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Erfolg: ASP-Zaun wird zum Schutz von Tieren teilweise verlegt

Update vom 18. Februar 2022

Es tut sich etwas: Der ASP-Zaun im Nationalpark Unteres Odertal soll teilweise verlegt werden, um zu verhindern, dass weitere Wildtiere bei Hochwasser ertrinken. Das haben die zuständigen brandenburgischen Ministerien für Soziales und Verbraucherschutz, Umwelt sowie der Landkreis Uckermark am 17. Februar in einer gemeinsamen Pressemitteilung angekündigt. Weil sie den Zaun nicht überwinden konnten, sind in den vergangenen Wochen mehrmals tote Tiere an dem Gatter gefunden worden.

Wir von PETA Deutschland begrüßen die angekündigte Maßnahme. Ob die Zaunverlegung ausreicht, um künftige Tierdramen zu verhindern, bleibt jedoch abzuwarten. Vielmehr muss an der Grundproblematik gearbeitet werden: dem nachhaltigen Ausstieg aus der Schweinehaltung.

„Zäune sind in der Natur auch an weniger problematischen Standorten allgemein keine nachhaltige oder tierfreundliche Lösung. Sie sind ein empfindlicher Eingriff in ökologische Kreisläufe und verursachen Tierleid. Sinnvoller wäre, die Ursachen anzugehen: Die ASP-Zäune wurden überhaupt nur wegen der Intensiv-Schweinehaltungen in Brandenburg aufgestellt. Allein aus Angst vor einem Übergreifen und wirtschaftlichen Verlusten werden Wildschweine in Massen getötet und Zäune in die Natur gesetzt. Anstatt diese tierquälerische Industrie mit aus Steuergeldern finanzierten Zäunen zu unterstützen, sollte die Landespolitik den Ausstieg aus der Schweinehaltung fördern. Die Niederlande machen es mit Ausstiegsprämien für Landwirt:innen vor, die der ‚Tierproduktion’ den Rücken kehren.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Schutzzaun: Mehrere Rehe im Nationalpark Unteres Odertal ertrunken

Update vom 26.01.2022

Aktuelle Aufnahmen einer ortsansässigen Tierschützerin vom 22. Januar zeigen, dass weiterhin Tiere am ASP-Zaun im Nationalpark Unteres Odertal sterben – trotz behördlicher Maßnahmen wie der Einrichtung schmaler Durchlässe und Toröffnungen. Auf den Bildern ist ein totes Hirschkalb neben dem Zaun zu sehen, das mehrfach versucht hatte, seiner Mutter über diesen hinweg zu folgen und sich dabei verletzte.

Wir von PETA Deutschland fordern die Entscheidungsträger:innen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz sowie des Landkreises Uckermark eindringlich auf, die Entfernung des Zauns aus dem Nationalpark unverzüglich in die Wege zu leiten.

Totes Reh liegt hinter Schutzzaun
Noch immer sterben Tiere am ASP-Zaun im Nationalpark Unteres Odental.

Originaltext vom 5. Januar 2022

Ab dem 3. Januar 2022 erreichten uns von PETA Deutschland zahlreiche Meldungen und Fotos von ertrunkenen und verletzten Tieren entlang eines „Schutzzaunes“ im brandenburgischen Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt. Wir appellierten direkt an die verantwortlichen Behörden, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um den qualvollen Tod weiterer Wildtiere zu verhindern.

Wildtiere sterben qualvoll an Zaun im Nationalpark Unteres Odertal

Im Sommer 2021 wurde entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze ein rund 255 Kilometer langer Drahtzaun zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Nationalpark Unteres Odertal fertiggestellt. [1] Ziel des Zauns ist es, möglicherweise infizierte Wildschweine daran zu hindern, von Polen nach Deutschland zuzuwandern.

Der 1,20 Meter hohe Zaun steht am Fuße des Winterdeiches halb im Wasser und am Sommerdeich an der Oder und schließt etwa 5.000 Hektar Flutungsgebiet des Nationalparks ein. Zum Jahreswechsel wurde der Zaun zur tödlichen Falle für mehrere Tiere: Besucher:innen entdeckten und dokumentierten vom Oder-Neiße-Radweg aus einige Rehe, die vom steigenden Wasser eingekesselt waren und hilflos im Wasser an einem Zaun entlang schwammen. Nachdem Besucher:innen ein Tor im Zaun öffneten, um den Tieren die Flucht aufs Land zu ermöglichen, schlossen beauftragte Kontrolleur:innen am Abend die Tore wieder. Als das Wasser zurückging, wurden schließlich vier tote Rehe hinter dem Zaun entdeckt. [2]

ertrunkenes reh
Der Zaun wurde zur tödlichen Falle für dieses Reh – es ertrank.

Verantwortliche müssen unverzüglich reagieren, um den Tod weiterer Tiere zu verhindern

Die Nationalparkverwaltung hatte bereits im Sommer vor den negativen Auswirkungen des Zauns auf den Wildwechsel und die Schutzziele des Nationalparks gewarnt. Sollte es im Winter zu einer Überflutung des ganzen Gebiets kommen, werden wohl noch viel mehr Tiere sterben. [2]

Wir haben uns an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz sowie an das zuständige Gesundheits- und Veterinäramt gewandt und gefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um den Tod weiterer Wildtiere zu verhindern. Außerdem haben wir die Behörden darauf hingewiesen, dass eine bewusste Inkaufnahme des qualvollen Todes von Tieren tierschutzrechtliche Relevanz hat. Das Veterinäramt Uckermark antwortete am 5. Januar, dass der Zaun nun täglich abgefahren und Tiere zu Öffnungen geleitet würden.

„Es besteht weiterhin dringend Handlungsbedarf, denn die Nationalpark-Leitung warnt für die kommenden Wochen vor noch mehr toten Tieren wegen des Zauns. Wir appellieren an die Verantwortlichen, es nicht bei den provisorischen Maßnahmen zu belassen, sondern eine dauerhafte Lösung mit der Nationalparkverwaltung zu erarbeiten, die weiteres Tierleid ausschließt.“

Peter Höffken, PETA Deutschland

Afrikanische Schweinepest: Wildschweine sind Opfer einer verfehlten Landwirtschaftspolitik

Im umzäunten Gebiet sollen die Wildschweine alle getötet werden. Ob der Zaun wirksam gegen die Ausbreitung der Krankheit ist, ist fraglich, denn nur kurze Zeit nach der Fertigstellung wurde ein Fall der Tierseuche in Blumenhagen hinter der Zaunlinie festgestellt. Wildschweine, meist gesunde Tiere, werden derzeit in ganz Deutschland nur deswegen massenhaft und präventiv getötet, um die Profite der Schweinezüchter:innen zu schützen – denn diese fürchten ein Übergreifen auf ihre tierquälerischen Mast- und Zuchtanlagen. Für Menschen oder andere Tiere ist das Virus ungefährlich. Der Fleischkonsum tötet und quält also nicht nur die gezüchteten Schweine, sondern ist auch für den Tod unzähliger Wildschweine verantwortlich – ein durch und durch krankes System.

So können Sie Wildtieren helfen

  • Ernähren Sie sich vegan. Ohne die tierquälerische Haltung von Schweinen in Mastanlagen gäbe es keinen Grund für die massenhafte Tötung von Wildschweinen. 
  • Wenn Sie Ihr Wald- oder Feldgrundstück zu einem sicheren Rückzugsort für Tiere machen möchten, können Sie einen Antrag auf jagdliche Befriedung stellen.
  • Informieren Sie sich und Ihr Umfeld darüber, wie grausam die Jagd auf Wildtiere ist.
  • Sollten Sie ein verletztes Wildtier entdecken und nicht wissen, wie Sie am besten helfen können, finden Sie hier wichtige Tipps für einen Wildtier-Notfall: