Das große Leiden der Hennen für Eier

Immer mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Ei-Alternativen oder achten beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln, wie beispielswiese Nudeln, darauf, dass diese keine Eier enthalten. Denn hinter dem lukrativen Wirtschaftszweig der Eierindustrie steckt vor allem eines: großes Tierleid.

Die Realität hinter dem Ei

Um zu verstehen, warum Eier Tierleid bedeuten, muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass Hühner schlicht Vögel sind, die Eier legen, um sich fortzupflanzen. Die heutige „Legeleistung“ von über 300 Eiern pro Huhn und Jahr ist keineswegs natürlich. Das Bankivahuhn (die wildlebende Stammform des Haushuhns) legt nur etwa 18 Eier im Jahr – und zwar ausschließlich zur Fortpflanzung (1). In diesen Eiern wachsen die Küken heran, die mit großer Hingabe umsorgt werden.

Damit jeder Deutsche im Schnitt weit über 200 Eier im Jahr konsumieren kann (2), wird das Huhn durch Qualzucht und Leistungsfutter zu einer „Legemaschine“ degradiert, die fast jeden Tag ein Ei legt. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Legelinie“. Im Gegensatz dazu steht die „Mastlinie“, also jene Hühner, die innerhalb kurzer Zeit besonders viel Fleisch ansetzen. Da ein enormer Fleischansatz und eine hohe Legeleistung in der Züchtung bislang nicht kombinierbar sind, werden fast alle männlichen Küken der „Legelinie“ direkt nach der Geburt vergast oder lebendig geschreddert – das sind alleine in Deutschland knapp 50 Millionen Küken im Jahr. Sie legen weder genug Eier noch setzen sie ausreichend Fleisch an, um „wirtschaftlich“ zu sein.

Krankheiten des Legeapparats bei Hennen

Bei vielen Hennen entzündet sich der sogenannte Legeapparat, also Eierstock, Eileiter, Uterus und Legedarm – unter anderem bedingt durch die Qualzucht auf immer mehr Eier. Jedes weitere gelegte Ei bereitet den Tieren daher mit hoher Wahrscheinlichkeit unfassbare Schmerzen. Aufgrund der Überzüchtung können die Hennen mit dem Eierlegen dennoch nicht aufhören. Auch Knochenbrüche, Federpicken bis hin zum Kannibalismus sowie psychische Leiden aufgrund der großen Tiergruppen und den massiv eingeschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten sind an der Tagesordnung.

Elterntiere und „Legehennen“

Weder die sogenannten Elterntiere, die „Legehennen“ in Massen „produzieren“, noch die „Legehennen“ selbst dürfen jemals eines ihrer Kinder ausbrüten und umsorgen. Den Elterntieren werden die Eier sofort nach dem Legen weggenommen; die Hühnerbabys schlüpfen anonym in Kisten in den Brutschränken riesiger Brütereien. Die kleinen Küken wachsen gänzlich ohne die Fürsorge ihrer Mutter in Ställen oder sogar Käfigen auf. Sobald sie im Alter von etwa 3 bis 5 Monaten „legereif“ sind, werden sie ein weiteres Mal eingefangen und zu Legebetrieben transportiert.
Immer mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Ei-Alternativen oder achten beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln, wie beispielswiese Nudeln, darauf, dass diese keine Eier enthalten. Denn hinter dem lukrativen Wirtschaftszweig der Eierindustrie steckt vor allem eines: großes Tierleid.

Jede Haltungsform bedeutet Ausbeutung und Tod


In den Legebetrieben angekommen geht es ebenso schrecklich weiter. Sofern die Henne die qualvollen Lebensbedingungen in der modernen Eierproduktion überhaupt überlebt, ist sie nach etwa eineinhalb Jahren derart ausgemergelt, dass sie frühzeitig geschlachtet wird. Hierzu werden die Tiere meist brutal an den empfindlichen Füßen gepackt, in Kisten gestopft und zum Schlachthof transportiert. Dort werden sie kopfüber hängend durch ein Strombad gezogen oder in CO2-Kammern betäubt. Letzteres reizt die Schleimhäute und löst Erstickungserscheinungen aus. Einige Tiere sind zudem nicht ausreichend betäubt und erleben den tödlichen Entblutungsstich teilweise bei vollem Bewusstsein.

Ökologischen Tierhaltung

In der bis heute nur eingeschränkt verbreiteten ökologischen Tierhaltung mögen die Tiere vielleicht etwas mehr Platz oder das Glück haben, auf einer Wiese in der Erde picken zu können. Allerdings entscheidet sich erst nach der Brüterei, welches Huhn bis zu seinem sicheren Tod etwas mehr Platz haben wird als andere. Das Leid auf den Elterntierfarmen und in den Brütereien erleben also auch Hennen in späteren Bio-Betrieben. Zudem werden „Biohennen“ ebenfalls nach etwa eineinhalb Jahren ersetzt, da die Anzahl ihrer Eier nachlässt und sie somit für den Landwirt nicht mehr wirtschaftlich genug sind. Die Hühner werden meist in den gleichen Schlachthöfen getötet wie ihre Leidensgenossinnen aus der konventionellen Haltung.

Lesen Sie hier mehr über die verschiedenen Haltungsformen, warum Bio keine Alternative ist und warum Käfigeier noch immer eine große Rolle spielen.

Hier finden Sie eine Sammlung unserer Recherchen zum Thema Eier:
PETAs Eierrecherche über Boden- und Käfighaltung (September 2017)
PETAs große Eier-Recherche (Dezember 2012)
Falsches Spiel mit Bio-Eiern (März 2010)
Betrug mit Freiland- und Bio-Eiern? (Oktober 2008)
PDF: Laden Sie hier den SPIEGEL-Artikel "Die Beichte des Bauern" (25.02.2013) herunter.
PETA.de/videoseier

Was Sie tun können

Glücklicherweise sind wir nicht auf den Konsum von Eiern angewiesen – im Gegenteil. Lesen Sie hier mehr über die gesundheitlichen Vorteile einer rein pflanzlichen Ernährung und informieren Sie sich in unserer „Mach dich eifrei-Kampagne“ über die vielen Alternativen für Eier beim Kochen, Backen oder in verarbeiteten Lebensmitteln.
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Quellen:
  1. Planet wissen: Hühner; Stand vom 22.10.2017 auf https://www.planet-wissen.de/natur/haustiere/huehner/index.html (eingesehen am 12.02.2018)
  2. Statista: Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Deutschland in den Jahren 2016 bis 2016 (in Stück); veröffentlicht auf https://de.statista.com/statistik/daten/studie/208591/umfrage/eier-nahrungsverbrauch-pro-kopf-seit-2004/ (eingesehen am 102.2018)