Uns von PETA Deutschland erreichen fast täglich Meldungen von Internetnutzer:innen, die vor allem in sozialen Netzwerken auf frei zugängliche Videos stoßen, in denen Tiere gequält werden – für Klickzahlen und aus Profitgier. Die Tiere werden dabei bewusst in Situationen gebracht, die ihnen Angst machen, sie leiden lassen oder sie werden sogar zu Tode gequält. Auch der Wunsch nach sadistischer Selbstdarstellung, das Ausleben von sexuellen Fetischen oder ein Aufmerksamkeitsdefizit können hinter dem unfassbaren Tierleid vor der Kamera stecken.
Nicht nur Täter:innen tragen Verantwortung – auch Menschen, die solche Inhalte bewusst anschauen, teilen und dadurch verbreiten, tragen dazu bei, dass die Nachfrage nach solchen Videos steigt. Teilweise werden solche Inhalte sogar aktiv bei den Ersteller:innen nachgefragt, um die Fetische der Zuschauenden zu bedienen.
Erfahren Sie hier, was Sie tun können, wenn Sie Videos mit Tierquälerei im Internet finden.
Videos mit Tierquälerei: So helfen Sie den Tieren
Vorsätzliche Tierquäler:innen, die solche Videos drehen oder darin mitwirken, dürfen nicht in der Anonymität des Internets Schutz finden. Wenn es sich um ein aktuelles Video handelt, ist es wichtig, dass Sie aktiv werden und das Video melden. Leider ist es meist sehr schwer herauszufinden, wo sich die Täter:innen befinden. Besonders bei alten Videos ist es häufig noch schwieriger, die Täter:innen zur Rechenschaft zu ziehen. Unsere Partnerorganisation PETA USA steht bereits mit Facebook und anderen sozialen Medien in Kontakt. Sie weist immer wieder auf die Verantwortung der Plattformen hin – und darauf, dass bestehende Richtlinien in vielen Fällen nicht greifen.
Umso wichtiger ist, dass wir alle aktiv werden, wenn wir Tierquälerei im Internet sehen. So können Sie dabei vorgehen:
- Nicht kommentieren und teilen: Den Impuls, solche schockierenden Funde zu kommentieren oder zu teilen, können wir gut verstehen. Bedenken Sie aber: Jeder Kommentar und jedes Teilen bedeutet mehr unverdiente Aufmerksamkeit und Reichweite für die Ersteller:innen. Fragen Sie sich also: Wollen Sie den Täter:innen die Reichweite verschaffen, auf die diese abzielen?
- Beweise sichern: Da öffentliche Videos häufig gelöscht werden, ist es wichtig, Beweise zu sichern.Sie können daher Screenshots vom Video, dem Namen des Profils, von Datum und Uhrzeit sowie dem Profil und ggf. von Kommentaren zum Video machen, falls relevant. Speichern Sie gegebenenfalls auch den Link zum Video und sichern Sie das Video auf Ihrem Computer. Wichtig: Sobald Sie die Gelegenheit hatten, die gesicherten Beweise den zuständigen Stellen – z. B. der Polizei – weiterzuleiten, sollten Sie die Beweise aus datenschutzrechtlichen Gründen wieder löschen und zu keinem anderen Zweck nutzen. Im Fall von tierpornografischen Inhalten sollten Sie aus strafrechtlichen Gründen keine Dateien herunterladen, speichern oder versenden, sondern gleich eine Meldung bei der Polizei machen, auch hier ohne Versand entsprechender Inhalte.
- Polizei oder Veterinäramt kontaktieren: Falls es Hinweise zur Person oder dem Tatort gibt, melden Sie diese entweder an uns über das Meldeformular oder direkt den zuständigen Behörden wie Polizei oder Veterinäramt.
- Videos bei der Online-Plattform melden: Im nächsten Schritt wenden Sie sich bitte an die Betreiber der Videoplattform, auf der die Aufnahme hochgeladen wurde, und fordern Sie, dass sie gelöscht und die zuständige Polizeibehörde informiert wird. Nutzen Sie die Meldefunktion der jeweiligen Plattform und wählen Sie „Tierquälerei“ oder „Missbrauch“ als Grund. Viele Netzwerke haben auch eigene E-Mail-Adressen für Missbrauchsmeldungen.
- Klären Sie Ihr Umfeld auf: Mobilisieren Sie auch Freund:innen und Bekannte, sich an die Netzwerkseite zu wenden. Da uns täglich hunderte E-Mails erreichen, ist es uns leider nicht immer möglich, alle Fälle selbst zu bearbeiten. Deshalb sind wir, und vor allem die Tiere, auf Ihre Mithilfe angewiesen.

Tierquälerei auf gewerblichen Websites mit Tierqual-Inhalten
Bei Firmen-Websites mit tierquälerischen Inhalten ist eine andere Vorgehensweise erforderlich. In diesem Fall bitten wir Sie, uns zwar zu informieren, aber auch selbst Anzeige gegen die Verantwortlichen bei der Polizei zu erstatten, sofern die Betreiber in Deutschland ansässig sind.
- Dazu benötigen Sie die Kontaktadresse der Website und den Internetprovider (nützlich hierzu: www.denic.de).
- In einem solchen Fall sollten Sie ebenfalls die betroffene Website einschließlich externer Elemente, beispielsweise eingebundene Grafiken oder Videos, auf Ihrem Rechner abspeichern, einen Ausdruck sowie Screenshots erstellen.
- Auf den Screenshots sollten insbesondere das Datum der Aufnahme sowie das Impressum gut erkennbar sein. Wichtig ist, dass die Website vollständig abgebildet wird und die Ränder beispielsweise nicht abgeschnitten sind.
- Auch hier gilt: Speichern Sie die Daten nicht länger als notwendig ab und löschen Sie sämtliche Daten, sobald Sie die Gelegenheit hatten, diese an die zuständige Stelle weiterzuleiten. Im Falle tierpornografischer Inhalte sollten Sie keine Daten abspeichern oder weiterleiten, sondern sich direkt an die Polizei wenden.
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Animal-Crushing – wenn Tiere für einen Sex-Fetisch gequält werden
Animal-Crushing ist eine extreme Version gewaltvoller Pornographie, in der Menschen Tiere zur Luststeigerung verbrennen, zerstückeln und töten. [1] In derartigen Clips sieht man oftmals, wie Tiere mit hochhackigen Schuhen oder barfuß zertreten und anderweitig malträtiert werden. Die Intention hinter den grausamen Tierqual-Videos: ein Sex-Fetisch, für den Zuschauende bereit sind, Geld zu bezahlen.
Allerdings gibt es noch andere Gründe, die Menschen dazu bewegen, Tierqual-Videos zu drehen. Darin werden Tiere, insbesondere Tierbabys, auf verschiedene Arten grausam gequält. Die Perversion kennt kaum Grenzen. Während es beim Animal Crushing vordergründig darum geht, eine Form sexueller Befriedigung oder Profite zu erlangen, quälen manche Menschen Tiere auch vor laufender Kamera, um andere Facetten wie sadistische Belustigung oder Selbstdarstellung auszuleben und anderen zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt steht hier oftmals der Drang nach Aufmerksamkeit.
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Katzen werden für vorgetäuschte Tierrettungsvideos misshandelt
Weitere Fälle von Tierqual im Internet sind in Fake-Videos über Tierrettungen zu finden. Auch diese Clips kursieren auf Plattformen wie YouTube und zeigen beispielsweise halbtote, blutverschmierte Babykatzen mit offenen Wunden, die vom Urhebenden dieser Videos angeblich „gerettet“ werden.
Für Videos von Fake-Tierrettungen werden die Tiere vor dem Videodreh absichtlich gequält und misshandelt – mit der Absicht, Zuschauer:innen einen möglichst leidvollen Anblick und ein falsches Gefühl der Erleichterung zu bieten. [6] Fake-Tierrettungen sollen den Anschein erwecken, die Finder:innen würden die zuvor von ihnen selbst gequälten Tiere aus einer misslichen Situation befreien. Tatsächlich ist das jedoch Teil eines perfiden und grausamen Drehbuchs, um online Aufmerksamkeit, Klicks oder Spendenaufrufe und -einnahmen zu erhalten. Es gab beispielsweise bereits Fälle, in denen aufmerksame Nutzer:innen dieselben Tiere in verschiedenen Videos wiedererkannten. [7] Daher ist es ratsam, derartige Videos sorgfältig zu prüfen und sie im Zweifel auf keinen Fall in den sozialen Netzwerken zu teilen. Denn durch das Verbreiten dieser Inhalte unterstützt man am Ende nur die Sensationsgier der Ersteller:innen und bestätigt sie in ihrem Handeln.
Um gegen solche Videos vorzugehen, hat YouTube im Juni 2021 seine Richtlinien zu gewalttätigen und grausamen Inhalten erweitert und ein deutlicheres Verbot für Inhalte ausgesprochen, in denen Tiere absichtlich gequält und verletzt werden. [8]
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Affen werden wie Puppen angezogen und misshandelt
Auf Plattformen wie Facebook tauchen immer häufiger Videos auf, in denen Affen schwer misshandelt werden. Die Tiere werden geschlagen, gewürgt oder wie Puppen in Kleidung gesteckt und für die Unterhaltung der Zuschauenden ausgenutzt. Die Profile, die solche grausamen Videos posten, haben dabei oftmals mehrere Tausend Follower:innen und genauso viele Klicks.
Wenn Affen als „Unterhaltungsobjekt“ missbraucht werden, ist einigen Zuschauenden nicht bewusst, dass es sich dabei um Tierquälerei handelt. Affen gehören in die Natur – nicht in Wohnzimmer und Internetvideos. Sie sind keine sogenannten Haustiere und können ihre Bedürfnisse in Gefangenschaft nicht artgerecht ausleben.
Tierquäler:innen verstecken sich hinter der Anonymität des Internets
Es wird davon ausgegangen, dass der Großteil aller Tierqual-Videos abseits von Google und Co. im sogenannten Deep Web und Darknet kursiert. [1] Dieser Teil des Internets wird von herkömmlichen Suchmaschinen nicht erfasst und besteht größtenteils aus zugangsgeschützten Bereichen. [5]

Minderjährige können die verstörenden Inhalte leicht finden
Immer wieder veröffentlichen Tierquäler:innen jedoch einige der illegalen Videos auch auf öffentlich zugänglichen Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube – wo sich auch Minderjährige und Kinder die verstörenden Inhalte jederzeit ansehen können.
Damit stehen Begriffe wie Animal Crushing und Fake-Tierrettungen nicht nur für unvorstellbares Tierleid, sondern auch für gewaltvolles und kriminelles Handeln, das ethische Grundwerte unserer Gesellschaft wie Mitgefühl, Respekt und Verantwortung massiv gefährdet.
Gewalt an Tieren kann zu Gewalt an Menschen führen
Studien zeigen ein klares Bild: Vielen Menschen, die Tiere quälen, reicht das irgendwann nicht mehr – sie schrecken häufig auch vor Gewalt an Menschen nicht zurück.
Helfen Sie Tieren, die gequält werden
Wenn Sie Tierquälerei beobachten – egal ob im Internet oder an anderen Orten – ist es wichtig, nicht wegzusehen. Werden Sie aktiv, sichern Sie – wenn möglich und erlaubt – Beweise und melden Sie Ihre Beobachtungen an die zuständigen Behörden oder an uns von PETA Deutschland über unser Whistleblower-Formular.
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Quellen
[1] Vice (08.11.2016): Hinter den Kulissen der Internet-Community, in der Tiere zu Tode gequält werden, https://www.vice.com/de/article/d3gv7q/hinter-den-kulissen-der-internet-community-in-der-tiere-zu-tode-gequaelt-werden (eingesehen am 15.09.2020)
[2] Bundesamt für Justiz: Tierschutzgesetz § 3, https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__3.html (eingesehen am 15.09.2020)
[3] Bundesamt für Justiz: Tierschutzgesetz § 86, https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__86.html (eingesehen am 15.09.2020)
[4] World Animal Rescue Fund (30.12.2016): What is „Animal Crushing“?, https://worldanimalrescuefund.org/2016/12/what-is-animal-crushing/ (eingesehen am 15.09.2020)
[5] BBC (25.11.2010): Chinese Rabbit-Crushing Video condemned, https://www.bbc.com/news/world-asia-pacific-11840955 (eingesehen am 15.09.2020)
[6] GDATA.de: Was ist eigentlich das Darknet?, https://www.gdata.de/ratgeber/was-ist-eigentlich-das-darknet (eingesehen am 15.09.2020)
[7] Cat News: Widerlichster YouTuber aller Zeiten: „Kitten Rescue TV“ quält Tiere, um Geld zu verdienen, https://cat-news.net/kitten-rescue-tv-quaelt-tiere-11471 (eingesehen am 15.09.2020)
[8] National Geographic (09.07.2021): Tierquälerei auf YouTube: Wie Tiere für Fake-Videos missbraucht werden, https://www.nationalgeographic.de/tiere/2021/07/tierquaelerei-auf-youtube-wie-tiere-fuer-fake-videos-missbraucht-werden (eingesehen am 27.07.2021)