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Schafe und Ziegen: Warum wir ihr Fleisch und ihre Milch nicht konsumieren sollten

 
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Wie Schafe und Ziegen in Deutschland leben müssen

Stand Mai 2015
Schafe und Ziegen gehören wie auch Rinder zu den wiederkäuenden Säugetieren. Ihr Leben verbringen sie je nach „Rasse“ am liebsten auf saftigen Weiden oder in den Bergen. Wegen ihres Fleisches oder ihrer Milch werden aber leider immer mehr Schafe und Ziegen intensiv gehalten, müssen ihr Leben also dauerhaft im Stall verbringen. Zudem werden auch sie züchterisch so verändert, dass sie schneller mehr Fleisch ansetzen und mehr Milch geben. Für beide Tierarten gibt es jedoch noch immer keine speziellen und gesetzlich geregelten Haltungsbedingungen und somit ist es schwer, gegen die schlechten Zustände vorzugehen.
Wegen Schaf- und Ziegenmilch werden die Lämmer meist kurz nach der Geburt schmerzlich von ihren Müttern getrennt.

Schafe

Zwar sieht es oft idyllisch aus, wenn die Schafe grasend mit ihren Lämmern auf einer Wiese stehen, doch letztendlich werden sie nur wegen ihres Fleisches oder ihrer Wolle gehalten.

Wer sich genauer umsieht, wird erkennen, dass viele Schafe humpeln, hinken oder sogar unter der sogenannten Moderhinke leiden. Diese berüchtigte Schafkrankheit führt zu extrem schmerzhaften Klauenentzündungen, und teilweise können die Tiere kaum noch laufen. Die Krankheit wird meist durch mangelnde Klauenpflege und Haltung auf permanent feuchten, matschigen Böden begünstigt. Außerdem wird der Großteil der Schafe im Winter in engen Ställen gehalten, manche Tiere stehen sogar nie auf einer grünen Wiese.

Der Wiesen-Idylle wird jedoch spätestens ein jähes Ende gesetzt, wenn wir erfahren, was bereits nach wenigen Wochen mit den allermeisten Lämmern geschieht – sie werden ins Schlachthaus transportiert, mit einem Bolzenschuss betäubt und bekommen dann die Kehle durchgeschnitten, während sie kopfüber an einem Bein aufgehängt sind.

Jährlich werden alleine in Deutschland über eine Million Schafe und Lämmer in Schlachthäusern getötet (1). Da Lammfleisch in Deutschland bevorzugt wird, werden die Lämmer ihren Müttern bereits nach wenigen Wochen entrissen, gemästet und deutlich vor Erreichen des ersten Lebensjahres getötet. Die Mutterschafe werden anschließend erneut geschwängert. Werden die Schafe krank oder unfruchtbar, sind sie für den Landwirt unwirtschaftlich und werden so meist nach wenigen Jahren ebenfalls im Schlachthaus getötet. Zudem werden einige Tiere gemästet und dann unter großen Qualen ins Ausland transportiert um dort geschlachtet („geschächtet“) zu werden. Werden die sensiblen Schafe wegen ihrer Milch gehalten, dann werden ihnen die Lämmer meist kurz nach der Geburt entrissen. Die männlichen Tiere erwarten ebenfalls die Mast und der anschließende Tod. Die Weiblichen werden gemolken und zum Schlachter transportiert, wenn ihre Milchleistung nachlässt.

Lesen Sie hier mehr über die schlauen Schafe.
 
Das meist entbehrungsreiche Leben der Schafe und Ziegen endet nach dem Transport im Schlachthof – spätestens hier kann nie von Tierwohl gesprochen werden.

Ziegen

Ziegen sind extrem schlaue und bewegungsfreudige Tiere. Sie klettern gerne auf Felsen und sind bekannt für ihre Ausbrechkünste. Ziegenfleisch wird in Deutschland kaum gegessen, weshalb Ziegen hierzulande wegen ihrer Milch gehalten werden. Damit Menschen Ziegenmilch und Ziegenkäse essen können, werden sie fast ausschließlich in großen Gruppen im Stall gehalten. Dabei werden für die bewegungsfreudigen Tiere je nach Alter nur 0,60 bis 1,90 Quadratmeter empfohlen (2).

Ihre Grundbedürfnisse werden somit meist völlig ignoriert. Zudem werden den Ziegenmamas ihre Kinder auch hier kurz nach der Geburt weggenommen, damit sie nichts von der Milch trinken können. In kleinen Buchten werden die Tierkinder ohne Kontakt zur Mutter eingesperrt. Da in Deutschland aber kaum Ziegenfleisch konsumiert wird, werden die männlichen Lämmer nicht selten direkt nach der Geburt illegal totgeschlagen, weil sie keine Milch geben. Einige werden gemästet und anschließend unter großen Qualen ins Ausland transportiert, um dort geschlachtet und gegessen zu werden.

Die weiblichen Tiere bringen immer wieder ein Lamm zur Welt, sobald die Milchleistung nachlässt. Denn sie sind wie der Mensch oder das Schaf und die Kuh Säugetiere, die nur Milch geben, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Lässt die Milchleistung zu sehr nach oder sie werden aus einem anderen Grund unwirtschaftlich, werden auch sie im Schlachthaus getötet und ihre Körper landen nicht selten in Hundefutter oder Ähnlichem. Über 20.000 Ziegen werden so jedes Jahr alleine in Deutschland getötet (1).


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Quellen:
1) Statistisches Bundesamt: „Tiere und tierische Erzeugung; Gewerbliche Schlachtungen 2013 und 2014 im Vergleich“ (abgerufen am 30.04.2015)
2) KTBL: „Haltungsverfahren in der Milchziegenhaltung“ (abgerufen am 30.04.2015)