Lockiges Fell, große Augen und winzige Pfoten – der Maltipoo wird oft als „perfekter Familienhund“ vermarktet. Wer einen Maltipoo kaufen möchte, sollte sich vorab umfassend informieren – im Sinne der Tiere. Denn hinter der niedlichen Optik verbirgt sich ein großes Problem: Die Zucht der Hunde ist ein skrupelloses und profitorientiertes Geschäft, welches die Gesundheit der Hunde außer Acht lässt und daher mit massivem Tierleid verbunden ist.
Erfahren Sie hier, warum der Kauf eines Maltipoos problematisch ist, welche Risiken sogenannte „Designerhunde“ mit sich bringen und welche verantwortungsvolleren Alternativen es gibt.
Was ist ein Maltipoo eigentlich?
Der Maltipoo ist kein eigenständiger Hund mit festem „Rassestandard“, sondern ein Mix aus Malteser und (Zwerg- oder Toy‑)Pudel. Ziel dieser Kreuzung ist meist ein möglichst kleiner, „niedlich aussehender“, „pflegeleichter“ und angeblich hypoallergener Hund. Gerade diese Versprechen machen den Maltipoo besonders attraktiv – und lukrativ.
Warum der Kauf eines Maltipoos kritisch zu sehen ist: Profitgier zum Nachteil der Hunde
Viele Maltipoos werden gezielt immer kleiner gezüchtet, sodass immer mehr Menschen sie aufgrund ihrer „Niedlichkeit“ kaufen. Das kann massive gesundheitliche Probleme zur Folge haben, etwa:
- Atemprobleme durch zu kurze Schnauzen
- Zahnfehlstellungen und Kieferprobleme
- Patellaluxation (herausspringende Kniescheiben)
- Herz‑ und Augenerkrankungen
Je kleiner der Hund, desto höher oft das Leid – besonders dann, wenn Profit über Tierwohl gestellt wird.
Viele Maltipoos stammen aus privaten Vermehrungen oder Massenzuchten – häufig auch aus dem Ausland. Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, genetische Tests oder eine sorgfältige Sozialisierung der Welpen fehlen häufig. Durch die Kleinwüchsigkeit und das „niedliche Aussehen“ nehmen zudem viele Halter:innen die Bedürfnisse der Hunde nicht ernst und unterschätzen die Verantwortung für ein Lebewesen. Auch kleine „Hunderassen“ benötigen eine konsequente, aber liebevolle Erziehung, Auslauf und klare soziale Strukturen sowie Sicherheit. Zudem fallen auch bei „kleinen Hunden“ Kosten für Nahrung, Tierärzt:in und mögliche Versicherungen an.
Das Risiko für verhaltensauffällige oder chronisch kranke Hunde steigt bei „Trendhunden“ erheblich.
Wie viel kostet ein Maltipoo?
Die Preise variieren stark – häufig werden Beträge von 1.500 bis über 3.000 Euro für Maltipoos gezahlt. Hohe Summen sind jedoch kein Qualitätsmerkmal, sondern zeigen vor allem, wie lukrativ das Geschäft mit den Tieren und ihrem Leid ist. Hinter teuren Angeboten stehen nicht selten skrupellose Vermehrer:innen oder Importe aus Massenzuchten. Wer kauft, unterstützt dieses Geschäft – zulasten der Tiere. Auch Käufe aus Mitleid fördern das skrupellose Geschäft mit den Hunden.
Hinzu kommt: Viele dieser Hunde sind krank oder krank gezüchtet. Atemwegsprobleme, Gelenk‑ und Zahnfehlstellungen, Augen‑ oder Herzkrankheiten zeigen sich oft erst im Laufe des Lebens. Betroffene Tiere leiden dauerhaft und für Halter:innen können unvorhersehbare und hohe tiermedizinische Kosten anfallen – für notwendige Behandlungen, Medikamente oder Operationen. Das vermeintlich günstige oder exklusive Tier kann so schnell zu einer emotional und finanziell belastenden Verantwortung werden, der sich viele Käufer:innen nicht bewusst sind.

Alles über ausgewachsene Maltipoos
In welchem Alter ist ein Maltipoo ausgewachsen?
Kleine Hunde wie der Maltipoo sind meist zwischen 10 und 12 Monaten körperlich ausgewachsen. Charakter, Stress‑Toleranz und Impulskontrolle reifen jedoch bis ins zweite Lebensjahr.
Auch danach können sich gesundheitliche Probleme aus der Zucht zeigen – das „Endergebnis“ ist bei sogenannten Designer‑Mischlingen selten planbar und meist nicht sofort ersichtlich. Häufig erkennt man die gesundheitlichen Probleme erst, wenn deutliche Symptome und Schmerzen sichtbar werden – der Hund leidet aber meist schon länger darunter.
Wie sehen Maltipoos ausgewachsen aus?
Es gibt keinen einheitlichen „Rassestandard“. Aussehen und Fellstruktur können stark variieren – von lockig bis wellig, von hell bis dunkel. Auch die Haarwechsel‑ und Pflegeintensität unterscheiden sich deutlich. Wer ein bestimmtes „Instagram‑Lookalike“ erwartet, wird oft enttäuscht – den Preis für unrealistische Erwartungen zahlen schließlich die Hunde, deren Bedürfnisse häufig unbeachtet bleiben.
Wie groß wird ein Maltipoo?
Je nach Elterntieren liegt die Schulterhöhe meist grob zwischen 23 und 35 Zentimetern, das Gewicht circa zwischen 3 und 8 Kilogramm. Extrem kleine „Teacup“-Varianten sind gesundheitlich hochriskant (u. a. Patellaluxation, Hypoglykämie) und sind grundsätzlich zu verurteilen.
Ist ein Maltipoo für Anfänger:innen geeignet?
Der Maltipoo wird oft als „pflegeleicht“ beworben – doch wie alle anderen Hunde braucht er eine liebevolle, konsequente Erziehung, tägliche Beschäftigung und regelmäßige, fachgerechte Fellpflege (inkl. Scheren/Trimmen).
Unerfüllte Bedürfnisse führen schnell zu Problemverhalten. Für Einsteiger:innen ist ein bereits charakterlich gefestigter Hund aus dem Tierschutz häufig die verantwortungsvollere Wahl.
Was sind die Nachteile des Maltipoos?
- Gesundheitsrisiken durch Zucht: Häufig Gelenk‑ (z. B. Patellaluxation), Zahn‑/Kiefer‑, Augen‑ und Herzprobleme; teils erst spät sichtbar, mit langfristigem Leid für die Tiere.
- Hoher Pflegeaufwand: Regelmäßiges Bürsten, Entfilzen und professionelles Scheren/Trimmen nötig; ohne Pflege drohen Hautprobleme und Schmerzen.
- Unvorhersehbares Ergebnis: Größe, Fell, Allergie‑Trigger (Hautschuppen/Speichel) und Temperament sind bei „Designer‑Mischlingen“ nicht planbar.
- Erhöhtes Verhaltensrisiko: Unter‑ oder Fehlbeschäftigung führt schnell zu Angst, Bellen, Aggressions‑ oder Trennungsproblemen.
- Finanzielle Belastung: Hohe Anschaffungspreise plus womöglich langfristig steigende Tierarztkosten durch zuchtbedingte Erkrankungen und regelmäßige professionelle Fellpflege.

Der fragwürdige Trend zu Pudel‑Mischlingen: Maltipoo, Cockapoo & Co.
Der Maltipoo ist kein Einzelfall. Pudel werden immer häufiger mit anderen „Rassen“ gekreuzt, um neue „Trendhunde“ zu erschaffen und die tierquälerische Nachfrage zu bedienen:
- Cockapoo (Cocker Spaniel x Pudel)
- Cavapoo (Cavalier King Charles Spaniel x Pudel)
Was sie alle gemeinsam haben:
- keine anerkannte „Rasse“
- oft hohe Preise
- große Unterschiede in Aussehen, Wesen und Gesundheit
- gesundheitliche Beschwerden
- Reduktion auf ihre Optik
- Marketing für Profit; oft Opfer von illegalen Massenzuchten
Auch hier profitieren in erster Linie Menschen – nicht die Hunde.
Sind „reinrassige“ Pudel weniger problematisch?
Auch bei Zwergpudel, Toypudel oder Großpudel ist Vorsicht geboten. Zwar gelten Pudel grundsätzlich als intelligent und lernfreudig, doch auch sie sind nicht frei von zuchtbedingten Problemen, insbesondere wenn sie extrem klein gezüchtet werden.
Zu den häufigen gesundheitlichen Problemen beim Pudel zählen unter anderem
- Gelenkerkrankungen (z. B. Patellaluxation),
- Augenkrankheiten,
- Zahn‑ und Kieferfehlstellungen
- sowie Haut‑ und Stoffwechselprobleme.
Je stärker die Zucht auf Miniaturisierung oder Trendmerkmale abzielt, desto höher ist das Risiko für chronisches Leiden.
Probleme bei der Zucht von „Pudelmischlingen“ wie Maltipoo, Cockapoo und Co.
Bei der Verpaarung und Zucht von „Pudelmischlingen“ wird auf diese Risiken häufig kaum oder gar keine Rücksicht genommen. Genetische Vorbelastungen beider Elterntiere werden ignoriert oder bewusst in Kauf genommen, um möglichst „niedliche“ oder besonders kleine Welpen zu erzeugen. Dafür werden häufig besonders kleine und schwache Hunde aus einem Wurf zur Weiterzucht ausgewählt. Das kann für die Jungtiere erhebliche Folgen haben: ein erhöhtes Krankheitsrisiko, Fehlentwicklungen des Bewegungsapparates sowie gesundheitliche Probleme, die sie ihr Leben lang begleiten.
Was Sie über Maltipoos wissen sollten
- Begriffe wie „antiallergen“, „pflegeleicht“ oder „perfekter Anfängerhund“ sind wissenschaftlich nicht haltbar und eher ein Marketingkonzept.
- „Hypoallergen“ ist keine Garantie – Reaktionen können auch auf Hautschuppen und Speichelproteine erfolgen.
- Auch ein Maltipoo kann stark haaren, intensive Fellpflege benötigen.
- Maltipoos sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und können verhaltensauffällig werden, wenn diese nicht erfüllt werden.
- Alle Hunde sind fühlende Lebewesen mit artspezifischen Bedürfnissen – keine Accessoires.
- Extrem kleine „Teacup“-Varianten erhöhen das Risiko für schwere Gesundheitsprobleme und lebenslanges Leiden.
- Uninformiert gekaufte Hunde landen aus Überforderung der Halter:innen oft im Tierheim oder leben vernachlässigt unter nicht artgerechten Bedingungen.
- Zucht und Handel mit Tieren verstärken das Problem überfüllter Tierheime: Jeder Kauf nimmt einem im Tierschutz wartenden Hund die Chance auf ein neues Zuhause.
So niedlich, wie Maltipoos auch erscheinen mögen: Der „Trend“ zu immer neuen sogenannten Designerhunden fördert Leid, Ausbeutung und gesundheitliche Probleme. Wer Tiere wirklich liebt, trifft eine Entscheidung für das Tierwohl – nicht für ein bestimmtes Aussehen.
Handeln Sie verantwortungsvoll: Adoption statt Kauf
In Tierheimen und im Tierschutz warten zahlreiche Hunde – auch pudelähnliche „Mischlinge“ – auf ein Zuhause. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie genug Zeit für Erziehung, Pflege und Auslastung eines tierischen Begleiters haben, können Sie Tierheim und Tierschutzvereine kontaktieren.