Haustiere



„Ist PETA der Ansicht, Menschen sollten keine Haustiere halten?"
Schon vor tausenden von Jahren hat der Mensch angefangen, Tiere zu domestizieren und sie in sein Leben einzubinden. Seither leben wir mit sogenannten Haustieren zusammen. Daraus entstanden ist nicht nur eine Partnerschaft, sondern auch unermessliches Tierleid in Form von Tierquälerei sowie ein boomendes Geschäft: Züchter und Zooläden produzieren am laufenden Band „Nachschub“, der dann gewinnbringend verkauft wird. Gleichzeitig sitzen jedoch abertausende Tiere in Tierheimen und warten dort auf ein neues Zuhause. Viele sogenannte Haustiere werden in winzigen Käfigen gehalten, soziale Tiere leiden in Einzelhaltung, Tiere werden geschlagen oder ausgesetzt. In einer perfekten Welt könnten alle Tiere frei leben und ihren Bedürfnissen nachkommen. Doch da es in unserer Gesellschaft bereits so viele domestizierte Tiere gibt, tragen wir die Verantwortung dafür, uns um diese Tiere zu kümmern. Deshalb bittet PETA alle Menschen, niemals ein Tier aus einem Zooladen oder vom Züchter zu kaufen, da dies die Überpopulation von Tieren unweigerlich fördert und die „Produktion“ oftmals unter tierquälerischen Bedingungen stattfindet. Weiterhin sollte man seine tierischen Begleiter kastrieren lassen. Wenn man bereit ist, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollte der erste und einzige Gang immer ins Tierheim führen, wo sicherlich jeder den passenden Gefährten finden wird.

„Wenn ich doch imstande bin, für alle Hunde- und Katzenbabys ein Zuhause zu finden, warum sollte mein Hund oder meine Katze dann keine Babys bekommen?”
Allein in Deutschland landen jedes Jahr ca. 300.000 Tiere in Tierheimen. Jedes neu gezüchtete Tier nimmt ihnen die Chance auf ein neues Leben in einer Familie. Dazu kommt, dass viele Menschen Tierbabys über Zeitungsanzeigen oder das Internet verkaufen und es dort unmöglich ist, zu wissen, was mit den Tieren passiert. Von unüberlegten Spontankäufen bis hin zu Menschen, die Hundekämpfe veranstalten und „Köder“ brauchen, ist hier jede Tierqual möglich. In anderen Fällen springen mögliche Käufer nach der Geburt der Tiere ab und so werden unzählige Hunde, Katzen und andere Tiere Jahr für Jahr ausgesetzt. PETA bittet deshalb alle Tierhalter, nicht noch weiter zur Überpopulation beizutragen und ihre Begleiter kastrieren zu lassen.

„Brauchen Welpen von Züchtern nicht genauso dringend ein Zuhause wie solche in Tierheimen? Und wie sonst finde ich eine bestimmte Rasse?”
Weltweit herrscht eine Überpopulation an Hunden. Tausende warten allein in deutschen Tierheimen auf einen neuen Platz; einige warten darauf sogar bis zu ihrem Tod. Das Angebot bestimmt die Nachfrage und so wird ein Züchter, der seine Hunde „an den Mann bringt“ auch weiterhin züchten. Es ist gut verständlich, dass Menschen teils aus Mitleid Hunde von Züchtern kaufen – insbesondere auf Tiermärkten oder von Züchtern, bei denen die Tiere unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden. Jedoch fördert dies nur die weitere „Produktion“ und verursacht mehr und mehr Leid. Züchter nutzen Hündinnen oftmals als wahre Gebärmaschinen; die Jungen werden häufig viel zu früh von der Mutter getrennt, ganze Hundefamilien in Zwingern und ohne weitere Sozialkontakte gehalten – die schlimmste Strafe für ein hochsoziales Tier wie den Hund.
Viele Zuchtrassen leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Erkrankungen der Atemwege, körperlichen Deformationen, Taubheit, Augenerkrankungen und vielem mehr. Nicht verkaufsfähige Hunde werden in vielen Fällen gewaltsam entsorgt.
Eine „verantwortungsvolle Zucht“ wird es niemals geben, solange Tierheime überquellen an heimatlosen Tieren. Wer wirklich die Zeit, Geduld und nicht zuletzt das Geld hat, einem Tier ein neues Zuhause zu schenken, sollte hier etwas Gutes tun.

„Könnten wir nicht einfach mehr Tierheime bauen?”
Tierheime sind nicht die Lösung. Hunde, Katzen und andere Tiere brauchen mehr als nur ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Wasser. Sie brauchen Aufmerksamkeit und Fürsorge, welche sie im Tierheim aufgrund der Vielzahl an Tieren oftmals nicht bekommen können.

„Was hält PETA davon, streunende Katzen in Fallen zu fangen, zu kastrieren und wieder freizusetzen?”
Heimatlose Katzen führen meist ein leidvolles Leben: Unbehandelte Krankheiten und Verletzungen, Autounfälle, Übergriffe durch Tierquäler und Hunger sind Probleme, mit denen ein Großteil der Tiere zu kämpfen hat. Deshalb bittet PETA alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren zu lassen, um eine weitere Überpopulation an heimatlosen Katzen zu vermeiden.
Viele Tierschützer kümmern sich um die „Streuner“, fangen die Tiere zur Kastration behutsam mittels Fallen ein, setzen sie danach unter dauerhafter Betreuung wieder aus, da eine große Anzahl der verwilderten Katzen ein Leben in menschlicher Gesellschaft nicht kennt und fürchtet. Sichergestellt sein muss jedoch, dass die Kolonien täglich mit Nahrung und Wasser versorgt werden, einen geeigneten Unterschlupf haben und an einem Ort leben, an dem sie keinen großen Gefahren durch den Verkehr oder missbilligende Anwohner ausgesetzt sind. Wer eine Gruppe heimatloser Katzen entdeckt, sollte dies umgehend dem lokalen Tierschutzverein melden.

„Warum soll man Hunde nicht an der Kette halten? Ist das nicht besser, als sie draußen unkontrolliert herumlaufen zu lassen?”
Einen Hund als soziales Tier an der Kette zu halten, verwehrt ihm alle natürlichen Bedürfnisse. Viele Tiere werden durch die „Einzelhaft“ aggressiv, scheu oder schlichtweg völlig verhaltensgestört. Im Sommer sind die Tiere sengender Hitze ausgesetzt, im Winter der unerbittlichen Kälte, was oftmals zu Krankheiten führt.
Studien kommen zu dem Ergebnis, dass ein Hund so intelligent wie ein ca. dreijähriges Kind ist. Würde man einem Kleinkind dieser Behandlung aussetzen, würden die Behörden – zu Recht – umgehend eingreifen.

„Warum soll man Kleintiere wie Kaninchen oder Vögel nicht in Käfigen halten?”
Tiere wie Vögel, Kaninchen oder Meerschweinchen werden in Zooläden und von Kleintierzüchtern wie Ware an jedermann verkauft. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die betreffende Person vorab über die wahre Natur dieser Tiere informiert hat oder das Tier lediglich als kurzfristiges Geschenk für einen Freund oder das eigene Kind erwirbt. Was im Zooladen den meisten Käufern verheimlicht wird: Einem Kaninchen genügt kein kleiner Käfig; es will mit Artgenossen zusammen sein Territorium erkunden und braucht dazu viel Platz sowie regelmäßige Pflege und ausgewählte Nahrung, um gesund zu bleiben. Bei Vögeln, Meerschweinchen, Ratten usw. verhält es sich genauso: Die spezifischen Bedürfnisse dieser faszinierenden Tiere werden in der Zoohandelsindustrie völlig untergraben. Und so sitzt der Großteil von ihnen in einem kleinen Käfig in Einzelhaft und fristet ein Leben voller Entbehrungen.

Vögel, die nicht fliegen, Kaninchen, die nicht springen können, oder Meerschweinchen, die alleine schier wahnsinnig werden, entwickeln oftmals Krankheiten und Verhaltensstörungen und sterben frühzeitig.
Wer bereit ist, ein Tier bei sich aufzunehmen, sollte sich vorab ausführlich informieren und dann ein Tierheim besuchen. Eigenbau-Gehege, ein gut gesicherter Gartenauslauf und große Volieren sind meist eine gute Alternative. Doch auch hier gilt es, niemals die Zuchtindustrie zu unterstützen, sondern den Tieren zu helfen, die aus verschiedenen Gründen heimatlos geworden sind.

Weitere Informationen über sogenannte Haustiere unter: PETA.de/Haustiere

 

 


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