Christoph M. Ohrt setzt sich mit PETA für Reptilien ein und übt Kritik an Exotenbörsen

Tiere sind keine Ware: Gefangen hinter Glas und mit einem Bodypainting, das an die grüne, schuppige Haut eines Reptils erinnert, zeigt sich Christoph M. Ohrt auf seinem PETA-Motiv. Der beliebte Schauspieler will auf das Leid der Exoten aufmerksam machen, die auf Reptilienbörsen verkauft werden. Die weltweit größte Veranstaltung dieser Art findet in Deutschland statt: Bei der Terraristika treffen sich viermal jährlich rund 650 Händler in den Zentralhallen Hamm. Das Umfeld der Börse ist unter anderem für illegalen Handel und sogenannte verdeckte Parkplatzgeschäfte bekannt. Gemeinsam mit PETA appelliert Christoph M. Ohrt an die Bevölkerung, die Terraristika nicht zu besuchen, und fordert darüber hinaus ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten.

„Auf Exotenbörsen werden sensible Wildtiere wie Ramschware verscherbelt. In den engen Behältern, in die sie eingesperrt sind, stehen die Reptilien zum Teil Todesängste aus“, so Christoph M. Ohrt. „Im Gegensatz zu domestizierten Tieren sind sie außerdem nicht an ein Leben mit dem Menschen angepasst und leiden grundsätzlich unter der Gefangenschaft.“


Christoph M. Ohrt ist aus zahlreichen deutschen und amerikanischen TV- und Kinoproduktionen bekannt. Für seine Rolle in der Fernsehserie „Edel & Starck“ erhielt er im Jahr 2002 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler Serie“. Ohrt war außerdem in erfolgreichen US-Produktionen wie der Serie „Highlander“ zu sehen. Am Theater spielte er unter anderem neben Heiner Lauterbach. Seine Schauspielausbildung absolvierte er in Hamburg und in New York. Nach Stationen in den USA lebt er inzwischen in Berlin.

In Szene gesetzt wurde Christoph M. Ohrts Reptilienmotiv von Starfotografin GABO, die PETA seit Jahren mit viel Herzblut unterstützt.
 
Für Christoph M. Ohrt gehören Reptilien in die Freiheit. / © GABO für PETA

Tierquälerei für Reptilienbörsen

Auf Exotenbörsen werden sensible Tiere in winzige Plastikboxen gesperrt und immensem Stress ausgesetzt. Die Reptilien werden oftmals zu Billigpreisen angeboten und enden bei Abnehmern, die ihren hohen Ansprüchen an Temperatur, Lebensraum und Ernährung in keiner Weise gerecht werden können. Viele der nach Deutschland importierten Exoten sind zudem Wildfänge, die teilweise illegal aus der Natur entnommen wurden. Im Auftrag profitorientierter Händler werden die letzten artenreichen Gebiete regelrecht geplündert. Bis zu 70 Prozent der empfindlichen Tiere sterben bereits durch Stress, Unterversorgung oder an transportbedingten Verletzungen, bevor sie überhaupt in den Handel kommen [1].


Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Ein Großteil der von Privatpersonen gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Bedürfnisse der Tiere nicht entsprechend erfüllt werden. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten [2].

Kommunale Verbote

Als erste deutsche Stadt hat Passau im Oktober 2016 beschlossen, keine Veranstaltungen zuzulassen, die der Zurschaustellung und dem Verkauf von exotischen Tieren dienen. Damit dürfen keine städtischen Flächen mehr für sogenannte Exotenbörsen vermietet werden. Im Koalitionsvertrag der vergangenen Bundesregierung war ein Verbot gewerblicher Tierbörsen für exotische Tiere bereits vorgesehen, wurde aber nicht umgesetzt.

Das unbarmherzige Geschäft mit Reptilien im Heimtierhandel

Eine im August 2016 von PETA veröffentlichte, international übergreifende Recherche offenbarte erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Bildmaterial dokumentiert massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern.

Gesundheitsgefährdung

Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien exotische Salmonellenarten: Schätzungsweise 90 Prozent der Tiere tragen die gesundheitsgefährdenden Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können schlimmstenfalls zu Hirnhautentzündungen oder gar zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder und immungeschwächte sowie ältere Menschen sind gefährdet. Laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts ist jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern auf den Umgang mit exotischen Tieren zurückzuführen [3].

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie keine Reptilienbörsen.
  • Exotische Tiere gehören nicht ins Wohnzimmer. Unterschreiben Sie unsere Petition gegen die Privathaltung von exotischen Tieren in deutschen Haushalten.
  • Falls Sie über die nötige Sachkunde verfügen, adoptieren Sie bitte ein Tier aus einer Auffangstation oder einem Tierheim, um so den Handel mit exotischen Tieren nicht weiter zu unterstützen.

Quellen:
[1] Toland, Elaine / Warwick, Clifford / Arena, Phillip (2012): Pet Hate. In: The Biologist, Vol. 59 No. 3.
[2] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie. 4. Leipziger Tierärztekongress.
[3] Robert-Koch-Institut: Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.