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Sterben für Botox

Stand Juni 2011
Was ist Botox?

Ewige Jugend und Schönheit - mit Botox, der Wunderspritze, scheint der Traum wahr zu werden. Die Faltenglättung mit dem Nervengift Botulinumtoxin ist weltweit sehr gefragt. Jährlich werden in Deutschland etwa eine Million Mal Falten weg gespritzt. Botox ist inzwischen kein Geheimtipp mehr für Stars in Los Angeles, sondern betrifft auch den faltenfeindlichen Durchschnittsbürger in Deutschland. Kaum jemand weiß jedoch welches immense Tierleid dahinter steckt.

Botulinumtoxin ist ein Bakteriengift, das die Signalübertragung von den Nerven zu den Muskeln hemmt. Die Injektion führt zur Erschlaffung der Gesichtsmuskeln, die Haut sieht glatter aus. Nach spätestens einem halben Jahr hat der Körper die gelähmten Nervenendigungen jedoch nachgebildet, die Antifalten-Wirkung lässt nach und die Behandlung muss wiederholt werden. Jeder Kunde lässt sich mehrmals im Jahr spritzen, ein sehr lukratives Geschäft für die Mediziner, bei einem Preis von 200 bis 600 Euro pro Injektion. Den höchsten Preis für jugendliches Aussehen jedoch zahlen die Mäuse: Bis zu 600.000 Mäuse jährlich sterben für Botox. Sie erleiden einen qualvollen Erstickungstod.


Grausame LD50 Versuche

Bei den LD50 Tests wird genau die Menge des Gifts ermittelt, bei der 50% der Tiere sterben. Hierfür ist folgender Tierversuch vorgeschrieben: Botulinumtoxin wird den Mäusen in die Bauchhöhle gespritzt. Die Tiere erleiden Muskellähmungen, Sehstörungen und Atemnot und ersticken bei vollem Bewusstsein. Ihr Todeskampf kann sich über mehrere Tage hinziehen.


Wie ist die Rechtslage?

Wegen der Gefährlichkeit von Botox sieht die EU hierfür einen qualvollen Tierversuch vor. Laut §7 Tierschutzgesetz sind Tierversuche für Kosmetika jedoch verboten. Seit 2004 gilt dieses Verbot auch EU-weit - zumindest für kosmetische Endprodukte. Ein Verbot der Vermarktung sowohl von im Tierversuch getesteten Produkten als auch ihrer Inhaltsstoffe erfolgte zweistufig in den Jahren 2009 und 2013.
Obwohl knapp die Hälfte der Botox-Präparate kosmetischen Zwecken dient, sind Botox-Produkte als Medikamente zugelassen, weswegen das Tierversuchsverbot für Kosmetik hier nicht gilt. So wird auf diese Weise das in der EU und Deutschland bestehende Verbot von Tierversuchen für Kosmetika und deren Inhaltsstoffe umgangen.

Das Europäische Arzneibuch regelt die Herstellung, Bezeichnung, Prüfung und Lagerung von pharmazeutischen Produkten auf internationaler Ebene. Es schreibt derzeit für jede Produktionseinheit (Charge) Botulinumtoxin einen LD50-Test an Mäusen vor. Außerdem muss bei jeder Charge eine Referenzsubstanz mit bekannter Giftmenge mitgeprüft werden.


Alternativen?
(Quelle: Ärzte gegen Tierversuche)

Seit 2005 sind drei alternative Verfahren zugelassen, allerdings nur wenn diese die gleichen Ergebnisse liefern, wie der LD50-Test. Bei dieser so genannten Validierung werden tierversuchsfreie Testmethoden mit dem zu ersetzenden Tierversuch verglichen. Nur, wenn die Ergebnisse beider Verfahren gleich sind, wird eine alternative Methode anerkannt. Das Problem dabei ist, dass der Tierversuch eine unzuverlässige, schlechte Testmethode ist. Neue, bessere Systeme haben kaum eine Chance anerkannt zu werden, weil sie nicht die gleichen, sondern bessere Ergebnisse liefern wie der Tierversuch.
Die verschiedenen »Alternativen« können außerdem nur von einzelnen Herstellern entwickelt und validiert werden. Sie werden dann aber auch nur für diese Firma anerkannt, wie im Juni 2011 in den USA für die Firma Allergan geschehen. Aber erst wenn alle beteiligten Herstellerfirmen die gleiche Alternative validiert haben, kann der Mäuse-Versuch im Europäischen Arzneibuch gestrichen werden.

 

Was Sie tun können

Je mehr Botulinumtoxin verwendet wird, desto mehr Tiere müssen leiden. Solange die Tierversuche noch gesetzlich vorgeschrieben sind, kann nur ein freiwilliger Verzicht auf Botox und Co. die Tierqual verringern.
Die Öffentlichkeit muss über diese schrecklichen Tierversuche informiert werden. Schönheitschirurgen, Ärzte, Krankenkassen und Patienten müssen erfahren, dass mit der Antifaltenspritze unendlich viel Tierleid verbunden ist. Öffentlicher Druck muss auf Firmen und Behörden ausgeübt werden, die Entwicklung und Validierung tierversuchsfreier Verfahren voranzutreiben.
Herstellerfirmen müssen tierversuchsfreie Testmethoden entwickeln und vor allem auch anwenden, so dass der Mäusetest im Europäischen Arzneibuch gestrichen wird.

 

Angeboten wird das Botulinumtoxin Typ A in Deutschland von vier verschiedenen Firmen:

• Botox und Vistabel der Firma Allergan
• Dysport der Firma Ipsen
• Xeomin bzw. Bocouture der Firma Merz
• Azzalure der Firma Galderma

Xeomin ist seit 2005 zugelassen. Es handelt sich um das einzige Botulinumtoxin-Präparat mit dem reinen Botulinum Neurotoxin Typ A. Der „Nachfolger“ mit Zulassung von 2009 heißt Bocouture. Die Tierversuche für das Präparat erfolgen in Hamburg im berüchtigtenLPT Mienenbüttel, einem der größten Auftragslabore in Deutschland.
Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Seit 2006 ist in Deutschland Vistabel für Anwendungen im kosmetischen Bereich vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.

Azzalure ist relativ neu auf dem deutschen Markt (seit 2009 zugelassen) und enthält ebenfalls eine Form des Botulinumtoxins.

Das wohl bekannteste und am besten untersuchte Arzneimittel ist Botox der Firma Allergan. Dieses Präparat ist in Deutschland für eine Vielzahl von Anwendungen zugelassen. Seit Juni 2011 ist in den USA eine von Allergan entwickelte tierfreie Testmethode zugelassen, mit deren Anwendung Allergan in den USA bis zu 95% der Tierversuche einsparen möchte. Wichtig ist nun, dass diese und andere existierende Alternativmethoden in Deutschland und der EU ebenfalls unverzüglich zugelassen werden, damit das unermessliche Leid der Mäuse auch hier bald ein Ende hat.


Bitte fordern Sie von diesen Anbietern die Einstellung der Tierversuche und die Entwicklung von Alternativmethoden:

Ipsen Pharma GmbH
Einsteinstr. 30
76275 Ettlingen
Deutschland
Telefon +49 (0) 7243 184-80
Telefax +49 (0) 7243 184-39
E-Mail: willkommen@ipsen-pharma.de

Merz Pharma GmbH & Co. KGaA
Zentrale
Eckenheimer Landstraße 100
60318 Frankfurt am Main
Tel : +49-(0)69 - 15 03-0
Fax: +49-(0)69 - 15 03-200
E-Mail: contact@merz.de
Web: www.merz.de

Galderma Laboratorium GmbH
Georg-Glock-Straße 8
40474 Düsseldorf
Telefon: 0211-58601-04
Web: www.galderma.de


Außerdem gibt es natürlich den für jeden Konsumenten einfachsten und direktesten Weg, nämlich den der tierfreundlichen Kaufentscheidung: Auf PETA.de/kosmetik findet sich eine umfangreiche und ständig aktualisierte Liste von Kosmetikherstellern, die auf Tierversuche verzichten und auch keine Tierversuche in Auftrag geben. Wer also nur solche Produkte kauft, setzt mit seinem Konsum ein deutliches Signal für die Rechte der Tiere.