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Wissenswertes über Hamster

 
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10 Fakten, die Sie vor der Aufnahme eines Hamsters kennen sollten

Stand Oktober 2016
Wenn Sie darüber nachdenken, einen Hamster bei sich aufzunehmen, oder wenn bereits ein Hamster bei Ihnen lebt, dann sollten Sie Folgendes beachten:
1. Wer einen Hamster kauft, fördert die Massenzucht
Eine mehrmonatige Recherche in Zuchtanlagen für Kleintiere wie Hamster, die für den deutschen Heimtiermarkt „produziert“ werden, brachte erschütternde Ergebnisse zutage: PETA-Ermittler fanden unzählige Tiere in völlig überfüllten Käfigen oder winzigen Plastikboxen, die Regal über Regal aufeinandergestapelt waren. Einige mussten inmitten ihrer Ausscheidungen leben.

2. Wer einen Hamster kauft, nimmt ungewollten Tieren die Chance auf ein neues Zuhause
Wenn Sie einen Hamster im Zoofachhandel kaufen, unterstützen Sie den skrupellosen Handel mit der „Ware“ Tier, bei dem das Individuum keinen Wert hat. Jedes gekaufte Tier nimmt einem heimatlosen tierischen Mitbewohner die Chance auf ein neues liebevolles Zuhause. Bitte adoptieren Sie Ihren neuen tierischen Begleiter aus einem der zahlreichen und völlig überfüllten Tierheime! Sie schenken einem bedürftigen Tier damit ein neues Leben.
Je mehr Beschäftigung und Abwechslung, desto besser! © Julia Bielecki
3. Ist Ihr Zuhause für einen Hamster geeignet?
Hamster können von anderen tierischen Begleitern (zum Beispiel von einem Hund oder einer Katze) als Beutetiere angesehen werden. Trifft man keine ausreichenden Vorkehrungen, können sie von diesen Tieren verletzt oder getötet werden. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Hamster nicht von einem anderen Tier verängstigt wird. Für den täglichen Freilauf im Zimmer muss alles hamstersicher gemacht werden, denn Hamster knabbern alles an und holen auch beispielsweise Füllwatte aus Polstern. Diese Watte, aber auch sogenannte Hamsterwatte, kann gefährlich werden, wenn sie sich im Mäulchen oder gar im Verdauungstrakt verwickelt.
 
Für die Fellpflege sollte ein staubfreies Sandbad zur Verfügung stehen. © Julia Bielecki
4. Hamster haben spezielle Anforderungen
Hamster wollen sich bewegen. Der Käfig kann gar nicht groß genug sein und sollte über eine hohe Bodenschale mit einer dicken Schicht Einstreu verfügen. Vermengt man diese mit etwas Heu, kann sich der Hamster artgemäß Gänge und Höhlen bauen. Ein Sandbad (staubfrei!) zur wichtigen Fellpflege sollte angeboten werden – es wird von den kleinen ehemaligen Wüstenbewohnern gerne angenommen. Um dem enormen Bewegungsdrang gerecht zu werden, sollte ein ausreichend großes, tierschutzgerechtes Laufrad installiert werden. Der Hamster muss mit geradem Rücken laufen können. Um Quetschungen zu vermeiden, sollte das Laufrad eine geschlossene Lauffläche und eine geschlossene Rückwand bieten.
 
Hamster knabbern für ihr Leben gern. © Julia Bielecki
5. Futter
Als echter Hochleistungssportler benötigt der Hamster neben frischer Kräuterkost und Gemüse auch Kraftfutter. Nüsse können – in geringen Mengen – ebenfalls angeboten werden. Eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit bieten Hirsekolben und Getreideähren, von denen die leckeren Körnchen erst abgeknabbert und geschält werden müssen. Eine übermäßige Fütterung von Obst steht im Verdacht, für ein gehäuftes Auftreten von Diabetes verantwortlich zu sein. Trinkwasser muss immer angeboten werden.

6. Hamster sind Einzelgänger
Gold- und Teddyhamster sind als Einzelgänger immer strikt getrennt zu halten. Sie dürfen niemals mit einem Artgenossen zusammen gehalten werden. Andernfalls kommt es zu ernsthaften Auseinandersetzungen um ihr Territorium – bis hin zum Tod. Die Vergesellschaftung von Zwerghamstern ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da sich die Tiere ebenfalls bei Rangkämpfen sehr schwer verletzen können. Das überlegene Tier könnte das unterlegene töten.

7. Hamster haben keine besonders guten Augen
Da Hamster schlecht sehen und Tiefen kaum abschätzen können, hüpfen sie auch aus gefährlichen Höhen oder fallen herunter, weil sie keine guten Kletterer sind. Außerdem sind Hamster ängstliche Tiere. Erschrecken Sie Ihren Hamster nicht – er könnte zu Verteidigungszwecken beißen.

8. Hamster sind in der Dämmerung und nachts aktiv
In der Morgen- und Abenddämmerung sind Hamster besonders aktiv. Tagsüber benötigen sie ihren Schlaf. Dies muss im Vorfeld unbedingt bedacht werden.

9. Es könnte schwierig werden, einen guten Tierarzt für Ihren Hamster zu finden
Hamster gelten als „Exoten“ und brauchen einen spezialisierten Tierarzt. Vielen Menschen ist das jedoch nicht bewusst, und wird ihr Hamster krank, finden sie in ihrer Gegend vielleicht keinen geeigneten Tiermediziner. Das Leid des Hamsters kann so unnötig in die Länge gezogen werden. Sie sollten außerdem bedenken, dass die tierärztliche Versorgung mit hohen Kosten verbunden sein kann.

10. Hamster sind wahre Ausbruchskünstler
Die cleveren Tiere können ihren Körper ganz flach zu Boden drücken und passen so durch winzige Löcher und Spalten. Einmal entkommen, ist es schwierig, einen Hamster wiederzufinden. Viele Tiere verletzen sich bei ihren „Ausflügen“ oder werden sogar getötet. Achten Sie daher darauf, dass Ihr Hamster stets in Sicherheit ist.
Keiner dieser Tipps ersetzt eine gründliche Vorbereitung auf den neuen tierischen Freund. Lesen Sie so viel Fachliteratur wie möglich. Lassen Sie sich gerne auch vom Personal Ihres örtlichen Tierheims beraten und fragen Sie Ihren Tierarzt. Je mehr Wissen Sie haben, desto glücklicher und gesünder ist Ihr kleiner Freund – und Sie sind es auch!

Was Sie tun können

Sie wollen Hamstern helfen? Dann kaufen Sie niemals ein Tier in einer Zoohandlung und bitten Sie auch Freunde und Familie, das nicht zu tun. Sollten Sie sich entschlossen haben, einen Hamster bei sich aufzunehmen, geben Sie bitte einem heimatlosen Hamster aus dem Tierheim ein neues Zuhause.