Spenden
 »  »  » 8 Gründe, die verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist – PETA zeigt das Leid der Bienen auf

8 Gründe, die verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist

Mit nachfolgenden 8 Gründen verdeutlicht PETA, warum Honig nicht vegan, für die Bienen jedoch lebenswichtig ist

Stand August 2015
Eine vegane Ernährung ist frei von allen Produkten, für die Tiere ausgebeutet und getötet werden. Die meisten Menschen wissen heute, dass Tiere für die Produktion von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern gequält und geschlachtet werden. Doch viele Verbraucher fragen sich, was falsch daran sein könnte, Honig zu essen. Die folgenden 8 Gründe verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist, warum Bienen ihren Honig nicht freiwillig hergeben und warum viele der unterschätzten Insekten dabei sterben.

In Deutschland mag der Umgang mit sogenannten Honigbienen nicht so dramatisch sein wie im Ausland – doch schätzungsweise 80 % des Honigs stammen nicht aus Deutschland, daher thematisiert dieser Text auch den Umgang mit Bienen im Ausland (Asien, USA und Südamerika).
 
Honig als Lebensmittel verursacht großes Tierleid bei den ganz Kleinen
1. Auch Bienen werden in der Massenzucht gehalten und ausgebeutet
Wie bei anderen tierischen Erzeugnissen geht es dem Menschen auch beim Honig um Profit. Um einen möglichst hohen Erlös zu erzielen, werden auch die kleinen Insekten – ähnlich wie Hühner, Schweine und Kühe – manipuliert und ausgebeutet. In der Honigindustrie werden Bienen Opfer von unnatürlichen Lebensbedingungen, genetischer Manipulation und stressvollen Transporten.
Um das natürliche Schwärmen zu verhindern, werden die Flügel der Bienenköniginnen häufig gestutzt – somit sind die Königinnen samt Schwarm an das vom Menschen bereitgestellte „Zuhause“ gebunden. Auf diese Weise werden auch die restlichen Bienen zu einem Leben in den Magazinen gezwungen, denn ohne ihre Königin würden sie niemals wegfliegen. Gerade im Ausland gibt es riesige „Honigfarmen“, auf denen Hunderte oder gar Tausende solcher Magazine nebeneinanderstehen, was nach unserer Ansicht mit der Massenzucht in anderen Tierhaltungsbereichen gleichzusetzen ist. Diese Kästen sind mit bis zu vier Stockwerken ausgestattet und lassen sich so öffnen, dass der Imker zwar möglichst wenige Bienen verletzt, aber auch leicht an den Honig gelangt. Sie wurden speziell entwickelt, um den Bienenstock mühelos von Ort zu Ort transportieren und dadurch profitabel Honig gewinnen zu können.

2. Bienen werden bei der Honigproduktion oft verletzt oder getötet
Da die Honigproduktion in den meisten Fällen profitabel sein muss, ist der Umgang beim Einsammeln des Honigs nicht selten unachtsam. So werden Bienen zerquetscht, die Flügel der winzigen Kreaturen beschädigt oder gar ihre Beine abgetrennt. Zudem verhindern viele konventionelle Honigproduzenten bewusst das „Ausschwärmen“ – also die Aufteilung der Stockbewohner mit der Geburt einer neuen Königin – durch das bereits erwähnte Flügelkürzen der Königin, damit sie den Stock nicht verlassen kann. Der natürliche Prozess des Schwärmens könnte zu einer geringeren Honigproduktion führen und den Profit des Imkers schmälern. In der konventionellen Zucht werden Königinnen im Übrigen künstlich befruchtet, was mit großem Leid für die kleinen Tiere verbunden sein dürfte.

3. Königinnen erreichen nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung
So wie Rinder, Kühe, Schweine und Hühner in der Intensivtierhaltung nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung erreichen, sterben auch Bienen in der Honigindustrie frühzeitig. Obgleich Bienenköniginnen, die die Eier legen, bis zu sechs Jahre alt werden können, werden sie vor allem im Ausland bereits nach einem Jahr getötet und durch neue produktivere Königinnen ersetzt.

4. Bienen brauchen ihren Honig selbst
Bienen produzieren ihren Honig nicht aus Spaß oder – wie oft behauptet – für den Menschen. Vielmehr dient Honig den Bienen als Nahrungsmittel. Der aus Nektar und einem kleinen Teil Pollen hergestellte Honig enthält Nährstoffe, die vor allem in den kalten Wintermonaten überlebenswichtig für die Bienen sind. Daher dient Honig den Bienen als Schutz vor einem möglichen Befall durch verschiedene Milbenarten und anderen Krankheiten, die unter anderem für das Bienensterben verantwortlich sind. Die von den meisten Honigproduzenten bereitgestellte künstliche Ersatznahrung, bei der es sich zumeist um billiges Zuckerwasser handelt, kann die Tiere jedoch anfälliger für Krankheiten machen.

5. Bienen arbeiten hart für IHREN Honig
Ein Bienenstock besteht aus Zehntausenden Bienen, von denen jede eine bestimmte Aufgabe hat. Die Arbeiterbienen sind für die Futtersuche zuständig und docken pro Tag an etwa 40 Millionen Blüten an, um Pollen und Nektar aufzunehmen. Anschließend entziehen sie dem Nektar das Wasser und fügen ihm körpereigene Enzyme zu, um den Honig in Futter umzuwandeln und zu verhindern, dass er schlecht wird. Eine mühselige Arbeit – und das tagein, tagaus.

6. Das Bienensterben geht uns alle an
„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
Albert Einstein
Vor einigen Jahren ging die Nachricht vom großen Bienensterben durch alle Medien: Pestizide seien schuld, die Klimaerwärmung sei schuld, Parasiten und Milben seien schuld. Zweifelsfrei tragen diese Aspekte hauptsächlich zum dramatischen Rückgang der Bienenbestände bei, die sich nur langsam erholen. Monokulturanbau und Pestizideinsatz müssen daher schleunigst geändert werden! Ein wichtiger Grund dafür, dass beispielsweise die Varroa-Milbe der heutigen „Honigbiene“ einen solch immensen Schaden zufügen kann, liegt jedoch auch darin, dass die Bienen durch Züchtung und billige Ersatznahrung viel anfälliger für Krankheiten und Milbenbefälle sind. Die im Honig zum kleinen Teil verarbeiteten Blütenpollen sind sehr wichtig für junge Bienen und der Nektar liefert den erwachsenen Tieren die nötige Energie.
 
Der Rauch imitiert einen Waldbrand und die Bienen geraten in Panik.
7. Panikmache erleichtert den Diebstahl
Haben Sie auch gedacht, dass Imker die Bienen „einräuchern“, weil es die Tiere beruhigt und sie dadurch weniger stechen? Falsch gedacht. Tatsächlich verfolgen die Honigproduzenten mit dem Einräuchern einen eigennützigen Plan. Der Rauch suggeriert den Bienen einen Waldbrand, und als natürliche Reaktion auf diese vermeintliche Gefahr nehmen sie möglichst viel Honig auf, um sich mit ausreichend Proviant ausgestattet ein neues Zuhause zu suchen. Die Insekten verkriechen sich also voller Panik und sind mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt, während der Mensch sich an ihrem Honig zu schaffen macht. In dieser Zeit sind die fleißigen Bienchen irritiert, was ihre „Stechlust“ vorübergehend senkt.

8. Honig von glücklichen Bienen?
Möglicherweise gibt es auch Imker, die den Bienen nicht den ganzen Honig stehlen und versuchen, möglichst wenige Bienen zu töten. In diesem Bereich der Tierhaltung gibt es durchaus große Unterschiede zwischen deutschem Honig und Honig aus dem Ausland sowie konventionell oder ökologisch erzeugtem Honig. Doch ist es nicht trotzdem falsch, anderen etwas wegzunehmen, das für das eigene Leben gar nicht nötig ist? Bienen brauchen IHREN Honig für ein gesundes Leben, der Mensch jedoch nicht. Und wer möchte schon das Erbrochene von Bienen essen, wenn es genügend köstliche Alternativen gibt? Warum nicht selbst zum fleißigen Bienchen werden und Honig – zum Beispiel aus Löwenzahn – zubereiten?

 

Was Sie tun können

Durch den Kauf von Honig oder Produkten, die Honig oder Bienenwachs enthalten, unterstützen sie die Ausbeutung dieser unterschätzten Insekten. Greifen Sie daher künftig zum reichhaltigen Angebot an veganen, süßenden Lebensmitteln wie Agaven-, Apfel- oder Birnendicksaft, Ahorn-, Reis-, Dattel- oder Zuckerrübensirup. Auch getrocknete Früchte, sehr fein püriert, stellen eine gute Alternative dar oder Sie probieren selbstgemachten Löwenzahn-„Honig“ auch frischen Löwenzahnblüten.

Wildbienen sind die wilden Verwandten der „Honigbienen“ aus der Massenzucht. Sie bestäuben erfolgreicher und sind weniger anfällig für Krankheiten. Jedoch „produzieren“ sie auch viel weniger Honig und sind für die Imker deshalb uninteressant. Werden Sie zum wahren Helden für Bienen und bauen Sie im Garten ein artgerechtes Zuhause für die fleißigen Insekten, in dem sie sicher leben und überwintern können. Achten Sie darüber hinaus beim Blumenkauf auf Bienenfreundlichkeit.

Weitere spannende Hintergrundinformationen bietet die Dokumentation "More Than Honey".