In einem weiteren Erfolg für die Tiere hat Mondelēz, der Hersteller von Oreo-Keksen, gerade die Schlupflöcher in seiner Tierversuchspolitik geschlossen. Diese Entwicklung erfolgte nach einer hartnäckigen Kampagne von PETA und weltweit mehr als 150.000 Unterstützenden wie Ihnen – allein über 29.000 davon aus Deutschland.
Mondelēz reagiert auf öffentlichen Druck und ändert Tierversuchspolitik
Nach mehreren Treffen mit PETA USA hat Mondelēz International seine öffentliche Tierversuchspolitik geändert, die zuvor unzählige grausame und tödliche Tierversuche zuließ – darunter einen Versuch, bei dem Mäuse mit Bakterien aus menschlichen Fäkalien zwangsernährt wurden.
Diese Änderung bedeutet, dass eine Abkehr von Tierversuchen nun für alle Produktionsprozesse gilt – bisher galt sie nur für Produkte oder Inhaltsstoffe.
Mondelēz beseitigt auch ein großes Schlupfloch, das Tierversuche, die nicht gesetzlich vorgeschrieben waren, zuließ, „wenn dies zur Förderung grundlegender Erkenntnisse in der Ernährungswissenschaft erforderlich ist und keine zugelassenen tierversuchsfreien Methoden zur Verfügung stehen”. Dies erlaubte Mondelez beispielsweise die Tierversuche mit aus menschlichen Fäkalien isolierten Bakterien.
Die Änderung der Richtlinien von Mondelēz wird unzähligen Tieren das Leben retten und hat dadurch das Potential, die Glaubwürdigkeit des Unternehmens zu erhöhen.
PETAs Beitrag zu diesem Erfolg
PETA deckte Mondelēz‘ „ernährungswissenschaftliche” Tierversuche auf. Durch Schlupflöcher in der Tierversuchspolitik des Unternehmens war es möglich, dass:
- Mäuse mit dem Kot von Frauen und einer fettreichen Ernährung zwangsernährt und anschließend getötet wurden.
- Mäusen eine Chemikalie verabreicht wurde, bevor man sie tötete und sezierte.
- Mäuse mit menschlichem Kot und Glasperlen zwangsernährt wurden und eine Ernährung mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren erhielten.
- Ratten mit einer Mischung aus Chips, Crackern und Süßigkeiten gefüttert und mit Glukose zwangsernährt wurden. Auch wurde ihnen wiederholt Blut abgenommen.
PETA USA kaufte Aktien von Mondelēz und verschaffte sich Zugang zum Sitzungssaal des Unternehmens, befragte Führungskräfte direkt auf der Jahreshauptversammlung und reichte einen von PETA USA unterstützten Aktionärsbeschluss ein, in dem Transparenz über die vom Unternehmen missbrauchten und getöteten Tiere gefordert wurde. Zudem wurden Proteste vor öffentlichen Auftritten des CEO organisiert. Über 150.000 PETA-Unterstützende waren aktiv und wandten sich in E-Mails an das Unternehmen. So konnten wir einen öffentlichen Druck erzeugen, der dazu führte, dass erst kürzlich ein Treffen mit der Unternehmensleitung von Mondelēz und PETA USA zustande kam. Dort konnten wir das Unternehmen davon überzeugen, die Schlupflöcher in seiner Tierversuchspolitik zu schließen.
Tierversuche sind ethisch und wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen. Wissenschaftler:innen von PETA Deutschland und unseren internationalen Partnerorganisationen haben daher unzählige wissenschaftliche Studien zusammengetragen, die das Scheitern von Tierversuchen verdeutlichen.
Was Sie tun können
Unterstützen Sie jetzt mit Ihrer Stimme den Research Modernisation Deal (RMD), unser detailliertes Strategiepapier, und üben Sie damit Druck auf die Politik aus, Tierversuche endlich abzuschaffen. Die theoretische Grundlage ist mit dem RMD gelegt – jetzt heißt es handeln. Helfen auch Sie!
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Quellen
[1] Han ND, Cheng J, Delannoy-Bruno O et al. Microbial liberation of N-methylserotonin from orange fiber in gnotobiotic mice and humans. Cell. 2022;14:2495-2509.e11. doi:10.1016/j.cell.2022.06.004
[2] Delannoy-Bruno O, Desai C, Raman AS et al. Evaluating microbiome-directed fibre snacks in gnotobiotic mice and humans. Nature. 2021;595:91–95. doi:10.1038/s41586-021-03671-4
[3] Wesener DA, Beller ZW, Peters SL et al. Microbiota functional activity biosensors for characterizing nutrient metabolism in vivo. eLife. 2021;10:e64478. doi:10.7554/eLife.64478
[4] Patnode ML, Beller ZW, Han ND et al. Interspecies Competition Impacts Targeted Manipulation of Human Gut Bacteria by FiberDerived Glycans. Cell. 2019;179:59–73. doi:10.1016/j.cell.2019.08.011
[5] Cotton C, Westerman K, Van Roosebeke D et al. Impacts of Age, Snack Food, and Whole and Refined Wheat on the Rat Fecal Microbiome. FASEB J. 2016;30(S1):406.4-406-4. doi: 10.1096/fasebj.30.1_supplement.406.4