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Research Modernisation Deal – Strategiepapier gegen Tierversuche

Strategiepapier gegen Tierversuche

In Deutschland stirbt alle elf Sekunden ein Tier in einem Tierversuch. Jedes Jahr leiden etwa drei Millionen Tiere wie Kaninchen, Mäuse, Ratten, Affen, Katzen, Hunde und Fische in grausamen Experimenten. Um dem absurden Tierleid in deutschen und internationalen Versuchslaboren ein Ende zu bereiten, haben wir von PETA Deutschland in Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnerorganisationen den Research Modernisation Deal erarbeitet. Helfen Sie mit, den Ausstieg aus Tierversuchen und damit die Modernisierung der Forschung voranzutreiben. Unterstützen Sie unser Strategiepapier mit Ihrer Unterschrift!

Strategiepapier zum dauerhaften Ausstieg aus Tierversuchen

Ende April 2020 hat PETA den Research Modernisation Deal vorgestellt – ein Strategiepapier, das aufzeigt, wie sich die Forschung modernisieren lässt und Tierversuche endgültig beendet werden können. Ziel des Research Modernisation Deal ist es, entsprechend der Vorgabe der EU-Richtlinie 2010/63 alle Tierversuche durch tierfreie Methoden zu ersetzen. [1] Damit können Ressourcen, die bislang durch Tierversuche blockiert und verschwendet wurden, in eine für den Menschen tatsächlich relevante Wissenschaft fließen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, einen verbindlichen Ausstiegsplan aus Tierversuchen zu entwickeln und umzusetzen.

Der Research Modernisation Deal bietet effektive Lösungen

Neben der Tatsache, dass Tierversuche nicht ethisch vertretbar sind, lassen sich die Erkenntnisse aus den oft grausamen Experimenten in vielen Fällen nachweislich nicht auf den Menschen übertragen. Dennoch sind Tierversuche weiterhin fester Bestandteil der Tätigkeit vieler Forschungsanstalten und blockieren damit wertvolle Ressourcen, die anderweitig fehlen.

Tierversuche lassen sich häufig nicht reproduzieren – die Wiederholung eines Versuchs in einem anderen Labor kommt in nur 57 Prozent der Fälle zu demselben Ergebnis. [2] Zudem fallen 95 Prozent der an Tieren getesteten und dabei als sicher und wirksam eingestuften potenziellen Medikamente im Anschluss in klinischen Studien mit menschlichen Patienten durch. [3] In einzelnen Bereichen sind die Zahlen noch gravierender, so beispielweise in der Schlaganfallforschung: Um Schlaganfälle zu behandeln, wurden bereits mehr als 1.000 Wirkstoffe an Tieren getestet – kein einziger zeigte jedoch Erfolge bei menschlichen Patienten. [4] In der Grundlagenforschung werden in der Regel innerhalb von 20 Jahren weniger als 10 Prozent der als vielversprechend eingestuften Ergebnisse aus Tierversuchen in die Praxis umgesetzt. [5]

Für Millionen von Tieren bedeutet dieses fehlerhafte System immense Schmerzen und größtes Leiden. Es ist dringend notwendig, das offensichtlich überlastete, teure und zeitaufwendige Forschungssystem zu revolutionieren – und tierfreie Forschungs- und Testmethoden, die schon heute rasantes Wachstum verzeichnen, zu etablieren und weiterzuentwickeln.

Schritte zum Ausstieg aus Tierversuchen

Das Strategiepapier umfasst die folgenden Schritte: 

  • Tierversuche in Forschungsbereichen, in denen sich die Ergebnisse nachweislich schlecht und unzuverlässig auf den Menschen übertragen lassen, sollen unverzüglich eingestellt werden.
  • Es muss eine kritische Prüfung jener Forschungsbereiche folgen, in denen Tierversuche ebenfalls umgehend eingestellt werden können.
  • Ein zuverlässiges und ethisches Bewertungssystem muss eingeführt werden, um Transparenz, Verantwortlichkeit und Wirksamkeit der bisher schwammigen Regulierungsprozesse zu verbessern.
  • Um ihre Akzeptanz zu steigern, sollen tierversuchsfreie Verfahren bei nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden und Forschungszentren vereinheitlicht werden.
  • Fördermittel müssen neu verteilt werden: Gelder für Tierversuche müssen gekürzt, die Entwicklung tierfreier Methoden hingegen finanziell aufgestockt werden.

Was Sie tun können

Helfen Sie uns, die grausamen und unnötigen Tierversuche abzuschaffen und unterstützen Sie den Research Modernisation Deal mit Ihrer Stimme! Schließen Sie sich den knapp drei Vierteln der Deutschen an, die einen Ausstiegsplan aus Tierversuchen befürworten. [6]


[1] Richtlinie 2010/63/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2010 zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere, https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32010L0063&from=DE, (eingesehen am 25.09.2020)
[2] Freedman LP, Cockburn IM, Simcoe TS: The economics of reproducibility inpreclinical research. PLoS Biol. 2015;13(6):e1002165.
[3] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS): About NCATS, https://ncats.nih.gov/about, (eingesehen am 25.09.2020)
[4] Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft: Weltschlaganfalltag 2017, https://www.dsg-info.de/presse/pressemeldungen/481-weltschlaganfalltag-2017-hirninfarkt-bei-jungen-menschen-akutbehandlung-neues-zu-thrombektomie-und-nachsorge.html, (eingesehen am 25.09.2020)
[5] Contopoulos-Ioannidis DG, Ntzani E, Ioannidis JP. Translation of highly promising basic science research into clinical applications. Am J Med. 2003;114(6):477-484.
[6] Statista: Einstellung der Bevölkerung ausgewählter europäischer Länder zu Tierversuchen, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/252053/umfrage/investitionen-von-kosmetikherstellern-fuer-tierversuchsfreie-forschung/, (eingesehen am 25.09.2020)