Video: Warum wir unseren Kindern die Zukunft wegessen

Dass der Amazonas – und viele weitere wichtige Waldgebiete – für unseren Konsum gerodet werden, ist eigentlich nichts Neues. Doch anstatt die „Lunge der Erde“ gerade in Zeiten des Klimawandels explizit zu schützen, gehen die Zahlen der Regenwaldabholzung steil bergauf. Warum wir unseren Kindern buchstäblich die Zukunft wegessen und gleichzeitig massives Tierleid unterstützen, zeigen diese Bilder aus Brasilien und dem Libanon sowie die folgenden Punkte zum zerstörerischen Konsum tierischer Produkte.

Massive Tierquälerei für den weltweiten Fleischkonsum

Rinder, die zuvor oftmals auf gerodetem Regenwaldgebiet gemästet wurden, stehen beengt auf Lkw. Nach einem unterschiedlich langen Transport durch Brasilien werden diese Tiere ohne Pause auf Schiffe verladen. Gut zwei Wochen dauert die Fahrt über den Atlantik und durch das Mittelmeer. Ziel dieses und vieler anderer Tiertransportschiffe ist Beirut im Libanon. Dort werden sie ihres Fleisches wegen im Schlachthaus getötet – meist ohne Betäubung. Das Abladen der Tiere vor Ort, die nicht mehr selbstständig von den Schiffen laufen können, findet auf die gleiche tierquälerische Weise statt, wie schon viele Jahre zuvor mehrfach dokumentiert: Die empfindsamen Rinder werden an einem oder beiden Vorderbeinen angebunden und per Kran auf die LKWs verfrachtet. Bei dem Eigengewicht der Tiere brechen hierbei Knochen und Gelenke kugeln aus. Für den Fleischkonsum werden sie als Ware degradiert und durch die halbe Welt gekarrt.

Rind Tiertransport

Rinderweiden statt Regenwald – auch für den deutschen Fleischmarkt

Großkonzerne verdienen enorm am Export von Rindfleisch. Um genügend Flächen für die Rinderhaltung zu haben, wird oftmals illegal der Regenwald gerodet. Laut einem Artikel der „Welt“ werden jedes Jahr etwa 2,5 Quadratkilometer Naturschutzgebiet – so viel wie 350 Fußballfelder – in Weideland umgewandelt. [1. Einige Millionen Rinder werden direkt in Brasilien getötet und ihr Fleisch wird unter anderem in die EU und nach Deutschland importiert – in die EU laut ABIEC 2018 über 118.000 Tonnen. [2] Unter anderem in Deutschland wird es als Premium-Fleisch in Supermärkten und Discountern verkauft. Ohne ein Wort über den gerodeten Regenwald und das massive Tierleid zu verlieren.

Sojaanbau für den Futtertrog

Über 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für den Anbau von Futtermitteln und als Weideflächen für die Tierhaltung beansprucht. Weltweit landen über 98 Prozent des angebauten Sojabohnenmehls und 50 Prozent aller Ernten in den Futtertrögen. Allein im Jahr 2015 importierte Deutschland 3,7 Millionen Tonnen Sojabohnen und 2,9 Millionen Tonnen Sojamehl. Deutschland ist damit nicht nur Export-Weltmeister für Schweinefleisch, sondern auch Import-Weltmeister für Soja aus Südamerika. [3,4,5].

Lesen Sie mehr zur Rodung des Regenwaldes für Weideflächen und den Sojaanbau – und warum Soja für Veganer kaum aus Südamerika kommt.

Rind Tiertransport

Klimaschädliche Gase durch Tierhaltung

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schreibt der Landwirtschaft 14,5 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – dies ist der offizielle Wert seit 2013. Neuere Studien sprechen von einem Anteil von rund 30 Prozent. Den größten Teil dieser Treibhausgase verursacht die Tierhaltung. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere, zum anderen indirekt durch die Abholzung der Wälder für die Anpflanzung von Futtermitteln und Weideflächen (Landnutzungsänderungen). [6]

Gülle im Meer und Grundwasser

Das Grundwasser in Deutschland ist die wichtigste Quelle zur Trinkwassergewinnung. Der Grundwasserbericht Niedersachsen sieht in Nitrat das größte Problem für unser Grundwasser, denn immer mehr Messstellen weisen erhöhte Nitratwerte auf. [7] Nitrat entsteht aus Gülle und gelangt über die Ausbringung auf den Feldern in unser Grundwasser.

Während der wochenlang dauernden Transporte entsteht viel Gülle auf den Schiffen. Diese wird offenbar meist rücksichtslos im Meer entsorgt. Dabei schädigt der Nährstoffüberschuss durch die Exkremente massiv die Meere und es entstehen sogenannte Todeszonen, in denen kein Meerestier leben kann. [8]

Tote Tiere verwesen im Meer

Zahlreiche Rinder überleben den qualvollen Transport nicht. Sie gelangen nicht an Wasser oder Futter, werden totgetrampelt oder sterben an Erschöpfung. Ihre Körper werden ebenfalls im Meer entsorgt und verwesen dort oder werden an Strände gespült.

Was Sie tun können

Der Umstieg auf eine tier- und klimafreundliche Ernährung ist ganz einfach. Probieren Sie die vegane Ernährung mit unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm 30 Tage lang aus.



[1] WELT (20.10.2019): Wie die Deutschen den Regenwald mit aufessen, https://www.welt.de/politik/article202170476/Fleischkonsum-Wie-wir-Deutschen-den-Regenwald-mit-aufessen.html, zuletzt abgerufen am 19.11.2019.
[2] ABIEC: Annual Report 2019, http://www.brazilianbeef.org.br/download/sumarioingles2019.pdf, zuletzt abgerufen am 19.11.2019.
[3] Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar, Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock's Long Shadow. Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation (FAO).
[4] Hartmann, Glen L.; West, Ellen D.; Hermann, Theresa K. (2011): “Crops that feed the World 2. Soybean – worldwide production, use, and constraints caused by pathogens and pests“. National Soybean Research Center, Department of Crop Sciences, University of Illinois.
[5] Mighty Investigations (Hrsg.) (2016): “Germany’s Mystery Meat”. Mighty Earth, Washington D.C.
[6] Gerber, P.J./Steinfeld, H./Henderson, B./Mottet, A./Opio, C./Dijkman, J./Falcucci, A./Tempio, G. (2013): “Tackling Climate Change through Livestock - A global assessment of emissions and mitigation opportunities“. Rom: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO).
[7] Umweltbundesamt (Hrsg.) (2015): „Umweltbelastende Stoffeinträge aus der Landwirtschaft – Möglichkeiten und Maßnahmen zu ihrer Minderung in der konventionellen Landwirtschaft und im ökologischen Landbau“, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau.
[8] Naturschutzbund (NABU): Zu viel des Guten – Eutrophierung im Meer, https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/lebensraum-meer/gefahren/24428.html, zuletzt abgerufen am 19.11.2019.