Am Montag, den 22. September erreichte uns bei PETA Deutschland ein schockierendes Video: Die Aufnahme zeigt, wie ein kleiner Huskywelpe schwer psychisch und sexuell misshandelt wird. Was folgte, war eine intensive Recherche, um herauszufinden, wer die auf dem Material zu erkennende Tierquälerin ist und wo sich der grausame Vorfall ereignet hat. Immer begleitet von dem Gedanken, dass dem Welpen sofort geholfen werden muss.
Sexuell missbrauchter Husky in Berlin illegal nach Deutschland gebracht
Im Zuge unserer Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Frau, die in dem Video zu sehen ist, bereits im vergangenen Jahr in Polen als vermisst gemeldet war. Offenbar hatte sie sich nach Deutschland abgesetzt. Etwa zwei Wochen vor den ersten Aufnahmen kaufte sie in Polen einen jungen Huskywelpen bei einer Züchterin und brachte ihn illegal über die Grenze. Nach dem ersten erschütternden Video, das uns zugeschickt wurde, tauchten in den darauffolgenden Tagen zusätzliche Aufnahmen von weiteren Social Media-Profilen der Täterin auf, die weitere Misshandlungen des jungen Hundes zeigten.
Einsatzkräfte handeln schnell: Huskywelpe in Sicherheit
Nach intensiven Ermittlungen erhielten wir einen Hinweis, wo sich die Frau und der Welpe befinden – nun konnte endlich durchgegriffen werden. In enger Zusammenarbeit von uns mit dem zuständigen Landeskriminalamt und der Veterinärbehörde wurde umgehend eine Hausdurchsuchung in der Wohnung in Tempelhof-Schöneberg durchgeführt. Dabei konnte das Hundebaby sichergestellt und in die Obhut des Tierheims am See in Eisenhüttenstadt übergeben werden. Dort wird der Husky nun versorgt.
Wir bedanken uns bei allen Einsatzkräften für den beherzten Eingriff, um das Leben des Hundekindes zu retten. Auch ein großes Dankeschön an das Tierheim, die sich nun um die liebevolle Versorgung des Welpen kümmern!
„Dieser Fall war einer der emotionalsten Tierschutzfälle, die ich je aufgedeckt habe. Wir standen unter enormem Zeitdruck – immer mit der Sorge, dass dem kleinen Welpen noch weiteres Leid angetan wird oder er gar verstirbt. Wir sind froh, dass die Behörden hier so unglaublich unterstützend gearbeitet haben und wir alle dazu beigetragen haben, das Leben des Welpen zu retten. Derartige Misshandlung führt nicht nur zu massivem körperlichen, sondern auch zu extremen psychischen Leid. Wir hoffen, dass sich der Husky schnell davon erholen kann.“
Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA.

Gewalt an Tieren und Menschen – ein gefährlicher Zusammenhang
Tierquälerei ist kein Bagatelldelikt, sondern eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes. Ausdrücklich ist es gemäß § 13 Nr. 13 des Tierschutzgesetzes verboten, „ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen […] und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen“. Wer Tiere misshandelt, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen: Von hohen Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.
Fachleute aus Psychologie und Justiz betonen zunehmend, wie ernst solche Taten genommen werden müssen. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang: Ein Großteil der späteren Gewalttäter hat bereits zuvor Tiere gequält. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes fasst es so zusammen: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1]
Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Gewalt an Tieren häufig nicht das Ende, sondern den Anfang einer gefährlichen Spirale darstellt und daher konsequente Aufmerksamkeit und Ahndung verdient.
Retten Sie Tiere: So melden Sie uns Tierquälerei
Auch Sie können aktiv werden und Tiere schützen, wenn Sie Tierquälerei beobachten. Bitte sehen Sie niemals weg – Sie könnten Tierleben retten. Wenden Sie sich jederzeit – auch anonym – an uns über unser Meldeformular.
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Quellen
[1] Arnold Arluke/Jack Levin/Carter Luke/Frank Ascione, The Relationship of Animal Abuse to Violence and Other Forms of Antisocial Behavior, Journal of Interpersonal Violence, Vol. 14 No. 9, September 1999, S. 963-975.