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Eisbären nicht nur durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht

Eisbären sind durch den Klimawandel stark vom Aussterben bedroht. Doch nicht nur das schmelzende Eis lässt zahlreiche Bären verhungern – auch andere Faktoren stellen eine Gefahr für majestätischen Jäger der Arktis dar.

Verhungert – wegen Robbenjagd und Klimawandel

Die Existenz von Eisbären ist stark davon abhängig, wie erfolgreich ihre Jagd auf Robben verläuft. [1] Leider sinkt die Population der Robben, die Hauptnahrungsgrundlage des Eisbären, dramatisch. Einen Hauptgrund dafür vermuten Wissenschaftler in der Überjagung der Robben. 2016 wurden beispielsweise allein in Kanada über 68.000 Robben getötet. [2]
 
Hinzu kommt, dass das Packeis aufgrund des Klimawandels im Vergleich zu vor einigen Jahren inzwischen rund drei Wochen früher schmilzt. Daher müssen Eisbären für die Nahrungssuche immer größere Strecken zurücklegen, wodurch sich ihr Energieverbrauch gefährlich erhöht – sie drohen zu verhungern. [3] Für die ca. 25.000 verbleibenden Eisbären wird es also immer schwieriger, ausreichend Nahrung zu finden.
 

Vergiftet – durch Schadstoffe in der Luft

Nicht nur die schwindende Nahrungsgrundlage bedroht den Eisbären – auch chemische Rückstände von Industriestaaten wie Deutschland machen ihm erheblich zu schaffen. Die Giftstoffe werden mit der Luft in die Polarregion getragen, wo sie sich über die Nahrungskette in den Tieren anreichern. Da Eisbären an der Spitze der Nahrungskette stehen, sind sie drei Mal mehr mit Schadstoffen belastet als Robben. [4] Einige Giftstoffe wirken wie künstliche Hormone und können die Fortpflanzungsfähigkeit der Eisbären beeinträchtigen. [5]

Gejagt und getötet – für ein Foto

Obwohl Eisbären stark bedroht sind, wird weiterhin Jagd auf sie gemacht. Im Durchschnitt werden jedes Jahr mehrere tausend Eisbären größtenteils legal getötet. [6] Die meisten Tiere werden dabei in Kanada erschossen, wo die Trophäenjagd und der internationale Handel mit Fellen noch erlaubt sind. Ausländische Jagdtouristen erhalten gegen Bezahlung eine Abschusserlaubnis in Kanada, und Deutschland erlaubt sogar die Einfuhr von Trophäen, beispielsweise in Form von Fellen oder ausgestopften Tieren. Trophäenjäger zahlen bis zu 40.000 Euro dafür, einen Eisbären töten zu können. 2019 genehmigte das Bundesamt für Naturschutz sogar den Import zwei toter Eisbären in Deutschland.

Quelle: https://westfalia-jagdreisen.de/fileadmin/user_upload/Kataloge/Jagdreise-Katalog2019.pdf
Bei den Trophäenjägern sind besonders große und vor allem männliche Eisbären beliebt. Dies wiederum reduziert die Geburtenrate der Tiere, da immer weniger weibliche Eisbären einen Eisbären-Mann finden.
 

[1] Deutschlandfunk (02.02.2018): Eisbären im Teufelskreis, https://www.deutschlandfunk.de/klimawandel-eisbaeren-im-teufelskreis.676.de.html?dram:article_id=409854, (eingesehen am 15.06.2020)
[2] Government of Canada: Statistics on the seal harvest, https://www.dfo-mpo.gc.ca/fisheries-peches/seals-phoques/seal-stats-phoques-eng.html, (eingesehen am 15.06.2020)
[3] Welt (01.02.2018): Müssen Eisbären nun verhungern?, https://www.welt.de/wissenschaft/article173105567/Klimawandel-Muessen-Eisbaeren-nun-verhungern.html, (eingesehen am 15.06.2020)
[4] Scinexx (05.01.2017): Arktis: Schadstoffe belasten vor allem Eisbären, https://www.scinexx.de/news/biowissen/arktis-schadstoffe-belasten-vor-allem-eisbaeren/, (eingesehen am 15.06.2020)
[5] Handelsblatt (13.08.2011): Das dreckige Dutzend kehrt zurück, https://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/gift-aus-dem-eis-eisbaeren-als-opfer/4493424-3.html?ticket=ST-5360595-cnjTd2bgGIjsxZryklW7-ap5, (eingesehen am 15.06.2020)
[6] Stern (29.07.2019): Eisbären durch Trophäenjäger bedroht: “Wir müssen dieses Abschlachten beenden”, https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/eisbaeren-durch-trophaeenjagd-bedroht---muessen-dieses-abschlachten-beenden--8823110.html, (eingesehen am 15.06.2020)
[7] Focus Online (09.03.2012): Deutsche Jäger töten Eisbären für 40.000 Euro, https://www.focus.de/reisen/service/jagdreisen-weltweit-urlaub-mit-der-lizenz-zum-toeten_aid_712078.html, (eingesehen am 15.06.2020)