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Balut: Was steckt hinter den angebrüteten Eiern mit Embryo?

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Balut-Eier werden vor allem in einigen asiatischen Ländern gegessen. Es handelt sich um angebrütete Eier, in denen sich bereits ein Hühner- oder Entenembryo entwickelt hat. Die Eier werden gekocht, bevor die Küken schlüpfen können.

Was genau ist Balut? Wie werden Balut-Eier gegessen und warum bedeutet die Herstellung Tierleid?

Inhaltsverzeichnis

Balut: Was ist ein angebrütetes Ei?

Bei Balut handelt es sich um ein angebrütetes Ei, in dem ein ausgebildeter Hühner- oder Entenembryo steckt. Das Ei mit dem Embryo wird dabei aus dem Brutkasten genommen und in heißem Wasser etwa eine halbe Stunde lang wie Hummer lebendig gekocht. Die Embryos haben zu diesem Zeitpunkt schon einen Schnabel und Federn ausgebildet.

Balut wird vor allem in Vietnam, China, Kambodscha und auf den Philippinen hergestellt und gegessen – angeblich, um Potenz und Libido zu steigern. [1] Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Es ist also eine weitere Tradition, unter der die Tiere noch immer leiden müssen.

Kann man ein befruchtetes Ei erkennen?

Ob ein Ei befruchtet ist, lässt sich von außen nicht erkennen – dazu muss es durchleuchtet werden. Bei Balut werden die Eier gezielt bebrütet, sodass sich im Inneren ein Embryo entwickelt.

Unabhängig davon, ob ein Ei befruchtet ist oder nicht, sind tierische Produkte mit der Ausbeutung fühlender Lebewesen verbunden. Wer diese Ausbeutung nicht unterstützen möchte, entscheidet sich für eine tierfreundliche vegane Ernährung ohne Fleisch, Milch und Eier.

Wie isst man Balut?

Balut wird gekocht und anschließend direkt aus der Eierschale gegessen:

  • Die Eier werden bis zu 30 Minuten gekocht
  • und warm verzehrt.
  • Es wird ein Stück Schale entfernt,
  • das Fruchtwasser mit Salz bestreut
  • und die Flüssigkeit geschlürft.
  • Der Embryo wird gewürzt, teils auch gebacken und frittiert verzehrt. [1]

Im Inneren befinden sich neben dem Embryo Bestandteile des Eis. Je nachdem, wie lange das Ei bebrütet wurde, ist der Embryo unterschiedlich weit entwickelt.

Der Gedanke, einen bereits entwickelten Embryo direkt aus einem Ei zu essen, löst bei vielen Menschen Ekel aus. Entscheidend ist jedoch nicht, ob wir den Verzehr von Balut als eklig empfinden. Überall auf der Welt werden Tiere und tierische Produkte als vermeintliche Delikatessen gegessen – und der Konsum tierischer Produkte ist immer mit der Ausbeutung von Tieren verbunden. Tiere werden für menschliche Interessen ausgenutzt und getötet. Es ist unmoralisch, fühlende Lebewesen für den eigenen Konsum auszubeuten. Balut ist daher kein isoliertes Problem, sondern ein besonders sichtbares Beispiel für eine grundsätzlich speziesistische Denkweise.

Wie schmeckt Balut?

Wie Balut schmeckt und welche Konsistenz es hat, hängt unter anderem davon ab, wie weit der Embryo entwickelt ist. Beschreibungen des Geschmacks sind subjektiv. Entscheidend ist nicht der Geschmack: Für Balut werden angebrütete Eier mit bereits entwickelten Hühner- oder Entenembryos gekocht und damit massives Tierleid verursacht.

Ist Balut gesund?

Balut wird vor allem in Vietnam, China, Kambodscha und auf den Philippinen hergestellt und gegessen – angeblich, um Potenz und Libido zu steigern. [1] Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Es ist also eine weitere Tradition, unter der die Tiere bis heute leiden, denn wir können uns ausgewogen und gesund vegan ernähren.

Sind Balut und Tausendjährige Eier das Gleiche?

Nein. Balut und sogenannte Tausendjährige Eier sind nicht das Gleiche.

  • Bei Balut handelt es sich um ein befruchtetes und angebrütetes Ei, in dem sich ein Embryo entwickelt hat.
  • Tausendjährige Eier sind dagegen konservierte Eier. Sie enthalten keinen herangewachsenen Embryo.

Ist Balut Tierquälerei?

Ja, bei Balut handelt es sich um Tierquälerei. Das werdende Küken stirbt bei der „Zubereitung“ einen qualvollen Tod, denn die Tiere entwickeln bereits im Ei ein Schmerzempfinden. In Vietnam werden 19 Tage alte Eier bevorzugt als Balut verkauft – das Küken steht also kurz vor der Geburt und ist fast vollständig ausgebildet. Hühnerküken schlüpfen nach etwa 21 Tagen, Entenküken nach etwa 28 Tagen.

Warum ist es genauso schlimm, unbefruchtete Hühnereier zu essen?

Weil wir Eier essen, werden jährlich Millionen Küken fernab ihrer Mütter in Brutkästen ausgebrütet, die als sogenannte Legehennen später Eier in den Legefabriken produzieren müssen. Doch laut biologischer Regel kommen dabei etwa 50 Prozent männliche Tiere zur Welt. Diese werden in Deutschland entweder noch im Ei getötet oder noch als Küken transportiert, auch ins Ausland, und wenige Wochen gemästet, bevor sie im Schlachthaus getötet werden. Viele Küken überleben diese Prozedur nicht.

Auch wer unbefruchtete Eier isst – egal, ob pur oder verarbeitet in Kuchen oder Nudeln –, trägt dazu bei, dass Küken und Hühner ausgebeutet und getötet werden. Außerdem unterstützt man, dass sie genau wie ihre Mütter und Väter in den Elterntierfarmen oder ihre Schwestern nach rund einem Jahr in den Legebetrieben im Schlachthaus getötet werden – oder elendig in den Betrieben sterben, weil ein einzelnes Leben dort nichts wert ist.

Jede Art, Eier zu essen, ist Teil eines speziesistischen Denkmusters

Die Denkweise, Eier zu essen – egal, ob befruchtet oder nicht –, ist grundsätzlich Teil eines speziesistischen Denkmusters. Wie bei anderen Formen der Diskriminierung wie dem Rassismus oder Sexismus werden beim Speziesismus Lebewesen aufgrund ihrer Andersartigkeit ausgebeutet, gequält und missbraucht. Der Mensch hält sich dabei irrtümlicherweise für mehr wert und schlussfolgert daraus, über andere Lebewesen bestimmen, sie auf einen Nutzen reduzieren und ihnen ihre Bedürfnisse absprechen zu können.

Das ist ethisch falsch. Denn es ist nicht natürlich, normal oder notwendig, tierische Produkte zu essen. Heutzutage gibt es zahlreiche vegane Alternativen zu Eiern, Milch und Fleisch.

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