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Massive Tierquälerei im Circus-Krone-Zoo

Permanente Missachtung konkreter Behördenauflagen sogar im festen Münchner Winterquartier

Stand April 2012
Circus Krone unterhält in München ein festes Winterquartier, den sogenannten Krone-Zoo. Seit 2009 muss sich der Zirkus bezüglich der Tierhaltung an gut 100 Auflagen im Krone-Zoo und auf seinen Tourneen halten, nachdem eine Recherche sowie eine Anzeige von PETA u.a. zu mehreren Vollzugsbescheiden führten. Daher kam ein erneuter Hilferuf von Münchner Tierfreunden Anfang 2012 überraschend. Doch vor Ort bot sich PETA-Ermittlern ein Bild des Schreckens: Selbst im festen Winterquartier missachtet Circus Krone nach wie vor einen großen Teil der konkreten Auflagenbescheide aus dem Jahr 2009 der Münchner Behörden sowie die Zirkusleitlinien in nicht unerheblichem Umfang. Die meisten Tiere müssen sogar in derart engen und qualvollen Verhältnissen leben, dass hier erneut ein Fall von massiver Tierquälerei vorliegt.

 

Tierquälerei: Löwe im winzigen Gehege bei Circus Krone
Löwen- und Nashornhaltung mangelhaft
Bei mehreren Kontrollen waren die Außengehege der Löwen deutlich kleiner als die erforderlichen 50 Quadratmeter. Das „Freigehege“ des großen Nashorn-Bullen Tsavo ist lediglich ein trauriger Witz. Anstatt der vorgeschriebenen 125 Quadratmeter muss Tsavo mit weniger als 30 Quadratmetern auskommen. Aktuelle Aufnahmen belegen zudem die Gefährdung von Besuchern, die sich in unmittelbarer Nähe zu dem ca. drei Tonnen schweren Tier aufhalten können.

 

Die Pferdeboxen sind nach wie vor viel zu klein
Pferdehaltung
Die Pferdehaltung, für die Circus Krone in der Vergangenheit schon heftig kritisiert wurde, ist noch immer ein Horror. Selbst große Pferde haben kein Außengehege, sie stehen die meiste Zeit des Tages in einer viel zu kleinen Box. Ein großes Pferd mit einer Widerristhöhe von 1,70 Meter muss wenigstens eine Pferdebox von 11,50 Quadratmetern zur Verfügung haben. Doch gerade die groß gewachsenen Friesen stehen bei Circus Krone in den kleinsten Boxen, die kaum 8 Quadratmeter groß sind. Sie können sich in der Box kaum ordentlich umdrehen. Für die Dressur und die Auftritte dürfen sie zwar raus, müssen dann aber die meiste Zeit im Kreis laufen.

 

Flusspferd Poppäa: Winziges Wasserbecken und kaum Auslauf
Besonders schlimm: Flusspferd- und Elefantenhaltung
Flusspferd-Dame Poppäa, die gemäß behördlicher Verfügung nicht mehr auf der Krone-Tournee mitfahren darf, muss ihr Dasein in einem zu kleinen Wasserbecken fristen und kann lediglich eine kleine Trockenfläche innerhalb des Krone-Baus betreten.

 

Elefantenquälerei im Circus Krone-Zoo
Auch die Elefanten stehen tagsüber überwiegend in der Halle im Krone-Bau, mit Ausnahme von gelegentlichen Auftritten oder „Trainings-Einheiten“ bestimmter Tiere. Oftmals sind sie sogar tagsüber angekettet. In freier Natur würden Elefanten bis zu 80 Kilometer pro Tag wandern, auch die Elefanten im Circus Krone. Denn alle Elefanten bei Krone sind Wildfänge, die um ein erfülltes Leben mit Nachwuchs und langen Wanderungen in freier Natur beraubt wurden. Weil ihr Bewegungsapparat nicht an endloses Herumstehen angepasst ist, entwickeln die meisten Elefanten im Zirkus schwere Fuß- und Gelenkerkrankungen und sterben früh. Die Langeweile und das Eingesperrtsein in engen Verhältnissen führten bei den Elefanten von Circus Krone zu starken Verhaltensstörungen, was sich im sogenannten Weben ausdrückt. „Weben“ ist eine Stereotypie, unter der die Tiere namhaften Experten zufolge seelisch sehr leiden. Elefantenbulle „Colonel Joe“ ist gesundheitlich offensichtlich schwer angeschlagen, der Pflegezustand erscheint mangelhaft.

 

Auch die Gehege der Zebras und der Großkamele weisen nicht einmal annähernd die erforderlichen Mindestgrößen auf.

 

Gerichtlich bestätigt: Circus Krone ist ein unverbesserlicher und notorischer Tierqualzirkus!
Undercover-Aufnahmen der Tierrechtsorganisation PETA von 2008 belegen, dass ein Großteil der Tiere sowohl im Münchner Winterquartier als auch während der vergangenen Zirkustourneen unterhalb der tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen gehalten wurde. Nach einer Strafanzeige von PETA und einer Gegenanzeige von Circus Krone hat die Staatsanwaltschaft München I im Oktober 2010 festgestellt, „[…] dass bei einem Teil der Tiere des Circus Krone tatsächlich deutliche Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen vorlagen, die gutachterlicherseits als erhebliche Leiden im Sinne von § 17 Nr. 2b Tierschutzgesetz eingestuft wurden. Insbesondere wurden bei den Elefanten Verhaltensstörungen in Form von Bewegungsstereotypien beobachtet“. 2011 scheiterte Circus Krone in allen Instanzen bis hinauf zum Bundesgerichtshof mit dem Ansinnen, die Veröffentlichung von teils mit versteckter Kamera gedrehten Videoaufnahmen der Tierhaltung des Zirkus verbieten zu lassen. Weitere Urteile: Im Februar 2009 wurde Frau Sembach-Krone wegen Tierquälerei vom Amtsgericht Darmstadt rechtskräftig verurteilt – Grund war die nicht art- und tiergerechte Elefanten- und Pferdehaltung. Im April 2009 bezeichnete ein Richter des Amtsgerichts Hagen einen Dressurakt, bei dem eine Elefantenkuh auf dem Kopf steht, als „völlig abartig“. Sogar Rocklegende Udo Lindenberg forderte Krone-Direktorin Sembach-Krone in einem persönlichen Schreiben bereits 2009 auf, die kranken Elefanten endlich in „Rente“ zu schicken.

 

Wildtiere im Zirkus müssen verboten werden
Bitte setzen Sie sich für ein Verbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben ein. Auf www.peta.de/zirkus können Sie unsere Online-Petition unterschreiben und sich darüber hinaus informieren, wie Sie aktiv werden können.