In einem renommierten „Dressurausbildungsstall“ in Vechta (Niedersachsen) wurden Pferde über Jahre hinweg systematisch misshandelt. Zeug:innen berichten von blutigen Sporenlöchern, offenen Mundwinkeln durch zu scharfe Gebisse und täglichem schmerzhaftem Zwangstraining. Mehrere Videoaufnahmen zeigen die verbotene Trainingsmethode Rollkur, bei der die Pferde in eine extrem schmerzhafte Kopf-Hals-Haltung gezwungen werden.
Wir von PETA Deutschland werden Strafanzeige erstatten und fordern vom zuständigen Veterinäramt ein Tierhalteverbot für die Verantwortlichen. Zudem haben wir auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) kontaktiert, die wohl auch schon seit längerem über die Missstände dort Bescheid weiß. Der Fall zeigt deutlich, wie dringend strengere Kontrollen im sogenannten Pferdesport und ein härteres Durchgreifen bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz notwendig sind.
Misshandlungen in bekanntem Dressurstall: Pferde mit Plattschaufel geschlagen?
Whistleblower:innen berichten von massiver Tierquälerei in dem renommierten „Dressurausbildungsstall“ im niedersächsischen Vechta: Laut Zeug:innen sollen die dort lebenden Pferde regelmäßig ausgepeitscht und mit Gerten geschlagen werden. Eine Stute wurde laut dem Bericht im Februar 2025 über zwei Stunden eng „ausgebunden“ und mehrfach mit Peitsche und Gerte geschlagen.
Weitere Tiere erlitten offenbar Verletzungen durch Sporen, blutige Gebisswunden und Schläge mit einer Plattschaufel. Insgesamt sollen laut Zeug:innen rund 20 Pferde täglich körperlichen Qualen ausgesetzt gewesen sein.
Rollkur: Schmerzhaftes Zwangstraining in der Dressur
Mehrere Videoaufnahmen belegen zudem, wie Pferde in dem „Dressurausbildungsstall“ immer wieder in Rollkur geritten werden. Dabei wird der Kopf stark hinter die Senkrechte gezogen, was Atembeschwerden, Schmerzen und eingeschränkte Sicht verursacht. [1] Diese „Trainingsmethode“ ist sowohl im Profi- als auch im Amateursport verboten.
In dem Dressurstall soll die Rollkur regelmäßig angewendet werden, um die Pferde in eine unnatürliche Haltung zu zwingen. Die schmerzhafte Methode verursacht langfristige Schäden an Muskeln, Gelenken und Sehnen und ist ein klarer Fall von Tierquälerei.

PETA fordert Tierhalteverbot und harte Bestrafung
Trotz wiederholter Kontrollen durch das Veterinäramt wurden die Missstände scheinbar nicht erkannt. Videoaufnahmen dokumentieren eindeutig die Anwendung der verbotenen Rollkur sowie immer wieder das zu enge „Ausbinden“ mit Schlaufzügeln – sogenannten Hilfszügeln, um die Kopf- und Halshaltung des Pferdes zu beeinflussen.
Wir fordern harte Strafen und ein sofortiges Tierhalteverbot für die Stallbetreibenden. Zudem haben wir die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit den Missständen konfrontiert.
Kein Einzelfall, sondern systematische Gewalt im „Pferdesport“
Misshandlungen wie in diesem Fall sind im sogenannten Pferdesport weit verbreitet. Pferde werden als „Sportgeräte“ genutzt und täglich körperlich und psychisch belastet. Scharfe Gebisse, Sporen, Gerten und Ausbinder zwingen Tiere zu Bewegungen, die ihren natürlichen Bedürfnissen widersprechen. Dabei handelt es sich um tierschutzwidrige Hilfsmittel, die starke Schmerzen und Verletzungen bei den Pferden verursachen können. Durch den dadurch ausgelösten Stress können die Tiere erkranken, unter anderem häufig an Magengeschwüren.
Pferde benötigen ausreichend Auslauf, artgerechte Haltung, Nahrung und medizinische Versorgung, um gesund zu bleiben. Werden diese Grundbedürfnisse ignoriert, tragen sie langfristige Schäden davon und leiden unter Schmerzen, Stress und Angst.
Pferde schützen: „Pferdesport“ bei Olympischen Spielen stoppen
Im „Pferdesport“ leiden viele Tiere täglich unter Gewalt, Zwangstraining und Methoden wie der Rollkur – ein Beispiel dafür ist der Ausbildungsstall in Vechta. Unterstützen Sie die Petition, damit das Internationale Olympische Komitee alle „Pferdesportarten“ aus den Olympischen Spielen streicht und Pferde künftig vor Leid geschützt werden.
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Quellen:
[1] Meyer, Heinz (2008): Roll-Kur. Die Überzeugung des Pferdes. Zwecke und Auswirkungen. Geschichte und aktuelle Diskussion. Wu-Wei Verlag. Schondorf