rumänischen Gesellschaft.

Politische Arbeit

Auch in Gesprächen mit Politikern und Bürgermeistern unterschiedlicher rumänischer Gemeinden konnten wir in den vergangenen zwei Jahren viel für die Tiere erreichen. Unsere internationale Petition mit über 130.000 Unterschriften wurde den zuständigen Behörden und Politikern überreicht. In Dialogen mit den Verantwortlichen bringen wir unser Anliegen eines ethischen Umgangs mit Tieren kontinuierlich weiter voran und setzen uns für ihre Rechte ein. Gemeinsam mit lokalen Rechtsanwälten legen wir dabei besonderen Fokus auf die Strafverfolgung von Tierquälerei. So schaffen wir es, den Tieren unsere Stimme zu geben und Tierquäler anzuklagen. Wir sehen nicht weg, sondern setzen uns für jedes Leben ein. Tierquälerei darf in der Gesellschaft nicht geduldet werden. Bestehende Tierschutzgesetze müssen durchgesetzt und von der Gesellschaft unterstützt werden. Unser klares Ziel ist die Realisierung eines ethischen Straßenhunde-Managements, bei dem keine Tiere mehr ermordet werden.
 

Eine ganz besondere Herausforderung

Die Corona-Krise traf auch unsere Arbeit in Rumänien mit besonderer Härte. Sie stellte unser Team Tag für Tag vor neue, riesige Aufgaben und Herausforderungen, von denen manche unlösbar schienen. Zudem begleitete uns ständig die Sorge, unserer lebensrettenden Arbeit für die Tiere aufgrund von behördlichen Corona-Einschränkungen nicht mehr nachgehen zu können. Doch wir gaben nicht auf, sondern nutzten die Krise vielmehr dazu, alle Kraft in die Tierschutzarbeit zu stecken. Aufgrund der coronabedingten Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in Rumänien verschlimmert sich die ohnehin schwierige finanzielle Situation vieler Menschen weiter – Leidtragende sind häufig die Tiere, für deren Versorgung dann kein einziger Cent mehr übrig ist. Doch auch unter schwersten Bedingungen finden wir stets Mittel und Wege, Tieren und ihren Haltern zu helfen. Und auch auf politischer Ebene konnten wir Signale setzen und mit Druck auf die rumänische Regierung erwirken, dass Senioren ihre Hunde während des Lockdowns nicht nur, wie angedacht, einmal, sondern zweimal täglich ausführen durften.
 
Seit Ausbruch von COVID-19 sind Bevölkerung und Vierbeiner vor allem in ländlichen Gegenden noch stärker auf die Versorgung durch unser Team angewiesen. Auch während des Lockdowns wurden heimatlose Tiere an Futterstellen regelmäßig mit Nahrung versorgt. Wir haben Vierbeiner gegen Parasiten behandelt und Welpen gegen tödliche Krankheiten geimpft. Besonders in den ersten Wochen der Pandemie mussten wir feststellen, dass viele Vierbeiner von ihren Haltern im Stich gelassen und in Wäldern, auf Feldern und Straßen ausgesetzt wurden. Unsere Notunterkunft Triva nahm zahlreiche Hunde und Katzen in Not auf, versorgte sie, päppelte sie auf und vermittelte sie schließlich an ein liebevolles Zuhause. Viele Rumänen nahmen über unser Notfalltelefon Kontakt zu uns auf und baten um Hilfe. So war unser Team in den vergangenen Wochen unermüdlich im Einsatz für die Tiere.
 

Unser Team rettet Tieren das Leben

In den vergangenen zwei Jahren haben uns viele tierische Schicksale tief bewegt, darunter Vierbeiner, die im Rahmen unser Kampagne als Notfälle behandelt wurden; mit Parasiten übersäte Hunde und Katzen, die an unerträglichem Juckreiz und dadurch ausgelöstem Haarausfall litten; verunfallte Vierbeiner, die schwerverletzt aufgefunden wurden; Hunde in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen; sogenannte „Nutztiere“ wie Pferde, die krank, schwerverletzt und ausgemergelt ausgesetzt wurden; und Tiere der Wildnis, die schutzlos, krank und alleine keine Überlebenschance hatten.

Tauben, Rehkitze, Pferde, Hunde, Schweine, Katzen und viele andere Tiere – ohne unsere Hilfe wären sie heute nicht mehr am Leben. Für sie macht unser Projekt den Unterschied zwischen Leben und Tod. Danke an alle Tierfreunde, die unsere Kampagne finanziell unterstützen. Jeder Einzelne hilft uns, den Tieren zu helfen und angesichts der immensen Not nicht wegzusehen. Gemeinsam packen wir genau da an, wo Hilfe am dringendsten benötigt ist.

Hilfe für ausgesetzten, verletzten Hund

„Snow“ war in einer ländlichen Gegend ausgesetzt und einfach am Gartentor eines kleinen Hauses angebunden worden. Wir können nur mutmaßen, was mit dem Hund geschehen war, denn er konnte nur auf drei Beinen stehen, sein viertes Bein war gebrochen worden. Der Finder des Hundes bat das Team von PETA HELPS ROMANIA verzweifelt um Hilfe, denn er war in großer Sorge um das Tier, dessen Zustand bedenklich war. „Snow“ war mager, und jede Berührung seines verletzten Beines verursachte ihm große Schmerzen. Unser Team eilte zu Hilfe und brachte „Snow“ zu einer Tierarztpraxis, wo er untersucht und operiert wurde. Mittlerweile sind seine äußeren Wunden verheilt, und der wundervolle Hund kann wieder auf allen vier Beinen stehen. Wir sind sehr glücklich, dass wir „Snow“ helfen konnten und ihm nun die Chance auf ein liebevolles Zuhause schenken dürfen.
 

Vernachlässigte Kätzchen vor Blindheit bewahrt

Im Zuge der Corona-Krise fehlen immer mehr Rumänen die finanziellen Mittel, um ihre Vierbeiner medizinisch behandeln oder impfen zu lassen. Daher leiden mittlerweile zahlreiche Katzen an schweren Augenerkrankungen, die durch Katzenschnupfen hervorgerufen werden. Unbehandelt verlieren die Tiere ihr Augenlicht, teilweise sogar ihr Leben. Unserem Team ist es gelungen, zwei kranke Katzenwelpen vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren und ihnen die nötige tierärztliche Behandlung zu ermöglichen. Zwischenzeitlich haben sich „Mila“ und „Simi“ bestens erholt und zu zwei wundervollen, gesunden Kätzchen entwickelt.
 

Verstoßenes Pferd gerettet

Als unser Team das verlassene Pferd „Gold“ in einem Feld auffand, war der wunderschöne Wallach bereits so schwach, dass er sich kaum auf den Beinen halten konnte. Nach einer dringend benötigten Erstversorgung an Ort und Stelle gelang es uns gemeinsam mit einer befreundeten Tierschutzorganisation, „Gold“ zu einer Tierklinik zu bringen, in der er aufgepäppelt wurde. Mittlerweile ist der Wallach wieder bei Kräften und hat auf einem wundervollen Lebenshof ein neues Zuhause gefunden.
 
Dies sind nur drei Beispiele von mehr als 16.000 Tieren, denen unsere Rumänien-Kampagne eine zweite Chance im Leben geschenkt hat.

Unser gesamtes Rumänien-Team sagt:
Mulțumesc foarte mult pentru ajutor. VIELEN HERZLICHEN DANK FÜR IHRE HILFE!

Und wir sagen:
HAPPY BIRTHDAY, PETA HELPS ROMANIA!
 

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern eingefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben, und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.
 

Unsere Autoren

Jana Hoger

Seit 2017 für den Bereich Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland und das Projekt PETA HELPS ROMANIA verantwortlich.