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Pferd stirbt bei Schützenumzug: Halter freigesprochen | Update

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Pferd liegt am Boden
Symbolbild

Update vom 1. April 2026

Nach Tod eines Pferdes bei Schützenumzug: Halter freigesprochen

Nachdem am 16. Juli 2022 das Pferd Waiherr bei einem Umzug des Schützenvereins St. Sebastianus auf der Düsseldorfer Königsallee zusammenbrach und starb, hatten wir von PETA Deutschland im August 2022 Strafanzeige gegen den Halter erstattet. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf stellte das Strafverfahren zwar ein, übergab den Fall jedoch an die Düsseldorfer Ordnungsbehörden. Grund dafür war der Verdacht, dass der Beschuldigte fahrlässig gehandelt haben könnte. Gegen ein drohendes Bußgeld legte der Mann Einspruch ein, daher kam es Ende März 2026 vor dem Amtsgericht Düsseldorf zu einem Verfahren wegen einer möglichen Ordnungswidrigkeit. Nach Auffassung der Richterin ließ sich dem Tierhalter jedoch kein fahrlässiges Handeln nachweisen. Das Tier sei zuvor nicht auffällig gewesen und habe zudem eine Gelassenheitsprüfung absolviert. Auch sei Waiherr mit 19 Jahren noch nicht als „altes Pferd“ einzustufen; die Schwelle liege der Richterin zufolge erst bei 20 Jahren.

Wir sehen den Freispruch als Beleg dafür, dass Pferde bei Umzügen durch bestehende Regelungen nicht ausreichend geschützt werden und fordern die Stadt Düsseldorf auf, ein Verbot von Pferden auf Schützen- und Karnevalsumzügen auf den Weg zu bringen.

„Dass laut Gericht niemand etwas falsch gemacht hat, obwohl ein 19-jähriges, geschwächtes Pferd auf einem Umzug qualvoll gestorben ist, zeigt, dass so etwas immer wieder passieren kann – und wird, solange die Stadt Düsseldorf solche Tierquälereien nicht endlich durch ein Verbot verhindert.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Wir sehen den Tod von Waiherr als stellvertretend für die Qualen, die Pferde bei Umzügen erleiden müssen, und fordern den Düsseldorfer Schützenverein erneut auf, künftig keine Tiere mehr zu missbrauchen.

Originaltext

Schützenvereine wie der Düsseldorfer Verein St. Sebastianus setzen noch immer auf „Tradition“ und missbrauchen Pferde für ihre Brauchtumsumzüge. Am 16. Juli 2022 kam es zu einem schrecklichen Ereignis: Eines der Pferde, das zu dem Umzug gezwungen wurde, brach während der Veranstaltung auf offener Straße zusammen und starb noch vor Ort.

Ehemalige Halterin meldet sich: Pferd sei nicht für Festtagsumzüge geeignet

Der Vorwurf: Das Pferd musste an dem Umzug teilnehmen, obwohl es dazu nicht in der Verfassung war. Seine ehemalige Halterin meldete sich bei uns von PETA Deutschland und teilte mit, dass bei dem Verkauf vereinbart wurde, das Pferd nicht zu Festumzügen oder Ähnlichem einzusetzen – denn der 19-jährige Wallach Waiherr sei aufgrund seines Charakters und schwachen Nervensystems nicht dazu in der Lage, derartigen Stress zu verkraften. Das teilte sie auch der Tageszeitung Rheinische Post mit. [1]

Wir von PETA Deutschland erstatteten nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gegen den Halter des Tieres.

„Für Pferde bedeuten Umzüge durch die Innenstadt eine enorme Stressbelastung, die ein Verbot rechtfertigt. Aber ein älteres Pferd mit bekanntermaßen schwachem Nervenkostüm einzusetzen, ist einfach nur beschämend. Dass die Veterinäramtsuntersuchung im Vorfeld Waiherr seinen Todesritt nicht ersparte, beweist, dass es jetzt ein Pferdeverbot in den Innenstädten braucht.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA

Städte und Vereine setzen auf „Traditionen“

Das Pferd ist nach dem für ihn tödlichen Einsatz obduziert worden. Die Obduktion ergab eine Herzschwäche. Dabei sei eine „deutliche Veränderung am Herzmuskel“ sichtbar gewesen. [2] Vor den Einsätzen bei Brauchtumsumzügen werden die Pferde in der Regel von Verantwortlichen des örtlichen Veterinäramtes untersucht. Dennoch wurde im Fall von Waiherr nicht rechtzeitig erkannt, dass das Pferd nicht hätte eingesetzt werden dürfen. Dies ist der beste Beweis, dass Kontrollen nicht ausreichen, sondern ein politisches Verbot her muss.

Die Schütz:innen und Karnevalist:innen setzen auf ihre „Tradition“ und wollen weiterhin Pferde für Umzüge missbrauchen. Obwohl Waiherr starb, setzten beispielsweise Neusser Schützen bei einem Umzug zum Schützenfest im August 2022 weiterhin auf den Einsatz von Pferden. [3]

Karnevalsumzug auf Pferden
Pferde gehören nicht auf den Karneval: Große Menschenmengen und laute Musik setzen die Fluchttiere unter Dauerstress.

Pferde sind nicht dazu da, uns zu unterhalten

Immer wieder kommt es zu zum Teil tödlichen Unfällen auf Festtagsumzügen, bei denen Pferde eingesetzt werden – zu dem einzigen Zweck, uns Menschen zu unterhalten. Pferde sind Fluchttiere, die bei Stress und Gefahr die Flucht ergreifen. Umzüge sind von starken Geräuschkulissen geprägt, die für die sensiblen Tiere hohen Stress bedeuten.

Lesen Sie hier mehr zu 11 Traditionen, für die Tiere gequält werden und helfen Sie mit, das Leid für Pferde, die für Unterhaltungszwecke wie Kutschfahrten ausgebeutet werden, zu beenden: