So viele Giraffen verunglücken und sterben in deutschen Zoos

Giraffe Zoos
Giraffen sind wundervolle Tiere, die in der afrikanischen Savanne zu Hause sind und über 50 Stundenkilometer schnell laufen können. In Freiheit können sie bis zu 25 Jahre alt werden.

In Zoos eingesperrt, führen Giraffen nicht nur ein trauriges Leben, in dem sie ihren natürlichen Instinkten niemals vollständig nachgehen können, auch kommt es extrem häufig zu tödlichen Unfällen. Die langbeinigen und schreckhaften Tiere haben eine empfindliche Anatomie und sind in Gefangenschaft rutschigen und harten Böden, engen Boxen, riskanten Transporten und Narkotisierungen ausgesetzt. Durch diese tierschutzwidrige Haltung passieren immer wieder tragische Unfälle, was zu einer sehr hohen Sterberate bei den Tieren führt.

Über 40 tote Giraffen in 12 Jahren – eine traurige Bilanz

Allein im Sommer 2019 sind im Magdeburger Zoo drei Giraffen gestorben. Zuerst traf es Giraffe Femke, die nur wenige Minuten, nachdem sie ein totes Baby zur Welt brachte, an einem Gebärmutterriss und den Folgen einer unerkannten Blutarmut verstarb. (1) Nur einen Monat später verstarb ein gerade mal fünf Wochen alter Giraffenbulle nach einem Kreislaufzusammenbruch. Er war von seiner Mutter verstoßen worden und litt unter einer polyarthritischen Gelenksentzündung. (2)

Erst zwei Jahre zuvor verstarb ebenfalls im Zoo Magdeburg die gerade mal 14 Jahre alte Giraffe Fleur. Sie rutschte allen Anzeichen nach nachts in ihrem Gehege aus und verletzte sich dabei so schwer an ihren Beinen, dass sie niemals wieder hätte stehen oder laufen können – daraufhin wurde sie eingeschläfert. (3)
 
Giraffe Zoo
Auch in anderen Zoos ereignen sich immer wieder tragische Unfälle, die Giraffen ihr Leben kosten. So erstickte im Juli 2016 der junge Giraffenbulle Jasho im Schweriner Zoo an seinem Futter. Jasho wurde nur fünf Jahre alt. (4) Einen Monat zuvor wurde der acht Jahre junge Mtoto im Zoo Karlsruhe nach einer Operation eingeschläfert, da er nicht mehr stabilisiert werden konnte. (5) Im Mai 2016 verhakte sich Kibali im Tiergarten Nürnberg mit ihren Stirnzapfen in einem Gitter und verletzte sich so schwer an der Wirbelsäule, dass sie im Alter von 12 Jahren eingeschläfert werden musste. (6) Im November 2015 hatte sich der sechs Jahre alte Giraffenbulle Abasi im Berliner Zoo in einem Strick verheddert und stranguliert. (7)

Diese wenigen Beispiele zeigen bereits, wie schnell die unnatürliche und tierschutzwidrige Haltung von Giraffen im Zoo die faszinierenden Tiere ihr Leben kostet. So verstarben zwischen 2007 bis Mitte 2019 bereits über 40 Giraffen in deutschen Zoos oder beim Transport zwischen den Zoos – viele wurden nicht mal 10 Jahre alt. Die meisten Tiere starben an Verletzungen
und gesundheitlichen Problemen – einige von ihnen wurden eingeschläfert.
 
Giraffe Zoo

Artenschutz ist nur eine Ausrede

Zoos versuchen, das Einsperren der Tiere mit dem Artenschutz zu rechtfertigen, doch in den letzten 100 Jahren wurde noch keine Giraffe aus einem deutschen Zoo ausgewildert. Dazu wird es auch nie kommen, denn laut Dr. Peter Dollinger, ehemaliger Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), sind Auswilderungen auch gar nicht realisierbar. In einem Zeitungsartikel heißt es:

„Giraffen aus Europa besitzen jedoch gegen viele Krankheiten in Afrika keine Antikörper. Zudem sind Auswilderungen von afrikanischen Ländern nicht gewünscht.“ (8)


Zur Bildung tragen Zoos ebenfalls nichts bei, denn in Gefangenschaft können die Giraffen ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben. Die Besucher sehen nur ein trauriges Abbild einer Giraffe, deren Leben in jeder Hinsicht vom Zoowärter fremdbestimmt wird.

Millionen Euro an Steuergeldern

Die Zoohaltung von Giraffen ist eine Sackgasse. Doch deutsche Zoos erhalten jedes Jahr viele Millionen Euro aus Steuergeldern, weil sie rote Zahlen erwirtschaften. Denn immer mehr Menschen lehnen das Einsperren exotischer Tiere ab und meiden diese bedrückenden Einrichtungen. Würden die Zoosubventionen für echten Artenschutz ausgegeben werden – da, wo die Tiere in Freiheit leben –, wären die Steuergelder wesentlich effizienter und nachhaltiger eingesetzt.

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie niemals einen Zoo.
  • Klären Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte über das traurige Leben der Tiere im Zoo und die hohe Sterberate der Giraffen auf.


(1) Volksstimme: Warum Giraffe Femke gestorben ist, https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/zoo-magdeburg-warum-giraffe-femke-gestorben-ist, zuletzt eingesehen am 10.07.2019

(2) Tag 24: Nächstes Todes-Drama im Zoo Magdeburg: Dritte Giraffe binnen sieben Wochen gestorben, https://www.tag24.de/nachrichten/zoo-magdeburg-todes-drama-giraffe-tot-baby-jungtier-gestorben-femke-1131957, zuletzt eingesehen am 15.07.2019

(3) Volksstimme: Giraffe hätte nie mehr stehen können, https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/zoo-magdeburg-giraffe-haette-nie-mehr-stehen-koennen, zuletzt eingesehen am 09.07.2019

(4) Schwerin lokal: Giraffenbulle Jasho ist erstickt, https://schwerin-lokal.de/giraffenbulle-jasho-ist-erstickt/, zuletzt eingesehen am 09.07.2019

(5) Ka-News: Trauer im Karlsruher Zoo: Darum musste Giraffe Mtoto eingeschläfert werden, https://www.ka-news.de/region/karlsruhe/zoo-karlsruhe./Trauer-im-Karlsruher-Zoo-Darum-musste-Giraffe-Mtoto-eingeschlaefert-werden;art6066,1922857, zuletzt eingesehen am 09.07.2019

(6) Tiergarten Nürnberg: Aktuelles aus dem Tiergarten, Giraffe Kibali verunglückt, https://tiergarten.nuernberg.de/entdecken/aktuell/detail/news/2016-05-25-giraffe-kibali-verunglueckt.html, zuletzt eingesehen am 09.07.2019

(7) Tagesspiegel: Giraffe Abasi tödlich verunglückt, https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/charlottenburg-wilmersdorf/trauriger-unfall-im-zoo-berlin-giraffe-abasi-toedlich-verunglueckt/12650454.html, zuletzt eingesehen am 09.07.2019

(8) Tagesspiegel: Giraffe getötet und an Löwen verfüttert, https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/streit-um-kopenhagener-zoo-giraffe-getoetet-und-an-loewen-verfuettert/9460720.html, zuletzt eingesehen am 09.07.2019