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Goldendoodle kaufen: Was Sie über die problematische Zucht der „Designerhunde“ wissen sollten

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Sie denken darüber nach, einen Goldendoodle bei sich aufzunehmen? Dann sollten Sie sich vorher genau über diese Hunde informieren. Denn die Zucht von sogenannten Designerhunden wie dem Goldendoodle bringt etliche Probleme mit sich und verursacht Leid bei den Pudel-Mischlingen.

Erfahren Sie, warum Sie keinen Goldendoodle kaufen sollten und weshalb es immer die bessere Wahl ist, einen Hund zu adoptieren.

Inhalte im Überblick

Goldendoodle: Kreuzung aus Pudel und Golden Retriever

Der Goldendoodle ist eine Kreuzung aus einem Golden Retriever und einem Pudel. Das Ziel der Zucht ist, die freundliche und aufgeschlossene Art des Golden Retrievers mit der Intelligenz und dem oft geringeren Haarverlust des Pudels zu kombinieren. Diese Eigenschaften machen den Goldendoodle zu einem beliebten Hund, aber auch lukrativ für skrupellose Züchter:innen.

Trotz der gezielten Vermehrung lässt sich nicht vorhersagen, welche Eigenschaften und äußerlichen Merkmale ein Goldendoodle letztendlich haben wird. Manche Hunde ähneln aufgrund ihres Körperbaus und Gesichts eher einem Golden Retriever, andere besitzen mehr Merkmale des Pudels. Das Fell ist häufig wellig oder lockig und kann verschiedene Farben wie Creme, Gold oder Rot annehmen.

Was ist ein Mini Goldendoodle?

Ein Mini Goldendoodle ist eine kleinere Variante des Goldendoodles und entsteht ebenfalls aus der Kreuzung eines Golden Retrievers mit einem Pudel. Dabei werden kleinere Pudel wie Zwerg- oder Kleinpudel eingesetzt. Diese Vermehrung kann große gesundheitliche Risiken mit sich bringen und für die Elterntiere mitunter lebensgefährlich sein.

Häufig erreicht diese Variante des Goldendoodles eine Schulterhöhe von etwa 30 bis 50 Zentimetern und wird 35 bis 65 Zentimeter groß. Viele Menschen entscheiden sich aufgrund der geringeren Größe für einen Mini Goldendoodle. Er hat auch in kleineren Wohnungen Platz und wirkt auf viele leichter kontrollierbar als größere Hunde.

Mini Goldendoodles können jedoch aufgrund ihrer Zucht anfälliger für gesundheitliche Probleme sein, wie beispielsweise Gelenkerkrankungen, Zahnprobleme und Augenleiden.

Ist der Goldendoodle eine anerkannte „Rasse“?

Der Goldendoodle wird weder von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) noch vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) als eigenständige „Hunderasse“ anerkannt, da keine einheitlichen Zuchtstandards für diese Hunde festgelegt sind.

Stattdessen zählt er zu den sogenannten Designerhunden. Dabei werden zwei „reinrassige” Tiere miteinander gekreuzt, um bestimmte Eigenschaften zu vermischen. Da es keine einheitlichen Standards gibt, können sich Goldendoodles deutlich voneinander unterscheiden.

Brauner Goldendoodle
Das Aussehen von Goldendoodles kann variieren, da sie nicht als eigenständige Hunderasse anerkannt sind.

Bei der Zucht von „Designerhunden“ stehen die Wünsche der Menschen nach bestimmten Eigenschaften oder einem bestimmten Aussehen im Mittelpunkt. Die Bedürfnisse und gesundheitlichen Risiken für die Tiere, beispielsweise durch die Weitergabe von Erbkrankheiten beider Elterntiere, werden dabei nicht berücksichtigt.

Sind Goldendoodle gut für Anfänger?

Ob ein Goldendoodle für Anfänger:innen geeignet ist, lässt sich nicht pauschal sagen, da der Charakter des Hundes nicht vorhersehbar ist. Die Entscheidung, einen Hund aufzunehmen, sollte immer gut überlegt sein. Dabei ist es wichtig abzuwägen, ob ausreichend Zeit und finanzielle Mittel für Erziehung, Pflege und tierärztliche Versorgung vorhanden sind.

Goldendoodles gelten als aktive und lernfreudige Hunde, die sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet werden möchten. Eine konsequente Erziehung und klare Regeln sind deshalb von Anfang an wichtig. Zudem kann die Fellpflege zeitaufwendig sein, da das lockige oder wellige Fell gebürstet werden muss, um Verfilzungen zu verhindern.

Goldendoodle-Züchter:innen möchten ihre Welpen möglichst schnell verkaufen. Dadurch kommt die Aufklärung über die Verantwortung und den Aufwand zu kurz, die mit der Haltung der Hunde verbunden sind. Im Tierheim warten viele Hunde auf ein neues Zuhause, darunter auch „Pudel-Mischlinge“. Eine Adoption bietet die Möglichkeit, den Hund bereits im Vorfeld genau kennenzulernen und einzuschätzen, ob er zur eigenen Familie passt.

Wie viel Auslauf braucht ein Goldendoodle?

Der Goldendoodle ist ein aktiver Hund und braucht täglich ausreichend Bewegung. Ideal sind mehrere, aber mindestens drei Spaziergänge täglich, auch mit langen Runden, bei denen der Hund sich frei bewegen und auch schneller laufen kann.

Viele Goldendoodles haben außerdem Freude an gemeinsamen Aktivitäten wie Schwimmen, Apportieren oder Joggen. Solche Beschäftigungen sorgen für Abwechslung und helfen dabei, dem natürlichen Bewegungsdrang des Hundes nachzukommen. Wichtig ist hierbei aber immer, dass der Hund nicht nur bewegt wird, sondern ausreichend Zeit hat, zu schnüffeln und seinen Bedürfnissen nachzugehen.

Golden Doodle spielt in Park mit Ball
Spaziergänge, Schnüffeln und Spielen gehören für Goldendoodles und alle anderen Hunde zur täglichen Bewegung und Beschäftigung.

Der hohe Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf wird bei der Entscheidung für einen Goldendoodle jedoch häufig unterschätzt. Fehlt es an ausreichender Auslastung, kann dies zu Frust, unerwünschtem Verhalten und einer Überforderung der Halter:innen führen.

Welche Nachteile hat der Goldendoodle?

Der Goldendoodle wird häufig als einfacher Familienhund beworben. Dennoch gibt es einige Nachteile, die gegen den Kauf eines solchen Hundes sprechen. Diese sind:

  • Keine Garantie für ein allergiker:innenfreundliches Fell: Goldendoodles werden häufig als „hypoallergen“ beworben, jedoch können auch sie Allergien auslösen, da allergische Reaktionen vor allem durch Hautschuppen und bestimmte Proteine im Speichel und Hautfett des Hundes entstehen. [1]
  • Gesundheitliche Probleme: Da viele Goldendoodles aus tierquälerischer Vermehrung stammen, können sich Erbkrankheiten beider „Rassen“ ungehindert weitervererben.
  • Unterschiedlicher Charakter: Nicht jeder Goldendoodle ist ruhig und leicht erziehbar. Manche Hunde können den Jagdtrieb des Golden Retrievers oder die Sensibilität des Pudels erben.
  • Unterschätzter Beschäftigungsbedarf: Durch ihre Intelligenz und Energie benötigen Goldendoodles viel Bewegung, Training und geistige Auslastung, was Halter:innen vor dem Kauf des Tieres oft nicht bewusst ist.
  • Unterstützung von skrupelloser Zucht: Die hohe Nachfrage nach Goldendoodles fördert die weitere Zucht der Tiere. Dabei gibt es bereits viele Hunde, die beim Tierschutz darauf warten, adoptiert zu werden.
Heller Goldendoodle Hund steht in Wasser und blickt zur Kamera
Bei Goldendoodles lassen sich Charakter, Fellbeschaffenheit und gesundheitliche Risiken nicht zuverlässig vorhersagen.

Kauf bei Goldendoodle-Züchter:innen: Wie viel kostet ein Goldendoodle?

Ein Goldendoodle kostet häufig zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Besonders Mini Goldendoodles oder Hunde aus gefragten Zuchtlinien können teilweise noch teurer sein. Allerdings sagt ein hoher Kaufpreis nichts über die Gesundheit oder eine vermeintlich „gute Zucht“ aus.  Zudem wiegt kein Preis das Leid der Tiere in der Zucht auf.

Im Laufe eines Hundelebens fallen folgende Kosten an, die sich schnell zu mehreren Tausend Euro summieren:

  • Nahrung
  • Tierärzt:innen
  • Versicherung
  • Hundesteuer
  • Hundeschule
  • Spielzeug
  • Ausstattung

Insgesamt können für einen Hund über seine gesamte Lebenszeit Kosten in Höhe von etwa 15.000 bis 20.000 Euro oder mehr anfallen.  

Darum ist die Zucht von Goldendoodle-Welpen problematisch

Problematisch bei der Zucht von Goldendoodle-Welpen ist, dass die Hunde nach menschlichen Vorstellungen „gestaltet“ und als „Produkt“ vermarktet werden. Begriffe wie „der ideale Begleiter“, „besonders familienfreundlich“, „pflegeleicht“ oder „allergiker:innenfreundlich“ können den Eindruck erwecken, dass ein Goldendoodle zu jedem Menschen passt. Solche Versprechen sind jedoch nicht haltbar, da Goldendoodles Eigenschaften beider Elterntiere erben können. Auch weil jedes Tier grundsätzlich ein Individuum mit eigenem Charakter ist, entspricht nicht jeder Goldendoodle den Erwartungen, die durch die Vermarktung geweckt werden.

Hinzu kommt, dass sich viele Menschen für gezüchtete Goldendoodle-Welpen entscheiden, anstatt Hunden aus Tierheimen ein liebevolles Zuhause zu geben.

Ist der Goldendoodle eine Qualzucht?

Der Goldendoodle gilt grundsätzlich nicht per se als Qualzucht. Dennoch ist die Zucht dieser Hunde problematisch. Goldendoodles können genetische Veranlagungen für bestimmte gesundheitliche Probleme von beiden Elterntieren erben, da sowohl Golden Retriever als auch Pudel bestimmte Krankheiten weitergeben können. Bei der Verpaarung wird auf diese Risiken jedoch nicht immer ausreichend Rücksicht genommen. Stattdessen stehen häufig Wunschmerkmale wie ein lockiges Fell oder eine geringe Haarung im Vordergrund.

Zudem werden immer häufiger Mini Goldendoodles gezüchtet, weil kleine Hunde sehr gefragt sind. Dazu werden jedoch teilweise kleinere oder schwächere Tiere zur Weiterzucht eingesetzt. Dadurch kann das Risiko für gesundheitliche Probleme und Fehlentwicklungen noch weiter steigen.

Warum Sie keinen Goldendoodle kaufen, sondern adoptieren sollten

Goldendoodles sind sehr beliebt. Doch jeder Kauf trägt dazu bei, die Nachfrage nach „Designerhunden“ aufrechtzuerhalten. Solange diese Nachfrage besteht, werden weitere Welpen gezüchtet und verkauft. Dabei warten bereits zahlreiche Hunde in Tierheimen und Tierschutzvereinen auf ein neues Heim.

Wenn Sie einem Hund ein Zuhause schenken möchten, dann entscheiden Sie sich für eine Adoption. Geben Sie so einem bereits lebenden Tier eine zweite Chance, statt die Zucht weiterer Goldendoodle-Welpen zu unterstützen!