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Pferdequälerei am Nordseestrand: Das Duhner Wattrennen

 
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Empfohlene Beiträge

Für ein Ende des brutalen Pferderennens

Stand Juli 2017
Update Juli 2017
Obwohl zahlreiche Tierquälereien beim Duhner Wattrennen durch ein Gutachten belegt wurden und selbst die Staatsanwaltschaft „Anhaltspunkte für Tierquälerei“ sieht, soll das Duhner Wattrennen erneut im Juli stattfinden. 
Bitte appellieren Sie an das Niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, die Ausrichtung des Duhner Wattrennens zu untersagen:
poststelle@ml.niedersachsen.de


Update September 2016
Beim Duhner Wattrennen am 14. August 2016 kam es erneut zu zahlreichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Trotz der bereits laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stade nach unserer Strafanzeige im Jahr 2015 haben zahlreiche Reiter erneut eine tierschutzwidrige Zäumung benutzt und den Pferden damit Leid und Schmerzen zugefügt. Die seit 1998 in Niedersachsen verbotenen Ohrstöpsel kamen erneut vielfach zum Einsatz. Ein aktuelles Expertengutachten, in dem über 50 Bildaufnahmen des Rennens ausgewertet wurden, belastet die Verantwortlichen schwer. Wir haben erneut Strafanzeige gegen die verantwortlichen Reiter, Veranstalter und auch das Veterinäramt erstattet. Wir fordern das zuständige niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz auf, die Ausrichtung des Duhner Wattrennens künftig zu untersagen.


 
Duhner Wattrennen 2016


Update Januar 2016
Nach unserer Strafanzeige im Juli 2015 und der Veröffentlichung des Fotomaterials hat der damit befasste Oberstaatsanwalt in einer vorläufigen Stellungnahme im Dezember 2015 mitgeteilt, dass Anhaltspunkte für Tierquälerei vorlägen. Ein Gutachten nun soll die näheren Umstände klären. Mittlerweile haben wir 10.000 Unterschriften an den Oberbürgermeister der Stadt Cuxhaven sowie den Ministerpräsidenten von Niedersachsen mit der Forderung übermittelt, das Duhner Wattrennen nicht länger zu unterstützen, sondern sich für ein Ende der tierquälerischen Veranstaltung einzusetzen. Vielen Dank an alle, die unsere Petition unterstützt haben.


Das Duhner Wattrennen
Es klingt idyllisch – das „Pferderennen auf dem Meeresgrund“. Der Renntag findet jedes Jahr im Sommer in Cuxhaven auf dem Wattboden statt. Doch eine detaillierte Fotodokumentation des Trabrennens 2014 enthüllt, dass die Veranstaltung untrennbar mit Gewalt, Zwang und Schmerzen für die Tiere verbunden ist. In mehreren Trab- und Galopprennen werden die Pferde mit scharfer Zäumung, tierschutzwidrigen Gebissen, Riemen und Peitschenschlägen gefügig gemacht. Unter Gewaltanwendung werden sie zu Höchstleistungen gezwungen. Viele Tiere erleiden dabei große Schmerzen. Es ist nicht verwunderlich, dass sogar selbst die Organisatoren ihre eigene Veranstaltung in einem Atemzug mit den brutalen Stierrennen von Pamplona und dem grausamen Hundeschlittenrennen von Alaska nennen und bewerben [1].
Fotos © Melanie Bolleininger
Experten sehen Tierquälerei und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz
Was die Pferde bei dem Duhner Wattrennen in Cuxhaven erleiden, ist „jenseits der Grenze des Akzeptablen.“ So beschreibt es der renommierte Pferdeexperte Dr. Gerd Heuschmann, Veterinärmediziner und Fachbuchautor. Er hat die Fotos für PETA analysiert und kommt zu folgendem Schluss: „Die Zäumung auf den Fotos ist als absolut tierschutzwidrig zu bewerten. Hier findet mechanische Kontrolle der Tiere unter Gewalteinwirkung statt. Als Pferde-Experte halte ich diese Zäumung für nicht tolerierbar. Es ist skandalös, dass es im Pferdesport keine Handlungsrichtlinien gibt, die diese haarsträubenden qualvollen Methoden verbieten.

Auch der ehemalige Rennbahntierarzt Dr. Maximilian Pick bewertet PETAs Fotodokumentation und sagt: „Diese Gebisse sind Tierquälerei pur, paradoxerweise jedoch laut Trabrennordnung erlaubt. Zudem wurde die Zunge bei manchen Pferden am Unterkiefer tierquälerisch angebunden und ist durch die Abschnürung bereits dunkelblau angelaufen. Ohrstöpsel, Blender und Scheuklappen behindern die Sicht und akustische Wahrnehmung der Tiere. Das Schlimmste ist, dass die so zusammengeschnürten, panischen Pferde, dann auch noch mit der Peitsche rücksichtslos bis zu dreimal geschlagen werden dürfen.“

Gesundheitliche Schäden durch Zäumung wissenschaftlich belegt
Die Foltergebisse bereiten den Tieren Schmerzen und können zu ernsthaften Verletzungen führen. Trensen, Kinnketten und Nasenriemen üben Zug auf die empfindlichen Mundwinkel und den Unterkiefer der Pferde aus. Sie drücken auf Zunge und Laden, auf den sehr empfindlichen Gaumen sowie auf den Nasenrücken oder das Genick des Pferdes. Verstärkt wird dieser Druck durch die Hebelwirkung einiger Gebisse.
Die Liste der durch Gebisse verursachten gesundheitlichen Probleme ist lang. So hat auch die Tierärztliche Hochschule Hannover nachgewiesen, dass Gebisse eine permanente Schmerzquelle sein können. Die Experten machen auf die Verletzungsrisiken durch Zäumungen an Zunge, Unterkiefer, Lippen und Gaumen aufmerksam (1). Die Gebisse beeinträchtigen außerdem den Stoffwechsel, die Atmung und das Herz der Tiere und können zu starkem Stress führen.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz
Laut Tierschutzgesetz darf niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen zufügen. Daher müssen diese Foltergebisse endlich verboten werden. Auch die Misshandlung der Tiere durch Schläge bei den Rennen darf nicht länger toleriert werden. Dass Pferde bei Galopprennen bis zu fünfmal, bei Trabrennen dreimal mit der Peitsche geschlagen werden dürfen, zeigt, wie brutal mit den Tieren umgegangen wird. Die Legalisierung der Tierquälerei durch die Verbände steht im direkten Widerspruch zum Tierschutzgesetz. Aufgrund der zahlreichen Unfälle, oftmals mit Todesfolge bei Pferden und Reitern, fordert PETA ein sofortiges Ende von Pferderennen. Pferde sind keine „Sportgeräte“, sondern fühlende Lebewesen.

Quellen:
[1] Offizielle Internetseite des Duhner Wattrennens: http://www.duhner-wattrennen.de/index.php?id=4 ; Letzter Zugriff 7.07.15
[2] Elisabeth Engelke und H. Gasse (Anatomisches Institut, Tierärztliche Hochschule Hannover): Zur Lage unterschiedlicher Trensengebisse im Pferdemaul; In: Pferdeheilkunde 18 (2002) 4 (Juli–August) 367–372
 

Was Sie noch tun können

 
  • Die Misshandlungen durch Schläge und die Verwendung leidverursachender Gebisse, Zungenbänder und anderer Instrumente im Pferde“sport“ müssen verboten werden. Bitte schreiben Sie an Politiker, Rennveranstalter und Pferdehalter und machen Sie die Menschen auf diese Tierquälerei unter dem Deckmantel des Sports aufmerksam.
 
  • Meiden Sie den Besuch von Pferderennen und Pferdewetten. Einzig der Profit und die hohen Wettsummen stehen im Vordergrund.