Aussiedoodles gelten als intelligent, familienfreundlich und werden oft als „allergikergeeignet“ vermarktet. Hinter dem niedlichen Aussehen der „Mischlinge“ aus Australian Shepherd und Pudel sowie den Versprechen vieler Züchter:innen steckt eine problematische Realität: Aussiedoodles sind sogenannte Designerhunde, deren gezielte Zucht zahlreiche Probleme aufwirft und unvorstellbares Leid verursacht.
Erfahren Sie, warum Sie niemals einen Aussiedoodle kaufen sollten und weshalb Hunde aus dem Tierheim immer die bessere Wahl sind.
Was ist ein Aussiedoodle?
Der Aussiedoodle entsteht durch die Verpaarung eines Australian Shepherd mit einem Pudel. Ziel der Zucht ist es häufig, Eigenschaften beider Elterntiere miteinander zu kombinieren – etwa die Intelligenz des Pudels und die Arbeitsfreude des Australian Shepherds.
Es ist jedoch nie vorhersehbar, inwiefern das „Ergebnis“ der Zucht den Wunschvorstellungen von Züchter:innen und Käufer:innen entspricht. Denn Aussiedoodles können sich hinsichtlich Größe, Fell und Verhalten sowie ihrer gesundheitlichen Veranlagungen erheblich unterscheiden – das gilt sogar für Welpen aus demselben Wurf.
Hinweis: Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Rasse“ entscheidet nicht darüber, welchen Charakter ein Hund hat. Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass die „Hunderasse” nur begrenzt Rückschlüsse auf den Charakter eines einzelnen Hundes zulässt. Zwar können bestimmte Veranlagungen bei manchen „Rassen“ häufiger auftreten, doch Persönlichkeit und Verhalten werden deutlich stärker durch individuelle Genetik, Sozialisierung, Erziehung und Lebenserfahrungen geprägt.
Eine große Studie aus dem Jahr 2022 kam zu dem Ergebnis, dass die „Rasse“ allein nur begrenzt Rückschlüsse auf das Verhalten eines individuellen Hundes zulässt. [1]
Bei der Zucht von Hunden stehen die Bedürfnisse von Menschen im Vordergrund, das Wohlergehen der Tiere rückt dabei immer in den Hintergrund.
Ist der Aussiedoodle eine anerkannte „Rasse“?
Nein. Der Aussiedoodle wird weder von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) noch vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) als eigenständige „Hunderasse“ anerkannt.
Die Tiere werden als sogenannte Designerhunde nach den Vorlieben von Menschen gezüchtet.
Ist der Aussiedoodle ein guter Familienhund?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten: Viele Aussiedoodles gelten als freundlich und menschenbezogen. Gleichzeitig bringen beide Elterntiere Eigenschaften mit, die im Familienalltag herausfordernd sein können.
- Der Australian Shepherd wurde ursprünglich als Hütehund gezüchtet und verfügt über einen ausgeprägten Arbeits- und Bewegungsdrang.
- Auch Pudel benötigen ausreichend körperliche und geistige Auslastung.
Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, können Verhaltensprobleme entstehen. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Rasse“ bedeutet zudem nicht, dass sich ein individueller Hund entsprechend den ihr zugeschriebenen Eigenschaften verhält.

Ist ein Aussiedoodle ein Anfängerhund?
Nein, aufgrund ihrer hohen Intelligenz lernen Aussiedoodles zwar schnell, gleichzeitig benötigen sie eine konsequente, liebevolle Erziehung sowie ausreichend Beschäftigung.
Vor allem unerfahrene Halter:innen unterschätzen häufig den täglichen Zeitaufwand. Züchter:innen möchten ihre Welpen oftmals einfach verkaufen und legen oft kaum Wert darauf, wie überlegt der Kauf eines Hundes wirklich ist.
Welche Nachteile hat ein Aussiedoodle?
Die wichtigsten Nachteile sind:
- Hunde zu kaufen, während Tausende in Tierheimen sitzen, ist moralisch schlichtweg falsch
- ein oft unterschätzter hoher Bewegungs- und Beschäftigungsbedarf
- aufwendige Fellpflege
- unvorhersehbare Eigenschaften durch die Zucht
- mögliche Erbkrankheiten beider Elterntiere
- hohe Kosten, beispielsweise für regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen
- Unterstützung einer skrupellosen „Designerhund“-Zucht
Fazit: Viele Menschen kaufen gezielt Welpen, während unzählige Hunde in Tierheimen auf ein Zuhause warten. Das ist unmoralisch und befeuert das Problem überfüllter Tierheime.
Wie groß wird ein (Mini-)Aussiedoodle?
Die Größe hängt von den Elterntieren ab.
- Standard-Aussiedoodles erreichen häufig etwa 45 bis 60 Zentimeter Schulterhöhe.
- Mini-Aussiedoodles bleiben meist zwischen 30 und 45 Zentimetern groß.
Da die Zucht unvorhersehbar ist und es sich hierbei um sogenannte Mischlinge handelt, sind erhebliche Abweichungen möglich.
Wie viel Auslauf braucht ein Aussiedoodle?
Aussiedoodles benötigen sehr viel Bewegung und geistige Auslastung:
Neben täglichen Spaziergängen brauchen sie beispielsweise
- intensive Beschäftigung,
- Nasenarbeit,
- Denkspiele oder
- geeigneten, tierfreundlichen Hundesport.
Nur wer ausreichend Zeit und Erfahrung hat, sollte einen Hund aufnehmen; auch Aussiedoodles sollten ausschließlich aus dem Tierschutz adoptiert werden, um die mit großem Leid verbundene Zucht von Hunden nicht zu unterstützen.

Sind Aussiedoodles für Allergiker:innen geeignet?
Nein. Entgegen der Werbung vieler Züchter:innen gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Aussiedoodles oder andere Pudel-Mischlinge grundsätzlich für Allergiker:innen geeignet sind. [2, 3]
Allergische Reaktionen werden vor allem durch Eiweiße im Speichel, Urin und Hautschuppen ausgelöst – nicht allein durch das Fell. [4]
Wie oft muss ein Aussiedoodle geschoren werden?
Das Fell muss regelmäßig gepflegt werden: Je nach Felltyp kann regelmäßiges Bürsten und gegebenenfalls professionelles Scheren notwendig sein, um Verfilzungen vorzubeugen. Der Pflegeaufwand wird oftmals unterschätzt.
Was kostet ein Aussiedoodle?
Ein Aussiedoodle kostet bei Züchter:innen häufig zwischen 2.000 und 4.000 Euro, teilweise sogar mehr.
Hinzu kommen laufende Kosten für:
- hochwertige Ernährung
- Tierärzt:in
- Versicherung
- Hundesteuer
- Fellpflege
- Hundeschule
- Ausstattung
Über ein Hundeleben hinweg entstehen schnell Kosten im fünfstelligen Bereich.
Warum Sie keinen Aussiedoodle-Welpen kaufen sollten
Wer einen Aussiedoodle-Welpen kauft, trägt dazu bei, die Nachfrage nach „Designerhunden“ aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig warten allein in Deutschland unzählige Hunde in Tierheimen auf ein neues Zuhause. Viele von ihnen wurden abgegeben, weil ihre Halter:innen den Zeit-, Kosten- oder Erziehungsaufwand unterschätzt haben.
Wer einen Hund aufnehmen möchte, sollte niemals zu Züchter:innen gehen, sondern einem Tier aus dem Tierheim eine zweite Chance geben.
Aussiedoodle-Züchter:innen: Warum die Zucht so problematisch ist
Viele Züchter:innen werben mit Begriffen wie:
- „hypoallergen“
- „familienfreundlich“
- „besonders gesund“
Solche Versprechen sind jedoch nicht pauschal haltbar:
- Da Aussiedoodles Eigenschaften beider Elterntiere erben können, lassen sich weder Charakter noch Gesundheit zuverlässig vorhersagen.
- Darüber hinaus bedeutet jede gezielte Zucht, dass weitere Welpen geboren werden, während gleichzeitig bereits existierende Hunde in Tierheimen auf ein Zuhause warten.
Ist der Aussiedoodle eine Qualzucht?
Ob die Zucht eines Aussiedoodles im Einzelfall als Qualzucht einzustufen ist, hängt von den konkreten Zuchtmerkmalen und deren gesundheitlichen Folgen für die Tiere ab.
Dennoch ist die Zucht kritisch zu betrachten:
Zum einen können Erkrankungen beider Elterntiere vererbt werden, etwa Hüftgelenksdysplasie, Augenkrankheiten oder neurologische Erkrankungen. Zum anderen werden zunehmend Mini-Varianten gezüchtet, um die Nachfrage nach besonders kleinen Hunden zu bedienen. Eine gezielte Zucht auf bestimmte äußere Merkmale kann gesundheitliche Probleme begünstigen.

Die Zucht von Hunden und anderen Tieren ist grundsätzlich abzulehnen, da sie weiteres Tierleid fördert und den Handel mit fühlenden Lebewesen unterstützt, obwohl bereits zahlreiche Tiere in Tierheimen auf ein Zuhause warten.
Fazit: Kaufen Sie keinen Aussiedoodle
Aussiedoodles mögen niedlich aussehen, doch sie sind das Ergebnis einer gezielten Zucht, die vor allem die Nachfrage nach „Designerhunden“ bedient. Ihre Eigenschaften sind schwer vorhersehbar, sie benötigen viel Zeit und Beschäftigung und können gesundheitliche Probleme entwickeln, unter denen sie ihr gesamtes Leben leiden.
Wenn Sie einem Hund ein Zuhause schenken möchten, entscheiden Sie sich für einen Hund aus dem Tierheim. So schenken Sie einem bereits lebenden Tier ein neues Zuhause, statt die Nachfrage nach weiteren Welpen zu fördern.
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Quellen
[1] Morrill, Kathleen et al. (2022): Ancestry-inclusive dog genomics challenges popular breed stereotypes. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9675396/ (eingesehen am 12.08.2026)
[2] Nicholas, Charlotte E. et al. (2011): Dog allergen levels in homes with hypoallergenic compared with nonhypoallergenic dogs, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3680143/ (eingesehen am 12.08.2026)
[3] Hilger, Christiane et al. (2024): Hypoallergenic animals: A promise of hope for allergic patients?, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10975736/?utm_source=chatgpt.com (eingesehen am 12.08.2026)
[4] netdoktor.de (19.01.2022): Hundeallergie, https://www.netdoktor.de/krankheiten/hundeallergie/ (eingesehen am 17.07.2026)