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Gute Neuigkeiten: Tierpark Donnersberg geschlossen – PETA fordert Tierhalteverbot

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Update vom 11. Mai 2026

Gute Neuigkeiten: Entzug der Zoogenehmigung für Tierpark Donnersberg nach gravierenden Missständen

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Donnersbergkreis teilte uns von PETA Deutschland Anfang Mai 2026 mit, dass der Tierpark Donnersberg aktuell als Privattierhaltung geführt werde – ohne Besuchsmöglichkeit:

  • Dem Betrieb sei die als Zoo notwendige Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz entzogen worden.
  • Zudem habe der Halter die Zahl der Tiere verringert.

Laut den tierschutzrechtlichen Verfügungen von 2022 bis 2024, die PETA nach einer Klage gegen den Landkreis Donnersbergkreis bereitgestellt wurden, gab es wiederholt erhebliche Mängel in der Versorgung und Haltung. Diese bezogen sich auf Meerschweinchen, Kaninchen, einen Nerz, Honigdachse, Rabenvögel und diverse Reptilienarten. Die Missstände umfassten unter anderem:

  • zu kleine und ungeeignete Gehege
  • Defizite bei Versorgung und Klimatisierung
  • fehlende Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten

Außerdem wurden Erkrankungen einzelner Tiere nicht erkannt. Die Amtsveterinär:innen bemängelten, dass grundlegende Kenntnisse zur angemessenen Ernährung und verhaltensgerechten Unterbringung fehlen und Tiere unter Stress, Langeweile und ungeeigneten Haltungsbedingungen leiden. Die Behörde betonte wiederholt, dass von der Leitung eines seit Jahren betriebenen Zoos erwartet werden müsse, die gesetzlichen Mindestanforderungen selbstständig einzuhalten.

PETA fordert Auflösung der Privathaltung und Tierhalteverbot

Die nun fehlenden Eintrittseinnahmen dürften die finanzielle Situation des Halters zusätzlich verschärfen und damit die Versorgung der Tiere erschweren. Daher haben wir schriftlich an die Veterinärbehörde appelliert, ein Tierhalteverbot zu prüfen und erneut angeboten, bei der Vermittlung der Tiere zu unterstützen.

„Mit dem Entzug der Zoogenehmigung ist es nicht getan. Dass die Öffentlichkeit das Leid nicht mehr sehen kann, ändert nichts an der Situation der Tiere. Ihr Alltag bleibt geprägt von den Umständen, unter denen sie zuvor leiden mussten. Sie sollten daher schnellstmöglich in Auffangstationen und andere geeignete Einrichtungen kommen, die ihre Bedürfnisse besser berücksichtigen.“

Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland

Wir fordern ein grundsätzliches Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft, weil die artwidrigen Bedingungen Tierleid verursachen.

Bereits 2023 berichteten wir von PETA Deutschland nach einem Whistleblower-Hinweis über die Missstände im Tierpark Donnersberg in Rockenhausen. Das uns zugesandte Bildmaterial dokumentierte das Tierleid in den engen und maroden Gehegen.

Im Herbst 2023 wurden die prekären Haltungsbedingungen erneut dokumentiert: Wieder zeigten mehrere Tiere Verhaltensstörungen – darunter Kopfverdrehen bei einem Kapuzineraffen und stereotypes Laufen bei einer Zibetkatze und einer Tayra. Ein Besuch vor Ort warf weitere Fragen zur Haltung auf. Obwohl wir die Zustände mehrfach beim Veterinäramt meldeten, blieben diese im Ergebnis unverändert. Ein wirksames Einschreiten ist bisher nicht erkennbar – daher veröffentlichen wir das im Herbst 2023 aufgenommene Bildmaterial.

Update vom 14. Januar 2025

Wir haben im April 2025 Klage gegen den Landkreis Donnersbergkreis erhoben, weil dieser dort angefragte Auskünfte zur Tierhaltung im Tierpark Donnersberg teilweise nicht gewährte.  Nun wurde vor dem Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße am 11. Dezember 2025 gerichtlich festgehalten, dass die anfangs geforderten Informationen – soweit sie dem Landkreis selbst bekannt sind und soweit sie nicht bereits im Rahmen des Gerichtstermins mitgeteilt worden sind – für uns bereitgestellt werden müssen. Auf Grundlage dieser Informationen können wir nun prüfen, inwiefern im Tierpark Donnersberg gegen tierschutzrelevante Vorschriften verstoßen wird bzw. wurde, und welche Maßnahmen die Behörde bislang vorgenommen hat.

Wir fordern, dass der Zoo geschlossen wird und die Tiere in anerkannte Auffangstationen oder geeignete Einrichtungen überführt werden.

„Es ist bedauerlich, dass der Kreis die tierschutzrelevanten Sachverhalte nicht von Anfang an im angeforderten Umfang mitteilte und es stattdessen auf ein Gerichtsverfahren hat ankommen lassen. Sollten die Informationen Versäumnisse des Zoos oder der Behörden aufzeigen, werden wir weitere Schritte prüfen – denn noch immer müssen unzählige exotische Tiere in dem Privatzoo in tristen, kargen Käfigen ausharren. Wenn der Halter nicht in der Lage oder willens ist, etwaige Haltungsdefizite abzustellen, muss die Konsequenz sein, die Zoogenehmigung zu entziehen.“

Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland

Update vom 02. September 2025

Videomaterial zeigt verhaltensgestörte „Exoten“ in kargen Käfigen

Das uns 2023 zugespielte Bildmaterial zeigte bereits „exotische Tiere“ in engen, maroden Gehegen – dieses deutete darauf hin, dass die Vorgaben des „Säugetiergutachtens“ (BMEL, 2014) teils deutlich unterschritten werden. Eine PETA-Mitarbeiterin dokumentierte daraufhin vor Ort auch selbst die Tierhaltung. Im Januar 2024 wandten wir uns an die Kreisverwaltung Donnersbergkreis und forderten Akteneinsicht gemäß Landestransparenzgesetz Rheinland-Pfalz. Unsere Fragen blieben jedoch weitgehend unbeantwortet. Daher reichten wir im Frühjahr 2025Klage gegen den Kreis beim Verwaltungsgericht Neustadt ein, um die Informationen zu erhalten. Zudem veröffentlichen wir nun weitere erschreckenden Aufnahmen und fordern die Schließung des Tierparks sowie die Überführung der Tiere in Auffangstationen oder andere geeignete Einrichtungen.

„Die Auskunftsverweigerung passt ins Bild, denn offenbar hat es die Behörde jahrelang versäumt, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die die miserablen Zustände in dem Zoo nachhaltig verbessern. Die Auskünfte wurden zum Teil mit absurden Begründungen verweigert – beispielsweise zur Größe der Innengehege, da diese für das Zoopublikum nicht einsehbar seien. Mit rechtlichen Mitteln drängen wir daher auf Herausgabe der Informationen und setzen uns weiterhin dafür ein, dass das Tierleid in dem Horror-Zoo endlich beendet wird.“

Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland

Tiere auf engstem Raum eingesperrt

Im Tierpark Donnersberg werden viele exotische Tiere eingesperrt, darunter:

  • verschiedene Primatenarten wie Berberaffen, Totenkopfaffen und Kattas
  • Kleinkatzen wie Karakal, Serval, Rohrkatze, Kleinfleckkatze und Falbkatze
  • exotische Nagetiere und Marderartige wie Aguti und Honigdachs
  • verschiedene Vögel, darunter Nacktaugenkakadus und zwei Raben
  • verschiedene Reptilien

Der triste Privatzoo befindet sich auf einem ehemaligen Parkplatz inmitten eines Industriegebiets.

Laut Augenzeugen waren viele der Tiergehege extrem klein. So sollen zwei Wüstenfüchse auf schätzungsweise 6 bis 8 Quadratmetern gehalten werden. Vorgeschrieben gemäß „Säugetiergutachten“ (BMEL, 2014) ist jedoch eine Gehegegröße von mindesten 15 Quadratmetern pro Paar – und selbst diese Anforderungen sind in unseren Augen viel zu gering, um die Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen.

Das Bildmaterial der Whistleblower zeigt auch eine Zibetkatze und einen Karakal, die auf engstem Raum gehalten werden. Auch hier werden die Mindestanforderungen an die Gehegegröße möglicherweise nicht eingehalten. Bei diesen Haltungsumständen verwundert es kaum, dass zwei Tiere, bei denen es sich um Tayras zu handeln scheint, bereits Anzeichen einer Verhaltensstörung zeigen und ständig auf und ab laufen

Ammoniakgeruch und Kälte im Exotenhaus

Im „Exotenhaus“ fiel den Augenzeugen zudem ein starker Ammoniakgeruch auf – ein möglicher Hinweis auf mangelhafte Hygienebedingungen. Einige Tiergehege waren vollkommen dunkel; auch die Raumtemperatur erschien niedrig. Gerade Reptilien und andere exotische Tiere haben enorm hohe Ansprüche an ihre Haltung und reagieren sehr sensibel auf falsche Temperaturen. Sie können krank werden und sogar sterben.

Auch auf Internetplattformen sind Besucher:innen entsetzt von den Zuständen im Zoo: „Dieser ‚Zoo’ ist das Schrecklichste, was ich je an Tierhaltung erlebt und gesehen habe. Die ganze Anlage ist heruntergekommen. Viele Gegenstände sind beschädigt oder einfach ungepflegt.“ [1]

Besucher:innen könnten in die Gehege greifen

Auch die Sicherheit der Tiere ist laut Augenzeugen nicht gegeben. Teilweise können Zoobesucher:innen sehr nah an die Umzäunung herantreten und könnten sogar in die Gehege greifen.

Ein Gehege der Zibetkatze
Tierpark Donnersberg: Beengte, dunkle Gehege und verhaltensgestörte Tiere.

PETA erstattet Anzeige beim Veterinäramt

Wir von PETA Deutschland haben uns direkt nach der Meldung für die Tiere eingesetzt und den Fall beim zuständigen Veterinäramt der Kreisverwaltung Donnersbergkreis angezeigt. Wir fordern die Behörde auf, zumindest die tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen an die Gehegegrößen durchzusetzen oder die Tiere gegebenenfalls in Auffangstationen zu überführen.

„Wir hoffen, dass die Behörde durchgreift und für die Betreibenden dieses trostlosen Horror-Zoos nun Konsequenzen folgen. Wir bitten alle Menschen, Fälle von Tierquälerei immer umgehend zu melden und einen großen Bogen um Tierparks und Zoos zu machen. Die traurigen Tiergefängnisse tragen nichts zur Wissensvermittlung über Tiere bei – Besucherinnen und Besucher lernen höchstens, dass es in Ordnung sei, Lebewesen zur menschlichen Unterhaltung auszubeuten.“

Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

Zoos bedeuten immer Tierleid

Zoos und Tierparks sind immer mit Tierleid verbunden – egal, wie groß die Einrichtung ist. Selbst uns Menschen verhältnismäßig „groß“ erscheinende Gehege können den natürlichen Lebensraum der Tiere nicht nachbilden. Unzählige Tiere entwickeln in Gefangenschaft schwere Verhaltensstörungen, da sie ihren natürlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen nicht nachkommen können. Wir fordern daher, dass die Zucht und Haltung von Tieren im Zoo beendet wird!

Grafik. Nashorn in einer Hand eingesperrt

Wie Sie Tieren im Zoo helfen können

  • Bitte besuchen Sie keine Zoos oder Wild- und Tierparks.
  • Klären Sie Freund:innen, Verwandte und Bekannte über das Tierleid in Zoos auf und bitten Sie sie, ebenfalls keine Zoos zu besuchen.
  • Wenn Sie Zeug:in von Tierquälerei werden, melden Sie die Missstände bitte umgehend der zuständigen Veterinärbehörde oder über unser Whistleblower-Formular.