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EU-Plan zum Ende von Chemikalientests an Tieren veröffentlicht

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Nach jahrelangem Druck durch Tierschutzorganisationen wie PETA hat die Europäische Kommission erstmals einen konkreten Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen bei der Bewertung von Chemikalien vorgelegt.  

Erfahren Sie hier, was sich dadurch ändert, welche Rolle engagierte Bürger:innen und NGOs gespielt haben, warum dieser Schritt erst der Anfang ist – und wie Sie dazu beitragen können, Tierversuche in der Forschung nachhaltig und endgültig abzuschaffen. 

Roadmap der EU zur Abschaffung von Tierversuchen für Chemikalien 

Nach jahrelangen unermüdlichen Kampagnen von Tierschutzorganisationen hat die Europäische Kommission endlich einen Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen bei der Bewertung von Chemikalien veröffentlicht. Dieser bedeutende Moment ist das Ergebnis langjährigen öffentlichen Drucks und kontinuierlichen wissenschaftlichen Engagements.  

Die Roadmap ist auch eine direkte Folge der EU-Bürgerinitiative „Tierversuche in Europa beenden“, die von mehr als 1,2 Millionen Menschen unterstützt wurde: Gemeinsam mit  

  • Cruelty Free Europe, 
  • der Eurogroup for Animals, 
  • der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) und 
  • Humane World for the Animals (ehemals Humane Society International) 

hat PETA eine Koalition aufgebaut, die NGOs, politische Entscheidungsträger:innen, Wissenschaftler:innen und große globale Marken wie Dove und The Body Shop für den Tierschutz zusammenbrachte. 

Tote Maus in einer Hand

PETAs politische Arbeit zeigt Wirkung  

Nach einem Jahr Kampagnenarbeit und der offiziellen Anhörungi im EU-Parlament waren PETAs Wissenschaftler:innen eng an der Gestaltung der EU-Roadmap beteiligt. Sie waren Teil von Expertenarbeitsgruppen, halfen bei der Organisation und Durchführung von Workshops, die in die Roadmap einflossen, und leiteten Diskussionen mit wichtigen Interessengruppen.  

Die Veröffentlichung dieser Roadmap bestätigt, was Vertreter:innen aus Wissenschaft und Tierschutz seit Jahren sagen: Tierversuchsfreie Methoden sind oft effektiver, zuverlässiger und sagen die Auswirkungen von Stoffen auf die menschliche Gesundheit besser voraus als Tierversuche. 

Für Tiere bedeutet diese Entwicklung den Anfang vom Ende einiger der grausamsten Routine-Prozeduren, die in Laboren in ganz Europa durchgeführt werden. Jedes Jahr werden Fische vergiftet, schwangeren Kaninchen werden Chemikalien über Schläuche in den Magen zwangsverabreicht und Ratten werden stundenlang in kleine Röhren gezwängt, wo sie giftige Substanzen einatmen – alles im Namen von Sicherheitsprüfungen, die häufig keinen zuverlässigen Schutz für den Menschen bieten. 

Was beinhaltet die Roadmap?  

Die Roadmap beinhaltet einen umfassenden, strukturierten Plan für die schrittweise Abschaffung von Tierversuchen bei der Bewertung von Chemikalien:  

  • Mit über 30 konkreten Maßnahmen in verschiedenen Bereichen skizziert der Fahrplan einen Weg zur Verbreitung und Validierung tierversuchsfreier Methoden – sowie zur Entwicklung eines neuen Regulierungssystems. Ein neues 3-Stufen-System zur Ermittlung des Regulierungsbedarfs könnte dazu beitragen, dass Ressourcen gezielt für die Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden eingesetzt werden, die von den Regulierungsbehörden akzeptiert werden. 
  • Einige Tierversuche könnten innerhalb von nur wenigen Jahren beendet werden. So ist beispielsweise vorgesehen, dass Tests an Tieren zur akuten Toxizität bis 2029 an Tieren enden werden. 
  • Empfehlungen, statt Tierversuche eher bestehende tierversuchsfreie Bewertungsansätze zu nutzen, können bei rascher Umsetzung Tausenden von Tieren das Leben retten. 
  • Förderung von Innovation und Zusammenarbeit: Die EU plant, innovative Methoden – einschließlich KI-gestützter Ansätze – zu finanzieren, Raum für den regulatorischen Dialog zu schaffen und Interessengruppen, darunter auch NGOs, in Entscheidungsfindungen einzubeziehen.  
  • Neue Monitoringmethoden könnten Fortschritte endlich sichtbar und nachvollziehbar machen. So könnte beispielsweise der vom European Joint Research Centre (JRC) verfasste Katalog zu Übergangsinitiativen ein einflussreiches Instrument werden, um globale Bemühungen zum Ausstieg aus Tierversuchen zu erfassen und um aufzuzeigen, welche Maßnahmen funktionieren. 

Die Roadmap ist der Beginn eines Paradigmenwechsels. Die Kommission erkennt an, was Expert:innen schon lange sagen: Tierversuchsfreie Methoden sind oft schneller, kostengünstiger und können humanrelevantere Ergebnisse liefern als Tierversuche. 

Was fehlt? 

  • Wichtige Bereiche werden ausgeklammert. Die Roadmap deckt Hauptbereiche der Human- und Veterinärmedizin nicht ab, wie etwa Wirksamkeitstests oder die Prüfung von Impfstoffen oder Gentherapien. Auch die Beendigung von Tierversuchen für Tierarzneimittel wird nicht berücksichtigt.  
  • Keine feste Verpflichtung zur Gesetzesänderung. Die Kommission räumt ein, dass eine Gesetzesreform notwendig ist, liefert jedoch keinen klaren Zeitplan für Veränderungen. Ohne verbindliche Änderungen werden Tierversuche standardmäßig fortgesetzt. 
  • Tierversuche werden so schnell nicht enden. Selbst bei Umsetzung dieses Fahrplans werden Tierversuche dort fortgesetzt, wo Regulierungsbehörden tierversuchsfreie Methoden noch nicht annehmen. Das bedeutet, dass Tiere weiterhin vergiftet, zwangsernährt und getötet werden. 
  • Finanzierungslücken könnten den Fortschritt bremsen. Der Mangel an finanzieller Förderung für die Prüfung und Übernahme durch die Regulierungsbehörden ist eine bekannte Hürde für tierversuchsfreie Methoden. Der Fahrplan geht jedoch nicht darauf ein.  

Wie geht es jetzt weiter? 

Alle zuständigen Stellen müssen nun schnell und entschlossen handeln: die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die Dienststellen der Kommission und der Mitgliedstaaten. Dies ist besonders dringend, da die EU derzeit wichtige Vorschriften zu Chemikalien, Arzneimitteln, Bioziden und Kosmetika überarbeitet. NGOs werden in die Steuerungsgruppe des Fahrplans einbezogen – und eine Wissenschaftlerin von PETA wird weiterhin im Organisationskomitee für den nächsten Workshop der Europäischen Partnerschaft für alternative Ansätze zu Tierversuchen (EPAA) vertreten sein. Dies ermöglicht uns direkte Mitwirkung, wenn der Plan von der Theorie in die Praxis umgesetzt wird. 

Helfen Sie, Tierversuche zu beenden! 

Die Entwicklung des EU-weiten Ausstiegsplans aus Tierversuchen für Chemikalien zeigt uns, dass die Stimme jedes Einzelnen von uns Macht hat und öffentlicher Druck auf die Politik echte Wirkung zeigen kann. 

Während der Wandel bei Chemikalientests nun in vollem Gange ist, bereiten wir uns auf das nächste große Ziel vor: das Ende aller Tierversuche – und eine Wissenschaft, die in keinem Bereich mehr Tierleid hinnimmt. 

Unterzeichnen Sie unseren Appell zum Ausstieg aus allen Tierversuchen: