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Eselreiten auf Santorin: Augenzeugen sind von Tierquälerei schockiert

Seit über 20 Jahren werden Esel und Maultiere auf Santorin gezwungen, Touristen mehrmals täglich die etwa 500 Stufen zwischen dem Hafen und der Altstadt von Firá hinauf- und hinabzutragen. Immer wieder berichten Augenzeugen von Missständen wie Hautveränderungen und offenen Wunden, die nicht behandelt werden. Die Tiere leiden ständig unter unzureichender oder fehlender Wasser- und Nahrungsversorgung. Außerdem sind sie den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt und kommen oft auch nachts nicht zur Ruhe.

Augenzeugen bemängeln fehlende Schutzmaßnahmen sowie Wasser- und Nahrungsentzug

PETA Deutschland hatte Facebook-Nutzer vor Kurzem gebeten, ihre persönlichen Erfahrungen und Meinungen zum Eselreiten auf Santorin zu teilen, woraufhin zahlreiche User von ihren Erlebnissen berichteten. Außerdem teilte einer unserer Unterstützer in einem ausführlichen Kommentar seine Sicht auf die Tierquälerei auf Santorin.

Schlechte Haltungs- und Lebensbedingungen

Viele Nutzer beschreiben das Eselreiten als grausame Tierquälerei: Oft treiben die Eselführer die Tiere gewaltsam mit Stöcken an, aber auch unerfahrene Reiter verletzen die Esel häufig mit improvisierten „Reitutensilien“. Ein User verurteilt, dass der Profit über dem Tierwohl steht:

„Fand es damals schon die absolute Tierquälerei, wie die Esel angetrieben wurden, um so viel wie möglich daran zu verdienen.“

Der Verfasser eines anderen Kommentars geht etwas mehr ins Detail und schreibt, dass Eselführer weder auf die Sicherheit der Tiere noch die der Touristen Rücksicht nehmen: „Ich […] war erschreckt, in was für einem Tempo die Tiere da runter- oder rauflaufen und jeder darf drauf, auch 100kg-Menschen.“ Diese Ansicht vertritt auch unser Unterstützer. Er bezeichnet das Eselreiten als „grauenvolle Ausbeutung“ und Tierquälerei, weil die Touristen oftmals schwergewichtig sind und die Esel mit dieser Last zu kämpfen haben.

Beide Kommentare zeigen, dass die Eseltreiber sich nicht an die 2018 eingeführte Gewichtsbeschränkung halten. Ein anderer Facebook-Nutzer fordert schlicht: „Das Tierleid gehört abgeschafft.“

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Ein User hat beobachtet, dass die Tiere angekettet in der Hitze stehen – ohne Schutz vor der Sonne oder Zugang zu Wasser und Nahrung. Ein anderer Facebook-Nutzer berichtet davon, dem Betreiber den Betrag für die Tour bezahlt zu haben, um das Maultier in dieser Zeit zu füttern, zu streicheln und mit ihm zu reden.

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Ein weiterer Facebook-User beschreibt einen der Ställe, in denen die Tiere untergebracht sind, wenn sie gerade keine Touristen transportieren müssen: Der stark verdreckte, in den Berg geschlagene Unterschlupf befindet sich unter den Stufen – normalweise mit einer Holztür vor den Blicken der Touristen geschützt. Weiter bemängelt der Kommentator: „Dieser Stall hat natürlich keine Fenster … und das für etwa zehn Tiere!“ Die Esel und Maultiere finden demnach auch in der Nacht keine Ruhe, um sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen.
 

Immer noch unterstützen Touristen diese Tierquälerei – trotz Alternativen

Viele der Kommentatoren betonen, dass zahlreiche Touristen sich dafür entscheiden, auf den Eseln zu reiten – obwohl die Möglichkeit besteht, mit der etwa 50 Meter entfernten Seilbahn zu fahren. Außerdem sind einige der Meinung, dass jeder, der gut zu Fuß ist oder nachempfinden möchte, wie sich die Esel und Maultiere fühlen, die über 500 Stufen selbst laufen kann.

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Es gibt unzählige weitere Gründe, warum man Esel und Maultiere nicht als „Esel-Taxis“ missbrauchen sollte.

„Die Tourismusbranche und jeder einzelne Urlauber muss Druck auf die griechische Regierung ausüben“

Unser Unterstützer ist der Ansicht, dass Druck auf die griechische Regierung ausgeübt werden muss – und das sei mithilfe der Tourismusbranche am besten möglich: Zum Beispiel sollten Reiseveranstalter, wie etwa Anbieter von Kreuzfahrten, Angebote zum Eselreiten aus ihren Programmen nehmen und Kunden bei Nachfrage zudem über die Tierquälerei auf Santorin informieren. Dass eine nachhaltige Veränderung allein durch die griechische Regierung erzielt werden kann, erscheint unserem Spender unwahrscheinlich. Vielmehr solle sich jeder Urlauber aktiv gegen das Leid der Esel und Maultiere einsetzen:

Jeder Urlauber, der die Insel besuchen will, sollte vorher zur Kenntnis nehmen, dass dort Tiere gequält werden und jeder, der das mitmacht, sollte sich schuldig fühlen, wenn er dorthin seinen Urlaub bucht.“

Sehr geehrter Herr Ullmann,

mit Interesse habe ich den letzten Flyer gelesen und weiß auch, wie es um die Esel auf der Insel Santorin bestellt ist.
Wir selbst waren im Herbst 2017 auf der Insel und konnten uns von der grauenvollen Ausbeutung der Tiere ein Bild machen.
Ich weiß noch genau, wie erbost die Touristen waren, als ich auf halber Treppe, von oben kommend, die Esel gestoppt und die Touris zum Absteigen genötigt habe. Letztendlich war dies aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein und gebracht hat das nichts. Obwohl daneben eine Seilbahn existiert, die noch nicht mal mehr kostet als so‘n Eselsritt, ließen sich nur sehr wenige Touristen davon abhalten, den Esel zu quälen. Ja richtig, zu quälen. Wenn ich die dicken, fetten Weiber (sorry) auf diese armen Tiere sehe, platzt mir der Kragen.
Wie Sie schon schreiben, wird die griechische Regierung nichts tun, dies zu verbieten, obwohl gesetzlich geregelt.
Ich finde, hier muss konsequent auf die Tourismusindustrie, aber auch auf die unterschiedlichsten Anbieter von Kreuzfahrten, die dort tagtäglich anlegen, Einfluss genommen werden.
Glauben Sie wirklich, dass der Minister für Landwirtschaft hier eingreifen und den Eseltreiben ein Ende bereiten kann? Ich denke fast, dass man Griechenland und gerade jetzt, eher über die Tourismusschiene Druck machen muss. Jeder Urlauber, der die Insel besuchen will, sollte vorher zur Kenntnis nehmen, dass dort Tiere gequält werden und jeder, der das mitmacht, sollte sich schuldig fühlen, wenn er dorthin seinen Urlaub bucht.

Ebenso, sollten die sozialen Medien, wie Facebook oder Instagram oder Twitter, genutzt werden, um auf die Situation und den Lebensbedingungen der Esel und gerade auf dieser Insel aufmerksam zu machen.
Ich für meinen Teil werde hier ebenfalls meinen Beitrag leisten.

Bitte machen Sie, macht ihr weiter so, denn ohne euch würde es den Tieren bestimmt noch viel schlechter gehen.


Mit besten Grüßen
[Spender von Redaktion anonymisiert]

Unsere bisherigen Maßnahmen für die Esel und Maultiere auf Santorin

PETA macht Griechenland-Touristen bereits seit 2019 auf das Tierleid auf Santorin aufmerksam. Hierzu verteilen wir während der Saison in den wichtigsten Häfen, von denen aus die Fähren nach Santorin ablegen, informative Flyer. Daneben haben wir aufklärende Werbung in Taxis, Fähren und auf Plakatwänden anbringen lassen.Der Transport von Personen über 100 Kilogramm auf Eseln und Maultieren ist bereits seit 2018 verboten – doch Augenzeugenberichte zeigen ein anderes Bild. Es finden keine Kontrollen statt, und die Tierquälerei vor Ort wird weiterhin dokumentiert. Um das Leid der Tiere ein für alle Mal zu beenden, wurden weltweit bereits Demonstrationen vor griechischen Botschaften durchgeführt. Außerdem setzen wir uns gemeinsam mit prominenten Unterstützern gegen die „Esel-Taxis“ auf Santorin ein: In Zusammenarbeit mit dem Rockmusiker Tommy Lee, der deutschen Biathletin Maren Hammerschmidt sowie griechischen NGOs, die sich ebenfalls für die Tiere stark machen, haben wir ein Schreiben an den griechischen Landwirtschaftsminister Makis Voridis gerichtet, der daraufhin in den Medien Stellung zu den Vorwürfen nahm. Voridis kündigte an, im Sommer 2020 mehr Kontrollen durchzuführen und die Strafen bei Verstößen deutlich zu erhöhen.

Vor der Tatsache, dass selbst die bestehenden Tierschutzgesetze in den letzten Jahren nicht eingehalten wurden, ist davon auszugehen, dass auch strengere Vorschriften und Kontrollen die Situation kaum verbessern und das Leid der Tiere nicht beenden werden. Die einzige Lösung besteht darin, die Verwendung von Eseln und Maultieren für den Transport grundsätzlich zu verbieten. Wenn Sie dazu beitragen möchten, ein solches Gesetz durchzusetzen, unterschreiben Sie bitte unsere Petition.

Was Sie tun können

Schreiben Sie Bewertungen auf Bewertungsplattformen oder Social Media und klären Sie uninformierte Interessenten so über das Tierleid auf.

Unterzeichnen Sie zudem bitte unsere Petition: Wir fordern für Santorin ein sofortiges Reitverbot auf Eseln und Maultieren, um die Tiere nachhaltig vor Ausbeutung und Leid zu schützen.