Scherer in der britischen Wollindustrie treten und verletzen Schafe und lassen sie zum Sterben zurück

Ein von PETA Asia veröffentlichtes Recherchevideo zeigt Arbeiter in der britischen Wollindustrie, die Schafe schlagen, treten, verstümmeln, auf ihnen herumtrampeln und sie herumwerfen. Ein Augenzeuge beobachtete Tierquälerei in jedem einzelnen der 25 britischen Schurställe, die er im Rahmen der Recherche aufsuchte und in denen die Schur von zwei unterschiedlichen Schurbetrieben durchgeführt wurde. 


Arbeiter stellten sich auf die Hälse der panischen Schafe

Wenn die Schafe auf den Boden gedrückt wurden und dadurch in Panik gerieten, stellten sich die Scherer auf die Köpfe und Hälse der Tiere. Sie drückten ihnen die Kehle zu und traten mit Wucht in ihren Bauch. Sie warfen die wehrlosen und verängstigten Tiere durch den Raum, verdrehten ihnen die Gliedmaßen und schleuderten sie hemmungslos mit Kopf und Körper auf den harten Holzboden. 

Einige Scherer schlugen den wehrlosen Tieren mit der Faust ins Gesicht und stachen und droschen mit ihren Schurgeräten auf sie ein. Clive Phillips, Professor für Tierschutz an der University of Queensland, kommentierte den Umgang mit den Tieren:

Die Schafe wurden aus beachtlicher Höhe heruntergeworfen und befanden sich in einem Zustand von extremem Stress. Dies führte wahrscheinlich zu Verletzungen wie gebrochenen Gliedmaßen, Genickbruch usw. Eine solche Situation verursacht den Schafen zweifelsfrei Leid. [Diese Handlungen wurden] den Tieren bewusst zugefügt und dauerten länger an als nur eine kurze Zeit.


© by PETA Asia

Klaffende Wunden ohne Gabe von Schmerzmitteln vernäht

Die Arbeiter versuchten, offene, blutende Wunden, die sie den Tieren zuvor beim Scheren zugefügt hatten, einfach zu vernähen. Dabei verabreichten sie den Schafen keinerlei Schmerzmittel, wenn sie die Nadeln durch die Haut der Tiere bohrten. Laut den Beobachtungen des Augenzeugen wurden die Materialien nicht einmal sterilisiert. Zudem litten einige Tiere angeblich schon vor der Schur an Mastitis, einer schmerzhaften Euterentzündung, an Gebärmutterprolaps und an blutigen Hufen. Laut den Beobachtungen des Augenzeugen wurde jedoch keines der verletzten oder kranken Schafe veterinärmedizinisch behandelt.


Das Ausmaß der Schmerzen und des Leids, das den Tieren verursacht wird, wenn sie herumgeworfen und ihre Wunden ohne jegliche Betäubung vernäht werden, ist laut Donald Maurice Broom, Professor für Veterinärmedizin an der University of Cambridge, mit den Empfehlungen der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und anderer internationaler Einrichtungen bezüglich rechtlich zulässiger Praktiken unvereinbar. In den meisten Ländern ist dieser Umgang mit den Tieren eindeutig illegal.
 
© by PETA Asia

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Sterbende Schafe allein zurückgelassen

Ein Farmer schleifte zwei Schafe, die nicht mehr gehen konnten, in einen Stall, wo er sie – ebenfalls ohne tierärztliche Behandlung- ihrem Schicksal und damit einem langsamen, schmerzhaften Tod überließ. Weitere Tiere verstarben noch während der Schur – vermutlich an einem „Herzinfarkt“, wie der Farmer es nannte.

Lesley Rogers, Professorin für Neurowissenschaften und Tierverhalten an der University of New England, kommentierte:

Schafe sind Herdentiere. Wir wissen heute, dass Schafe leiden, wenn sie das Leid anderer Schafe miterleben. Es ist eine ausgesprochen unmenschliche Praktik, leidende Schafe einfach zum Sterben zurückzulassen, ohne ihnen zu helfen.


Was Sie tun können

Tierleid ist Alltag in der Wollindustrie. Bereits in der Vergangenheit konnten PETA und ihre Partnerorganisationen die skrupellose Tierquälerei in australischen und südamerikanischen Schurställen aufdecken. Wenn Sie den Schafen wirklich helfen möchten, kaufen Sie bitte keine Wolle. Prüfen Sie vor dem Kauf von Kleidung und anderen Waren einfach das Etikett. Wenn darauf „Wolle“ steht, legen Sie den Artikel bitte wieder zurück und schauen Sie sich stattdessen nach einer tierleidfreien Alternative zu Wolle um.