Es gibt über 1.000 verschiedene Arten von Einsiedlerkrebsen. Sie leben oft in großen, offenen Kolonien und ziehen in ihrem Leben mehrmals um – von Schneckenhaus zu Schneckenhaus. Leider werden sie in vielen Urlaubsorten als sogenanntes Haustier oder als „Souvenir“ an Tourist:innen verkauft – oftmals bunt bemalt, in viel zu kleinen Behältern und ohne Rücksicht auf ihre komplexen Bedürfnisse. Was für die Tourist:innen ein Mitbringsel ist, bedeutet für die Tiere Leid, Stress und oftmals einen verfrühten Tod.
In diesem Beitrag beantworten wir Ihnen einige Fragen zu Einsiedlerkrebsen und erklären Ihnen, warum Sie niemals einen kaufen sollten.
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Warum heißt der Einsiedlerkrebs so?
Einsiedlerkrebse sind nach ihrer Lebensweise benannt. Sie besiedeln nämlich leere Meeresschneckenhäuser und stecken ihren weichen Hinterleib in das Schneckenhaus, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Wenn der Krebs wächst und das Haus zu klein wird, zieht er um in ein größeres Schneckenhaus. [1] Die Häuser sind lebensnotwendig für die Tiere, aber oftmals gar nicht so leicht zu finden. Sammeln Sie deshalb bitte keine leeren Schneckenhäuser im Meer oder am Strand – es könnte das Zuhause eines Krebses werden.
Wo gibt es Einsiedlerkrebse?
Einsiedlerkrebse sind weltweit verbreitet. Je nach Art leben sie im Meer, in Küstenregionen und einige sogar in der Tiefsee. In Europa sind sie unter anderem an der Nord- und Ostsee, an den Küsten des Mittelmeers und an der europäischen Atlantikküste verbreitet. [2]
Sieben Gründe, warum Sie niemals einen Einsiedlerkrebs kaufen sollten
Einsiedlerkrebse eignen sich aus vielen Gründen nicht als tierische Mitbewohner. Ihre komplexen Bedürfnisse können in Gefangenschaft nicht artgerecht erfüllt werden. Oftmals sterben die Tiere verfrüht. Wir haben Ihnen sieben Gründe zusammengestellt, warum Sie niemals Einsiedlerkrebse kaufen sollten.
1. Einsiedlerkrebse sind meist Wildfänge
Fast alle Einsiedlerkrebse, die in Aquaristikgeschäften verkauft werden, wurden in ihrer natürlichen Umgebung in der Wildnis gefangen, da sie sich in Gefangenschaft nur selten fortpflanzen und schwer züchten lassen.
2. Einsiedlerkrebse brauchen viele Freunde
In ihrem natürlichen Lebensraum leben sie oft in größeren Gruppen oder in großen Kolonien, wo sie oft dicht gedrängt zusammen schlafen. Sie klettern, suchen nach Nahrung und erkunden ihre Umgebung. Sie arbeiten sogar in Teams zusammen, um Essen zu finden und Vertreter mancher Arten treffen sich, um Häuser zu tauschen.
3. In Gefangenschaft sterben die Tiere verfrüht
Einsiedlerkrebse können in ihrem natürlichen Lebensraum an tropischen Küsten mehr als 30 Jahre alt werden, aber nach dem Kauf leben die meisten nur noch wenige Monate bis zu einem Jahr.
4. Viele Einsiedlerkrebse sterben an Erstickung
Nach einer kurzen Zeit in Gefangenschaft sterben viele Krebse tatsächlich langsam an Erstickung, da ihre Kiemen eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, um atmen zu können.
5. Einige Krebse werden durch falsche Lebensbedingungen vergiftet
Einsiedlerkrebse werden oft langsam durch Leitungswasser und/oder die giftige Farbe, mit der ihre Schalen im Ausland oft bemalt werden, vergiftet. Den Krebsen ist es egal, ob sie orange oder lila sind, aber sie bezahlen mit ihrem Leben, weil es den Menschen wichtig ist.
6. Einsiedlerkrebse brauchen geeignete Plätze zum Häuten
Einsiedlerkrebse brauchen den richtigen Platz, um sich zu häuten (oder ihre Haut abzuwerfen) und zu wachsen. Die Haut eines Krebses dehnt sich nicht wie unsere und wächst auch nicht mit, daher brauchen sie tiefen, feuchten Sand, in den sie sich eingraben können, um sich zu häuten. Ohne geeigneten Platz stoppt der Körper eines Krebses den Häutungsprozess bis zu seinem Tod.
7. Der Handel mit Einsiedlerkrebsen schadet auch wildlebenden Krebsen
Für den Handel mit Einsiedlerkrebsen werden jedes Jahr auch Tausende von leeren Schneckenhäusern aus dem Meer gesammelt, um sie als Ersatzhaus zusammen mit den Krebsen zu verkaufen. Dadurch werden wildlebenden Einsiedlerkrebsen ihre ohnehin schon knappen Behausungen genommen, was zu einer sogenannten „Einsiedlerkrebs-Wohnungskrise“ beiträgt. Zu jedem Zeitpunkt leben 30 Prozent der wildlebenden Krebse in Schneckenhäusern, die für sie zu klein sind – und nach ihrer Wachstumsphase kann dieser Anteil auf fast 60 Prozent ansteigen.

Wie können Sie Einsiedlerkrebsen helfen?
Kaufen Sie bitte niemals einen Einsiedlerkrebs. Sie sind keine „Anfängertiere” oder Schmuckstücke. Krebse sind schmerzempfindliche [3], sensible Tiere, die in der Wildnis leben wollen, nicht in einem Glaskasten. Selbst die wohlmeinendste Person, die Krebse kauft, wird ihnen niemals das Leben bieten können, das sie verdienen.
Schützen Sie die Lebensräume von Meerestieren
Helfen Sie, den Lebensraum von Krebsen und anderen Meerestieren zu schützen. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition an den EU-Kommissar für Umwelt, Ozeane und Fischerei und fordern Sie Meeresschutzgebiete ohne Fischfang.