Blog Tierversuche

China und Kosmetik: weniger Tierversuche in Sicht!

Im Jahr 2012 konnte PETA aufzeigen, dass einige zuvor tierversuchsfreie Unternehmen begonnen hatten, ihre Produkte in China zu vermarkten und hierzu die von den chinesischen Behörden geforderten Tierversuche billigend durchführen zu lassen. Für solche Versuche werden jedes Jahr Hunderttausende Tiere in grausamen, tödlichen Vergiftungstests gequält, bei denen ihnen Substanzen zwangsverabreicht, Chemikalien auf die Haut aufgetragen oder chemische Stoffe in ihre Augen geträufelt werden.

Neue Regelungen in Sicht

Nun geht die chinesische Regierung jedoch neue Schritte und lockert ihre Vorgaben für Kosmetiktests an Tieren. Im Detail sieht es ganz so aus, als würde China schon bald keine Tierversuche mehr für importierte Kosmetika der Kategorie „Non-Special Use“ (z. B. Shampoo, Duschgel, Körperlotion, Make-up) verlangen, damit diese Produkte in China vermarktet werden dürfen.

Für viele andere Produkte hat China die Tierversuchsvorgabe bereits aufgegeben. So können Marken wie Dove und Herbal Essences beispielsweise von PETA nun als „tierversuchsfrei“ gelistet werden. Der neue chinesische Vorstoß wäre ein weiterer wichtiger Schritt gegen Tierquälerei.
 

Im Januar 2020 verabschiedete der chinesische Staatsrat den lang ersehnten finalen Entwurf der Kosmetikverordnung Chinas (Cosmetic Supervision and Regulation, CSAR), welche die völlig veraltete Kosmetikverordnung des Landes ersetzt. Die letztendliche Veröffentlichung des Gesetzes sowie des Gesetzestextes zur Implementierung haben sich durch die COVID-19-Pandemie zwar verzögert, doch am 29. Juni 2020 veröffentlichte der Staatsrat die finale Version der CSAR.

Der Text verlangte allerdings kein Tierversuchsverbot. Stattdessen wurde eine andere Regierungsbehörde, die National Medical Products Administration (NMPA), aufgefordert, die Details in Sachen Versuchsvorgaben unter dem neuen Gesetz auszuformulieren. Am 28. Juli 2020 veröffentlichte die NMPA diesen Entwurf, dessen Einzelheiten aktuell analysiert werden.

Sollte der Entwurf verabschiedet werden, wäre es in Zukunft möglich, viele importierte Kosmetikprodukte in China zu vermarkten, die nicht im Tierversuch getestet wurden. Das wäre ein wichtiger Fortschritt und würde unzähligen Tieren grausame Experimente ersparen.

Vor acht Jahren erfuhr PETA, dass Unternehmen wie Estée Lauder und Mary Kay tödliche Vergiftungsversuche an Tieren in China stillschweigend hinnahmen. Nach einiger Recherche stellte PETA fest, dass Wissenschaftler in China mit den tierfreien Versuchsmethoden, die bereits in großer Zahl zur Verfügung stehen, nicht besonders gut vertraut waren und ihnen skeptisch gegenüberstanden. Deshalb vergaben wir zwei Stipendien an das Institute for In Vitro Sciences (IIVS), damit die Fachkräfte des Instituts nach China reisen und ihre Expertise mit den dortigen Forschungsteams teilen konnten. Auf diese Weise konnten sie ihren chinesischen Kollegen verdeutlichen, wie sich grausame und unzuverlässige Tierversuche mit tierfreien Methoden ersetzen lassen. Mit PETAs Zuschüssen konnte das IIVS außerdem eine Koalition aus Kosmetikunternehmen ins Leben rufen, die diese Bemühungen unterstützen. [1] Gemeinsam haben das IIVS und die Koalition seither bereits enorme Fortschritte gemacht.

Heißt das, dass es in China bald gar keine Tierversuche mehr gibt?

Die aktuellen Entwicklungen stellen unter Umständen zwar einen enormen Fortschritt dar – doch sie bedeuten nicht, dass in China gar keine Tierversuche mehr durchgeführt werden. Unternehmen, die Produkte der Kategorie „Special Use“ herstellen, müssten für die Vermarktung in China nämlich weiterhin Tierversuche durchführen lassen. In diese Kategorie fallen spezielle Kosmetikprodukte wie etwa Haarfärbemittel, Dauerwellenprodukte, Whitening-Produkte, Sonnenschutzmittel oder Mittel gegen Haarausfall. Würde die CSAR verabschiedet, wäre das zwar ein echter Meilenstein, doch unzählige Tiere bräuchten weiterhin unsere Hilfe.

Was Sie tun können

Unternehmen lassen sich am besten davon überzeugen, keine Tiere mehr zu missbrauchen, wenn Verbraucher sich weigern, ihre Produkte zu kaufen.

Die Suche nach Produkten, die weltweit nicht an Tieren getestet wurden, ist gar nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick vielleicht erscheint. Auf PETAs Liste tierversuchsfreier Kosmetik sind mehr als 500 Marken und Unternehmen vertreten.

PETAs Challenge gegen Tierversuche

Aktuell haben Sie eine besondere Chance – denn bis zum 31. Oktober wird Ihre Spende im Rahmen der Challenge „Tierversuche stoppen!“ für PETAs Projekte gegen Tierversuche bis zu einem Gesamtbetrag von 750.000 Euro VERDOPPELT. Ob 15, 25 oder 50 Euro: Dank der Verdopplung Ihrer Spende leisten Sie einen großartigen Beitrag für ein Ende der Folter in Versuchslaboren. Möchten Sie noch heute helfen?



[1] Institute for In Vitro Sciences: Working with China, https://iivs.org/education-outreach/working-with-china-2/, (eingesehen am 09.09.2020)

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.