Kaktusleder: Die nachhaltige Lederalternative aus Kakteen

Für Schuhe, Handtaschen und Kleidung aus Leder werden jedes Jahr über eine Milliarde Tiere qualvoll getötet. Auch die Umwelt, die Arbeiter und unsere Gesundheit leiden enorm unter den giftigen Chemikalien, die bei der Gerbung eingesetzt werden, damit die Tierhäute nicht verwesen. Glücklicherweise gibt es inzwischen zahlreiche vegane Lederimitate, für die kein Tier leiden musste – so auch Kaktusleder. Hier erfahren Sie alles über die Lederalternative aus Kakteen und welche Hersteller damit arbeiten.

Kaktusleder – umweltfreundlicher und natürlicher als Kunstleder

Bisher ist das vielseitige Kunstleder die Lederalternative, die am meisten von Modeherstellern verwendet wird. Da das Imitat jedoch meistens Kunststoffe auf Erdölbasis enthält und nicht biologisch abbaubar ist, ist es nicht sehr umweltfreundlich. Pflanzenbasierte Materialien wie Ananasleder, Weinleder und Kaktusleder stellen daher eine nachhaltigere Alternative zu Leder dar.

Kaktusleder wird aus dem Nopal- bzw. Feigen-Kaktus hergestellt und auf eine Unterfläche aus Baumwolle aufgetragen, damit es stabil bleibt. Während beim Haltbarmachen von Tierhäuten Schwermetalle wie Chrom eingesetzt werden, kommen bei der Produktion von Kaktusleder keine giftigen Chemikalien zum Einsatz. Zudem sind die Kakteen ein nachwachsender Rohstoff und benötigen im Gegensatz zur Lederproduktion, einem der wasserintensivsten Industriezweige der Welt, nur wenig Wasser. Der Nopal-Kaktus wird in Mexiko angebaut, wo er vielseitig verwendet wird, beispielsweise für Hautpflegeprodukte oder als Nahrung. [1]

Tierfreies Leder auf der Basis von Kakteen ist sehr atmungsaktiv und langlebig. Das Material ist zudem besonders widerstandsfähig und gleichzeitig flexibel. Optisch steht Kaktusleder echtem Leder in nichts nach, weshalb es auch genauso vielfältig eingesetzt werden kann – von Schuhen und Taschen über Portemonnaies und Kleidungsstücken bis hin zu Autositzen und Möbeln.

Die Erfinder des Kaktusleders

Erfunden wurde das Kaktusleder von den beiden Mexikanern Adrián López Velarde und Marte Cázarez. Nachdem diese zwei Jahre lang an der Entwicklung des Kaktusleders arbeiteten, gründeten sie 2019 das Start-up Desserto. [2] Die Gründer waren vorher in der Möbel-, Automobil- und Modeindustrie tätig und wollten eine biologische Lederalternative erfinden, die die Umwelt weniger belastet. Besonders der Aspekt der Nachhaltigkeit war ihnen wichtig. Desserto beliefert Modeunternehmen mit Kaktusleder, die dann Produkte daraus fertigen.

Welche Hersteller arbeiten mit Kaktusleder?

Einige Unternehmen arbeiten bereits mit der veganen Lederalternative. Die Produkte der folgenden Hersteller wurden von uns von PETA Deutschland als vegan zertifiziert.

Miomojo

Miomojo stellt unter anderem Handtaschen aus Kaktusleder her, welche in Italien entworfen und hergestellt werden. Die Vision der Modemarke ist es, die Welt nachhaltiger zu gestalten. Daher setzt sie bei der Produktion von Handtaschen auf vegane Materialien. Tierqualprodukte wie Pelz, Wolle, Seide, Federn oder echtes Leder nutzt die Marke nicht. [3] Außerdem können Kunden bei jedem Kauf bei Miomojo unsere Tierrechtsarbeit mit 10 Prozent des Warenwerts unterstützen.

tasche kaktusleder© Miomojo

Amare Antwerp

Auch Amare Antwerp bietet Handtaschen aus Kaktusleder und zahlreiche weitere tierfreundliche Produkte an. Die Taschen werden in Italien von Hand gefertigt und stechen durch ihre besonderen Designs hervor. Amare Antwerp liegt es am Herzen, die Tiere und den Planeten zu schützen.

Setzen auch Sie auf tierfreundliche Mode

Für die Lederproduktion leiden zahllose Tiere. Rinder, Büffel, Schafe, Pferde, Ziegen, Schweine und Exoten wie Echsen, Schlangen und Alligatoren führen ein entbehrungsreiches und leidvolles Leben, damit ihnen im Schlachthof die Haut vom Körper geschnitten und zu Produkten verarbeitet werden kann.

Helfen Sie den Tieren, indem Sie auf vegane Kleidung setzen und sich beim nächsten Einkauf gegen Leder entscheiden. Neben Kaktusleder gibt es inzwischen unzählige Lederimitate, die einen tollen Look haben, ohne dass dafür ein Tier getötet wurde.