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Qualzucht in Deutschland beenden!

 
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Appellieren Sie an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, die Subventionen für die Tierhaltung einzustellen.

Stand Februar 2017
In der industriellen Tierhaltung stehen zwei Elemente im Vordergrund: Leistung und Ertrag. Je mehr Eier und Milch die Tiere „produzieren“, je schneller und größer sie in kürzester Zeit wachsen, desto höher der Profit der Industrie. Über Generationen wurden und werden im Zuchtverfahren fast nur diese Tiere ausgewählt und vermehrt, die die gewünschten Kriterien erfüllen. Krankheiten und schmerzhafte Veränderungen sind unweigerliche Auswüchse dieser Zucht auf Leistung.

Eigentlich ist gerade ein solches Vorgehen laut § 11b Tierschutzgesetz als Qualzucht verboten (1). Aber wie so oft im Tierschutz werden auch rechtliche Mindestregelungen nicht eingehalten. Um auf dieses Vollzugsdefizit hinzuweisen und geltendes Recht durchzusetzen, hat PETA beispielhaft Strafanzeigen gegen führende Zuchtunternehmen für Tiere der folgenden „Rassen“ und Linien gestellt.

Helfen Sie mit, Qualzucht von Schweinen in Deutschland zu beenden!

Appellieren Sie an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, die Subventionen für tierquälerische Schweinezucht einzustellen. Die Zucht von Tieren, deren Haltung nur unter Schmerzen möglich ist, ist laut dem deutschen Tierschutzgesetz als Qualzucht verboten. Trotzdem werden diese Zustände nicht nur vom Gesetzgeber geduldet, sondern vom Staat überdies mit hohen Beträgen subventioniert

Unterschriften-Aktion:

Bitte beenden Sie die Qual der Schweine in Deutschland

Sehr geehrter Herr Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt,

hiermit möchte ich Sie bitten, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, um das Leid von Schweinen in der industriellen Tierhaltung zu beenden.
 
Viele der 27 Millionen Schweine, die zurzeit in deutschen Mast- und Zuchtanlagen gehalten werden, leben unter erbärmlichen Bedingungen und leiden zusätzlich unter den Folgen extremer Überzüchtung. Dazu gehören schmerzhafte Gelenkentzündungen, Herzinfarkte bereits im jüngsten Alter und ein qualvoller Tod kurz nach der Geburt, da die Muttersau nicht genug Zitzen besitzt, um den zuchtbedingten großen Wurf an Ferkeln zu stillen.
 
Die Zucht von Tieren, deren Haltung nur unter Schmerzen möglich ist, ist laut dem deutschen Tierschutzgesetz als Qualzucht verboten. Trotzdem werden diese Zustände nicht nur vom Gesetzgeber geduldet, sondern vom Staat überdies mit hohen Beträgen subventioniert.
 
Ich rufe Sie dazu auf, diese Schweinequal nicht weiter zu tolerieren und die Subventionen für die Zuchtbetriebe umgehend einzustellen.
 


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Qualzuchtrasse Piétrain

 
Die Hochleistungsrasse Piétrain wurde vor allem auf besonders schnelles Muskelwachstum gezüchtet. In der Schweinemast muss das Gewicht der Tiere innerhalb von sechs bis sieben Monaten von 1,5 Kilogramm auf bis ca. 110 Kilogramm ansteigen. Das bedeutet, dass jedes Schwein ungefähr 500 Gramm pro Tag zunehmen muss (2). Dies hat einen desolaten Einfluss auf die Gesundheit der Tiere und macht ein Leben ohne Schmerzen gerade in den späteren Lebenstagen praktisch unmöglich.
 
Das häufigste Problem sind Krankheiten des Bewegungsapparates der Tiere, die nicht in der Lage sind, der extrem schnellen Gewichtszunahme standzuhalten. Bewegungsstörungen oder eine Veränderung der Beinstellung betreffen laut Studien 55 bis 90 Prozent aller Tiere (3). Die krankhaften Veränderungen sind so verbreitet, dass sie oft als „gewöhnliches Wachstumsmuster“ bezeichnet werden (4). Oft verweilen die Tiere im krankhaften „Hundesitz“ (5), zeigen Schmerzen beim Aufstehen, laufen auf Zehenspitzen oder Handwurzelgelenken, um die schmerzenden Gelenke zu entlasten. In extremen Fällen sind sie nicht einmal mehr in der Lage, aufzustehen.
 
Die miserablen Haltungsbedingungen auf Spaltenböden aus Beton sowie die oftmals katastrophalen hygienischen Zustände und eine eintönige Umgebung sind dabei nur ein zusätzlicher Faktor, der die Qualen der Tiere noch unerträglicher macht.
 
Generell gilt die Sterberate und Krankheitsanfälligkeit bei den Piétrain-Schweinen als besonders hoch. Die schnelle Körpermasseentwicklung kann u. a. auch zu Herz-Kreislauf-Störungen (und Tod infolge von Herz- und Kreislaufinsuffizienz) sowie zur Muskelfaserzerstörung führen (6).
 
Auch steuerfinanzierte Bundesforschungsanstalten beteiligen sich an dieser tierschutzwidrigen Hybrid- und Leistungszucht.
 

Qualzuchtlinien LSL und LB

 
Die sogenannten Legehybriden Lohmann Selected Leghorn und Lohmann Brown wurden auf eine hohe Legeleistung gezüchtet und werden vor allem in der Käfig- und Bodenhaltung eingesetzt. Sie legen über 300 Eier im Jahr (7) – eine enorme Zahl im Vergleich zu 18 bis 30 Eiern pro Jahr beim Urhuhn (8). Aufgrund der hohen Belastung sterben bis zu zehn Prozent der Tiere während der Legeperiode (9), viele von ihnen werden aufgrund der extrem hohen Legeleistung krank.
 
Zu den häufigsten zuchtbedingten Krankheiten gehören Eileiterentzündungen – sozusagen eine „Berufskrankheit“ der Tiere –, die bis zu 30 Prozent aller Tiere betreffen können und eine der häufigsten Todesursachen sind (10).
 
Die Knochen der Tiere dienen als Speicher für Kalzium, das für die Eierschalenbildung nötig ist. Da die extrem hohe Legeleistung den Kalziumhaushalt der Tiere sehr stark beansprucht und mehr Kalzium gebraucht wird, als durch Nahrung zugeführt werden kann, leiden viele Tiere an Osteoporose. Diese kann zu reduzierter Knochenfestigkeit und vermehrt zu Knochenbrüchen führen (11) (12). Während einer Untersuchung auf einem Schlachthof wurden bei einem Drittel aller Tiere aus der Käfighaltung Knochenbrüche festgestellt (13).
 
Auch Federpicken und Kannibalismus (schmerzhaftes Bepicken, besonders im Kloakenbereich) können auf die zuchtbedingt veränderte Genetik der Tiere zurückgeführt werden (14).
 
Solche Turborassen werden nicht alt – nach nur etwa einem Jahr, also einer Legeperiode, werden sie geschlachtet.
 

Qualzuchtlinie Cobb

 
„Masthühner“ werden auf eine hohe tägliche Zunahme und eine übergroße Brustmuskulatur gezüchtet. Innerhalb von nur circa einem Monat (34-37 Tagen) steigt das Gewicht eines Kükens von 40-45 Gramm auf zwei bis 2,2 Kilogramm. Das ist ungefähr so, als würde ein neugeborenes Kind in einem Monat ein Gewicht von 175 Kilogramm erreichen.
 
Bei sogenannten Masthühnern macht heute der Anteil des Brustfleisches bereits mehr als ein Viertel des gesamten Körpers aus. Die Tierverluste während der Mast liegen bei ca. fünf bis sieben Prozent (15).
 
Zu den leistungsbedingten Gesundheitsproblemen gehören vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. der plötzliche Herztod. Dieser kann schon ab dem zweiten bis dritten Lebenstag beobachtet werden, tritt aber über die gesamte Wachstumsphase auf. Dabei verenden die Tiere plötzlich und ohne erkennbare Anzeichen; meist werden sie auf dem Rücken liegend tot aufgefunden (16).
 
Oft kommt es auch zu Gelenkerkrankungen, die Studien zufolge 55-90 Prozent der Tiere betreffen. Bei bis zu einem Drittel der Tiere tritt akute Lahmheit auf (17). Die Symptome reichen von Bewegungsunlust über Bewegungsstörungen bis zu einer völligen Laufunfähigkeit (18). Wie schmerzhaft solche Erkrankungen sind, wird anhand von Studien deutlich: Ein Versuch zeigte, dass „Masthühner“ mit Zugang zu Schmerzmitteln sich mehr und schneller fortbewegten (19).
 
Ähnliches gilt für die Qualzuchtlinie Ross.

Qualzuchtlinie BUT Big 6

 
Puten der Linie Big 6 werden vor allem auf hohe tägliche Zunahmen und den Anteil der Brustmuskulatur gezüchtet. Die Tiere erreichen innerhalb von 20-23 Wochen ein Körpergewicht von über 20 Kilogramm (20). Aufgrund des hohen Körpergewichtes sind viele natürliche Verhaltensweisen, wie z. B. die Gefiederpflege, kaum mehr möglich. Die Verschmutzung des Gefieders sowie die eingeschränkte Mobilität führen oftmals zu schwerwiegenden Problemen wie Federpicken und Kannibalismus, wodurch großflächige, blutende Wunden entstehen können.
 
Fußballenerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Beinschwäche aufgrund der hohen Gewichtszunahme sind weit verbreitete Probleme in der Putenzucht, die bis zu 90 Prozent der 12 Wochen alten Tiere betreffen können (21). Durch die eingeschränkte Mobilität und das Verweilen auf schmutziger Einstreu kommt es oft zu schmerzhaften Veränderungen im Brustbereich, wie z. B. Brustblasen (22).
 
Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie z. B. Aortenrupturen, stellen ein großes Problem dar, das in Herden zu Verlusten von bis zu 50 Prozent führen kann (23). Ein weiterer häufiger Todesgrund bei den schnell wachsenden Puten ist das plötzliche Herz-Kreislauf-Versagen (Sudden Death Syndrome).
 
Durchschnittliche Verlustraten von ca. zehn Prozent gelten als systemkonform.
 

Qualzuchtrasse Holstein

 
Sogenannte Milchkühe werden vor allem auf eine enorm hohe Milchleistung gezüchtet; eine Holstein-Kuh kann bis zu 10.000 Liter Milch im Jahr geben (24). Aufgrund der extrem hohen Produktion leiden viele Tiere an schmerzhaften Eutererkrankungen, wie z. B. Mastitis (25). Mit den enormen Milchmengen werden auch große Mengen von Nährstoffen, wie z. B. Kalzium oder Magnesium, aus dem Körper der Tiere ausgeschieden, was Stoffwechselstörungen zur Folge hat (26). Diese werden noch durch das eigentlich für Kühe nicht natürliche Kraftfutter begünstigt (27). Durch die hohe Milchleistung entsteht eine negative Energiebilanz, die zu zahlreichen Stoffwechselerkrankungen führen kann (28).
 
Der aus der Milchleistung resultierende Nährstoffmangel hat zudem Einfluss auf den Zustand der Klauen und kann zu Erkrankungen führen (29). Auch Fruchtbarkeitsstörungen gelten als Auswirkung der extrem hohen Milchproduktion. (30)
 
Solch hochgezüchtete „Milchkühe“ werden nicht viel älter als fünf Jahre.
 
Quellen:
  1. Tierschutzgesetz (2016). Online unter: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html. (25.01.2017).
  2. German Genetic (2016): Aktuelle Leistungsdaten German Piétrain. Online unter: http://www.german-genetic.de/attachments/article/90/Aktuelle-Leistungsdaten-German-Pietrain.pdf. (25.01.2017).
  3. Hörning, B.(2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze, Hochschule Eberswalde, S. 9.; Demmler, D. (2011): Leistungsabhängige Gesundheitsstörungen bei Nutztieren für die Fleischerzeugung und ihre Relevanz für 11 b TierSchG
  4. Seifert et al. (1981): Populationsgenetische Untersuchungen zum Vorkommen, zur Häufigkeit und zur depressiven Wirkung der juvenilen Osteochondropathien beim Fleischschwein.
  5. Kadarmideen / Janss (2005): Evidence of a major gene from bayesian segregation analyses of liability to osteochondral diseases in pig.
  6. Hörning, B. (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze, S. 9.
  7. Lohmann Tierzucht GmbH: http://www.ltz.de/de/layers. (30.01.2017).
  8. Decker, S.: Hühner. Planet Wissen. Online unter: https://www.planet-wissen.de/natur_technik/haustiere/huehner/index.jsp. (26.01.2017).
  9. Hörning (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze, S. 9.
  10. Hörning (2008): Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren, S. 54.
  11. Hirt/Maisack/Moritz (2016): Kommentar zum TierSchG, 3. Auflage, § 11b Rn. 30.
  12. Hörning, B. (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze, S. 9.
  13. Hörning, B. (2008): Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren, S. 54.
  14. Glodek, P. et al (2001): Berücksichtigung des Tierschutzes bei der Züchtung landwirtschaftlicher Nutztiere. In: Zeitschrift Züchtungskunde. Heft 3, 2001, S. 163-181.
  15. Hörning, B. (2008): Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren, S. 46.
  16. Demmler, D. (2011): Leistungsabhängige Gesundheitsstörungen bei Nutztieren für die Fleischerzeugung und ihre Relevanz für 11 b TierSchG.,
  17. Hörning, B. (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze. S.10.
  18. Demmler, D. (2011): Leistungsabhängige Gesundheitsstörungen bei Nutztieren für die Fleischerzeugung und ihre Relevanz für 11 b TierSchG.
  19. Buchwalder, T., Huber-Eicher, B (2005): Effect of the analgetic butorphanol on activity behavior in turkeys (Meleagris gallopavo) / Hörning, B. (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze, S. 10.
  20. Hiller, P. (2012): Abschlussbericht „Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Putenhahnenmast“. Online unter:  http://www.lwk-niedersachsen.de/download.cfm/file/229,ff4f7315-f48a-b85f-681a4bce9f091721~pdf.html. (25.01.2017).
  21.   Hirt, H. (1997): Durch Zucht bedingte Haltungsprobleme am Beispiel der Mastputen; Hörning, B. (2008): Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren, S. 86.
  22. Demmler, D. (2011): Leistungsabhängige Gesundheitsstörungen bei Nutztieren für die Fleischerzeugung und ihre Relevanz für 11 b TierSchG; Hirt/Maisack/Moritz (2016): Kommentar zum TierSchG, 3. Auflage 2016, § 11b TierSchG, Rn. 29.
  23. Spindler, B. (2007): Pathologisch-anatomische und histologische Untersuchungen an Gelenken und Fußballen bei Puten der Linie B.U.T. Big 6 bei der Haltung mit und ohne Außenklimabereich.
  24. Brade und Brade (2013): Zuchtgeschichte der Deutschen Holsteinrinder, Online unter: http://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/25/brade2-html. (26.01.2017).
  25. Hörning, B. (2008): Auswirkungen der Zucht auf das Verhalten von Nutztieren, S. 63.
  26. Hofmann, W. (2007): Farbatlas der Rinderkrankheiten, S. 158.
  27. Hörning, B. (2013): Qualzucht bei Nutztieren - Probleme & Lösungsansätze, S. 7
  28. Hofmann, W. (2007): Farbatlas der Rinderkrankheiten, S. 158.
  29. Bündnis 90 / Die Grünen: Wann ist Zucht Qualzucht. Online unter: https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/tierschutz/PDF/FG-Tierschutz-Preussueberschae.pdf. (26.01.2017).
  30. Hörning, B. (2013): „Qualzucht” bei Nutztieren – Probleme & Lösungsansätze,  S. 7