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Quallen: 10 spannende Fakten über ihre Lebensweise und Besonderheiten

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Kaum ein Meerestier erscheint so geheimnisvoll wie die Qualle. Scheinbar schwerelos treiben sie durch die Ozeane und wirken dabei eher unscheinbar. In Wirklichkeit sind Quallen jedoch faszinierende Lebewesen, die sich auf ganz besondere Weise an das Leben im Wasser angepasst haben.

Wir haben spannende Fakten über Quallen für Sie zusammengestellt, die zeigen, wie außergewöhnlich diese Meerestiere sind.

Inhalte im Überblick

1. Quallen existieren seit 500 Millionen Jahren

Quallen gehören zu den ältesten Tiergruppen der Erde. Ein neuer Fossilienfund aus dem kanadischen Burgess-Schiefer zeigt, dass es bereits vor etwa 505 Millionen Jahren frei schwimmende Quallen im Meer gab. Die dort entdeckte Art Burgessomedusa phasmiformis gilt somit als einer der bislang ältesten eindeutigen Nachweise einer echten Qualle. Damit lebten Quallen bereits lange vor den Dinosauriern und haben mehrere große Massenaussterben in der Erdgeschichte überstanden. [1]

2. Quallen bestehen zu 95 bis 98 Prozent aus Wasser

Quallen bestehen größtenteils aus Wasser. Folglich haben die Tiere kein echtes Skelett aus Knochen, sondern ein hydrostatisches Skelett. Es besteht aus einem mit Wasser gefüllten Hohlraum, dessen Wände von Muskeln umgeben sind. Diese Körperstruktur gibt der Qualle ihre Form sowie Stabilität und ermöglicht es ihr, sich fortzubewegen. [2]

Haben Quallen ein Herz oder Hirn?

Quallen besitzen weder Gehirn noch Herz oder Blut. Trotz ihres einfachen Körperbaus verfügen Quallen über ein Nervennetz, mit dem sie Reize wahrnehmen können. So können sie Licht erkennen, Gerüche wahrnehmen und auf ihre Umgebung reagieren. Außerdem besitzen sie einen einfachen Verdauungstrakt, bei dem Mund und „After“ in einer einzigen Öffnung liegen. [3]

Quallen haben kein Rudelverhalten, ihr Zusammentreffen wird durch natürliche Umstände begünstigt.

3. Die größte Quallenart der Welt hat bis zu 30 Meter lange Tentakel

Die Gelbe Haarqualle, auch Löwenmähnenqualle genannt, ist die größte Qualle der Welt. Diese Art erreicht einen Schirmdurchmesser von bis zu einem Meter und ihre Tentakel können bis zu 30 Meter lang werden.

Sie lebt vor allem in der Nordsee, der westlichen Ostsee, im Atlantik, rund um Island und im Ärmelkanal. Mit ihren Hunderten feinen Tentakeln fängt sie Zooplankton, kleine Fische und Krebstiere. Ihre Arme sind mit Nesselzellen besetzt, deren Gift bei Menschen äußerst schmerzhafte Hautreaktionen verursachen kann. Lebensgefährlich ist diese Quallenart jedoch nicht. [4]

4. Weibliche Quallen geben Eier aus ihrem Mund ab

Die Mundöffnung der Quallen erfüllt mehrere Funktionen. Sie dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern wird bei einigen Quallenarten auch zur Eifreisetzung genutzt. Auch die Befruchtung der Eier erfolgt bei manchen Arten über die Mundöffnung der weiblichen Qualle. Dabei nimmt sie Spermien der männlichen Qualle aus dem Wasser auf. Diese gelangen zu den Eiern, die im Körper befruchtet werden. [5]

Wie funktioniert die Fortpflanzung bei Quallen?

Quallen durchlaufen in ihrem Lebenszyklus zwei Stadien. Zuerst leben sie als Polypen und später entwickeln sie sich zu Quallen. Die erwachsenen Quallen vermehren sich geschlechtlich, indem sie Eier und Spermien ins Wasser abgeben, wo es zur Befruchtung kommt.

Aus den befruchteten Eiern entstehen zunächst frei schwimmende Larven, die sich an festen Oberflächen anheften. Dort entwickeln sie sich zu Polypen. Diese Polypen leben festgewachsen auf dem Meeresgrund und können sich ungeschlechtlich durch Knospung vermehren. Unter bestimmten Bedingungen bildet der Polyp junge Quallenstadien, sogenannte Ephyren, die nur wenige Millimeter groß sind und von den Strömungen im Meer verteilt werden. Aus den Ephyren entwickeln sich anschließend ausgewachsene Quallen. [5]

5. Manche Quallen sind unsterblich

Eine besondere Quallenart, die Turritopsis dohrnii, wird oft als „biologisch unsterblich“ bezeichnet. Diese winzige Qualle besitzt die außergewöhnliche Fähigkeit, ihren Lebenszyklus umzukehren. Statt zu sterben, können sich die geschlechtsreifen Tiere unter bestimmten Bedingungen wieder in einen Polypen zurückverwandeln.

Das bedeutet, dass diese Quallenart vom ausgewachsenen Tier wieder in ein juveniles Stadium zurückkehren kann und anschließend erneut heranwächst. Dieser Vorgang kann sich theoretisch mehrfach wiederholen, wenn sie keinen Gefahren wie Feinden oder Krankheiten ausgesetzt sind. [6]

Wie alt werden Quallen?

Wie alt Quallen werden, ist sehr unterschiedlich und hängt stark von der jeweiligen Art ab. Kleinere Quallenarten leben oft nur wenige Stunden oder Tage. [2] Größere Arten wie die Löwenmähnenqualle können bis zu 1 oder 1,5 Jahre alt werden. [7]

6. Die Qualle ist das giftigste Tier der Welt

Die Seewespe gilt als das giftigste Tier der Welt. [8] Sie lebt vor allem in den tropischen Küstengewässern des Indopazifiks, insbesondere an der Nord- und Ostküste Australiens. [9] An ihren bis zu drei Meter langen Tentakeln sitzen winzige Nesselzellen, die wie kleine Harpunen funktionieren. Berühren sie ein anderes Lebewesen, geben sie ein starkes Gift ab. Dieses kann Herz und Atmung lähmen. Nach Schätzungen hat eine einzige Seewespe genug Gift, um bis zu 250 Menschen zu töten. [8]

Welche Quallen sind im Mittelmeer gefährlich?

Die Quallen im Mittelmeer gelten insgesamt als eher mäßig giftig und sind nur bedingt bedrohlich. Zu den gefährlichen Quallen im Mittelmeer gehören [10]:

  • Leuchtqualle: Die Leuchtqualle ist die gefährlichste Qualle im Mittelmeer und kommt vor allem in Kroatien vor. Ein Stich kann zu Entzündungen, Fieber, Muskelkrämpfen und Atembeschwerden führen und in seltenen Fällen ein Herzversagen auslösen.

  • Portugiesische Galeere: Die portugiesische Galeere ist streng genommen keine echte Qualle, sondern eine Seeblase. Ihr Kontakt verursacht extreme Schmerzen und weitere Beschwerden wie Übelkeit oder einen Herz-Kreislauf-Schock. Sie ist vor allem an der Küste der Kanaren, an den Balearen und in Portugal zu finden. [11]

7. Quallen sind in allen Ozeanen der Welt zuhause

Quallen sind in allen Weltmeeren beheimatet, wobei in kalten Gewässern weniger Quallen leben. Die Tiere halten sich meist nahe der Wasseroberfläche auf. Doch einige Arten wie die Tiefseequalle leben in bis zu 6.000 Metern Tiefe. [12]

In welchem Meer sind die meisten Quallen?

In welchem Meer die meisten Quallen leben, lässt sich nicht eindeutig sagen. Sicher ist aber, dass Quallen besonders warme tropische Meere wie den Indischen Ozean mögen. Auch im Mittelmeer kann es sehr viele Quallen geben, wenn sich das Wasser im Sommer stark erwärmt. Durch Hitzewellen erreichen die Wassertemperaturen dort mancherorts bis zu 30 Grad, ähnlich wie in tropischen Gewässern. Unter solchen Bedingungen vermehren sich die Tiere stark. [13]

Quallen gibt es in allen Meeren in unterschiedlichsten Farben.

8. Die Qualle besitzt Mundarme

Quallen können zwar schwimmen, aber nicht besonders gut. Mit ihrem schirmförmigen Körper bewegen sie sich nur langsam vorwärts und legen dabei meist nur kurze Strecken aus eigener Kraft zurück. Den größten Teil ihres Weges treiben sie mit den Meeresströmungen und werden zusätzlich von Wind und Wellen beeinflusst. [12] Deshalb werden Quallen nach Stürmen oder starkem Wind oft an Strände gespült. [16]

9. Quallen sind keine guten Schwimmer

Quallen können zwar schwimmen, aber nicht besonders gut. Mit ihrem schirmförmigen Körper bewegen sie sich nur langsam vorwärts und legen dabei meist nur kurze Strecken aus eigener Kraft zurück. Den größten Teil ihres Weges treiben sie mit den Meeresströmungen und werden zusätzlich von Wind und Wellen beeinflusst. [12] Deshalb werden Quallen nach Stürmen oder starkem Wind oft an Strände gespült. [16]

Wann sind am meisten Quallen am Strand?

Quallen sind hauptsächlich in den wärmeren Sommermonaten zwischen Mai und Oktober an Stränden zu finden. Wann und wo sie auftreten, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren wie Meeresströmungen, Wind und Wassertemperatur ab. Deshalb lässt sich nur schwer vorhersagen, wann am meisten Quallen am Strand sind. [11]

10. Quallen sind nicht als sogenannte Haustiere geeignet

Auch wenn Quallen faszinierend aussehen, sind sie Wildtiere und keine „Haustiere”. Sie haben besondere Ansprüche an ihren Lebensraum und schon kleine Fehler können dazu führen, dass die Tiere verletzt oder krank werden und sterben. Deshalb würde ein Leben in Gefangenschaftfür sie großes Leid bedeuten.

Welche Quallen kann man im Aquarium halten?

Quallen gehören nicht ins Aquarium. Auch wenn im Handel manchmal bestimmte Arten angeboten werden, bedeutet das nicht, dass ihre Haltung artgerecht möglich ist. Quallen sind hochsensible Meerestiere, die auf stabile Strömungen, exakt abgestimmte Wasserbedingungen und sehr spezielle Lebensräume angewiesen sind. In einem Heim-Aquarium oder in Meereszoos lassen sich diese Bedingungen nicht nachbilden. Die Haltung von Quallen ist daher aus Tierschutzsicht nicht vertretbar.

Meerestiere schützen und Quallen in der Natur lassen

Quallen sind empfindliche Wildtiere, die auf ihre natürliche Umgebung angewiesen sind. Im Ozean finden sie genau die Bedingungen, die sie zum Überleben brauchen. Deshalb sollten Quallen in der Natur bleiben und nicht aus ihrer Umgebung entnommen werden. Bei der Begegnung mit Quallen sollten Sie:

  • Abstand halten
  • Quallen nicht berühren
  • sie nur aus der Ferne beobachten

Schützen Sie zudem Meerestiere, indem Sie sich für die Ausweisung von echten Meeresschutzgebieten einsetzen. Verschaffen Sie ihnen mit unserer Petition Gehör und helfen Sie so, auch die Artenvielfalt in unseren Ozeanen zu bewahren und das Ökosystem des Meeres im Gleichgewicht zu halten.

Häufig gestellte Fragen zu Quallen bei PETA  

  • Kann man Quallen essen?

    Quallen sind faszinierende und empfindliche Lebewesen und keine Nahrungsmittel. Zudem kann der Verzehr von Quallen Vergiftungen verursachen. [17] Da viele pflanzliche Lebensmittel Eiweiß, gesunde Fette und Nährstoffe enthalten, ist es aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht notwendig, Meerestiere zu essen. Denn Tiere für ihr Fleisch zu töten, ist speziesistisch und mit großem Leid verbunden. Steigen Sie deshalb auf vegane Ernährung um.

  • Sind durchsichtige Quallen gefährlich?

    Viele gefährliche Quallenarten sind nahezu durchsichtig, darunter auch die Seewespe. [18] Allerdings gibt es auch ungefährliche transparente Quallen wie die Ohrenqualle und die Seestachelbeere. [19] Dass alle durchsichtigen Quallen gefährlich sind, ist also ein Mythos. An der Transparenz einer Qualle lässt sich nicht erkennen, ob sie gefährlich ist oder nicht.

  • Welche Quallen sind harmlos?

    Es gibt Quallen, die für Menschen als harmlos gelten. Diese Arten besitzen zwar Nesselzellen, ihre Wirkung ist jedoch meist so schwach, dass sie höchstens leichte Hautreizungen verursachen.

    Dazu gehören unter anderem folgende Quallenarten:

      • Ohrenqualle

      • Meerwalnuss

      • Lungenqualle

      • Wurzelmundquallen

      • Seestachelbeere

      • Kanonenkugelqualle [19-22]
  • Sind Quallen tot, wenn sie am Strand liegen?

    Wenn Quallen an den Strand gespült werden, leben sie häufig zunächst noch. Außerhalb des Wassers trocknen sie jedoch schnell aus und sterben. Angespülte Tiere sollten nicht berührt werden, da auch tote Quallen mit ihren Nesselzellen noch stechen können. [23]

  • Sind Quallen ein Zeichen für sauberes Wasser?

    Im Meer sind Quallen kein zuverlässiger Indikator für eine gute Wasserqualität. Ihr Vorkommen wird vor allem von Faktoren wie der Wassertemperatur und der Anzahl an Feinden beeinflusst. [24] Anders ist es bei Süßwasserquallen in heimischen Badeseen: Sie gelten häufig als Hinweis auf eine gute bis sehr gute Wasserqualität. [25]