Straußenfedern und -leder gelten in der Modewelt als luxuriös. Doch hinter ihnen steckt großes Tierleid. Diesbezüglich versucht die Federindustrie Verbraucher:innen zu täuschen.
Eine neue Recherche von PETA Asien zeigt, wie Straußen Federn bei lebendigem Leib ausgerissen und die Tiere für ihre Haut getötet werden. Die untersuchten Farmen sollen Verbindungen zu Luxusmarken wie Dior, Hermès, Louis Vuitton und Prada haben.
Es gibt keinen Grund, dass Tiere für die Bekleidungsindustrie leiden müssen. Erfahren Sie, wie Sie den Straußen helfen können.
Gewalt und Lebendrupf: So leiden Strauße für die Modeindustrie
Aufnahmen einer PETA Asien Recherche auf einer Straußenfarm zeigen, welchem Leid die Tiere für die Modeindustrie ausgesetzt sind. Sie dokumentieren, wie zwei Strauße:
- am Hals gewürgt werden,
- eine Haube über den Kopf gezogen wird,
- gegen ihren Willen in Metallkäfige gesteckt werden,
- bei vollem Bewusstsein büschelweise, teilweise sogar blutige Federn aus Flügeln und Schwanz ausgerissen bekommen.
Zwei Strauße hatten zudem geschwulstartige Verdickungen in der Größe eines Tennisballs am Hals und gebrochene, verschmutzte sowie ausgefranste Federn.
Strauße werden gewaltvoll getötet
Der Ermittler filmte außerdem die gewaltvollen Vorgänge auf einem Schlachthof, in dem nach eigenen Angaben täglich etwa 125 Strauße getötet werden. Die Aufnahmen zeigen, dass Arbeiter:innen:
- die Tiere in einer Maschine festhalten,
- durch Elektroschocks betäuben,
- kopfüber an ihren Beinen aufhängen und
- ihnen die Kehle durchschneiden.
Nach den Beobachtungen des Ermittlers überprüfen die Arbeiter:innen nicht, ob die Strauße bewusstlos sind oder weiterhin Angst und Schmerzen empfinden.
Die Aufnahmen machen deutlich, dass Strauße in der Modeindustrie wie Waren behandelt werden. Dabei leiden die sensiblen und sozialen Tiere unter Stress, Schmerzen und Todesangst. Deshalb sind Straußenleder und Straußenfedern Tierquälerei. Nur tierfreie Alternativen können das Leid der Tiere nachhaltig beenden.

Straußenfedern: Tierquälerei für Luxusmarken
Die in der Recherche dokumentierten Farmen beliefern einen der weltweit größten Produzenten von Straußenleder, Straußenfedern und Straußenfleisch. Ein Farmer, der im Vorstand eines nationalen Branchenverbands sitzt, erklärte gegenüber dem Ermittler, dass Hermès, Christian Dior, Louis Vuitton und Prada Federn von diesem Produzenten beziehen würden.
Auf der Website eines weiteren mit dem Produzenten verknüpften Handelsunternehmens werden Gucci, Prada, Hermès und Louis Vuitton als Abnehmer von Straußenhaut genannt.
Federindustrie belügt Verbraucher:innen über das Leid hinter Straußenfedern
Die Federindustrie möchte Verbraucher:innen glauben lassen, dass Straußenfedern auf „tierfreundliche“ Weise gewonnen werden. Wie Menschen über die Herkunft der Federn getäuscht werden, zeigt das prominente Beispiel von Lady Gaga. Die Sängerin trug bei einem ihrer Auftritte ein Outfit mit Straußenfedern, die laut einem Mitarbeiter mitunter von der Farm der PETA-Recherche stammten.
Berichten zufolge wurde der Künstlerin gesagt, dass die Vögel die Federn auf natürliche Weise während der Mauser verloren hätten und Mitarbeiter:innen sie lediglich vom Boden aufgesammelt hätten.
Es lässt sich zwar nicht überprüfen, woher jede einzelne Feder in jedem Kostüm stammte. Die Recherche von PETA Asien zeigt jedoch, wie die Branche Straußenfedern durch „Humane-Washing“ als tierfreundlicher darstellt und Menschen über die Gewalt täuscht, die hinter der Gewinnung von Federn steckt.

Strauße sind neugierige Vögel mit ausgeprägtem Sozialverhalten
Strauße sind neugierige und soziale Vögel, die in Gruppen leben. Während der Brutzeit legen mehrere weibliche Strauße ihre Eier in ein gemeinsames Nest. Männliche und weibliche Tiere brüten anschließend gemeinsam die Eier aus. [1, 2] Die männlichen Strauße beteiligen sich zudem am Nestbau und schützen die Küken vor Feinden. [3]
Strauße können bis zu 50 Jahre alt werden. [2] Dennoch werden ihnen oft bereits ab einem Alter von etwa sechs Monaten Federn ausgerissen, und viele Tiere werden schon mit rund zwölf Monaten getötet. Für die sensiblen Vögel bedeutet dies erhebliches Leid, denn wie andere Tiere und Menschen können auch sie Schmerz und Angst empfinden. [4]
Helfen Sie den Straußen und setzen Sie sich gegen Straußenfedern und -leder ein
Straußenfedern und -leder gehen in der Modeindustrie immer mit Gewalt und Leid einher. Doch Mode sollte niemals auf Tierleid beruhen. Es gibt heutzutage genügend tierleidfreie Materialien, weshalb es nicht mehr nötig ist, Strauße zu quälen und auszubeuten. Helfen Sie den Straußen und fordern Sie Dior und andere Luxusmarken auf, Straußenfedern und Straußenleder auszulisten und stattdessen auf vegane Alternativen zu setzen.
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Quellen
[1] Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (09.12.2020): StraußTierSchRdErl,NI – Straußenvögel-Tierschutz-Runderlass, https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/source/csh-da-filter%21a52e918e-8a02-41f8-8b62-1c4b6a92ff6a–WKDE_LTR_0000003520%23d7c2c97e783931478ca0c366794f71de/ (eingesehen am 22.09.2026)
[2] Animal Diversity Web: Struthio camelus, https://animaldiversity.org/accounts/Struthio_camelus/ (eingesehen am 22.09.2026)
[3] American Wildlife Foundation: Ostrich, https://www.awf.org/wildlife-conservation/ostrich/ (eingesehen am 22.09.2026)
[4] Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Schweiz (01.09.2023: Leitfaden über den Tierschutz bei Straussen, https://www.blv.admin.ch/dam/de/sd-web/lDcdR2gpaFPx/leitfaden-strausse-de.pdf (eingesehen am 22.09.2026)