Das Schwein - 11 faszinierende Fakten über Schweine

Schweine sind neugierige und einfühlsame Tiere. Sie sind klüger als Hunde und genauso freundlich, loyal und liebevoll. In ihrer natürlichen Umgebung, also nicht in der Intensivhaltung, sind sie sozial, verspielt und beschützend, gehen Beziehungen miteinander ein, machen Betten, relaxen in der Sonne und kühlen sich im Schlamm ab.

Menschen, die Schweine näher kennenlernen, zum Beispiel auf Lebenshöfen, stellen fest, dass die Tiere uns ähnlicher sind, als man vermuten könnte. Wie wir hören sie gerne Musik, erkennen ihre Namen, träumen, spielen mit Fußbällen und lassen sich massieren. Sie können sogar Videospiele spielen!

Diese 11 erstaunlichen Fakten über Schweine werden ganz sicher dazu beitragen, dass Sie künftig keine Schweine mehr essen wollen.

1. Schweine haben ein gutes Gedächtnis

Suzanne Held von der University of Bristol fand durch ihre Forschung heraus, dass Schweine sich sehr gut daran erinnern können, wo ihre Nahrung gelagert wird. Die in der Studie eingesetzten Tiere konnten ihre Vorräte aus acht verschiedenen Orten auswählen und sich daran erinnern, in welchem Versteck sich weniger oder mehr Leckerchen befanden. Wenn sie die Wahl hatten, gingen sie dorthin, wo es die meisten Leckerlis gab. [1]

2. Schweine lernen Tricks

Dr. Stanley Curtis von der Penn State University legte einen Ball, ein Frisbee und eine Hantel vor mehrere Schweine und brachte den Tieren bei, über die Gegenstände zu springen, sich daneben zu setzen bzw. nach Aufforderung jeden Gegenstand zu bringen. Die Schweine konnten sich noch drei Jahre später an diese Objekte erinnern. [2]

3. Schweine kommunizieren

Schweine kommunizieren permanent miteinander. Mehr als 20 ihrer Oinks, Grunzlaute und Quieker konnten verschiedenen Situationen zugeordnet werden – vom Werben um ihre Partner bis hin zur Äußerung: „Ich habe Hunger!“. Neugeborene Ferkel lernen, auf die Stimmen ihrer Mütter zuzugehen, und Mutterschweine singen während der Stillzeit für ihre Jungen. [3] [4]

4. Schweine haben eine räumliche Vorstellung

Es gibt nur wenige andere Tierarten, die den sogenannten „Spiegeltest“ bestanden haben. Dieser Test, der von Professor Donald Broom an der Cambridge University mit Schweinen durchgeführt wurde, ergab, dass die Tiere nicht nur in der Lage sind, sich selbst im Spiegel zu erkennen, sondern diesen sogar als Hilfsmittel benutzen, um Nahrung zu finden, die ansonsten nicht zu sehen ist. Das bedeutet, dass Schweine im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren verstehen, dass Spiegel eher Reflexionen als Fenster sind. Schweine haben demnach ein Ich-Bewusstsein und sind sich ihrer selbst bewusst . [5]

5. Schweine verstehen symbolhafte Informationen

Professor Stanley Curtis von der Penn State University fand im Rahmen einer Studie heraus, dass Schweine gerne spielen – und vor allem bei Videospielen mit Joysticks hervorragende Fähigkeiten zeigen. Er beobachtete, dass sie „einer abstrakten Vorstellung fähig sind“ und „in der Lage, sich ein Symbol zu merken und sich zu einem späteren Zeitpunkt daran zu erinnern“. [6]

6. Schweine können präsentierte Abläufe lernen

Wissenschaftler der University of Illinois haben festgestellt, dass Schweine nicht nur Temperatur­präferenzen haben, sondern auch durch Ausprobieren herausfinden können, wie man eine Wärmequelle in einer kalten Scheune einschaltet und wieder ausschaltet, wenn es zu warm wird.

Wie Verhaltensbiologen des Veterinärmedizinischen Instituts der Universität Wien beobachteten, lernen Ferkel von ihren Müttern und Tanten. Die Jungtiere schauten sich beispielsweise ab, wie man einen Hebel löst oder eine Schiebetür nach rechts oder links bewegt. [7]

7. Schweine können sich gegenseitig austricksen

Schweine bilden komplexe soziale Einheiten und lernen voneinander auf eine Weise, die wir zuvor ausschließlich bei Primaten beobachten konnten. Beispielsweise bedienen sich Schweine einer schlauen List, um sich gegenseitig auszustechen: So folgen sie gerne ihren Artgenossen, wenn diese auf der Suche nach Nahrung sind, und schnappen ihnen diese dann vor der Nase weg. Diejenigen, die überlistet werden, lernen jedoch, ihr Verhalten zu ändern, damit sie nicht mehr so häufig das Nachsehen haben. Dr. Mike Mendl bemerkte, dass Schweine ihre kompetitive Stärke signalisieren und „diese Information einsetzen können, um offenkundige Aggressionen bei Streitigkeiten um den sozialen Rang zu minimieren“ – genau wie viele Primaten (und auch der Mensch). Mendl erklärte, dass „Schweine ein recht ausgeklügeltes soziales Wettbewerbsverhalten entwickeln können, ähnlich dem Verhalten, das man von einigen Primatenarten kennt.“ [8]

8. Schweine haben unterschiedliche Charaktere

Schweine pflegen abwechslungsreiche Sozialkontakte. Manche von ihnen sind aufgeschlossen, andere ungesellig; es gibt Schlaumeier und Desinteressierte. Wer sich mag, spielt miteinander und verrät, wo es die besten Gräser gibt. Es wurde zudem beobachtet, dass Schweine Mitgefühl mit Artgenossen empfinden, die glücklich oder verzweifelt sind. [9]

9. Schweine benutzen Werkzeuge

Die Ökologin Meredith Root-Bernstein beobachtete eine Schweinefamilie und sah, wie eines der Tiere ein Stück Rinde mit der Schnauze aufnahm und damit zu graben begann. Es war offensichtlich, dass das Schwein die Rinde als Werkzeug einsetzte, um sein Nest auszubauen. [10]

10. Schweine mögen es sauber

Wenn Schweine genügend Platz zur Verfügung haben, sind die Tiere sehr darauf bedacht, sich nicht dort zu entleeren, wo sie schlafen oder essen. Ähnlich wie wir Menschen teilen sie ihr Zuhause normalerweise in Funktionsbereiche auf und haben zum Beispiel eine Ecke, die sie als Toilette nutzen. Schweine „schwitzen nicht wie Schweine“ – die Tiere sind gar nicht imstande zu schwitzen. Schweine lieben es, im Wasser oder Schlamm zu baden, um sich abzukühlen. [11]

11. Schweine empfinden Schmerzen

Schweine fühlen wie wir Schmerz, Leid, Freude und Trauer. Die meisten von ihnen verbringen ihr Leben in der Intensivhaltung, wo sie auf Spaltenböden eingepfercht werden und permanent an der gleichen Stelle stehen oder liegen müssen. Somit sind die von Natur aus reinlichen Tiere gezwungen, entgegen ihres Instinkts am gleichen Ort zu essen, zu koten und zu urinieren. Alleine in Deutschland werden jedes Jahr rund 60 Millionen dieser liebenswerten Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung im zarten Alter von 6 bis 8 Monaten getötet, obwohl ihre natürliche Lebenserwartung 10-15 Jahre betragen könnte. Oftmals sind die Schweine noch bei vollem Bewusstsein, wenn ihnen im Schlachthof die Kehle aufgeschnitten wird oder sie im heißen Brühbad versenkt werden.

Hinweis: PETA lehnt Tierversuche konsequent ab. Die oben genannten Studien mit Schweinen sind jedoch bereits vorhanden und liefern den wissenschaftlichen Beweis für die Verhaltensweisen der Tiere. Auch wenn für diesen Nachweis möglicherweise Tiere leiden mussten, müssen die Ergebnisse öffentlich gemacht werden, denn sie zeigen, wie faszinierend Schweine sind und dass ihr Fleisch nicht auf unserem Teller landen sollte.

[1] Suzanne Held (8.4.2005): Foraging behaviour in domestic pigs (sus scrofa): remembering and prioritizing food sites of different value, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15871038, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[2] Carmen Velayos Castelo (2008): Animal-to-Human Transplantation: An Unconventional Case of Moral Anthropocentrism, https://books.google.de/books?id=VPjGt12AaH4C&pg=PA94&lpg=PA94&dq=dr+curtis+pigs+frisbee&source=bl&ots=f6daMiSH5W&sig=ACfU3U2CUkVGXyjXKFyLJhyVy_7U8Pnf2g&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjZxrjm99LlAhVHh1wKHfLgCvQQ6AEwDHoECAkQAQ#v=onepage&q=dr%20curtis%20pigs%20frisbee&f=false, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[3] Welt (15.01.2012): https://www.welt.de/wissenschaft/article13813590/Schweine-sprechen-ihre-eigene-Sprache-Und-bellen.html, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[4] Humanistischer Pressedienst (16.10.2017): Schweine lernen von ihren Müttern, https://hpd.de/artikel/schweine-lernen-ihren-muettern-14885, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[5] Spiegel (9.11.2009): Schweine erkennen ihr Spiegelbild,  https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/intelligenz-schweine-erkennen-ihr-spiegelbild-a-660191.html, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[6] The Seattle Times: Hog Heaven: Pigs Learn Video Games, http://community.seattletimes.nwsource.com/archive/?date=19971026&slug=2568406
[7] Humanistischer Pressedienst (16.10.2017): Schweine lernen von ihren Müttern, https://hpd.de/artikel/schweine-lernen-ihren-muettern-14885, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[8] Hope and Cogen Bohanec (2013): The Ultimate Betrayal, Is There Happy Meat? https://books.google.de/books?id=_YTd9lgIu9MC&pg=PR27&lpg=PR27&dq=Dr.+Mike+Mendl+pigs&source=bl&ots=Jn89qPPmXN&sig=ACfU3U14gIg2EkZlz_wxp9X7gruZgYjFkA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjok9LR_tLlAhUPPFAKHerrCx4Q6AEwDnoECAkQAQ#v=onepage&q=Dr.%20Mike%20Mendl%20pigs&f=false, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[9] Seeker (6.11.2015): IQ Tests Suggest Pigs Are Smart as Dogs, Chimps, https://www.seeker.com/iq-tests-suggest-pigs-are-smart-as-dogs-chimps-1769934406.html, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[10]  Meredith Root-Bernstein (2019): Context-specific tool use by Sus cebifrons, https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1616504719300333, zuletzt eingesehen am 8.11.2019
[11] Tierwohl Stärken: So leben Schweine, https://www.tierwohl-staerken.de/aktuelles/news-details/news/so-leben-schweine/?no_cache=1&cHash=531d6e848c1d280288dca4ac38e47920, zuletzt eingesehen am 8.11.2019