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Tipps von PETA: So unterscheiden Sie Leder und Kunstleder

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Wie kann ich Bekleidung, Schuhe und Taschen ohne Tierleid erkennen?

Stand August 2016
Wer Tiere liebt, meidet echtes Leder bei Schuhen, Bekleidung, Taschen oder Sitzbezügen. PETA hat in mehreren Undercover-Ermittlungen aufgedeckt, wie sehr Tiere, wie Kühe oder Lämmer, beim Transport oder bei der Schlachtung leiden und häufig bei vollem Bewusstsein gehäutet werden – auch in Deutschland. In China werden selbst Hunde für Lederprodukte in Schlachthäusern brutal zu Tode geknüppelt.
 
Kunstleder ist heutzutage sowohl optisch als auch vom Griff her kaum noch von Leder zu unterscheiden! Meist besteht Kunstleder aus Polyurethan, Polyester oder Nylon. Es gibt auch stylische Schuhe oder Taschen aus Kork, Mikrofaser, Canvas, recycelten PET-Flaschen oder robustem Hanf. Doch wie kann ich Leder oder Kunstleder neben dem Etikett erkennen?

6 Tipps, wie Sie Echtleder und Kunstleder unterscheiden können

1. Fühlen
Kunstleder fühlt sich glatter und etwas starrer an, während Echtleder sich häufig kühler und meist weicher anfühlt.
2. Schnittkanten
Echtleder hat an den Kanten eine raue, grobe, faserige Struktur, während Kunstleder glatte Kanten aufweist.

3. Geruch
Leder hat häufig einen starken Eigengeruch, der jedoch mit der Zeit verschwinden kann, während Kunstleder geruchsneutraler ist.
4. Struktur
Echte Tierhäute sind beim Darübergleiten oft unregelmäßig und weisen einzelne Narben oder dickere Stellen auf. Außerdem sind teils kleine Haarporen zu erkennen. Kunstleder hingegen ist sehr gleichmäßig strukturiert und gemustert.

5. Rückseite
Kunstleder hat meist eine textile Rückseite mit feinen, weicheren Fasern oder einer Webschicht, während Echtleder eher eine raue und faserige Rückseite aufweist.

6. Öl-Test
Leder kann Fett oder Öle aufnehmen, wenn man es auf eine versteckte Stelle testweise aufträgt. Bei Kunstleder perlt das Öl an der Oberfläche ab.


Doch Vorsicht: Wer trotz Etikett und dieser Hinweise unsicher ist, ob es sich um Leder oder Kunstleder handelt, sollte nach Möglichkeit direkt beim Hersteller des Produktes nachfragen, da auch Händler auf deren Angaben vertrauen.

 

Blut ist im Schuh?

Bei Schuhen müssen Lederbestandteile im Obermaterial und Futter sowie in Decksohle und Laufsohle gekennzeichnet werden.(1)

Das Herkunftsland der Kuh und den Ort der Schlachtung, Gerbung und Verarbeitung erfährt die Kundin aber nicht. Bei Schuhen wird das Symbol einer Tierhaut für die Lederkennzeichnung verwendet, während Kunstleder mit einer gewobenen Textilschicht oder Raute gekennzeichnet werden muss. Lederfreie Schuhe müssen aber nicht zwangsläufig vegan sein, denn auch Kleber oder Öle können aus Tierknochen oder -fett hergestellt sein. Genauere Auskunft können hier nur die Schuhhersteller geben. Alternativ können Sie auch Schuhe mit dem PETA Approved Vegan-Logo wählen.
 

Lederbekleidung und Accessoires

Bei Bekleidung mit Lederbestandteilen muss laut der EU-Textilkennzeichnungsverordnung der Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ auf dem Produktetikett angebracht sein. Handtaschen fallen nicht einmal unter diese Kennzeichnungspflicht! Viele Modelabels schreiben deshalb freiwillig folgende Hinweise auf ihre Lederwaren und Accessoires:

Deutsch: 100%, Echtes Leder
Englisch: Real, Genuine Leather
Italienisch: Cuoio Vero, Pelle, Vera Pelle
Französisch: Cuir, Veritable, Vrai oder Pur Cuir
Spanisch: Verdadero Cuero, Legitimo Cuero, Piel
 
Eher selten wird vom Hersteller die Tierart genannt, gesetzlich verpflichtend ist dies nämlich nicht. Der Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ muss laut Verordnung etwa nur bei Lederjacken angebracht werden, bei denen der Gewichtsanteil von Leder oder Textil über 80 Prozent liegt.(2) Häufig sind an Hosen oder Jacken auch Lederpatches oder Lederverzierungen angebracht und das Produkt muss deshalb den Hinweis auf Teile tierischen Ursprungs tragen.
Viele Lenkräder sind standardmäßig mit Leder bezogen, obwohl etwa die Sitzbezüge aus Stoff sind.

Autoinnenausstattung und Möbel

Viele Autohersteller bieten statt einer Lederausstattung Stoff- oder Alcantarabezüge an.
Doch Vorsicht! Häufig befindet sich am Lenkrad oder Schaltknüppel standardmäßig Echtleder, selbst bei einer gelisteten Stoff- oder Kunstlederausstattung. Wer eine komplett lederfreie Innenausstattung will, muss sich beim Hersteller gezielt nach Sitzbezügen, Verkleidung, Lenkrad und Schaltknüppel erkundigen, denn mit jeder Ausstattungsvariante und Neuauflage eines Fahrzeugmodels kann sich die Innenausstattung ändern.
Für eine Ledercouch müssen je nach Größe zwei bis drei Kühe getötet werden, um an ihre Häute zu kommen.
Auch bei Möbeln hilft häufig nur, bei der Warenbeschreibung nach einem allgemeinen Hinweis zu suchen, denn das Tierhautsymbol und die Bezeichnung „Echtes Leder“ sind aus Gründen des Wettbewerbs- und Verbraucherschutzes nur bei Echtlederprodukten zugelassen.(3)

Was Sie tun können

Wer Echtleder trägt, weiß mangels genauer gesetzlicher Deklarationen und intransparenter Lieferketten nie zu 100 Prozent, in wessen Haut er wirklich steckt. Wer sich für lederfreie Bekleidung, Schuhe, Autoausstattungen und Möbel entscheidet, rettet Tierleben und bewahrt die Umwelt vor weiteren Schäden durch sich ausbreitende Weideflächen, klimaschädliche Methan-Emissionen und giftige Abwässer von Gerbereien.
Tipps zu veganen Schuhen und Accessoires finden Sie im PETA Shoppingguide.



Quellen:
  1. Directive 94/11/EC of the European Parliament and of the Council of 23 March 1994. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=celex:31994L0011
  2. Textilkennzeichnungsverordnung (EU) Nr. 1007/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. September 2011. http://www.textilkennzeichnungsverordnung.de/textilkennzeichnungsverordnung/index.html
  3. Bezeichnung „Textilleder“ untersagt. OLG Bamberg, Urteil vom 21. März 2012, Az. 3 U 219/11. https://openjur.de/u/497444.html