Um jünger auszusehen, lassen sich manche Menschen verschiedene Wirkstoffe injizieren oder tragen sie in Form von Kosmetikprodukten auf ihre Haut auf – Schneckenschleim, Kollagen oder der neueste Trend: Lachssperma. Inzwischen lassen sich immer mehr Menschen die in Lachssperma enthaltenen Polynukleotide für Anti-Aging unter die Haut spritzen. Dies geschieht zum Leidwesen der Tiere, die für fragwürdige Schönheitsversprechen in Massenzuchten ausgebeutet werden.
Erfahren Sie hier, was eine Lachssperma-Behandlung ist, was sie bewirkt und warum Sie sich für vegane Kosmetik entscheiden sollten.
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Was ist eine Lachssperma-Behandlung?
Eine Lachssperma-Behandlung ist eine kosmetische Maßnahme, bei der Bestandteile von Lachs- oder auch Forellensperma eingesetzt werden. Konkret werden dabei Polynukleotide verwendet, also lange Ketten von Nukleotiden, die aus den DNS-Strängen des Spermas hergestellt werden. [1] Diese Behandlung ist in Japan und Korea seit Jahren im Einsatz. Vor allem durch Prominente wird dieser tierquälerische Trend aber auch in Deutschland immer populärer.
Inzwischen gibt es verschiedene Produkte, die Polynukleotide enthalten – einige Personen lassen sich den Wirkstoff direkt unter die obersten Hautschichten spritzen, andere nutzen ihn in Cremes, Seren oder Masken. Was als innovativer Wirkstoff gefeiert wird, bedeutet für die Tiere ein Leben voll Leid und Ausbeutung.

Was bewirkt Lachssperma?
Lachssperma-Behandlungen werden als Anti-Aging-Mittel eingesetzt, also für die Verjüngung der Haut. Die enthaltenen Polynukleotide sollen die Haut glatter und praller wirken lassen, indem sie die Produktion von Kollagen anregen, die Zellreparatur fördern und Feuchtigkeit binden. [2, 3]
Ein Beauty-Trend, ein unhaltbares Schönheitsideal der Gesellschaft oder der eigene Wunsch, sein Aussehen zu verändern, kann jedoch niemals eine Rechtfertigung für das Leid anderer Lebewesen sein. In Freiheit legen Lachse bei ihren Wanderungen Hunderte Kilometer zurück, um vom Meer zurück zu ihrem Geburtsort im Fluss oder See zu kommen. [4] Lachse sind sehr sensible Tiere – sie können wie Menschen an psychischen Erkrankungen leiden. In der Zucht können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen keinesfalls ausleben und leiden deshalb oftmals unter psychischem Stress bis hin zu Depressionen [5] und weisen zudem auch Hörschäden und Taubheit [6] sowie Verformungen der Wirbelsäule auf. [7]
Wie wird Lachssperma „gewonnen“?
Lachssperma stammt von Lachsen, die in Aquakulturen und Massenzuchten gehalten werden. Für das Lachssperma werden männliche Lachse gezielt „gemolken“ – Menschen massieren entlang des Bauches bis zum After und drücken dadurch die Samenflüssigkeit aus den Tieren. Hersteller:innen von Kosmetikprodukten verschweigen oftmals, woher das Lachssperma stammt. Teilweise betonen sie, dass die Fische bei der quälerischen Prozedur nicht sterben würden, um das Gewissen von Konsument:innen zu beruhigen. Allerdings erreichen Fische in Aquakulturen niemals ihr natürliches Lebensende, sondern werden getötet, wenn sie für die Züchter:innen keinen „Nutzen“ mehr haben.
Aquakultur: Wie schadet die Zucht von Lachsen Tieren und der Umwelt?
Aquakulturen, also die industrielle Zucht von Fischen, waren ursprünglich als Lösung für die Überfischung der Meere gedacht. Doch auch Aquakulturen sind wie die Fischerei immer mit Ausbeutung und Tierleid verbunden und zudem auch sehr schädlich für die Umwelt. Die Fische fristen ihr Dasein in viel zu engen und überfüllten Netzgehegen und die meisten sind deshalb von Parasiten befallen. Um Krankheiten zu vermindern, sind Antibiotika und Chemikalien im Einsatz, die Flüsse und Meere verschmutzen. Zudem werden Lachse und andere Fische auch mit Fischmehl und Fischöl gefüttert, das von Fischen aus dem Meer stammt. Die Lachszucht ist somit für die Überfischung der Meere mitverantwortlich.
Tierische Kosmetikprodukte sind speziesistisch
Lachse und andere Fische für ihre Körperflüssigkeiten auszubeuten, ist speziesistisch. Speziesismus beschreibt die Diskriminierung von nicht-menschlichen Tieren aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Im Falle von Lachssperma-Behandlungen werden Tiere also zur Ressource für einen Wirkstoff degradiert. Ihr Wert wird danach bemessen, was sie für den Menschen „leisten“ können. Das Interesse von Menschen, jung auszusehen, wird über alle Interessen der Tiere gestellt. Doch Lachse sind – wie alle Tiere – Individuen mit eigenen Interessen und Bedürfnissen. Ein kosmetischer Nutzen kann niemals das Leid von anderen Lebewesen rechtfertigen.
Entscheiden Sie sich für Kosmetik ohne Tierleid
Bitte lassen Sie sich niemals Lachssperma injizieren und nutzen Sie keine Produkte, die Lachssperma oder andere tierische Inhaltsstoffe enthalten. Tiere leiden und werden für solche Kosmetikprodukte ausgebeutet. Entscheiden Sie sich deshalb für vegane und tierversuchsfreie Kosmetik. Mit PETAs Liste ist es ganz einfach, die richtigen Produkte zu finden.
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Quellen
[1] ELLE (26.11.2024): Lachs-Sperma ist der neueste Anti-Aging-Wirkstoff aus Hollywood und das bewirkt er, https://www.elle.de/beauty/trends/lachs-anti-aging-wirkstoff-trend-aus-hollywood (eingesehen am 05.03.2026)
[2] Cosmopolitan (21.03.2025): Das Beauty Geheimnis der Kardashians? Lachs Sperma – kein Scherz!, https://www.cosmopolitan.de/das-beauty-geheimnis-der-kardashians-lachs-sperma-kein-scherz-137266.html (eingesehen am 05.03.2026)
[3] PTAheute (17.10.2024): Im Trend: „Salmon-Sperm-Facial“ für jüngere Haut, https://www.ptaheute.de/aktuelles/2024/10/17/social-media-trend-salmon-sperm-facial-fuer-juengere-haut (eingesehen am 05.03.2026)
[4] Focus (25.04.2024): Erstaunliche Fakten über die Lachswanderung: Das sollten Sie wissen, https://praxistipps.focus.de/erstaunliche-fakten-ueber-die-lachswanderung-das-sollten-sie-wissen_176539 (eingesehen am 05.03.2026)
[5] Vindas, M. A., Johansen, I. B., Folkedal, O., Höglund, E., Gorissen, M., Flik, G., Kristiansen, T. S., & Øverli, Ø. (2016). Brain serotonergic activation in growth-stunted farmed salmon: adaption versus pathology. Royal Society Open Science, 3 (5), [160030], https://doi.org/10.1098/rsos.160030 (eingesehen am 05.03.2026)
[6] Reimer, T., Dempster, T., Warren-Myers, F. et al. (2016): High prevalence of vaterite in sagittal otoliths causes hearing impairment in farmed fish. Sci Rep6, 25249, https://doi.org/10.1038/srep25249 (eingesehen am 26.01.2026)
[7] Fjelldal P.G., Hansen T., Breck O., Ørnsrud R., Lock E.J., Waagbø R., Wargelius A. & Witten E.P. (2012): Vertebral deformities in farmed Atlantic salmon (Salmo salar L.) – etiology and pathology. In: Journal of Applied Ichthyology 28, 433-440, https://doi.org/10.1111/j.1439-0426.2012.01980.x (eingesehen am 26.01.2026)