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PETA deckt auf: Das traurige Geschäft der Welpenstube Winkel

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Der Handel mit Hundewelpen ist ein Multi-Millionen-Business. Viele der in Deutschland verkauften Hunde werden illegal ins Land geschleust und über Onlineportale von kriminellen Händler:innen verkauft. Doch auch das legale Geschäft mit Welpen hat erhebliche Schattenseiten. Besonders dann, wenn Welpen wie Ware im Ausland „produziert“, von ihren Müttern getrennt und auf lange Transporte geschickt werden. So geht es auch vielen Welpen, die in der „Welpenstube Winkel“ in Deutschland völlig legal verkauft werden.

Eine neue Recherche von PETA Deutschland zeigt nun auf, woher einige der Welpen stammen und wie Teile des Welpenstuben-Netzwerks gestrickt sind.  

Inhalte im Überblick

Welpenstube Winkel: Massiv in der Kritik und dennoch ein lohnendes Geschäft 

Nach eigenen Angaben wurden in der Welpenstube Winkel bereits über 40.000 Hunde „vermittelt“. Damit ist H. Winkel, der Betreiber der Welpenstube, einer der größten Akteure auf dem deutschen Welpenmarkt – wenn nicht der größte. Dieser behauptet über sich und seinen Betrieb, dass bei ihm das Wohl der Tiere unter anderem „durch eine artgerechte Haltung“ im Mittelpunkt stehe. Im Gegensatz hierzu finden sich unzählige negative Online-Rezensionen und Berichte. Auch unser persönlicher Eindruck ist ein anderer.

H. Winkel wurde vor vielen Jahren (2004) bereits unter anderem wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angeklagt und daraufhin verurteilt. Danach erhielt er für einige Zeit keine erneute Genehmigung zum Betrieb der Welpenstube. Zudem stößt man online auf einige Rezensionen von Welpenstuben-Besucher:innen und Kund:innen, in denen sie die Haltungsbedingungen kritisieren und von Krankheitssymptomen berichten, die dort erworbene Hunde kurz nach dem Kauf aufwiesen. Ob die genannten Symptome und Erkrankungen tatsächlich vorlagen, auf die Haltungsbedingungen in den Geschäftsräumen zurückzuführen waren, bereits bei den Züchter:innen bestanden oder erst nach dem Kauf auftraten, lässt sich nicht eindeutig überprüfen. Auffällig bleibt jedoch die Häufigkeit dieser Berichte. Wir baten den Betreiber der Welpenstube um Stellungnahme, unter anderem zu diesem Aspekt, erhielten jedoch keine Antwort.  

Es erreichten uns auch direkte Hinweise von Besucher:innen und betroffenen Käufer:innen. Sie berichteten, dass sie schon beim Besuch bzw. beim Kauf „ein komisches Gefühl“ hatten – die Vierbeiner aber teilweise dennoch mitnahmen. Unsere Recherchen zeigen, dass das „komische Gefühl“ leider in vielerlei Hinsicht angebracht war.

Erschütternde Zustände in der Welpenstube Winkel

Ein Besuch der Welpenstube ist für viele Tierfreund:innen herzzerreißend. Ende 2024 und Anfang 2025 gaben wir uns als Kaufinteressent:innen aus, um uns vor Ort selbst ein Bild von der Verkaufsstätte zu machen. Beim Betreten der Halle ist lautes Bellen zu vernehmen. Das Bellen stammt von kleinen Welpen, aber auch von erwachsenen Hunden. Zwinger an Zwinger werden unterschiedlichste „Rassen“ zum Verkauf angeboten. Wo es eine Nachfrage gibt, gibt es auch das entsprechende Angebot.

Es gibt offensichtlich zu wenig Personal, um sich angemessen mit jedem Welpen zu beschäftigen: Bei einem unserer Besuche begegneten wir nur zwei Mitarbeiterinnen, bei dem anderen Mal sogar nur einer. Wie mit der Anzahl an Hunden – darunter auch sogenannte Jagdhunde mit ausgeprägtem Bedürfnis nach körperlicher und geistiger Auslastung – ausreichend spazieren gegangen werden soll, bleibt fraglich. Auch hierzu haben wir auf unsere Anfrage bei der Welpenstube hin nicht mehr erfahren dürfen.

Hunde unterschiedlicher „Rassen“ werden in der Welpenstube verkauft.

Die Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten empfanden wir in vielen Zwingern als unzureichend. Einige Welpen waren stark überdreht, andere trauten sich kaum an das Gitter ihres Zwingers heran. Interessieren sich Menschen für einen Welpen, wird dieser aus der Gruppe rausgefangen und kann dann in einem sogenannten Kennenlernzimmer von den Interessierten inspiziert werden. Für verängstigte Vierbeiner eine weitere Tortur. Das war es augenscheinlich auch für einen kleinen Cockapoo-Welpen, den wir dort näher kennenlernen konnten – und der bis dahin offensichtlich noch nicht viele gute Erfahrungen mit der Welt machen durfte. Von einem für Welpen typischen Verhalten, das Interesse und Neugierde ausdrückt, fehlte hier jede Spur. Alarmiert fragten wir uns, was das junge Tier bisher erlebt hatte und wollten mehr über seine Herkunft erfahren.

Woher kommen die Welpen in der Welpenstube Winkel wirklich?  

Angesichts der Zustände vor Ort, der Erfahrung mit dem Cockapoo-Welpen und der Berichte der Betroffenen stellt sich die Frage, wie es bei den Züchter:innen wirklich aussieht, von denen der Welpenhändler seine Welpen bezieht.

Auf der Webseite der Welpenstube steht zur Herkunft unter anderem:

„Unsere Hunde kommen von uns bekannten Züchtern aus Deutschland und Ungarn.

– Unsere Züchter sind Privatleute, wir unterstützen keine Massenaufzucht von Welpen.“

Zudem heißt es dort: „Wir besuchen unsere Züchter und prüfen die Zuchtbedingungen vor Ort.

H. Winkel kennt also alle Züchter:innen, von denen er Welpen bezieht, sowie die bei ihnen herrschenden Zuchtbedingungen – und scheint sie in Ordnung zu finden. Außerdem dürften diese Züchter:innen jeweils zwei, höchstens aber drei Würfe im Jahr betreuen. Das verstehen wir jedenfalls unter den Angaben „Privatleute“ und „keine Massenaufzucht von Welpen“ auf seiner Webseite. Doch die Recherchen zeichnen ein anderes Bild.

Die beiden ungarischen Partnerzuchten scheinen nicht nur wie „Züchter von nebenan“ im kleinen Stil Hunde gezüchtet und verkauft zu haben. In dem uns vorliegenden Recherchematerial finden sich Beweise, dass die Herkunft dieser Hundewelpen auch unter Tierschutzaspekten dubios ist. Es zeigt Welpen und Elterntiere, die von diesen Hundezüchter:innen unter zweifelhaften Bedingungen gehalten wurden. Nachweislich bezog die Welpenstube Winkel in der jüngeren Vergangenheit von diesen Züchtern Welpen.

Hunde als Waren und Produktionsmaschinen

Das Recherchematerial enthält unter anderem Videoaufnahmen, die uns zugespielt wurden. Sie zeigen Welpen, die wie Ware behandelt und erwachsene Hunde, die anscheinend als Welpen-Produktionsmaschinen ausgenutzt werden.

Darunter sind auch die traurigen Bilder, die die Zucht von Z. Makoviczki zeigen. Das Videomaterial, das 2023 aufgenommen und uns anonym zugespielt wurde, zeigt seine Zuchtstätte bei Nacht. Es ist eine Szene wie aus einem Horrorfilm: Man sieht eine heruntergekommene stallartige Anlage, in der mehrere Zwinger-Boxen aneinandergereiht sind. In vielen dieser kargen Abteile liegen erwachsene Hunde auf dreckigem Boden. Die Wasser- und Futternäpfe sind leer, dafür liegt in einigen Boxen Kot. Die Nachfrage beim Züchter, ob es sich bei den gefilmten Zuständen um eine Ausnahmesituation handelte und ob er seine Zucht mittlerweile eingestellt hat, blieb unbeantwortet.

Besonders bedrückend ist in diesem Video die Aufnahme einer Bordeaux-Dogge, die aus einer kleinen Durchgangs-Luke hinausblickt. Es ist nicht zwingend, aber naheliegend, dass diese Bordeaux-Dogge ein Elterntier von Welpen ist, die auch in der Welpenstube verkauft wurden. Denn Anfang 2023 bot H. Winkel mehrere gleich alt aussehende Bordeaux-Doggen-Welpen an. Mindestens einer dieser Welpen stammt nachweislich aus Z. Makoviczkis Zucht und wurde gemeinsam mit den anderen Bordeaux-Doggen an die Welpenstube geliefert. Das geht aus einer ungarischen veterinärbehördlichen Datenbank sowie EU-Handelsdokumenten hervor. Weder Z. Makoviczki noch H. Winkel äußerten sich nach unserer Anfrage dazu.

Bedrückende Zustände bei einem ungarischen Vermehrer.

Z. Makoviczki versorgte jedoch nicht nur H. Winkel mit Hundewelpen: Auch auf einer Social-Media-Plattform bot Z. Makoviczki auf seinem öffentlichen Profil zahlreiche Welpen zum Verkauf an. Zwischen 2019 und 2021 bewarb er auf Facebook acht verschiedene Würfe von sechs verschiedenen „Hunderassen“, unter anderem auch Bordeaux-Doggen. Zwischen 2019 und 2024 waren es insgesamt sogar zehn unterschiedliche „Rassen“. Oft sieht man die Welpen auch auf diesen Aufnahmen in winzigen, kahlen Käfigen – präsentiert wie in einer Warenauslage. Der Umgang mit ihnen ist oft grob und unsensibel.

Hunde auf Messengerdiensten angeboten

Unsere Recherche zeigt, dass – wie auch in Deutschland üblich – ungarische Welpenzüchter:innen die Tiere oft über Messengerdienste anbieten. Auch hier findet sich ein Lieferant der Welpenstube: Die Videos, die der Züchter A. Földi im Messengerdienst Viber verschickt, zeugen ebenfalls von schlechten Zuchtverhältnissen für die Tiere. Auf dem Material von A. Földi wird vielfach gezeigt, wie Hunde in einfachen Verschlägen regelrecht „gelagert“ werden – ohne angemessene Liegeplätze, auf kargen Böden mit kaum Streu. Man sieht kleine Hunde, die durch Gitter blicken. Manche Vorrichtungen kann man nicht anders als „Käfig“ bezeichnen. Die Anlage und Unterbringung der Vierbeiner wirkt unfreundlich und darauf angelegt, möglichst viele Tiere parallel unterbringen zu können. Tatsächlich präsentiert der Züchter die unterschiedlichsten „Hunderassen“. Zwischen 2022 und 2024 bot A. Földi bis zu 20 verschiedene „Hunderassen“ über die Chatplattform an. Unsere Bitte um Stellungnahme blieb hier ebenfalls unbeantwortet.

Hunde werden wie Ware produziert.

Täuschung von Kaufinteressent:innen?

Die Welpenstube Winkel verspricht mit den Aussagen auf ihrer Website zwar nicht ausdrücklich, dass die Welpen aus kleinen, handverlesenen Familienzuchten stammen. Die meisten Welpen-Interessent:innen dürften sich jedoch unter züchtenden „Privatleuten“ und der Aussage „keine Massenzuchten zu unterstützen“ etwas ganz anderes vorstellen. Wir haben den Geschäftsführer der Welpenstube gefragt, wie er diese Rechercheergebnisse einordnet und inwieweit sie mit der Selbstdarstellung seines Betriebs vereinbar sind. Auch hier erhielten wir keine Antwort.

Auf der Spur des Cockapoo-Welpen

Schließlich fanden wir auch Näheres zur Herkunft des Cockapoo-Welpen heraus, den wir bei unserem zweiten Besuch Anfang 2025 fanden. Zu diesem Zeitpunkt schien in der Welpenstube gerade die Inventur anzustehen. Auf dem Tresen lag eine Inventurliste, auf der nicht nur die Hunde, sondern auch deren Verkäufer:innen aufgeführt waren. Ein Abgleich ergab:

Die Herkunft des Cockapoo-Welpen mit der Mikrochipnummer 9972896280* (Mikrochipnummer aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert) lässt sich weit zurückverfolgen. Unsere Spurensuche führte zu einer ungarischen Hundehändlerin namens Klára B. S., die aktuell in einen Gerichtsprozess verwickelt ist, der für sie und die anderen neun Angeklagten im Falle einer Verurteilung in Haftstrafen enden könnte, teilweise sogar in mehrjährigen. 

In dem Strafverfahren geht es laut ungarischer Anklageschrift auch um Welpen, die Klára B. S. im Zeitraum 2019/2020 an H. Winkel verkauft haben soll.

Verängstigter Cockapoo-Welpe
Ein völlig verängstigter Cockapoo-Welpe im „Kennenlernzimmer“.

Ein Gerichtsverfahren mit vielen Angeklagten

Der Fall betrifft über 2.500 Welpen, die unter anderem nach Deutschland verkauft wurden. In dem Verfahren werden den Angeklagten Bestechung und Urkundenfälschung sowie andere Delikte im Zusammenhang mit dem Handel von Welpen in den Jahren 2019 und 2020 vorgeworfen. Die Anklageschrift liegt uns vor. 

Insgesamt sind zehn Personen angeklagt, darunter auch Tierärzte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen sowie ihren Assistent:innen, einem IT-Spezialisten, Hundehändler:innen und Hundezüchter:innen vor, gegen einschlägige Rechtsvorschriften zum Tierhandel verstoßen zu haben – und dass mit ihrer Hilfe Tiere in hoher Anzahl nach Deutschland und Spanien exportiert werden konnten. Bei der überwiegenden Mehrheit soll es sich um Welpen handeln, die das dafür gesetzlich vorgeschriebene Alter von 15 Wochen noch nicht erreicht hatten.

Dabei soll ein Tierarzt den Händler:innen Heimtierpässe ausgestellt haben, ohne die Tiere vorher untersucht, gechippt oder geimpft zu haben. Anschließend soll der zuständige Amtstierarzt mit seinem Assistenten fiktive Daten in das Behördenregister eingetragen und für die Transporte Begleitzertifikate ausgestellt haben. Für diese Dienstleistungen sollen Bestechungsgelder gezahlt worden sein.

Die Angeklagten sagen, die Vorwürfe seien unbegründet und dass sie nichts Illegales getan hätten.

Winkelzulieferer unter den Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft wirft Klára B. S., die H. Winkel den Cockapoo-Welpen verkaufte, dabei unter anderem über 800 Fälle der Beihilfe zur Urkundenfälschung vor.

Auch Frau Klára B. S. streitet ab, sich illegal verhalten zu haben. Sie gab zwar zu, Heimtierausweise anstelle des Tierarztes ausgefüllt zu haben, in welche dieser zuvor blanko seine Unterschrift und seinen Stempel gesetzt hatte. Ihrer Aussage nach seien die von ihr eingetragenen Daten aber korrekt gewesen. Für den Fall einer Verurteilung droht ihr eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft oder eine hohe Geldstrafe.

Klára B. S. ist (Mit-)Geschäftsinhaberin bei „Zora Hunden“, einem Unternehmen, das, wie in dem Gerichtsverfahren klar wurde, in der Zeit, auf die sich die Anklageschrift bezieht, exklusiv die Welpenstube Winkel mit Hunden versorgte. Dabei bezog das Unternehmen die Tiere von verschiedenen ungarischen Züchter:innen. Die Anklageschrift listet mehr als 750 Tiere auf, die von „Zora Hunden“ nach Deutschland geliefert wurden – allesamt an Winkel. Und das Unternehmen der Angeklagten liefert weiterhin Hunde an H. Winkel.

Ob H. Winkel von den Vorwürfen aus dem Gerichtsverfahren wusste oder gar involviert war, ist nicht klar. Jedoch deutet einiges auf eine enge und partnerschaftliche Geschäftsverbindung mit Klára B. S. bzw. „Zora Hunden“ hin: In Heimtierpässen ungarischer Hunde ist H. Winkel als Ersthalter dieser Hunde eingetragen – die dazu angegebenen ungarischen Adressen variieren zwar, sind mit denen von „Zora Hunden“ bzw. Klára B. S. aber erstaunlicherweise identisch.

Warum unter dem Namen des deutschen Welpenstuben-Betreibers die Betriebsadressen des ungarischen Hundehandel-Unternehmens angegeben waren, wurde uns weder von H. Winkel noch Klára B. S. näher erklärt.

Eine Käuferin berichtet: Ein verängstigter, kranker Hund

Online finden sich Berichte von Welpenstuben-Kund:innen, die die vielen negativen Rezensionen nicht verstehen können. Es steht aber ebenso fest, dass nicht alle Käufer:innen positive Erfahrungen mit den in Ungarn gezüchteten Hunden gemacht haben. Ähnlich wie bei dem ängstlichen Cockapoo-Welpen, den wir erlebt hatten, schilderte uns eine Käuferin vergleichbare Beobachtungen nach dem Kauf. Sie hatte sogar noch gravierendere Erfahrungen gemacht.

Lea, die sich einen Pudel-Mix bei der Welpenstube Winkel kaufte, meldete sich bei uns über ein Meldeformular. Der Hund wurde Mitte Januar 2024 geboren. Lea berichtete über die ersten Tage nach dem Kauf:

„Der Hund hatte so Angst, dass er sich nur noch eingenässt und eingekotet hat. Sogar auf seinen Schlafplatz. Er war unter dem Bauch so verfilzt. Er muss bei Winkel Sägespäne gegessen haben, da er Kot mit Späne abgesetzt hat. Hat nach dem Kauf eine Woche keinen Kot abgesetzt, nicht gegessen, nicht getrunken, sich nicht mal bewegt.“

Mittlerweile wurde bei dem sehr jungen Hund eine Hüftdysplasie diagnostiziert, eine – oft genetisch bedingte – Krankheit, die mit fortschreitendem Verlauf starke Schmerzen zur Folge haben kann.

Was sagt das Veterinäramt zur Welpenstube? 

Wir begegnen immer wieder der Frage, warum die Welpenstube nicht schon längst geschlossen wurde. Tatsächlich scheint das zuständige Veterinäramt keinen Grund für Beanstandungen zu sehen. Im Gegenteil: Obwohl die Welpenstube kein Tierheim ist, lassen Veterinärämter dort sichergestellte Hunde unterbringen. Einige dieser Hunde sollen laut Welpenstuben-Inseraten nun im Auftrag der Ämter gegen eine Schutzgebühr in ein Zuhause „vermittelt“ werden.

Das Personal der Welpenstube muss sich auch um diese Hunde kümmern. Darunter Hunde, die augenscheinlich nicht unkompliziert und besonders betreuungsbedürftig sind. Laut Veterinäramt Recklinghausen steht sachkundiges Personal zur Verfügung, was es bei der Genehmigung des Handelsbetriebs geprüft habe. Ob die Sachkunde fortlaufend geprüft wird, etwa bei neu eingestellten Mitarbeiter:innen, haben wir leider nicht erfahren. Es sei aber sichergestellt, dass das Personal auch mit Hunden fachgerecht umgehen kann, die Verhaltensstörungen oder Defizite bei der Sozialisierung zeigen. Uns überzeugte das wenig.

Die Veterinärämter betonen außerdem, dass sie in der Welpenstube Tiere nur unterbringen, wenn die Kapazitäten der umliegenden Tierheime erschöpft sind. Eine absurde Situation, wenn man bedenkt, dass der Massenhandel mit Tieren – wie ihn die Welpenstube betreibt – eine wesentliche Ursache für die Überfüllung der Tierheime ist. Die Welpenstube ist kein Teil einer Lösung, sondern vielmehr Teil des Überlastungsproblems.

Tiere sind keine Ware

Ob der Cockapoo-Welpe bei „Zora-Hunden“ oder andernorts in Ungarn gezüchtet und über Klára B. S. an die Welpenstube verkauft wurde, haben wir nicht erfahren. Wir haben aber einen Eindruck davon bekommen, was einige der jungen Hunde in Ungarn erlebt haben.

Unsere Recherche zur Welpenstube Winkel hat noch kein Ende gefunden – sie wird erst beendet sein, wenn Menschen verstanden haben, dass Tiere keine Ware sind, dass sie nicht wie Artikel in Schaufenstern verkauft werden dürfen, dass es unethisch ist, ein Familienmitglied zu „erwerben“ – erst recht, wenn es aus derartigen Verhältnissen stammt. Die Tierheime in Deutschland sind völlig überfüllt mit Tieren, die auf Menschen warten, die ihnen ein Zuhause schenken.

So helfen Sie Welpen

Bitte kaufen Sie keine Tiere – nicht im Internet, nicht in der Zoohandlung, nicht bei „Züchter:innen von nebenan“ und nicht in der Welpenstube. Adoptieren Sie stattdessen Tiere aus dem Tierschutz, die auf ein neues Zuhause warten. Unterstützen Sie gerne auch unsere Petition an den Betreiber der Welpenstube Winkel und fordern Sie ihn dazu auf, den Verkauf von Welpen einzustellen.