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Elefanten

Krone behauptet: „Circus Krone […] liebt seine Tiere. […] Wir behandeln sie verständnisvoll und respektieren sie als empfindsame Wesen.“ (1)

EINE DREISTE LÜGE!


Im Gegensatz dazu schreibt nämlich die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010, „dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden. Insbesondere wurden bei den Elefanten Verhaltensstörungen in Form von Bewegungsstereotypien beobachtet“. Im Februar 2009 wird die Zirkusdirektorin Christel Sembach-Krone vom Amtsgericht Darmstadt wegen Tierquälerei zu einer Geldbuße verurteilt. Grund ist die mangelhafte Elefanten- und Pferdehaltung.

Elefanten in Ketten bei Circus Krone © PETA
PETA liegen zudem unabhängige Expertengutachten über die Elefantenhaltung vor, welche die Folgen der katastrophalen Elefantenhaltung aufzeigen. In dem Gutachten vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) von 2008 heißt es u.a.:

Das lange Stehen und unphysiologische Bewegungen wie die von allen Elefanten gezeigten Stereotypien und das Sitzen auf dem Podest während der Vorführung führen zu Fehl- und Überbelastung von Sohlen, Gelenken und Wirbelsäule. Einige Tiere zeigen hier bereits degenerative Veränderungen der Zehen und der Sohlen sowie teilweise eine abfallende steile Wirbelsäule und Unterständigkeit der Hinterhand. Elefantenkuh ,Bara‘ zeigt in der Vorführung den Kopf-/Rüsselstand. Durch diese Vorführung werden die Zehennägel der Vorderfüße sehr stark belastet. Ähnlich wie bei nicht gepflegten zu lang gewachsenen Zehennägeln entsteht ein sehr hoher Druck im Zehenbereich. Dieses führt nach wissenschaftlichen Untersuchungen zu Spaltenbildung im Zehennagel mit Sekundärinfektionen, akuten Entzündungen und chronisch degenerativen Veränderungen und damit Schäden. Nach § 3 Nr. 6 Tierschutzgesetz sind Vorführungen, die mit Schäden einhergehen, verboten.“

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit spricht ebenso nach mehreren Kontrollen während der Gastspiele, aber auch im Stammquartier in München (2007-2009), in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft München von deutlichen Haltungs- und Managementdefiziten zu Beginn der Kontrollen (zu lange Ankettungszeiten, zu wenig Bewegung und Beschäftigung, fehlende Strukturelemente wie Scheuermöglichkeiten etc.).

Verhaltensstörungen und ein früher Tod sind im Zirkus systembedingt
Elefanten werden im Zirkus nahezu jede Nacht ihres Lebens sowie große Teile des Tages an zwei Beinen angekettet, sodass sie sich kaum bewegen können. Jahrzehntelanges Stehen auf teils hartem Untergrund und Bewegungsmangel in einer reizarmen Umgebung sowie eine von Gewalt geprägte Dressur sorgen bei den meisten Elefanten für einen frühen Tod. Kein Elefant erreicht im Zirkus seine natürliche Lebenserwartung von etwa 60 Jahren, die meisten sterben viel zu früh. 2012 sind bei Circus Krone gleich zwei Elefanten kurz nacheinander gestorben: Elefantenbulle Colonel Joe und Elefantendame Sandrin waren laut Gutachten schon seit Jahren krank, doch anstatt die Tiere in ein stationäres Gehege zu übergeben, wurden sie bis zuletzt mit auf Tour genommen.

Elefantenexperten sind sich einig, dass das heftige „Weben“ von Elefanten, das fortdauernde Hin-und-Her-Schwanken mit Kopf und Körper, ein Symptom schwerer Verhaltensstörungen darstellt, unter denen die Tiere sehr leiden. Das „Weben“ ist bei den Krone-Elefanten besonders häufig zu sehen.

Die durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten über Elefanten international bekannt gewordene Organisation Elefanten-Schutz Europa e.V. bestätigt in einer Publikation die mangelhaften Haltungsbedingungen der Elefanten bei Circus Krone und deckt auf, dass alle Krone-Elefanten Wildfänge sind, die noch im Babyalter gewaltsam aus der freien Natur entrissen wurden (2). Circus Krone behauptet, dass die Elefantenbabys Waisen waren, deren Eltern getötet wurden. Doch früher war und auch heute noch ist es üblich, die Nachfrage nach Elefantenbabys durch das Töten der Eltern zu „bedienen“.

 

Archivfoto: Misshandlung eines Elefanten bei Circus Krone © PETA
Dressur mit Gewalt und Zwang
Den weltweit anerkanntesten Elefantenexperten zufolge basiert eine Dressur von Elefanten stets auf der Anwendung von Gewalt und Zwang, meist, so auch bei Circus Krone, mit dem sogenannten Elefantenhaken, einem Schlagstock mit einem spitzen Metallhaken. Die Elefantentrainer wissen ganz genau, wo sie hinschlagen müssen, damit es den Tieren wehtut.

Dr. Cynthia Moss sowie 13 weitere führende Elefantenexperten, die jahrzehntelange Erfahrung mit freilebenden, wilden afrikanischen Elefanten aufweisen können und die auf diesem Gebiet führende Experten sind, führen allgemein dazu aus: „Um das Verhalten eines Elefanten in der Beengtheit eines Zirkus zu kontrollieren, muss der Pfleger die Überhand gewinnen und behalten. Ein so großes Tier zu kontrollieren, kann nur durch eine gewisse Art der Grausamkeit erreicht werden. Hierfür wird häufig ein Elefantenstab – ein Elefantenhaken, der von den Mitarbeitern der Industrie auf euphemistische Weise ,Elefantenführer‘ genannt wird – eine Peitsche oder ein Elektroschocker verwendet.“ (3)

Der Elefantenexperte Dr. Fred Kurt, Mitglied der „Asian Elephant Specialist Group“ der Weltnaturschutzunion (IUCN) und Autor zahlreicher Publikationen über Elefanten in Gefangenschaft, sagt: „Zirkuselefanten sind gefangene Wildtiere. Sie leben in direktem Kontakt zum Menschen. Schläge mit scharfen Elefantenhaken und Stromstöße aus Elektroimpulsgeräten sogenannter ,Schweinetreiber‘ sollen sie gefügig machen. Bekanntlich vergessen aber Elefanten nie. Früher oder später zahlen die wehrhaften Tierriesen zurück, verletzen ihre Peiniger schwer oder töten sie sogar, worauf sie wiederum geprügelt werden. Die tierquälerischen Rituale finden entweder nachts statt, wenn Amtstierärzte schlafen, oder in verborgenen Ecken, wo Tierschützer nicht hinkommen.“ (4)

Archivfoto: Schmerzhafter Elefantenhaken bei Circus Krone im Einsatz © PETA
Und das berichten Augenzeugen (5):
Direkt nach dem Manegenauftritt musste sich eine Afrikanische Elefantenkuh noch im Sattelgang ablegen und erhielt durch Frau Z. eine erste kurze Bestrafung mit dem Elefantenhaken. Offenbar hatte der Elefant in der Manege nicht so gespurt, wie sich die Trainerin das vorstellte. Auf dem Rückweg zum Stallzelt wurde das gleiche Tier von Frau Z. mehrmals mit dem Haken ,behandelt‘. Die oben erwähnten Beobachter begleiteten den Rückzug der Elefanten zum Stallzelt und wollten die Tiere dort noch eine Weile betrachten (Ankettung usw.). Unmittelbar nachdem die Elefanten im Stallzelt verschwunden waren, erschien ein Circusmitarbeiter und erklärte den verdutzten Besuchern, dass jetzt ein Betreten des Stallzeltes unmöglich wäre, da ein ,Training‘anstünde. Das Zelt wurde hermetisch abgeschlossen, wobei kein Spalt offen blieb, um einen Blick hineinzuwerfen (ebenso der rückwärtige Zeltzugang). Bis dahin waren die Besucher Augenzeugen des Geschehens – jetzt wurden sie zu Ohrenzeugen. Einige Minuten später drang der Furchtschrei einer Elefantenkuh durch die Zeltleinwand und es begann ein monotones, länger andauerndes, rhythmisches Klatschen. Das ,Training‘hatte begonnen – die hörbaren Schläge wurden zu Beginn mehrmals von schrillen Schreien eines Elefanten begleitet.“

Ein anderes Gastspiel (6):
Einer der bei Krone angestellten, bulgarischen Elefantenpfleger zwang eine angekettete Asiatische Elefantenkuh mit brutalem Einsatz seines scharfen Elefantenhakens zum unnatürlichen schnellen Ablegen und Aufstehen. Die Elefantenkuh musste innerhalb von 5 bis 10 Minuten die unsinnigen Übungen 4-5mal durchführen. Jede verzögerte Bewegung der völlig verunsicherten Elefantenkuh wurde mit schmerzlichem Hakeneinsatz – an Nacken, Rücken und Vorderbein – von dem Pfleger beschleunigt[…].“

 

Laden Sie hier unseren ausführlichen Bericht über Elefanten in Gefangenschaft herunter

Die Dokumentation aus dem Jahr 2000 berichtet über das traurige Schicksal von Elefanten, die in zoologischen Einrichtungen, Safariparks sowie in Zirkusbetrieben in Mittel-, West- und Südeuropa gehalten wurden.

1) Circus-krone.com/de/krone-zoo/artgerechte-tierhaltung.html
2) European-elephant-group.com/files/Hintergrund/HintergrundCircus/dokumentationderelefantenhaltung imcircuskrone.pdf
3) Stellungnahme von Dr. Cynthia Moss sowie 13 weitere internationale Elefantenforscher, Juni 2007
4) PETA.de/wildtierdressur
5+6) Dokumentation „Elefanten im Circus“, Elefanten-Schutz Europa e.V., 2000

 


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