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Tiertransport: Durstige Schweine bei über 30 Grad im Lkw abgestellt

Hitzehölle für Schweine: Am Abend des 15. Septembers 2020 beobachtete eine Augenzeugin in Iserlohn einen Schweinetransporter, der bei über 30 Grad geparkt war. In dem unbeaufsichtigten Lkw des Unternehmens Venneker Viehhandel befanden sich zahlreiche Schweine, die offensichtlich keinen Zugang zu Wasser hatten. 1,5 Stunden wurden die Schweine in diesem Zustand sich selbst überlassen.

Schweine liegen hechelnd und die Augen verdrehend am Boden

Auf den Videoaufnahmen, die die Augenzeugin erstellte, ist das Leid der Schweine deutlich zu erkennen: Geplagt von der Hitze hecheln sie teilweise stark. Eines der anscheinend sehr durstigen Tiere trinkt Wasser aus der Flasche der Zeugin. Auch berichtete sie, dass einige Schweine apathisch und mit verdrehten Augen am Boden lagen.

Die Hitze ist eine große Belastung für den Kreislauf der Tiere und kann bis zum Tod führen. Da Schweine ebenso wie Hunde nicht schwitzen können, müssen sie ihre Temperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren. Da die meisten Tiertransporter nicht über eine Klimaanlage verfügen, kann es auf der Ladefläche schnell zu Temperaturen von 50 Grad kommen. Dass die Tierschutztransportverordnung Transporte verbietet, wenn es auf der Ladefläche heißer als 30 Grad ist, wird regelmäßig von Unternehmen, die Tiertransporte durchführen, ignoriert.

PETA erstattet Anzeige gegen Tönnies-Lieferant

Wir von PETA Deutschland haben Strafanzeige gegen den Tönnies-Lieferant wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, die EU- und die deutsche Tierschutztransportverordnung und die Tierschutzschlachtverordnung erstattet. Darüber hinaus fordern wir ein generelles Verbot von Tiertransporten.

„Transporte bedeuten immer Tierquälerei und großen Stress für die Tiere. Sie müssen häufig stundenlang eng gedrängt in den Transportern ausharren und verletzen sich dabei gegenseitig, wenn sie beispielsweise aus Platzmangel auf liegende Artgenossen treten. Nicht selten sterben sie sogar langsam und qualvoll.

Dass das von uns angezeigte Unternehmen auf seiner Internetseite mit ‚Stolzer Tönnies-Lieferant‘ wirbt, verwundert nicht, denn beide Unternehmen scheren sich offensichtlich nicht um Tierwohl.“

Edmund Haferbeck, PETA Deutschland

Was Sie tun können

  • Sollten Sie Tiertransporte bei großer Hitze beobachten, melden Sie dies der örtlichen Polizeibehörde. Machen Sie möglichst aussagekräftige Fotos oder Videos und senden Sie diese an das zuständige Veterinäramt oder an uns (Standort und Kennzeichen nicht vergessen).
  • Wenn keine tierischen Produkte mehr konsumiert werden, enden auch die qualvollen Tiertransporte. Entscheiden Sie sich daher für eine vegane Ernährung. Wir helfen Ihnen beim Einstieg mit unserem kostenlosen Veganstart-Programm.

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.