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Warum Sie niemals einen Corgi kaufen sollten

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Wenn Sie darüber nachdenken, einen Corgi zu kaufen, sollten Sie einige Dinge über die Hunde wissen. Erfahren Sie hier mehr über die Zucht, den Handel, die Gesundheit und Bedürfnisse der Tiere – und warum Sie niemals einen Corgi kaufen sollten.

Inhalte im Überblick

Der Corgi: Die „Hunderasse“ mit walisischen Wurzeln

Die „Hunderasse“ Corgi stammt aus Wales und wurde dort über Jahrhunderte als sogenannte Hüte- und Treibhunde auf Bauernhöfen benutzt. Die kleinen, kräftigen Hunde wurden unter anderem dazu eingesetzt, Rinder zu treiben und zu bewachen sowie den Hof zu schützen. [1] Ihre geringe Körpergröße war beim Treiben von Rindern von Vorteil, da sie den Tritten der Tiere leichter ausweichen konnten. [2] Der Border Collie löste den Corgi schließlich ab und ist bis heute auf vielen Höfen anzutreffen. [1]

Tierhandel mit Hunden. Banner

Welche Corgi-Rassen gibt es?

Corgis lassen sich in zwei „Rassen“ unterteilen. Diese ähneln sich auf den ersten Blick, unterscheiden sich jedoch unter anderem in Größe, Körperbau, Rute und Fell:

  • Welsh Corgi Pembroke: Dieser Corgi ist etwas kleiner und leichter als der Welsh Corgi Cardigan. Typisch sind der geradlinige, rechteckige Körperbau und die kurzen Beine. Das Fell der Pembrokes ist zudem rot, zobelfarben oder dreifarbig mit weißen Abzeichen. [3] In einigen Ländern ist es noch üblich, die Rute von Pembrokes zu kupieren, was für die Tiere eine Qual ist. [3] Ein gekürzter Schwanz schränkt die Hunde zudem in ihrer natürlichen Kommunikation ein, da er ein wesentlicher Bestandteil ihrer Körpersprache ist. [4]
  • Welsh Corgi Cardigan: Der Welsh Corgi Cardigan ist etwas größer, kräftiger gebaut und wirkt kurviger als der Welsh Corgi Pembroke. Seine Ohren sind zudem größer sowie an den Spitzen eher abgerundet. Seine fuchsartige Rute ist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zum Pembroke. Zudem gibt es beim Cardigan mehr anerkannte Fellfarben, darunter Brindle und Blue Merle. [3] Die Merle-Färbung kann bei Hunden mit zwei Merle-Genenzu Augen- und Ohrenanomalien bis hin zu Blindheit und Taubheit führen. Die Verpaarung zweier Merle-Hunde wird daher als Qualzucht eingestuft. [5]

1963 erkannte die Fédération Cynologique Internationale (FCI) den Welsh Corgi Pembroke und den Welsh Corgi Cardigan offiziell als eigenständige „Rassen“ an. [6, 7]

Bei der Zucht beider Corgi-„Rassen“ wird gezielt die typische Körperform mit kurzen Beinen und langem Rücken angestrebt. Doch diese „Zuchtmerkmale“ haben gesundheitliche Folgen: Corgis haben ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle und eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Diese können bei den Tieren viel Leid verursachen. [8]

Wie alt werden Corgis?

Corgis erreichen ein Alter von über 12 Jahren. [9, 10] Jedoch können bei den Hunden schon früh schmerzhafte Veränderungen der Bandscheiben auftreten. Diese können bereits ab dem zweiten Lebensjahr Bandscheibenvorfälle verursachen, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sind. In chronischen Fällen leiden die Tiere viele Jahre unter den gesundheitlichen Problemen [8] und müssen aufgrund des Leids nicht selten eingeschläfert werden.

Hund mit Charakter: Das macht einen Corgi aus

Corgis gelten als aufmerksame und anhängliche Hunde und bringen einiges an Energie und Charakter mit. Die intelligenten Hunde lernen schnell und brauchen so wie jeder Hund eine entsprechende Erziehung, die auf positive Verstärkung setzt. Gleichzeitig möchten sie im Alltag beschäftigt werden und übernehmen gerne Aufgaben. Da Corgis ursprünglich als „Wachhunde“ benutzt wurden, reagieren sie außerdem auf ungewohnte Geräusche mitunter mit Bellen. [3] Auch ihr Treibinstinkt ist immer noch mehr oder weniger vorhanden. [11] Da die Hunde zudem zu Übergewicht neigen, ist täglich ausreichend Bewegung besonders wichtig. [12]

Für wen ist ein Corgi geeignet?

Ein Hund sollte nur bei Menschen einziehen, die sich vor der Adoption ausreichend Gedanken über die Aufnahme gemacht haben und ausreichend Zeit aufbringen können. Neben langen Spaziergängen gehören auch gemeinsame Spiele, Beschäftigung und gegebenenfalls der Besuch einer Hundeschule zum Alltag. [12] Wie bei jedem anderen Hund auch sollte Menschen bewusst sein, dass der Corgi viele Jahre Teil des eigenen Lebens sein wird.

Vor der Anschaffung sollte daher gut überlegt werden, ob die eigenen Lebensumstände langfristig zur Haltung eines Hundes passen. Besonders wichtig ist, den Corgi vor der Aufnahme kennenzulernen und Zeit mit ihm zu verbringen. Wenden Sie sich dafür immer an ein Tierheim oder eine Pflegestelle. Von einem Kauf bei Händler:innen oder über das Internet sollte abgesehen werden.

Ist ein Corgi ein „Anfängerhund“?

Corgis sind temperamentvoll und brauchen wie jeder Hund eine artgerechte Beschäftigung – sowohl geistig als auch körperlich. Die Hunde müssen mit Denkaufgaben und ausreichend Bewegung ausgelastet werden. [12]

Jeder Mensch, der einen Hund bei sich aufnimmt, sollte sich bewusst sein, dass Hunde viel Zeit beanspruchen und unabhängig von der „Rasse“ und Größe körperlich und geistig ausgelastet werden müssen. Auch sollten ausreichend Zeit für die Erziehung und Pflege sowie genügend finanzielle Mittel für laufende Kosten und die tierärztliche Versorgung zur Verfügung stehen.

Ist ein Corgi ein Familienhund?

Ob ein Corgi gut in eine Familie passt, lässt sich nicht allein anhand seiner „Rasse“ beurteilen. Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und seine individuellen Bedürfnisse. Deshalb kann auch bei einem Corgi nicht pauschal gesagt werden, wie gut er sich mit Kindern oder anderen Familienmitgliedern versteht. Jeder Hund ist einzigartig und sollte deshalb nicht allein aufgrund seiner „Rasse“, sondern wegen seines Charakters ausgewählt werden.

Idealerweise lernen Sie den Corgi vor der Aufnahme in einem Tierheim oder auf einer Tierschutz-Pflegestelle persönlich kennen und gehen gemeinsam spazieren. Unter Umständen ist auch ein Wohnen auf Probe möglich. Bei Züchter:innen besteht diese Möglichkeit in der Regel nicht. Denn hier geht es darum, möglichst viel Profit aus Lebewesen zu schlagen.

Corgi Hund liegt auf dem Boden
Wenn gewisse optische Merkmale gezüchtet wurden, gibt es fast immer gesundheitliche Probleme, so auch bei Corgis.

Pflege des Corgis: Darauf müssen Sie achten

Corgis besitzen ein dichtes, wetterfestes Doppelfell mit einer weichen Unterwolle und einem gröberen Deckhaar. Sie haaren täglich und verlieren insbesondere im späten Frühjahr und frühen Sommer vermehrt Fell. Tägliches Bürsten mit einem Kamm und einer geeigneten Bürste hilft dabei, lose Haare zu entfernen.

Während des Fellwechsels können zudem regelmäßige Bäder die Fellpflege unterstützen. Nach dem Baden sollte das Fell des Corgis jedoch zunächst vollständig trocknen, bevor Sie es gründlich bürsten. Ein spezieller Unterwollkamm eignet sich zusätzlich dazu, lose Unterwolle zu entfernen. Auch die Krallen sollten bei Bedarf gekürzt und die Ohren kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass sie gesund und sauber sind. [13]

Welche Nachteile hat ein Welsh Corgi?

Ein Hund bedeutet Verantwortung, weshalb die Aufnahme eines Hundes immer gut überlegt sein sollte. Dazu gehört auch, sich vorab mit den möglichen Herausforderungen und Problemen des Hundes auseinanderzusetzen. Beim Welsh Corgi sollten Sie sich über folgende Punkte im Klaren sein:

  • Gesundheitliche Risiken: Bei Corgis können zuchtbedingte gesundheitliche Probleme auftreten. Dazu zählen unter anderem Hüftfehlstellungen, Erkrankungen des Rückenmarks, Bandscheibenprobleme sowie bestimmte Augenerkrankungen. [8] Dies kann zu sehr hohen Kosten führen.
  • Häufige Schmerzen: Besonders Hüft- und Bandscheibenprobleme können die Beweglichkeit des Hundes beeinträchtigen und mit Schmerz und Leid verbunden sein. [8] Lassen sich die Beeinträchtigungen nicht beheben, kann das zu einem frühen Tod des Tieres führen.
  • Neigung zu Übergewicht: Corgis tendieren oft zu Übergewicht. Sie benötigen daher ausreichend Bewegung und eine angepasste Ernährung, um ihr Körpergewicht zu halten. [12]
  • Aufwendige Fellpflege: Die Hunde haaren täglich und müssen deshalb oft gebürstet werden. [13]
  • Konsequente Erziehung notwendig: Wie bei jedem Hund ist auch bei Corgis eine liebevolle Erziehung unerlässlich. Wichtig sind dabei vor allem klare Regeln, die ohne Ausnahme durchgesetzt werden. [14]

Ist der Welsh Corgi eine Qualzucht?

Corgis sind Qualzuchten, da sie oftmals unter zuchtbedingten körperlichen Beschwerden leiden und durch diese eingeschränkt werden. Dazu gehören:

  • Chondrodysplasie und Chondrodystrophie: Die für Corgis typischen kurzen Beine stehen mit einer Entwicklungsstörung des Knorpels (Chondrodystrophie)in Verbindung. Diese geht unter anderem mit einer frühzeitigen Veränderung und Verkalkung der Bandscheiben einher.
  • Degenerative Myelopathie: Bei Corgis kann eine Genmutation eine degenerative Myelopathie begünstigen. Das heißt, dass das Rückenmark eines Corgis im Laufe der Jahre beschädigt werden kann.
  • Hüftdysplasie: Die „Hunderasse“ Corgi hat ein erhöhtes Risiko für eine Hüftdysplasie. Dabei handelt es sich um eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sein kann.
  • Bandscheibenerkrankungen: Die Bandscheiben können bereits in jungen Jahren verschleißen. Dadurch können Bandscheibenvorfälle, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen. [8]
  • Verkürzte Rute: Der Welsh Corgi Pembroke hat keine ausgebildete Rute. Dies führt zu Problemen in der innerartlichen Kommunikation. [4]

Neben Corgis leiden auch andere Hunde unter den ihnen angezüchteten Merkmalen. [15] Denn oftmals erfüllt die Zucht optische Merkmale, die für den Menschen als besonders schön oder süß gelten – nicht selten sind diese „Zuchtziele“ mit massiven gesundheitlichen Folgen für die Tiere verbunden.

Warum haben Corgis kurze Beine?

Der Grund für die kurzen Beine des Corgis ist eine Form von Zwergwuchs, der als „disproportionierter Zwergwuchs“ bezeichnet wird und auch bei einigen anderen Hunden vorkommt. Das führt bei den Tieren zu gesundheitlichen Problemen und somit zu großem Leid – und das nur, weil die Optik über dem Wohl der Tiere steht. [8, 16]

Wie viel kostet ein Corgi?

Züchter:innen verlangen für Welsh Corgi Pembrokes in der Regel zwischen 1.300 und 1.500 Euro – aus reiner Profitgier. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Gier ist, dass britische Corgi-Züchter:innen nach dem Tod der Queen im September 2022 auf erhöhtes Interesse reagierten, indem sie die Preise für die Tiere verdoppelten [17] bis verfünffachten – auf über 6.730 Euro. [18]

„Leider gibt es immer wieder regelrechte ‚Hundetrends‘, weil Menschen sich aufgrund des Aussehens und der ‚Rasse‘ für einen tierischen Freund entscheiden und nicht aufgrund des Charakters. Nicht selten stammen diese dann von kriminellen Händler:innen, die die Vierbeiner unter schlimmsten Bedingungen allein aus Profitgründen vermehren. Corgis leiden aufgrund ihrer Körperform und der fehlenden Rute zudem oftmals ein Leben lang. Wer nach gründlicher Überlegung einem Hund ein Zuhause schenken möchte, sollte einen der Hunderttausenden Vierbeiner, die in den Tierheimen warten, adoptieren und keinen kaufen.“

Jana Hoger, PETA Deutschland

Da Corgis aufgrund ihrer „Zuchtmerkmale“ gesundheitliche Probleme entwickeln können, sind die „Anschaffungskosten“ nur ein geringer Teil der Ausgaben. Im Laufe ihres Lebens können hohe Kosten für medizinische Behandlungen entstehen. Besonders Bandscheibenvorfälle und die damit verbundene Behandlung sind bei den Hunden keine Seltenheit. [8]

Corgi Hund sitzt auf einer Bank
Corgis können ein hohes Alter erreichen, doch oft geht damit die Zunahme körperlicher Beschwerden einher

Darum ist die Zucht von Corgi-Welpen problematisch

Die ohnehin hohen und aufgrund der gestiegenen Nachfrage absurd erhöhten Preise zeigen eindeutig, dass es Züchter:innen nur darum geht, möglichst großen Profit mit der Zucht und dem Handel von Corgi-Welpen zu machen. Da bei der Zucht gesundheitsschädliche optische Merkmale in Kauf genommen werden, entsteht bei den Tieren großes Leid. [8]

Finanzielle Interessen stehen somit vor dem Wohl der Tiere. Dabei rückt oft in den Hintergrund, dass Tiere keine Ware sind, sondern fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen – ihr Wert kann nicht mit Geld bemessen werden.

Hinzu kommt, dass sich viele Menschen für einen Corgi-Welpen von Züchter:innen entscheiden, obwohl zahlreiche Hunde in Tierheimen auf ein neues Zuhause warten.

Warum Sie einen Corgi adoptieren und nicht kaufen sollten

Corgis sind sehr beliebt. Doch jeder Kauf trägt dazu bei, die Nachfrage nach gezüchteten Corgi-Welpen aufrechtzuerhalten. Dadurch kommen weitere Hunde zur Welt, die aufgrund bestimmter Zuchtmerkmale unter gesundheitlichen Problemen leiden. Dabei warten bereits zahlreiche Hunde in Tierheimen und Tierschutzvereinen auf ein neues Zuhause.

Wenn Sie also als erfahrene:r Halter:in einen Hund aufnehmen möchten, sollten Sie Tierheime und Tierschutzvereine aufsuchen. Dort warten auch unzählige Corgis auf ein neues Zuhause, die aus vielfältigen Gründen abgegeben wurden. Bei Besuchen im Tierheim können Sie gemeinsam mit den fachkundigen Tierheimmitarbeiter:innen herausfinden, welcher Hund zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt.

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